SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
Yakuza 7: Like a Dragon · Its time to be a Hero · ab 58,99 € bei gameware Cyberpunk 2077 · Dein wahres Ich ist nicht genug. · ab 50,99 € bei gameware

Sex oder stirb!

Originaltitel: Cherry Falls

Herstellungsland:USA (2000)
Genre:Horror, Thriller
Alternativtitel:www.SexOderStirb.de
Sex oder stirb - Cherry Falls
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,56 (9 Stimmen) Details
inhalt:
Die Angst geht um in Cherry Falls. In der amerikanischen Kleinstadt-Idylle macht ein psychopathischer Serienkiller Jagd auf alle Jungfrauen. Während Sheriff Marken (Michael Biehn) im Dunkeln tappt, setzen sich die noch unberührten High School-Girls auf ihre ganz spezielle Art zur Wehr. Unter dem Motto "Sex rettet Leben" organisieren sie eine wilde Party, auf der alle ihre Unschuld verlieren wollen. Auf Jodie (Brittany Murphy), die Tochter des Sheriffs, hat es der Killer als Nächste abgesehen. Doch Jodie kann entkommen, und als die Massenorgie so richtig im Gange ist, kann sie den Täter entlarven...doch das ist nicht das einzige dunkle Geheimnis, in das die Bewohner von Cherry Falls verstrickt sind.
eine kritik von clemens:

Welches Ergebnis kommt heraus, wenn man diese Formel richtig berechnet (der Rechenweg ist unter logischen Überlegungen durchzuführen, Nebenrechnungen und Taschenrechner sind unnötig): zwei Teenager x und y + ein Auto + eine dunkler Wald + eine abgelegene Lichtung + x und y hoch Geilheit? Na?! Immer noch nicht??!! Na, aber jetzt!!! Natürlich ist nur eine Antwort richtig: ein Serienkiller - und dazu ein möglichst böser natürlich.

"Sex oder stirb", bzw. "Cherry Falls" (OT) ist ein weiteres Kapitel in der unendlichen Geschichte "Schlitzer schlitzt Teenies" - doch kann man anhand der Bewertung bereits erkennen, dass er nicht gänzlich Stangenware bietet und durchaus das ein oder andere Auge wert ist, gesehen zu werden.

 

Der australische Regisseur Geoffrey Wright sollte der Film-Community durchaus ein Begriff sein. 1992 provozierte er mit dem damals völlig unbekannten Russell Crowe in der Hauptrolle des Rassismus-Dramas "Romper Stomper", später porträtierte er in "Metal Skin" frustrierte, halbverrückte Jugendliche in den Straßen von Melbourne. Im Gegensatz zu diesen teils äußerst intensiven Filmen, ist "Cherry Falls" eine sehr glatte Sache, was wohl hauptsächlich mit Zugeständnissen an den US-amerikanischen Markt zu tun hatte. Dennoch ist Wright durchaus bemüht, dem Standardschema Farbtupfer zu verleihen. Dass er die seit Jahrzehnten in Horrorfilmen praktizierte Formel Sex=Tod ins Gegenteil verkehrt, ist das wichtigste (Qualitäts-)Merkmal des Streifens.

Während "Scream" äußerst ironisch und "Scary Movie" parodistisch daher kamen, ist "Cherry Falls" eine echte Satire. Das liegt zum Einen an besagter Sache mit der Jungfräulichkeit. Dieser Aspekt kam in fast jedem älteren Slasher zum Tragen, wenngleich nie wirklich auf ihn eingegangen wurde. Es war halt so, dass die Teenies erst rummachten und dann ins Gras bissen. Ein ungeschriebenes Gesetz. Fertig. Nunmehr nimmt sich aber tatsächlich ein Film zentral dieser Thematik an - und tut sie weder ins Lächerliche ziehen, noch widmet er ihr übertriebene Ernsthaftigkeit. Diese feine Gratwanderung gelingt Wright durchaus überzeugend: "Cherry Falls" behandelt das, sich durchaus skurril anhörende Motiv des Schlitzers, sowohl mit der notwendigen Eindringlichkeit, als auch mit dem ein oder anderen Augenzwinkern.

