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cecil b
Level 17
XP 5.978
Eintrag: 21.11.2013

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Masters of Horror - Imprint

Herstellungsland:USA (2005)
Standard-Freigabe:SPIO/JK geprüft: keine schwere Jugendgefährdung
Genre:Horror, Thriller
Alternativtitel:Masters of Horror
Masters of Horror:Imprint
Imprint

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,65 (25 Stimmen) Details
inhalt:
Japan, 19. Jahrhundert. Nach Jahren kehrt der amerikanische Journalist Billy zurück nach Japan, das er damals auf geheimnisvolle Weise schlagartig verlassen hatte. Er begibt sich auf die Suche nach seiner Geliebten, einer japanischen Prostituierten, die er einst zurückließ. Seine Suche führt ihn auf eine düster-karge Insel. Während er nach einer Unterkunft Ausschau hält, begegnet ihm eine mysteriöse Frau, die skurrilerweise genau weiß, was Billy sucht. In bildgewaltigen, brutal-blutigen Rückblicken lässt sie Billy am schrecklichen Schicksal seiner Geliebten teilhaben. Doch sie warnt ihn, alte Geister sollte man ruhen lassen...
eine kritik von cecil b:
Mick Garris für das Pay-TV gedrehte Masters of Horror-Reihe kann am meisten durch ihre Vielseitigkeit überzeugen, was allein schon dadurch bewiesen ist dass auch Takashi Miike (Audition, Ichi-The Killer) einen Beitrag für diese Reihe drehte. Die MOH-Reihe punktet aber natürlich auch dadurch dass die Regisseure der einzelnen Episoden alle finanziell möglichen künstlerischen Freiheiten hatten. Was im Falle eines Miike natürlich zu einem grotesken Extrem-Horror geführt hat, den das Pay-TV nicht sendete, und welcher in Deutschland lange Zeit nur gekürzt erhältlich war.
Es geht wirklich derbe zur Sache!

Japan 19. Jahrhundert. Der amerikanische Journalist Christopher reist nach ein Paar Jahren Abwesenheit zurück nach Japan, um dort seine geliebte Komono von ihrem Dasein als Zwangsprostituierte zu befreien, und mit nach Amerika zunehmen. Am Bordelle angereist muss er feststellen dass seine Geliebte verschwunden ist. Christopher versucht zu erfahren wo sie sich aufhält, und er verbringt die Nacht mit einer anderen Prostituierten, der im Gesicht entstellten Momodo. Diese berichtet Christopher davon dass Komono sich umgebracht habe, und dass sie einen langen Leidensweg hinter sich gehabt habe. Als Christopher von Komonos Leidensweg erfährt, erzählt auch Momono von ihrem leidvollen Weg. Christopher kann das Gehörte mit zunehmender Zeit nicht mehr erfassen und verfällt immer mehr einem Wahnsinn.

Und Miike gibt sich wirklich alle Mühe auch den Zuschauer um den Verstand zu bringen. Sein Japan des 19. Jahrhundert besteht aus den an Hunger leidenden Armen Menschen, und denen, die Geld und somit etwas Macht haben, und diese nutzen, um die Armen auszubeuten. Die Männer sind praktisch allesamt Säufer, die gierig über die Frauen herfallen, die sich unterschiedlich aufopfern müssen, um zu überleben. Miike zeigt gewalttätige und niederträchtige Männer und Frauen die fast ausnahmslos zur Prostitution gezwungen werden. Die Familien haben nicht genug Geld um ihre Zöglinge zu ernähren, daher werden die Mädchen schlichtweg an Bordelle verkauft. Sie werden hinter Gittern vor den Freiern vorgeführt und sind Leibeigene der Bordelle-Betreiber.
Obwohl es die schönen Gewänder der Geishas gibt, so wie die typisch Verzierten Wohnräume, stellt Miike die Exotik Japans wie eine edle Fassade dar, die den Amerikaner Christopher schön wie seine Komono vorkommen mag, die aber eine grausame Abgründigkeit verdeckt.

Der Kontrast zwischen der verklärten Schönheit und der Abgründe wird von Miike kunstvoll in Szene gesetzt. Er lässt Wiesen die auf Bergen wachsen wie gemalt aussehen, und fokussiert seine Figuren in manchen Momenten eindrucksvoll, da sie durch ihre Umgebung manchmal zu einem Teil verschiedener Gemälde werden. Zudem spielt er mit Farben so extrem wie man es sonst nur von Filmen wie Dario Argentos INFERNO kennt. Und ebenso bedeutungsvoll und symbolisch sind diese dann auch. Um näher auf die Symbolik einzugehen muss man auch mehr auf die Geschichte eingehen.
Die Prostituierten sind alle mit 'gift'-roten Gewändern und Haarfarben verziert, und sie werden auch oft in dieses Licht getaucht. Die entstellte Momodo hingegen ist in schwarz gekleidet, und zuerst ist auch nur ihre schwarze Silhouette zu erkennen. Rot steht in der Palette der Farbsymbolik interessanter Weise ebenso für Liebe und Leidenschaft wie für Dramatik, Blut, Rache und Tod. Die Interpretation im Bezug der Prostituierten sei jedem selbst überlassen, obwohl im Laufe der Geschichte doch einiges offensichtlich erscheint. Schwarz kann für Trauer und Tod, aber auch für Brüderlichkeit und Einigkeit stehen, was ebenfalls deutliche Interpretationen zulässt.

