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Caligula - Aufstieg und Fall eines Tyrannen

(Caligola)
Herstellungsland:Italien, USA (1979)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Drama, Erotik/Sex

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,42 (70 Stimmen) Details
inhalt:
Rom im Jahre 37 n. Chr.: Kaiser Tiberius (Peter O'Toole), ein 77-jähriger tyrannischer Alkoholiker, der schwer von Syphilis gezeichnet ist, will seine Nachfolge regeln. Seine Wahl fällt auf Gaius (Malcolm McDowell), auch genannt Caligula. Zunächst gewinnt der neue Imperator die Gunst der öffentlichen Meinung, doch schon bald zeigt er sein wahres Gesicht. Die meiste Zeit verbringt er mit ausschweifenden Affären und grausamen Gladiatorenkämpfen. Rom verkommt zu einem gewaltigen Sündenpfuhl, in dem Perversion, Gewalt und Willkür herrschen. Als Caligula sich zum Gott proklamiert und beginnt, seine Senatoren selbst zu liquidieren, ist sein Ende besiegelt...
eine kritik von kartoffelarsch:

„CALIGULA“

Handlung:

Rom im Jahre 37 n. Chr.: Der deutlich von der Syphilis gezeichnete Kaiser Tiberius sucht einen Nachfolger. Leider sind seine letzten näheren Verwandten, sein schwächlicher Enkel Tiberius Gemellus und sein verkrüppelter und einfältiger Neffe Claudius, wenig geeignet, und so holt er Gaius, genannt Caligula, zu sich. Dieser ergreift seine Chance, bringt Tiberius um und nimmt den Siegelring des Caesar und damit die Herrschaft an sich. Das Leben am Hofe ist fortschreitend durch Dekadenz und Ausschweifungen aller Art geprägt. Dabei werden mehr und mehr die geltenden Regeln ignoriert. Ehefrauen unliebsam gewordener Senatoren zwingt er zur Prostitution, die Senatoren lässt er ermorden. Als Caligula sich zum Gott ernennt, formiert sich der Widerstand gegen den Tyrannen und er wird von seiner Leibgarde, den Prätorianern, ermordet. Sein als debil geltender Onkel Claudius wird auf den Thron gesetzt.



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„CALIGULA“ - Skandalös, exzentrisch, brutal, pervers, sexistisch - und dennoch wahre Geschichte.

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Wer war eigentlich Caligula? Caligula war ein römischer Kaiser und lebte n. Chr. vom 31. August 12
in Antium als Gaius Iulius Caesar - und starb am 24. Januar 41 in Rom. Soweit so gut. Doch warum ist ausgerechnet ER es wert, dass man einen Film über ihn dreht? Caligula, hatte, wenn man es so nennen will, ziemlich ein Rad ab, denn er war nicht nur einer der grausamsten Herrscher seiner Zeit, sondern auch einer der skandalösesten. Er trank in Essig aufgelöste Perlen, aß mit Vorliebe ein Ragout aus Flamingozungen und ernannte sein Pferd zum Senator. Von einer Liebesbeziehung zu seiner Schwester schwiegen sich zwar die Schulbücher aus, aber dennoch ist es sehr glaubhaft, dass eine solche Beziehung existiert haben kann. Bon Guccione und Tinto Brass haben diese Liebesbeziehung dann auch in ihrer 17 Millionen-Dollar Produktion: „CALIGULA“ explizit ausgebaut. Der Film ist jedoch nicht nur, wie die breite Öffentlichkeit oftmals glaubt, eine 156 Minuten lange Orgie aus grausamster Gewalt und perversem Sex, sondern ganz besonders das Psychogramms eines gestörten Mannes, der sich selbst als Inkarnation eines Gottes sieht (und dieses auch später öffentlich proklamieren lässt); ein Mann, der sich ständig umzingelt von Feinden sieht, wenig schläft und seine Macht wie im Rausch in vollen Zügen genießt. In dem Film „Caligula“ sieht man den Glanz und den Pomp des römischen Reichs, aber auch die Dekadenz und die Not in den Armenvierteln, die sich überall abzeichnet; die verwahrlosten Straßen, die sterbenden Menschen in den dreckigen Gassen, die hungernden Kinder, die verfallenden Gebäude, der Schmutz, die Krankheiten, die Ratten, das Ungeziefer.

