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Dissection78
Level 15
XP 3.889
Eintrag: 14.01.2014

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Melancholie der Engel

Herstellungsland:Deutschland (2009)
Genre:Drama
Alternativtitel:Angels' Melancholia, The

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,17 (18 Stimmen) Details
inhalt:
Sieben Personen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, begegnen sich in einem abgelegenen Gehöft. Die beiden sonderbar in Versen sprechenden Männer, zwei Brüder Katze und Brauth, die Mädchen Melanie und Bianca, sowie der geheimnisvolle Todeskünstler Heinrich mit der gehbehinderten Clarissa, die ihr Leben im Rollstuhl fristen muss. In dem ohne roten Faden auskommenden Film wird gefoltert und Koprophilie, Exkrementophilie, Nekrophilie und Zoophilie betrieben. Der Film kulminiert in einer Mordorgie mit Verstümmelungen...
eine kritik von dissection78:

"Melancholie der Engel" aus dem Jahr 2009 ist ein Werk des Regisseurs Marian Dora, der zuvor mehrere Kurzfilme drehte sowie die Langfilme "Debris Documentar", den ich leider nicht kenne, und "Cannibal - Aus dem Tagebuch des Kannibalen", der in meinen Augen erhebliches Potential erkennen ließ. Für einige Leute ist Dora der derzeit kontroverseste deutsche Filmemacher. Nach der Sichtung von "Cannibal" und "Melancholie der Engel" kann ich dieses Attribut absolut nachvollziehen.

Bedauerlicherweise muss ich sagen, dass ich "Melancholie der Engel" etwas schwächer finde als "Cannibal". Das liegt vermutlich vor allem daran, dass Dora hier auf Teufel komm raus Tabus brechen wollte, wobei man etliche jener kontroversen Sachen, die hier vom Stapel gelassen werden, so oder so ähnlich schon in anderen Extrem-Sickos gesehen hat. Anders als in "Cannibal", wo die Gewaltausbrüche und sexuellen Abseitigkeiten in ein halbwegs stimmiges Konzept eingebettet wurden (die Geschichte des "Kannibalen von Rothenburg"), sieht man in vorliegendem Werk neben dem typischen Gore- & Splatter-Zeux eine ziellose Aneinanderreihung zahlloser Widerwärtigkeiten (Verstümmelungen von Geschlechtsorganen, Nekrophilie und Zoophilie) und Spielereien mit allen möglichen Körperflüssigkeiten (Emetophilie und Exkrementophilie) sowie haufenweise Tiersnuff... und das über fast 160 Minuten lang! Wie auch in "Cannibal" ist ein homoerotischer Unterton zu vernehmen. Das Ganze wird dann in einer surrealen, experimentellen Art und Weise präsentiert, dass dem Zuschauer Hören und Sehen vergeht. Das Experimentelle, Versponnene ist dann durchaus positiv anzusehen und mutet eher Kunstfilm- bzw. Experimentalfilm-mäßig an.

Auch in "Melancholie der Engel" ist die inszenatorische Machart - zumal es sich um einen Amateurfilm handelt - überdurchschnittlich. Schnitt, Musik und Kameraführung arbeiten gut zusammen und vermitteln eine düstere Stimmung, auch wenn keinerlei Spannung im Film an sich aufkommt. In der Händelung dieser gestalterischen Sachen besitzt Dora absolut Talent und ist in meinen Augen neben Andreas Marschall ("Tears of Kali", "Masks") der beste Regisseur im deutschen (Semi-)Amateur-Bereich. Allerdings sind die "Dialoge" (ich nenne die seltsamen Verse einfach mal so) extrem schwülstig und versuchen mehr darzustellen als sie im Endeffekt sind (oder ich verstehe einfach den Sinn dahinter nicht).

Die Darsteller sind für diese Art Film ebenfalls ansprechend. Am "namhaftesten" dürften hier wohl Peter Martell (alias Pietro Martellanza), Schund-Regisseur Ulli Lommel (hier nur in einer Sprechrolle) und Pornodarsteller Zenza Raggi sein. Der Rest des Casts ist unbekannt, und "Melancholie der Engel" ist bei vielen Beteiligten der einzige Eintrag in der Filmographie.
Übrigens ist dies das letzte Werk des Südtirolers Martellanza, der in den 60ern und 70ern in etlichen Italowestern ("Django - Den Colt an der Kehle", "Django - Die Nacht der langen Messer") und Exploitationsachen wie Jess Francos "Der Hexentöter von Blackmoor" zu sehen war, bevor er unter anderem in den "Liebesgrüße aus der Lederhosen"- und "Lass jucken, Kumpel"-Reihen, aber auch 1986 in "Momo" mitspielte. Er verstarb 2010.

"Melancholie der Engel" erschien auf DVD über Österreich ("Shock DVD Entertainment") in der ungeprüften, ungeschnittenen Version. In Deutschland war er im Kino beim "Weekend Of Fear 2009" am 1. März 2009 zu sehen.
          
 

Fazit:
Und wieder verdammt harter Tobak, den Marian Dora dem Zuschauer hier zumutet und damit bisweilen an großartige Werke von Jörg Buttgereit ("Nekromantik 1 + 2", "Schramm") erinnert.
Radikal, pervers, kalt, finster - für den "normalen" Filmkonsumenten ist hier absolut nichts zu holen. Fans abseitiger und abartiger Filmkunst, die zwischen Arthaus und Grindhouse pendelt, können allerdings mal 'nen Blick riskieren, denn neben den erwähnten Schwächen sind nämlich durchaus eine verstörend-abartige, düster-dichte Atmosphäre sowie etliche richtiggehend beeindruckend durchkomponierte Szenen zu bewundern (bzw. zu "durchleiden"). 6 (ratlose) Punkte.

6/10
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Kommentare

18.02.2015 22:15 Uhr - sonyericssohn
1x
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Könnte man sich darauf einigen daß Marian Dora einfach nicht ganz klar in der Birne ist ?

25.02.2015 16:41 Uhr - Dissection78
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Mag sein, aber da finde ich so manche Hollywood-Dingsbums-Regisseure wie Michael Bay rein gehirnwassermäßig nochmal um einiges unklarer ;)

20.03.2015 18:38 Uhr - NoCutsPlease
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In gewohnter Weise hervorragend ausformulierte Kritik zu diesem äußerst speziellen Film.

18.02.2015 22:15 Uhr schrieb sonyericssohn
Könnte man sich darauf einigen daß Marian Dora einfach nicht ganz klar in der Birne ist ?

Viel mehr Sorgen habe ich mir um den Geisteszustand der Darsteller gemacht. Ganz ehrlich, da hätten sich die beiden Mädels auch gleich für einen Porno hergeben können, da wären sie um einiges würdevoller bei weggekommen.

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