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COOGAN
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Eintrag: 08.02.2012

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The Wild Bunch - Sie kannten kein Gesetz

(Originaltitel: The Wild Bunch)
Herstellungsland:USA (1969)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Drama, Western
Alternativtitel:The Wild Bunch - Sie kannten keine Gnade
Wild Bunch
La Horde Sauvage

Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,09 (32 Stimmen) Details
inhalt:
1914: Bei einem Lohnbüro-Überfall in San Rafael geraten Pike Bishop und seine Outlaws in einen Hinterhalt. Nach einem wilden Feuergefecht entkommen die Verbrecher nach Mexico. Dort lockt sie der Banditen-General Mapache mit einem Angebot: Für 10.000 Dollar sollen sie einen US-Munitionszug ausrauben. Der Coup gelingt, doch Mapache weigert sich zu zahlen. Als er einen von Bishops Leuten killt, schlagen die Helden zurück…
eine kritik von coogan:
Besprochen werden soll nun ein Klassiker, der seinesgleichen sucht. Er gehört für mich zu den besten Western aller Zeiten und blieb bislang in seiner Wucht und Darstellungsweise unübertrof-fen:

Zu Beginn von „The Wild Bunch“ reitet eine bis an die Zähne bewaffnete Gruppe von Männern in Kavallerieuniform in die mexikanische Grenzstadt San Rafael ein. Dort geht es in den Straßen gerade sehr turbulent zu, denn die Bürger der Stadt entsagen mit einer öffentlichen Parade dem Alkohol. Die uniformierten Reiter halten direkt vor dem Lohnbüro der Eisenbahngesellschaft. Für den Zuschauer schon ersichtlich wurde hier eine Falle für die Ankömmlinge vorbereitet. Auf dem Dach des gegenüber gelegenen Gebäudes liegen zahlreiche, größtenteils zwielichtige Gestalten mit geladenem Gewehr in Stellung. Doch der Schein trügt. Der Zuschauer glaubt, die Banditen sind die Männer auf dem Dach, die den Soldaten auflauern. Dem ist nicht so. Wie beim Betreten des Büros klar wird, sind die Uniformierten die bad guys. Pike Bishop (William Holden) und sein „wilder Haufen“ überfallen verkleidet als Soldaten das Lohnbüro und bemerken dabei ihre auf den Dächern lauernden Feinde. So kommt es als sie das Büro verlassen wollen, zu einer blutigen Schießerei, in deren Verlauf nicht nur auf beiden Seiten zahlreiche Opfer zu beklagen sind, sondern vor allem auf Seiten der Zivilbevölkerung, auf welche die beiden Parteien keine Rücksicht nehmen. Bevor Bishop mit dem letzten Rest seiner Männern aus der Stadt fliehen kann, erkennt er auf dem Dach inmitten seiner Feinde noch einen Mann. Es handelt sich um Deke Thornton (Robert Ryan) seinen einstigen Freund und Weggefährten. Um aus dem Gefängnis freizukommen hat sich dieser überreden lassen, für die Eisenbahngesellschaft seinen einstigen Waffenbruder, den berüchtigten Banditen Pike Bishop, sowie dessen Bande zu jagen. Der dieses Ziel rücksichtslos verfolgende Eisen-bahndirektor Pat Harrigan (Albert Dekker), vom Gesetz mit allen Freiheiten ausgestattet, hat Thornton dazu eine Bande zwielichtiger und geldgieriger Kopfgeldjäger zur Seite gestellt. Nachdem die Falle in San Rafael nicht zugeschnappt ist, wird Thornton ein Ultimatum gestellt: Entweder er fängt innerhalb von dreißig Tagen Pike Bishop oder er landet wieder im Knast.

