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Terror in der Oper

Originaltitel: Opera

Herstellungsland:Italien (1987)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Krimi, Thriller
Alternativtitel:Im Zeichen des Raben
Terror at the Opera
Terror en la Opera
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,64 (55 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Nachdem eine Operndiva bei einem Autounfall schwer verletzt wird und das Krankenbett hüten muss schlägt plötzlich für die junge Sopranistin Betty die Stunde: der junge Regisseur Marco gibt ihr die weibliche Hauptrolle in seiner Neuinszenierung von "MacBeth". Nach dem gefeierten Einstand geschehen aber plötzliche unerklärliche Dinge. Scheinwerfer zerbersten auf der Bühne-ein Mord ist geschehen! Hat der Killer ein grausiges Auge auf die schöne neue Operndiva geworfen oder steckt etwas anderes hinter seinen Morden? ()

eine kritik von cecil b:

Dario Argentos Filme gehören zusammen mit David Lynchs Machwerken wohl zu den ungewöhnlichsten Streifen der bekannteren Filmwelt. Auch bei OPERA scheiden sich die Geister! Hier meine Kritik, die gewisse SPOILER enthät, das man den Film sonst kaum besprechen kann.

Eine junge Frau soll die Hauptrolle in der Opernaufführung von MacBeth spielen. Wie man weiß, ist dieses Stück ja nun immer verflucht. So wird die Oper zu einem gefährlichem Ort, an dem bestialische Morde geschehen. Die junge Sängerin wird vom Mörder dazu gezwungen sich dieses Grauen meist anzusehen.

Argento baut hier eine GIALLOTYPISCHE Psychologie ein. Der Mörder tötet also aufgrund eines Traumas, das er nicht verarbeitet hat. Dies ist allerdings nicht unbedingt das eigentliche Thema. Die Persönlichkeit der Sängerin, aber auch die des Opernregisseurs, wird auf deren Kunst reduziert. Die junge Sängerin kann ihr Leben nur noch durch die Kunst wirklich wahrnehmen und verarbeiten. Ihre Ängste vor der Sexualität, vor den Beziehungen zu anderen Menschen, wie ihre Selbstfindung, vermischen sich mit ihrer Rolle als Sängerin. Ihre Rolle als Sängerin wird zwar zu ihrem Leiden, aber ihre Eigenart ihr Leben nur über Kunst wahrzunehmen ist dann auch ihr Schutz. Die Hauptdarstellerin ist dazu 'auserkoren' dem Töten zuzusehen, ist dadurch aber auch auserkoren selbst nicht zu sterben? Der Tod wird selbst zu einem Kunstwerk, und dadurch wird die Sängerin zur Beobachterin.

Spoiler: Auch der Mörder wird zum Künstler, der versucht seine eigenen Ängste durch die Kunst zu verarbeiten. Spoiler Ende.

Argento lässt die Protagonistin immer überzogen und unrealistisch agieren. Dadurch zeichnet sich aber auch klarer, dass sie aus ihrem Leben ein Theater macht, da sie es in der Realität nicht ganz erfasst hat. Das ist für den Zuschauer natürlich nur schwer zugänglich. So gibt es kaum eine Szene, die nicht eher ins Theater gehören würde, als in einen Film. Schwere Kost also. Und ebenso das für einen Giallo typische Psychosexuelle bekommt in Opera eine vielschichtige Bedeutung. Interessant ist, dass Argentos Prinzip, das die Beziehung zwischen Mörder und Opfer dem sexuellen Akt an Nähe gleicht, sich mit der Kunst vermischt. Und Argento nutzt seinen genialen Stil, um den Zuschauer geradezu zu einem Teil dieser Kunst zu werden. Die Kamera gibt uns das Gefühl durch die Augen des Mörders zu sehen. Mehr noch, wir verschmelzen geradezu mit der Oper. Die Kamera bewegt sich an manchen Stellen nach der Form der Architektur, der Zuschauer sieht das Innenleben einmal durch die Augen einer Krähe, und durch pointierte Schnitte sird der Wechsel zwischen der Sängerin und den Morden zu einem visuellen Kunstwerk.

Kunstinteressierte werden zumindest den ungwöhnlichen Stil Dario Argentos genießen. Auch wenn Horrorfans ein recht heftiger Gehalt an Kunstblut geboten wird, können die Freunde des Splatters durch die seltsame Dramaturgie des Films irritiert werden. Außerdem gibt es auch diverse Szenen, die überaus subtil ausfallen. Wie bei jedem Argento, muss man sich auf den Film einlassen. Mutig, kunstvoll und oft unterschätzt. Der ungewöhnliche Stil OPERAS, führt allerdings dazu dass der Film zu wenig greifbare Charakteren zur Identifikation hat. Somit kann er einen niemals so packen,wie ein Film, der eine gewohnte Dramaturgie hat.
Trotzdem :Ein toller Film. Einfach anders. Ein muss für ArgentoFans!
Demented Foreeeeever! 8 von 10 Punkten!
8/10
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