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El Cid

Herstellungsland:Italien, USA (1961)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Abenteuer, Drama, Liebe/Romantik,
Historie
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,00 (3 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Der Ritter Rodrigo Díaz de Bivar (Charlton Heston), von seinen Anhängern "El Cid" genannt, kämpft in seiner spanischen Heimat gegen die maurischen Besatzer. ()

eine kritik von s.k.:

Denke ich an große, monumentale Historien-Epen von großer Klasse, so kämen mir sofort die alten Klassiker der 1950er und 1960er Jahre in den Sinn. In jener Hollywood-Ära hat es solche Filme noch und nöcher gegeben. „Cleopatra“, „Spartacus“, „Atilla – Der Hunnenkönig“, „Quo Vadis“, „Barabbas“, „Caesar“ und wie sie alle heissen. Auf Zelluloid festgehaltene Geschichte, zum Teil im prächtigen Cinemascope-Format gefilmt. Da wurden bedeutenden Personen der Menschheitsgeschichte künstlerische Denkmäler hinterlassen, die bis heute mit unnachahmlicher Bilderpracht, wuchtigem Dekor und gewaltigen Massenszenen überwältigen. Cineastischer Hochgenuss für Genre-Fans.

Nun habe ich fast alles aus dieser Zeit gesehen, nur wenige Genre-Filme dieser Art sind unerklärlicherweise an mir vorbei gegangen. So auch „El Cid“, ein 1960er-Historien-Epos mit Charton Heston als spanischer Volksheld Rodrigo Diaz de Bla-Bla-Bla (oder eben El Cid, zu Deutsch "Der Herr"). 3-Stündiger Sitzfleisch-Marathon, wie man es von Filmen der damaligen Zeit kennt.
Normalerweise liebe ich die alten Monumental- und Geschichtsschinken, aber bei diesem hier war die erste Hälfte eine echte Geduldsprobe. Dort drehte es sich vornehmlich um Rodrigo und seine Liebe zur Jimena, seiner späteren Frau. Das war so ein ständiges Hin und Her zwischen Edelmann und der Tochter des königlichen Schwertführers, mit viel Gezicke, Gezanke und Geschmalze ("Ich liebe dich, Rodrigo"-"Ich liebe dich auch, Jimena"-"Du hast meinen Vater getöten, Rodrigo"-"Der alte Sack hat meinen Vater beleidigt, Puppe"-"Ich hasse dich, ich will dass du aus meinen Leben verschwindest"-"Ätsch, bin nun Schwertführer des Königs"-"Ich hasse dich immer noch, ich will dich tot sehen"-"Sorry Jimi, der Attentäter war ne Flasche. Nun nehme ich dich zur Frau, ist mein gutes Recht"-"Werde trotzdem nicht mit dir schlafen"... *ächz*... Und irgendwann, als die Frau seine Selbstlosigkeit und seine Liebe für sein Land erkennt, vergibt die Frau ihm alles... Hat was von einer History-Soap-Opera *rolleyes*), aber dann nachdem die Wogen geglättet und das Liebesverhältnis geklärt waren, wurde es dann doch richtig interessant und endlich geschichtsbezogener. Hätte man den Focus auf das komplizierte Liebesleben des spanischen Helden auf ein ausreichendes Maß komprimiert, wäre eine Laufzeit von 2 1/2 Stunden auch mehr als ausreichend gewesen.

Ansonsten bietet „El Cid“ das, was von Epen seines Alters erwartet wird. Charlton Heston, der nicht zum ersten Mal in die Haut einer realen Geschichtsperson schlüpft, stellt seinen Rodrigo Diaz überlebensgroß dar, während Sophia Lorens sehr nice ausschaut und mit ihren dicken Schmolllippen derart betört, dass sich ein regelrechter Vergleich mit der heutigen Kino-Schönheit Angelina Jolie anbietet. Lippen, deren Küsse man sich nur im Traum vorstellen kann… *g*
Einige Fakten des Werdegangs El Cids und der geschichtlichen Ereignisse in Spanien wurden zwar hier und da etwas überdramatisiert, leicht verklärend überliefert, dieser Kunstgriff ist aber bei Filmen dieser Generation nicht unbekannt. Da drückt das nostalgische Auge gerne ein, wenn nicht gar beide Augen zu.
Was dennoch enttäuscht sind die verhältnismäßig unspektakulären, teils miserabel choreografierten Schwertkämpfe, die zeitweise lahme Musik (trotz Miklos Rozsa am Dirigentenpult), und die Neu-Sychro, die extra nur für die künstliche DD 5.1-Tonspur angefertigt wurde, ist ein absoluter Graus. Besonders die neue deutsche Stimme von Heston ist extremst unpassend, da wäre mir der bzw. alle alte(n) Stamm-Sprecher um Längen lieber gewesen. Da nehme ich sogar den alten Mono-Ton liebend gern in Kauf.

Fazit:
Ein altes, seeeeeeehr langes Stück Liebes- und Lebensgeschichte um einen spanischen Ritter, der durch seine Verbundenheit zu seinem Heimatland und besonders durch seinen mit Mythen belegten Tod zur Legende wurde. Gefällige, mit einigen Längen und reichlich Pathos versehene Historien-Kost, der viel fürs Auge bietet, jedoch nicht zwingend als All-Time-Klassiker seiner Art gelten muss. Da die Neu-Synchro ungenießbar ist, sollte nur auf den O-Ton geschaltet werden

6/10
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