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High Tension

Originaltitel: Haute Tension

Herstellungsland:Frankreich (2003)
Standard-Freigabe:SPIO/JK geprüft: strafrechtlich unbedenklich
Genre:Horror, Thriller
Alternativtitel:Alta tensión
Blady strach
Switchblade Romance
X-Tension
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,88 (307 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Ein einsames Haus, eine vereinte Familie, zwei unzertrennliche Freundinnen. Ein brutaler Mörder, der vor nichts zurückschreckt. Und die Nacht. Eigentlich wollte Alex nur mit Freundin Marie ihre Familie auf dem Land besuchen. Doch als die Nacht einbricht, dringt ein brutaler Fremder in das Haus und der Kampf ums Überleben beginnt. (Ascot Elite)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von insanity667:
Wir schreiben das Filmjahr 2003! Ein ereignissreiches Filmjahr wohlgemerkt, denn nicht nur dass Peter "Braindead" Jackson seine "Herr der Ringe" Trilogie zum Abschluss brachte, nein! Ereignissreich, für Fans des harten Kinos vorallem, weil aus der Versenkung ein junger Regisseur aus Frankreich auftauchte und das Genrekino mehr als ordentlich durchrüttelte! Sein Name: Alexandre Aja, seine Mission: Den Horror des 21 Jahrhunderts wieder auf ein ungeahnt hohes Level zu bringen. Mit "High Tension" lieferte der damals gerade 26 jährige, ehemalige Schauspieler nach nur 2 Gastspielen im Regiestuhl ("Over the Rainbow" & "Furia") einen Terrorknaller ab, der sich gewaschen hat! Für viele heute noch ein hoher Maßstab und der Grundstein für weitere tolle Genrebeiträge aus Frankreich! An seiner Seite: Produzent Luc Besson ("Taxi" Reihe, "Das fünfte Element", "Leon der Profi") der generell dem französischen Kino seit Mitte der 90er wirklich sehr, sehr gut getan hat und dessen Name einfach für Qualität steht!



Die Story, anfänglich relativ verhalten und schemenhaft zumindest dem Thriller "Intensity" von 1997 entliehen, entwickelt sich schnell zu einer tatsächlich ultraintensiven Achterbahnfahrt durch die Psyche eines völlig gestörten Killers und lässt die geschickt abgeguckte Einleitung nach ein paar extrem blutigen Schauwerten hinter sich um ihren eigenen Weg zu gehen! Nie langweilig, nie aufgesetzt, immer schnell und spannend wälzt sich die äusserst ernste und konsequent durcherzählte Orgie aus Kammerspielen und überraschenden Wendungen ihrem bedrohlichen und verstörenden Ende entgegen! Zwar wird hier zugunsten des Schockeffekts ein guter Teil der Logik entbehrt, aber das stört nicht wirklich weil es so knallhart und beängstigend aus dem Nichts zuschlägt, dass man es garnicht richtig checkt und einfach nur baff ist! Ich würde gerne noch näher auf die Intensität, die vielen Methaebenen und Hintergründe eingehen, aber das geht leider nicht ohne zu spoilern und deswegen sage ich einfach nur: Klasse!



Die Schauspieler geben hierbei alles! Cécile de France (die Belgierin, die ein Jahr später zusammen mit Jackie Chan in "In 80 Tagen um die Welt" gastieren durfte) ist hier wohl die meiste Hochachtung zu zollen denn sie verkörpert ihre Rolle als völlig verzeweifelte aber dennoch mutige, da auf sich allein gestellte Marie einfach fantastisch und glaubwürdig. Maiwenn (u.a. "Das fünfte Element") als Alex und Phillippe Nahon als Killer machen ihre Sache ebenso hervorragend. Was das angeht, hat sich Aja definitiv nicht lumpen lassen. Gute Darsteller, obwohl nicht so bekannt, aber dennoch durchaus in der Lage die Spannung dieses gekonnt inszenierten Thrillers zu transportieren!



Unterstützend und angenehm auffällig geht hier auch die Kamera ihren Weg durch die Szenerie. Immer das Geschehen stimmig einfangend, wird eine unglaubliche Spannung erzeugt die einen bis zum Schluss nicht mehr loslässt. Die ausgewählten ländlichen Sets sind, obwohl toll ausgestattet und authentisch, eher durchschnittlich und unauffällig, was ich aber durchaus sehr geil finde. "High Tension" könnte überall spielen, auch bei mir um die Ecke! Das gibt der ohnehin schon dichten Atmosphäre noch den zusätzlichen Kick!



Das Sounddesign und die Musik reihen sich nahtlos in das gelungene Gesamtbild mit ein! U.a werden Tracks von UB40 kredenzt sowie das Pianostück "Opening" von Philip Glass und der Song "New Born" von Muse bei der grandiosen Verfolgungsjagt! Alles passt hervorragend zum fast schon psychedelisch minimalistischen Score von Francois Eudes!



In Sachen Gore hält sich High Tension auch nicht zurück. Alles brav handgemacht, bei einer Enthauptungsszene vielleicht ein bisschen trashig überzogen, aber dennoch eine rundum saubere Sache, bzw. eher nicht so sauber, denn es wird ordentlich gematscht und geblutet! :) Hierzulande hinderten die kompromisslosen Effekte den Film leider an einem Kinorelease, da die FSK ihren Segen verweigerte! Die (hier in Deutschland gekürzte) Videothekenfassung mit dem Spio/JK Siegel wurde zu allem Überfluss 2005 auf Liste B indiziert.



Fazit: Ein rundum gelungener, intensiver französischer Terrorfilm der seinesgleichen sucht. Zwar weist er ein paar Logiklöcher auf, allerdings nehme ich persönlich diese weniger ernst, weil sie das Filmerlebniss, welches definitiv nicht nur auf einer nachvollziehbaren Ebene der Realität passiert, kaum trüben. Toller Film!



9,5/10
9/10
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Kommentare

13.02.2018 21:09 Uhr - NoCutsPlease
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Da hat mich Driesknödels heutige Kritik doch glatt dazu angestiftet, mir auch deine ältere Besprechung durchzulesen. :)
Wie man sieht, hast du damals noch eine gute Ecke knapper geschrieben, aber soweit ist alles drin.
Ich werte den Streifen übrigens ähnlich. Starkes Ding!

13.02.2018 21:33 Uhr - Insanity667
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Huch! ;D
Dankeschön! Ja, das war die heiße Anfangsphase... Damals musste ich mich mit Cecil und Dissection noch per PM über Reviews unterhalten! Und es gab noch Likes für Reviews!!!! Schon fast 5 Jahre her, meine Güte! :) Schade, dass man die alten Sachen nicht so ohne weiteres editieren kann, da würde mir hier einiges einfallen, was ich heute so nicht mehr machen würde! :P

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