Bishop muss sich währenddessen mit Streitigkeiten in seiner Bande auseinandersetzen. Der von ihm sorgfältig geplante Überfall war letztendlich ein Desaster. Die Beute entpuppt sich als wertlose Silberringe und es gab letztendlich zahlreiche Tote. Vor allem die aufbrausenden Gorch-Brüder Tector (Ben Johnson) und Lyle (Warren Oates) zeigen offen ihre Unzufriedenheit. Nur durch die loyale Hilfe von Bishops engem Freund Dutch Engstrom (Ernest Borgnine) und des alten Freddie Sykes (Edmond O’Brien) bleibt die Gruppe zusammen. Gemeinsam geht es nach Mexiko, wo man auf den plündernden General Mapache (Emilio Fernández) trifft der die Gruppe beauftragt einen Zug zu überfallen.
Dieser transportiert moderne Waffen und Mapache bietet Bishops Männern 10.000 Dollar für die erfolgreiche Abwicklung des Jobs. Doch in dem Zug warten Deke Thornton und seine Kopfgeldjäger, zudem ist Mapache nicht zu trauen, denn er hat auch noch eine Rechnung mit Angel (Jaime Sánchez,), dem sechsten Mann aus Bishops wildem Haufen offen...
Ein Bild, mit vielen Variationen, steht, längst berühmt, für diesen Film: Eine Schar Kinder haben sich um einen kleinen eingezäunten Bereich versammelt, in dem sie Skorpione gefangen halten und dem dauernden Ansturm von Ameisen aussetzen. Später werfen sie dann Stroh und Reisig auf die Tiere und zünden sie an. Die Skorpione verbrennen. Sekunde um Sekunde hält die Kamera auf dieses Bild und zoomt dann auf die Kindergesichter. Hier zeigt sie das eigentliche Grauen: Man sieht unbeschwertes Lachen, eine unschuldige, nicht einmal sadistische Freude am Töten in den Gesichtern von Kindern. Bei seiner Premiere wurde „The Wild Bunch“ von der Kritik leider sehr unterschiedlich aufgenommen. Große Jubelarien wechselten sich mit gnadenlosen Verrissen ab. Die Verrisse bemängelten alle denselben Umstand: die Gewalt. In der großen Eröffnungsschießerei und vor allem im mittlerweile wohl legendären wuchtigen Finale nimmt Regisseur Sam Peckinpah keine Rücksicht auf seine Zuschauer. Kurz zuvor leistete Arthur Penn mit dem Finale von „Bonnie & Clyde“ schon Pionierarbeit, denn er lies seine beiden Protagonisten im Finale in Zeitlupe von Kugeln durchlöchern. Diese beeindruckende Szene greift Peckinpah in seinem Film auf seine eigene Art und Weise auf und entwickelt sie weiter. Er perfektioniert und vervielfacht sie, vergrößert den Schauplatz, die Anzahl der Kontrahenten und die Vielfältigkeit und Schlagkraft der zahlreichen Waffen (neben den normalen Gewehren und Pistolen bleiben Handgranaten und vor allem das fest montierte Gatling-Maschinengewehr in nachhaltiger Erinnerung). Zurück bleibt eine einzigartige Choreographie der Gewalt, ja ein Todesballet, das immer noch Filmemachern wie John Woo, Robert Rodriguez oder Walter Hill als Vorbild dient. Diese kopieren und zitieren den Bloody Sam (sein Spitzname) oftmals in ihren eigenen Werken und verneigen sich somit vor ihm. Peckinpahs Choreographie der Gewalt ist einzigartig. Die brillanten Bilder von Kameramann Lucien Ballard, oft in Zeitlupe (ein Element, welches Peckinpah mit Vorliebe einsetzte), und der beeindruckende, rasante Schnitt (der Film setzte mit über 3.600 Schnitten einen neuen Rekord) von Lou Lombardo sorgen für Szenen, die sich auf ewig ins Gedächtnis des Betrachters brennen sollten (war jedenfalls bei mir so).
The Wild Bunch“ ist vor allem das beeindruckende Drama über zwei Freunde, die nun auf unterschiedlichen Seiten stehen. Thornton ist gezwungen, seinen Freund jagen, ähnlich wie Pat Garrett im später entstandenen Peckinpah-Meisterwerk „Pat Garrett jagt Billy The Kid“ macht er dies eher widerwillig. Er erkennt den Verrat der darin steckt, weiß aber das es für Ihn keinen anderen Ausweg mehr gibt. Im gegenüber steht Bishop, für den die Ehre eines Mannes sehr über alles geht, der mit seinen verbliebenden treuen Kameraden für einen seiner Männer in den sicheren Tod geht, der aber in anderen Situationen wieder pragmatisch denkt. So zu sehen am Anfang des Films, als er einen Mann zurücklässt und einem anderen ein anständiges Begräbnis verweigert.

Besonders den Darstellern ist hier besonderes Lob auszusprechen. William Holden, der eigentlich gar nicht erste Wahl war (Lee Marvin sagte aufgrund eines besser dotierten Konkurrenzangebots ab, wäre aber auch ne tolle Besetzung gewesen), entpuppt sich als absoluter Glücksgriff. Ihm gelingt es, die Zerrissenheit und Verzweifeltheit des dem Alkohol nicht abgeneigten Bishops dem Zuschauernäher zu bingen. Holden, der zu dieser Zeit selbst einige private Probleme hatte, scheint viel von sich selbst in die Rolle eingearbeitet zu haben. So auch Peckinpah, der dieser Person des Pike Bishop wohl noch viele eigene Züge aufgedrückt hat. Auch wenn Holden seine Mitspieler etwas etwas überragt, ist der Cast durchweg zu loben. Peckinpah versammelte nur großartige Darsteller (teilweise alles hauptsächlich Nebendarsteller, wie z.B. Borgnine oder Oates) um sich. Mit einigen sollte er später immer wieder arbeiten.
Die Ausgangslage des Films im Jahre 1913, vor den Hintergründen der mexikanischen Revolution und in der Endzeit des Wilden Westen, über den schon Automobile und neumodische Waffen hereinbrechen, könnte perfekter nicht gewählt sein, werden die Themen von „The Wild Bunch“ so doch noch unterstrichen und wird der Film so zum Abgesang auf den Wilden Westen.

Fazit:
Versehen mit der nötigen Prise Selbstironie an den richtigen Stellen und zahlreichen ruhigeren Passagen mit superben Dialogen, entstand so einer der wichtigsten, einflussreichsten und besten Western der Filmgeschichte. Spätestens wenn sich im Finale William Holden, Ernest Borgnine, Warren Oates und Ben Johnson ihren Feinden entgegenstellen (eins der wohl berühmtesten Bilder der Filmgeschichte), entschlossen zu sterben, aber bereit dabei noch eine ganze Armee mit in den Tod zu nehmen, dann wird einem klar, dass man hier etwas ganz Großes gesehen hat. Und erst danach folgt ja noch das bleihaltige und grandiose Finale sowie die wunderbare Schlusssequenz. Ein Klassiker, den man sich immer wieder anschauen kann, durch die Bank hervorragend besetzt und erstklassig inszeniert. Eine klare Empfehlung!





10/10
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Kommentare

24.08.2018 21:35 Uhr - Stoi
Gerade mal wieder gesichtet - ich schätze zum achten oder neunten Mal - und kann deiner Rezension nichts hinzufügen und sie 100%ig unterstreichen.
Ein großartiges Meisterwerk und mein persönlicher Lieblings-Packinpah.

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