Die schwarz gefärbte Momodo wird die Erzählerin der Geschichte, und Anhand von Rückblenden wird gezeigt was M. erzählt. Sie erzählt davon wie K. als einzige nett zu ihr gewesen ist, aber diese bis zum Freitod gefoltert wurde, da sie den grünen Jadering der Bordelle-Betreiberin geklaut habe. Grün kann nicht nur für die Natur, sondern auch für Hoffnung, Unsterblichkeit und Glück stehen. In diesem Fall wohl die Hoffnung darauf, aus der Armut und der Prostitution herauszukommen, um glücklich zu sein. Aber diese Hoffnung hat ihren Platz nicht nur in Komodos Herzen.
Denn Momodo erzählt die selbe Geschichte immer wieder mit völlig unterschiedlichen Zusammenhängen. Dadurch wird Christopher Versuch Jemanden die Schuld an K. Tod zuzuweisen immer wieder verändert, und die Definition davon was Schuld ist relativiert sich so sehr dass er daran zerbricht.

Harter Tobak. Die ausgiebige Farbenpracht und die unmöglich vorhersehbare kuriose Geschichte fordern den Zuschauer sehr. Die Ansammlung von Leid und Schicksalen bekommt durch dreiste Kunstgriffe einen seltsam ästhetischen Rahmen. Die junge M. bekommt gleich blaue Haare (Himmel,Beständigkeit, Freundschaft z.B.) wird aber in eine wahre Hölle hineingeboren. Immer wieder wird Himmel und Hölle thematisiert. Als Erwachsene wird M mit der schwarzen Kleidung zu einer grotesken Figur die im Zusammenhang mit ihrer Farbe von Tod und Trauer aber auch von Brüderlichkeit erzählt.
K. wie M. werden körperlich und seelisch gefoltert was das Zeug hält. Komono ist die Schönheit, die Aufgrund des grünen Jaderings und der damit verbundenen Hoffnung die Hölle erlebt, während das entstellte Mädchen Momodo mit den blauen Haaren des Himmels zu einer Schicksals-haften Figur wird, die die Hoffnung auf Befreiung vom Leiden ausweglos erscheinen lässt.
Und zu guter Letzt enden die Qualen da wo sie angefangen haben. Im neuem Leid, und der im Kontext gesehen zutiefst sarkastischen grünen Farbe der Hoffnung. Miike beantwortet keine der aufkommenden Fragen. Aber er lockert seinen fiesen Wahnsinn wenigstens dadurch auf, dass seine Geschichte zunehmend so kurios und fantastisch wird, dass sie durch ihre Groteske fast wieder lustig ist. Da bleiben viele Fragen nach Ying und Yang offen.

Miike lieferte die kunstvollste aber auch härteste Episode der Masters of Horror-Reihe ab. Es kann wie bei einem David Lynch philosophiert und interpretiert werden. Natürlich wird dem Wahnsinn nicht jeder etwas abgewinnen können, und die nicht enden wollende Ansammlung an Grausamkeiten wirkt schon grotesk. Neben der Geschmackssache gibt es aber eigentlich nur eine wirkliche Schwäche: Der Hauptdarsteller Billy Drago ist einfach miserabel!!!!!!
Der etwas andere Horror. Ein toll inszeniertes, garantiert unvorhersehbares Kunstwerk welches aber eindeutig Geschmackssache ist.

Weitere Infos:
Die Inhaltsangabe von Splendid gibt den Namen des Journalisten falsch wieder, da dieser Christopher heißt, und lediglich der Darsteller dieser Figur den Vornamen Billy hat. Es ist auch nicht ganz klar ob die entstellte Figur wirklich Momodo heißt, wie ich sie in meinem Review der Einfachheit wegen genannt habe.

Nur in der Black Edition von Splendid uncut erhältlich!
7/10
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Kommentare

23.04.2016 01:06 Uhr - Obi Wan
Ein wirklich bemerkenswertes Review - Bewertung 7/10 ist mit Sicherheit auch völlig nachvollziehbar (bei mir etwas höher: 8/10)... aber Billy Drago als "einzige Schwäche des Films" zu bezeichnen kann wohl nur als eine persönliche Abneigung gewertet werden. Dragos Darstellung ist erwartungsgemäß wieder erstklassig und absolut wichtig für die Atmosphäre von "Imprint". An seine herausragende Weltklasse-Darstellung des skrupellosen Drogenbarons Ramon Cota in "Delta Force 2" (unbedingt mit englischem O-Ton) kann Billy Drago aber auch hier nicht anknüpfen...

23.04.2016 15:57 Uhr - cecil b
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Thanx! :)

Drago: Ich fand das war Overacting. In meinem Freundeskreis sah das jeder so, aber wenn sein Spiel bei dir funktioniert hat, dann ist das sehr erfreulich, und dann wundert es mich nicht, dass du IMPRINT noch besser werten würdest . :)

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