 

Zum Anderen lässt Wright nicht die typischen Hollywood-Beaus aufmarschieren. Die in der Filmwelt schmerzlich vermisste Brittany Murphy (RIP) ist keineswegs das genretypische Survival Girl: ihre Figur hat etwas verruchtes, schwarzromantisches, das sich deutlich von der fast kindlichen Naivität einer Jamie Lee Curtis ("Halloween"), der Unscheinbarkeit einer Heather Langenkamp ("Nightmare") oder der stillen Kämpferin Neve Campbell ("Scream") abhebt. Die immer gern etwas verrückt aufspielende Murphy gibt ihrer Rollenfigur Farbe und Charisma und widersetzt sich dem US-Dutzendtyp. Ihr Film-Vater wird vom allseits geschätzten Michael Biehn gemimt, der über Jahre hinweg in Hollywood stets präsent war ("Terminator", "The Rock", "Planet Terror"), jedoch leider nie den großen Durchbruch schaffte. Auch Biehn zeigt eine gute Leistung - zumal Wright auch hier durch einen Twist seiner Rolle eine Identität verschafft, die sich nicht zwangsläufig an bekannte Klischees hält. Diese Haltung ist typisch für den gesamten Film: Wright zeigt, dass die Normalität trügerisch sein kann und auch die Hauptprotagonisten - im Gegensatz zu den strahlenden Schönheiten anderer Horrorfilme, die keine Ecken und Kanten haben und prinzipiell perfekt sind - durchaus auch Schattenseiten offenbaren können. In den Nebenrollen haben wir beispielsweise noch bekannte Gesichter wie Jay Mohr ("Jerry Maguire", "Suburgatory"), Gabriel Mann ("Die Bourne Verschwörung"), Candy Clark (Oscar-Nominierung für "American Graffiti"), Keram Malicki-Sánchez ("Texas Chainsaw 3D") oder DJ Qualls ("Road Trip").

 

Natürlich ist auch "Cherry Falls" nicht frei von Mangelerscheinungen. Zwar hat er ein-zwei gute Einfälle (der Plan der Teenies, aus dem potentiellen Muster des Killers zu fallen, ist - mit Augenzwinkern - Hit-verdächtig!), doch über die Gesamtlaufzeit fehlen ihm dann doch die Ideen. Während beispielsweise ein "Nightmare" noch durchgehend spannend war, da Wes Craven es verstand, die Zuschauer konstant zu fesseln, macht sich bei "Cherry Falls" an der ein oder anderen Stelle leider auch Belanglosigkeit breit und wie bereits angesprochen hat man permanent das Gefühl, dass sich Regisseur Wright zurückhalten muss. Die Kills sind seltsamerweise weder Fisch noch Fleisch und wirken halbherzig und unfertig inszeniert. Am Ende übertreibt es Wright auch ein Stück weit und muss beträchtlich aufpassen, nicht ins Slapstick-Muster zu fallen: ein Killer, der rummeckert, weil sein Werkzeug in einem zentralen Körperteil eines seiner Opfer stecken geblieben ist? Da sind wir dann doch irgendwie wieder bei "Scary Movie"!

 

Fazit:

"Cherry Falls" ist kein herkömmlicher Slasher, aber eben dann doch ein gutes Stück von der A-Klasse des Genres entfernt. Ein paar gekonnte Ideen, Mut etwas Neues auszuprobieren und eine prima anzuschauende Brittany Murphy reichen nicht ganz für ganz oben, wenn man dann doch des öfteren ins Normale, Bekannte zurückfällt. Immerhin: Streifen wie "Cut", "Swimming Pool - Der Tod feiert mit" oder "Schrei wenn du kannst", die ebenfalls in jener Zeit erschienen, überragt er deutlich.

6/10
Weiter:
mehr reviews vom gleichen autor
Blade
Clemens
8/10
die neuesten reviews
Durchgeknallt
Kaiser Soze
8/10
Bright
Cabal666
4/10
perfekte
TheMovieStar
7/10
kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)