Gaius Iulius Caesar - „Caligula“ war der dritte in der Reihe römischer Kaiser, und regierte, wenn man das so überhaupt so nennen kann, von 37 – 41 nach Chr.. Die Soldaten seines Vaters Germanicus nannten Gaius Caesar Augustus Germanicus wegen seiner schmucken Legionärsuniform Caligula, was „Stiefelchen“ bedeutet. Seine Urgroßmutter Livia nannte ihn übrigens zu Lebzeiten: „verlogen, feig verräterisch, eingebildet und geil“. Caligulas Machtantritt kam nur durch komplizierter intriganter Vorgänge zustande und die Quellen lassen kaum Zweifel, dass Tiberius, Caligulas Vorgänger, von diesem ermordet worden ist - mit Hilfe von Macro, dem ehrgeizigen Anführer der Prätorianer-Garde. Nach Tiberius Herrschaft liebte man Caligula, weil er mit den Hochverratsprozessen Schluss machte, die unter Tiberius Herrschaft vor allem die Reichen getroffen hatten, um an ihr Vermögen zu kommen. Dem Senat gegenüber verhielt er sich geschickt und es sprach alles dafür, dass Rom einen klugen und gemäßigten Herrscher bekommen hatte. Zwar waren an seinen Feierlichkeiten und Geldzuwendungen Übertriebenheit und Prunksucht schon wahrzunehmen, jedoch war dies unter Augustus zuweilen nicht anders gewesen. Der entscheidende Bruch war Caligulas Krankheit im Jahre 37, die noch mit geradezu überwältigender Anteilnahme verfolgt wurde. Die Quellen geben keine klare Auskunft über die Krankheit, doch es ist anzunehmen, dass ein Nervenzusammenbruch stattgefunden haben muss.

Nach dieser Krankheit, spätestens nach dem Tod seiner Schwester Drusilla, mehren sich die Berichte über Mord, Folter und von Wahnsinnstaten. Caligula regierte jetzt fast völlig ohne Beratung und sein Verhalten wurde immer widersprüchlicher. So wechselten Grausamkeit und Mitleidslosigkeit mit öffentlichen Ausbrüchen von Empfindsamkeit ab. Auch sein religiös-kultischer Wahn scheint um diese Zeit zum Ausbruch gekommen zu sein. So ließ er etwa seine Schwester als Göttin verehren. Innenpolitisch kehrte er zu den Zuständen des Tiberius zurück und verschärfte sie sogar: die Hochverratsprozesse begannen wieder, der Senat wurde zusehends entmachtet. Die Spiele die er zelebrierte, waren oftmals so grausam wie nie zuvor, aber auch vom unbekannten Ausmaß: bei den zweitägigen Wagenrennen von 37 wurden unter anderem 800 wilde Tiere abgeschlachtet, 400 davon aus Libyen importiert. Am erfinderischsten war Caligula bei der Einführung von neuen Steuern und Geldstrafen. Er führte neue Steuern für die in Rom verkaufte Nahrungsmittel, für Prozesse, für Träger von Sänften und für Prostituierte ein, sowie mannigfache Geldstrafen, wie etwa für falsche Steuererklärungen. Sklaven, die ihre Herren denunzierten, wurden belohnt. Vor allen mit diesen genannten Steuern machte sich der Tyrann unbeliebt, so dass es verschiedentlich zu Proteststürmen kam. Die Quellen geben keine klare Auskunft über Zweck und Verlauf der Feldzüge Caligulas. Er brach übereilt und ohne Vorbereitungsaufwand auf, und der einzige positive Effekt der Unternehmung war die Aufdeckung eines Komplotts in Camo des Gaetulicus und die Niederschlagung jener Meuterei.

