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Crazy, Stupid, Love.

Originaltitel: Crazy, Stupid, Love.

Herstellungsland:USA (2011)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Komödie, Liebe/Romantik
Alternativtitel:Love Again
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,25 (4 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Mittvierziger Cal Weaver (Steve Carell) denkt, seine Ehe sei perfekt. Bis zu dem Tag, an dem seine Frau Emily (Julianne Moore) die Scheidung einreicht. Nun ist Cal Single und auf der Suche nach einer neuen Liebe. Hilfe bekommt er dabei vom zehn Jahre jüngeren Aufreißer Jacob Palmer (Ryan Gosling), der Cal zuallererst einen neuen Look verpasst. Nach anfänglichen Reinfällen und späteren romantischen Dates müssen Cal und Jacob sich eingestehen, dass das Aufreißerdasein, ohne die richtige Partnerin an der Seite zu haben, nicht nur völlig verrückt und dumm ist, sondern vor allem auch unmöglich! (Warner DVD-Cover)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von s.k.:

Romantik-/Liebeskomödien, die auch Männern gefallen könn(t)en, kann man meiner Einschätzung nach an einer Hand abzählen. Aus dem Stegreif fiele mir im Moment gar keine ein, die mir persönlich zuletzt positiv in Gedächtnis geblieben ist. Liegt wohl schon geraume Zeit her, und mit aktuellen, schmalzig-seichten Episoden-Komödien wie "Valentinstag" oder "Happy New Year" kann man mich getrost jagen. Wenn es schon gefühlvoller Spaß sein muss, dann muss mich der dazugehörige Cast und Handlungsrahmen so richtig überraschen können, dass ich am Ende meine Vorbehalte zurückstecke. "Crazy, stupid, love" ist es vortrefflich gelungen, da muss ich ihm wirklich lassen, denn dieser Film schaut sich kaum etwas von anderen Genre-Filmen ab. Im Gegenteil: er besitzt ungemein viel Situationskomik, macht eigene Scherze über komödientypische Klischees und kann die eine oder andere unerwartete Wendung vorweisen, vergisst dabei aber nicht, die Liebe mit ernsthaften, feinfühligen Zwischentönen zu behandeln.

Das Bekenntnis seiner Frau Emily beim gemeinsamen Restaurant-Abend trifft Cal Weaver wie ein Schlag: Sie möchte nach 25 Jahren Ehe die Scheidung und gesteht ihm gleichzeitig eine Affäre mit einem Arbeitskollegen. Schockiert und gekränkt zieht der gehörnte Ehemann und Vater dreier Kinder aus dem Familienhaus aus und verbringt jeden Abend in ein und denselben Nachtclub, wo er sich hörbar laut seinem Selbstmitleid hingibt. Dies entgeht auch dem Womanizer Jacob Palmer nicht, der Cal wieder zur alten Männlichkeit verhelfen möchte und sich ungefragt als persönlichen Love-Coach anbietet. Da der Bartresen die schlechtere Alternative darstellt, willigt Cal ein, und so weist Jacob ihn in die Praktiken des Frauen-Abschleppens ein. Nach anfänglichen Hürden kommt auch schon der Erfolg, doch in seinem Innersten sehnt sich Cal nach wie vor nach seiner Emily.
Dabei ist er nicht der einzige Mensch mit einem kleinen/großen Liebesproblem. Cals Sohn Robbie ist in seine drei Jahre ältere Babysitterin Jessica verschossen, diese widerum in dessen Vater, Emilys Seitensprung-Verhältnis ist noch längst nicht beendet, und sogar Jacob verguckt sich in die angehende Rechtsanwältin Hannah, die als einzige junge Frau zunächst nicht auf seine Annäherungsversuche eingehen will...

Dieser Film hat nicht nur reichlich Gags in petto, er hat auch viel Herz. Er schafft gekonnt die Balance zwischen hinreissendem Humor und zarter Romantik, ohne jeweils ins Grenzwertige auszurutschen. Statt derber oder teeniehafter Zoten garantieren treffsichere Dialoge und ironische Pointen für ungezügelte Lacher, während emotionale Szenen einfühlsam, ruhig, mitunter gar nachdenklich-traurig stimmen. Der Oberbegriff "Liebe" wird dabei aus verschiedenen Blickwinkeln verdeutlicht, doch jeder von diesen sagt am Ende das Gleiche aus: Die Liebe ist alles, nur nicht einfach oder selbstverständlich, und Jede(r) unter den Verliebten muss ihre/seine eigene Lehre daraus ziehen.
Cal als Mittvierziger, dem bewusst wird, dass er im Laufe seiner Ehe wohl mehr und mehr zur Trägheit neigte und Emily seltener die spürbare Leidenschaft erwidert hat; Sohn Robbie, der an eine Beziehung glaubt, die womöglich nie stattfinden wird; Jessica, die vor einem ähnlichen Problem steht, da das Ziel ihrer Begierde mehr als doppelt so alt ist wie sie selbst (und dazu noch verheiratet); Jacob, der nur auf Nachtbeziehungen ohne weitere Verpflichtungen aus ist, bis es ihn tatsächlich und richtig "erwischt"...
Mir gefiel es besonders, wie clever alle Einzel-Episoden miteinander verwoben sind und zusammenlaufen, bis es zum sehr überraschenden Showdown in Form einer wirklich komischen Schlägerei unter Männern kommt. Menschenskind, was war ich da verblüfft und was habe ich an Tränen gelacht... :-)

Man muss aber auch dazu sagen: Wäre nicht der bis in die letzte Haupt- und Nebenrolle bestens besetzte Cast, würde "Crazy, stupid, love" nicht halb so gut glänzen. Jedem Einzelnen kann man nur loben, wobei ich das Highlight unter den Mimen erst zum Schluss nennen möchte.
Julianne Moore - obwohl kaum für lustige Szenen zuständig, macht sie als gefrustete Ehefrau mit unbefriedigten Sehnsüchten (perfektes Eheleben, aber mit mehr Pepp) eine gute Figur.
Emma Stone - niedlich und sexy zugleich, nimmt jeden Mann sofort in den Bann und lässt ein paar krachende Oneliner los.
Jonah Boboh - als junger pubertierender Mann mit felsenfestem Glauben an die große, wahre Liebe einsame spitze, ein Kerlchen zum Liebhaben.
Analeigh Tipton - in einer Quasi-Doppelrolle (als Verliebte/Geliebt-Werdende) eine ganz große Nummer.
Ryan Gosling - zeigt erstmals komödiantisches Talent und lässt als Charmeur das Herz seiner Eroberungen (und natürlich weiblicher Seher) höher schlagen. Ein Beau mit Sinn für Humor ? Muss sich nicht ausschließen.
Steve Carell - Ohne Frage DER Star dieses Films, hat er Gummi-Gesicht Jim Carrey längst den Rang als neuer Comedy-Gott abgelaufen. Wie er es schafft, mit seiner unbeholfenen Art und ernster Mimik ein Gag-Feuerwerk zu entfachen... Da schmeisst du dich weg !

Fazit:
Allerfeinste Romantic-Comedy mit der perfekten Kombination aus Humor und Gefühl, die sich für Mann UND Frau bestens eignet. Brüllend komisch, ausreichend sentimental, über knapp 2 Stunden voll unterhaltsam.

9/10
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