SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
Zombie Army 4 Dead War · Die Kultjagd · ab 38,99 € bei gameware Böses Zombie-Spiel PS4 aus AT · Hol dir den Klassiker ohne Zollprobleme · ab 19,99 € bei gameware

Iron Man

Herstellungsland:USA (2008)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Abenteuer, Action, Comicverfilmung,
Science-Fiction
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,30 (113 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Tony Stark (Robert Downey Jr.) ist Milliardär, genialer Erfinder und Chef von Stark Industries, einem weltweit operierenden Rüstungsunternehmen. In Afghanistan verschleppt und gefangen genommen, soll er eine gefährliche Waffe für Terroristen entwickeln. Stark baut sich stattdessen eine High-Tech-Rüstung, die ihm enorm gesteigerte Kraft verleiht und mit der ihm die Flucht gelingt. Nach seiner Rückkehr in die USA entwickelt er die Rüstung weiter. Lediglich seine attraktive, clevere Assistentin Virginia „Pepper" Potts (Gwyneth Paltrow) weiht Stark in seine Pläne ein. Denn eine Verschwörung ist im Gange, und schon bald muss Stark einmal mehr seine „Iron Man"-Rüstung anlegen, um die Welt vor den grausamen Machenschaften des skrupellosen Obadiah Stane (Jeff Bridges) zu retten... (Concorde)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von s.k.:

Hut ab, liebe Damen und Herren von Marvel. Statt einfach und bequem für eure Comic-Lizenzen schöne Sümmchen zu kassieren und externe Studios zu Werke zu lassen (die all eure Superhelden mit filmischen Adaptionen - je nach Einzelfall - ehren bzw. bestrafen), erhebt ihr euch von eurem Hosenboden und packt nun selbst an. Das nenne ich mal Freude an der Arbeit. Und das ist vielleicht sogar eine durchweg logische Entscheidung, denn wer sollte sich mit den Marvel-Comics besser auskennen als ihr selbst ?!
Da vergebe ich euch sogar für das aus qualitativer Sicht gescheiterte Projekt "Der unglaubliche Hulk", denn mit der parallel entwickelten Adaption eures Helden im Edelstahl-Anzug habt ihr nicht nur das klassische Bild des Super-Helden ordentlich auf den Kopf gestellt, sondern auch neben "Spider-Man" und "Dark Knight" (ich weiss, Batman ist nicht euer Baby) die wohl beste Comic-Adaption der letzten Jahre in die Lichtspielhäuser gebracht.

Tony Stark ist der milliardenschwere Kopf des weltweit führenden US-Rüstungskonzerns. Ein Mann, der seinen Ruf als Medienfigur und Playboy voll auskostet und von formeller Höflichkeit nicht viel hält. Wo und durch wen seine Waffen eingesetzt werden, ist ihm (zunächst) völlig egal; die Hauptsache für ihn ist, dass an der Wirksamkeit seiner Produkte und seiner technischen Genialität keine Zweifel aufkommen.
Während seines Besuchs in Afghanistan, wo er für sein neuartiges Raketensystem Werbung macht, werden er und die ihn begleitende Militär-Einheit angegriffen. Schwer verletzt wird er von einheimischen Rebellen in Gefangenschaft genommen, die zu seiner Überraschung über massenhaft Waffendepots des Stark-Konzerns verfügen. Er überlebt nur dank der Hilfe eines Mitgefangenen, welcher ihm auch bei der Flucht unter die Arme greift. Sie konstruieren heimlich einen High-Tech-Anzug, welcher es Stark ermöglicht, seinen Entführern zu entkommen. Zurück in seiner Heimat, beschließt er - sehr zum Ärger seines Geschäftspartners Obadiah Stane - den sofortigen Stopp der Waffenproduktion und tüftelt an einer ausgereifteren Version seines Kampfanzuges. Von nun an will er als "Iron Man" dem Verbrechen auf der Welt die Stirn bieten. Und findet in den geglaubten Freund Stane gleich seinen ersten Gegner...

Eine Comic-Verfilmung lebt in erster Linie von gut herausgearbeiteten Charakteren. Ohne Diese wird dem Zuschauer sonst keine Nähe oder gar Identifikationsmöglichkeit geboten. Wenn diese gänzlich fehlt, bringt es auch nichts, diesen Verlust mit Tonnen von Effekten und atemloser Action zu kompensieren. Viele Verfilmungen sind schon mit dieser Methode gescheitert und aus diesem Grunde auch nicht nachahmenswert.
Zum Glück läuft das Kino-Debüt des "Eisenmanns" zu keinem Zeitpunkt Gefahr, in die Schublade unsäglicher Adaptionen abzurutschen. Dafür punktet der Film von Regisseur Jon Favreau mit zu vielen guten Einfällen und Highlights, Schwachpunkte fallen dagegen so gut wie keine auf.