Von den zeitgenössischen Historikern hat keiner ein gutes Haar an diesem Unternehmen gelassen. Auch von diesem werden meist groteske Geschichten erzählt, die auf Wahnsinn deuten. So soll er vor der Überquerung des Kanals den Angriff auf das Meer befohlen und danach seinen Soldaten das Aufsammeln von Muscheln als Form von Gefangennahme befohlen haben. Neu war für einen Kaiser, dass er sich, wie später allerdings auch Nero und Claudius, häufig mit Schauspielern, Wagenlenkern und anderem lockeren Volk im römischen Nachtleben herumtrieb. Häufig trat er auch selbst als Schauspieler auf. Er war auch oft bei Pferde - und Wagenrennen und versäumte wohl auch keins. Weiterhin wird in den Quellen von seiner Spielleidenschaft berichtet. Caligula besaß viele Eigenschaften. Mit Sicherheit war er grausam, krank und gnadenlos. Doch dieser römische Gewalt-Herrscher war auch noch etwas anderes: der Despot war das Produkt einer Zeit, die von Krankheit, Gier, Korruption, Masochismus, Perversion, Sadismus und Pestilenz gekennzeichnet war, wie man es sich in dieser Art und Weise nur in jener Zeit-Epoche vorstellen kann.


Zur Produktion:

Die Produktion bediente sich der gesamten Möglichkeiten des riesigen Dear Film Studios in Rom Via Nomentana, wo ihr der Raum dann doch zu eng wurde und man in eine Mammut-Dekoration umzog, die in einem Außenbezirk der Stadt errichtet wurde. Dort wurden mehrere Kilometer römischer Straßen des ersten Jahrhunderts nachgebaut mit öffentlichen Gebäuden, Läden und privaten Palästen. Hier wurde auch eine riesige Nachbildung von der Vergnügungsgrotte des Kaiser Tiberius auf der Insel Capri errichtet. Des weiteren eine massive römische Sport-Arena und eine Nachbildung des Bootes, auf dem sich das kaiserliche Bordell befand. Produzent Guccione engagierte sehr gute Schauspieler für die Schlüsselrollen des Films: Malcolm McDowell spielt den wahnsinnigen Caligula, Peter O’Toole stellt den schwachsinnigen Tiberius dar, John Gielgud gibt den noblen, römischen Senator Nerva (Freund und Vertrauten Tiberius), Teresa Ann Savoy : Julia Drusilla (Caligulas Schwester) und Hellen Mirren spielt Caesonia, Caligulas Frau und Geliebte. Eine der besten und packensten Szenen des Film wurde in einem Bett mit einem Pferd gedreht. Im Film erwacht Caligula aus einem Albtraum und findet nicht seine Geliebte an seiner Seite, sondern sein Pferd Incitatus. Der achtjährige Hengst musste zunächst mit Beruhigungsmitteln versehen werden und wurde dann ins Bett gebracht, wo ein verständlicherweise sehr nervöser Malcolm McDowell auf das Tier wartete. Um sowohl Mensch und auch Tier zu beruhigen, wurden während der gesamten Einstellung Wiegenlieder gespielt.

Peter O’Toole verbrachte drei Stunden bei einer Prozedur, die aus einem großen, sympathischen blauäugigen blonden Mann einen alten, kranken schwachsinnig aussehenden 77 Jahre alten Kaiser Tiberius machte. Spezial-Make-Up und Haftflüssigkeit wurden aus Hollywood, Wales, London, Paris und sogar Ost-Berlin eingeflogen, um naturgetreu einen Tiberius nachzubilden. Die Produzenten versuchten mit Akribie die Exzesse und Extravaganzen von Caligula einzufangen. Sie verpflichteten den Oscar-Gewinner Danilo Donati das Genie hinter den Bauten in Fellinis Filmen, um das Gesicht von Caligulas Rom zu rekonstruieren. Er entwarf die größte Atelier-Dekoration, die damals je für einen Spielfilm errichtet wurde. Der Film verschlang 64 Dekorationen und 3592 Kostüme.