Die wohl größten Stärken des Films sind die Figur Tony Stark selbst und die glaubhafte und gut durchdachte Begründung für seinen moralischen Sinneswandel.
Stark ist ein Egozentriker, wie er im Buche steht. Überheblich, großmäulig, unverschämt und sexistisch bis zum Geht-Nicht-Mehr, hat immer einen arroganten Spruch auf den Lippen und macht überall gerne auf dicke Hose. Dieser Mann ist eigentlich alles, bloss kein echter Sympathie-Bolzen.
Dennoch: Dieser Kerl ist trotz oder gerade wegen seiner so direkten Art die wohl coolste Sau, die das Marvel-Universum zu bieten hat. Jeder Schenkelklopfer, jede perfekt pointierte Szene ist ihm zu verdanken, und Schauspieler Robert Downey jr. ist DIE perfekte Besetzung schlechthin. Allein wegen ihm ist der Film ein absolut sehenswertes Ereignis.
Zum Thema Sinneswandel:
Beim Großteil der bisher verfilmten Superhelden ist der Beweggrund bzw. der Ursprung, als Kämpfer fürs Gute einzutreten, oftmals ein sehr Einfacher:
- der Verlust von nahestehenden Menschen
- Schutz der Schwachen / Normalmenschen
- Unerwarteter "Erwerb" übernatürlicher Kräfte
- Purer Rachegedanke
- Pflichtgefühl

Die Motivation Starks ist eine gänzlich Andere:
Seine vom Angriff davongetragenen Verletzungen wurden durch eben jene Waffen verursacht, die er höchstpersönlich entwickelt und vertreibt. Seinen Tod verhindern der Minireaktor bzw. der Elektromagnet, die ihm der Mitgefangene Yinsen in seine Brust einpflanzt. Ohne diese überlebenswichtige Maßnahme würden sich sonst kleine Metallsplitter den Weg Richtung Herz bahnen, darum ist er für den Rest seines Lebens daran gebunden. Diese Erfahrung am eigenen Leib veranlasst ihn dazu, seine bisherige Taten als Mann, der bisher nur Tötungsinstrumente fabriziert hat, aus einer für ihn neuen Perspektive zu betrachten und folgerichtig zu hinterfragen.
Bravo !!! Endlich mal eine vernünftige Basis, einer Comic-Figur einen ordentlichen Schuss Glaubwürdigkeit zu verpassen. Vom simplen "Von Null auf Held"-Prinzip hat man gehörigen Abstand gehalten. Recht so !

Neben Stark / Downey jr. ist auch der restliche Cast ausnahmslos gut gewählt.
Gwyneth Paltrow spielt Stark's Assistentin Virginia "Pepper" Potts - die einzige Frau, die er noch nicht in die Kiste schleifen konnte, da diese standhaft an eine funktionierende Arbeitsgeber/Arbeitnehmer-Beziehung festhält. Ihre freundschaftlichen Gefühle für ihren Chef verbirgt sie aber nicht; genau das gibt ihrer Figur dieses süße "Etwas". Ob sich zwischen den beiden mehr entwickeln wird... Wer weiss, noch kenne ich "Iron Man 2" nicht (werde das aber in Kürze ändern). Jedenfalls gefällt Paltrow in dieser Rolle sehr.
Jeff Bridges gibt einen relativ guten Bösewicht ab. Relativ deswegen, weil sein Obadiah Stane zwar schön undurchsichtig und heimtückisch ist, doch fehlen gewisse Akzente, die ihn von anderen Comic-Schurken eindrucksvoll absetzen. Seine Gier nach Macht und Profit - dieser Antrieb ist schon zu oft verwendet worden.
Der Letzte im Bunde, Terence Howard als Stark's Freund und Army-Waffenspezi James Rhodes, ist als eher unbekannteres Promi-Gesicht eine schöne Ergänzung innerhalb des Ensembles und fällt nicht negativ auf. Da seine Figur aber über wenig Screen-Time verfügt, kann er seine Rolle aber auch nicht groß ausbauen. Ob er mit Teil 2 die Chance dazu erhält ? Abwarten.

An der Story und den Charakten scheiterts schon mal nicht. Fehlt nur noch eines, um dieser Comic-Verfilmung den letzten Schliff zu geben: ACTION !!!
Die Actionsequenzen - technisch einwandfrei, abwechslungsreich, schnell und übersichtlich - sind in kleinen Dosen über den Film verteilt, machen also vergleichsweise nicht die Masse aus wie in Konkurrenz-Werken. Macht aber nichts, denn bei so guter Charakterzeichnung tut es nicht weh, wenn dafür an Explosionen und Effektschlachten ein wenig gespart wurde. Das Erstere ist für die Qualität des Films entscheidend, nichts anderes.

Fazit:
"Iron Man" rockt ! Selten war eine Comic-Adaption so humorvoll und treffsicher wie diese. Hier wird gezeigt, dass neben guter Action und ansehnlichen Effekten auch noch andere Qualitäten in einen Film hineinpassen, wenn man es richtig anstellt. Und so nebenbei wird dem Zuschauer die Erkenntnis zuteil, dass auch ein A***loch das Zeug zum Superhelden hat ;)

9/10
Weiter:
mehr reviews vom gleichen autor
Punch
S.K.
9/10
die neuesten reviews
Fast
Phyliinx
8/10
Auf
McGuinness
8/10
Nightmare
CHOLLO
4/10
Fest,
cecil b
9/10
Laughing
dicker Hund
6/10
Rambo
Punisher77
10/10
Mu
hudeley
7/10
Reise
tp_industries
5/10
kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)