Jedes Kostüm, sei es für einen Edelmann oder einen einfachen Bürger, umfasst Accessoires wie Lederriemensandalen, Gürtel, Schnallen, Halsketten und komplizierte Frisuren und Ornamente. Alte Drucke und Zeichnungen des fremdartigen antiken Roms, tätowierte Sklaven, verhutzelte alte Weiber, verkrüppelte Gestalten (gezeugt durch Inzest) wurden mit Hilfe von Gummimasken für Gesichter und Körper wieder zum Leben erweckt. Es ist die gute alte Handarbeit, wie sie heute nur noch selten zu bewundern ist, seit das CGI den Spezialeffekte Markt zu 80 % übernommen hat.



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Zum Film:
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Originaltitel: Caligula
Deutscher Titel: Caligula – Aufstieg und Fall eines Tyrannen
Produktionsland: USA, Italien
Originalsprache: Englisch
Erscheinungsjahr: 1979
Originalfassung: 156 Minuten

Besetzung:
Malcolm McDowell: Caligula, Teresa Ann Savoy: Julia Drusilla, Guido Mannari: Macro
John Gielgud: Nerva, Peter O’Toole: Tiberius

Die Schauspieler agieren in dem Mammutprojekt nicht nur hervor - sondern überragend, wobei ganz besonders Malcolm McDowells Leistung als Caligula positiv anzumerken ist. Es ist wahrscheinlich die beste Rolle in seinem Leben; nie wieder habe ich ihn derart perfekt in einer schauspielerischen Leistung gesehen, nicht einmal in Uhrwerk Orange. Der Film ist in seiner ungeschnittenen Fassung nichts für zartbesaitete Gemüter, zeigt aber das wahre Leben des alten Roms, seine Macht, seinen Prunk, seine Dekadenz. Einen derartig realistischen Römerfilm hatte es bis zum Erscheinen von „Caligula“ nicht gegeben und wird es wahrscheinlich auch nicht wieder geben. Als Caligula 1977 in die Kinos kam sorgte er überall für Skandale und rief die Sittenwächter und Staatsanwälte auf den Plan: Szenen wurden herausgeschnitten, umgeschnitten, heftig diskutiert, wieder eingefügt, dann wieder entschärft. Darsteller plauderten über intimste Zwischenfälle, die angeblich während der fünfmonatigen Drehzeit passiert sein sollten, welche aber von den Produzenten dementiert wurden. Entsetzte Zuschauer verließen empört und unter Protest während der Vorstellung das Kino und selbst Kritiker sprachen zornig über vernichtensten Urteile, was sich aber als kostenlose, positive PR erwies.

Sollte man den Film gesehen haben? Wer sich für diese römische Ära begeistert, dem sei der Film wärmstens empfohlen, doch man sollte sich von vornherein darüber im Klaren sein, dass man hier keinen „Ben Hur“ oder alten TV-Sandalenfilm vors Gesicht bekommt. Die deutsche Fassung ist extrem gekürzt, doch im Ausland (z.B Österreich) bekommt man leicht über das Internet die uncut Fassung zu kaufen, welche 156 Minuten beträgt. In dem Film gibt es Hardcoreszenen, die zwar nicht eingeplant aber nachgedreht und eingefügt worden waren. Der Film ist durchgehend sehr düster gehalten und hart in der Thematik, sowie beim Splatter und der Erotik, so das man ihn außerhalb von Historie ohne weiteres in andere Filmkategorien einordnen kann. "Caligula" ist brutal, keine Frage. Doch der Film ist auch ein Stück Filmkunst, was nur dadurch entstehen konnte, weil sich Bob Guccione und Franco Rossellini in den Kopf gesetzt hatten, sämtliche Grenzen dieses Genres zu sprengen und das ist ihnen wahrlich gelungen!

Fazit: Absolut sehenswert!


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