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Tenebrae - Der kalte Hauch des Todes

(Originaltitel: Tenebrae)
Herstellungsland:Italien (1982)
Standard-Freigabe:FSK 18
Genre:Horror, Thriller
Alternativtitel:Shadows
Sotto gli occhi dell'assassino
Tenebre - Darkness
Tenebres
Under the Eyes of the Assassin
Unsane
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,87 (84 Stimmen) Details
inhalt:
"Tenebre" heißt der neue Bestseller des amerikanischen Autors Peter Neal. Neal reist nach Rom, um das Werk zu promoten. Doch schon bald steckt er in sehr realen blutigen Ereignissen: Eine Ladendiebin wurde bestialisch ermordet, und zwar genau so, wie er es im Buch beschrieben hat. Weitere Morde geschehen nach seinen Beschreibungen und weisen eine Verbindung zu Neal auf: Einzelne Seiten seines Buches werden an den Tatorten gefunden, er selbst bekommt Morddrohungen und anonyme Briefe. Zusammen mit seinem Assistenten Gianni versucht Neal herauszufinden, wer der irre Mörder ist.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von insanity667:

Nachdem Dario Argento 1977 und 1980 mit seinen mystischen Hexenwerken "Suspiria" und "Inferno" in den eher klassischen Gefilden des Horrors unterwegs war, und zwei der wohl optisch anspruchsvollsten und stylisch überragendsten Filme ihrer Zeit geschaffen hat, wendete sich seine Aufmerksamkeit 1982 mit "Tenebrae - der Kalte Hauch des Todes" wieder deutlich in die Richtung des klassischen Giallos!

 

Im Mittelpunkt der Geschichte steht der Schriftsteller Peter Neal welcher nach Rom reist um sein neues Buch mit dem Namen "Tenebrae" zu promoten. An seiner Seite sein Agent Bullmer und seine Assistentin Anne. In Rom angekommen wird er nach einer Pressekonferenz bereits von 2 Detectives erwartet die ihn zu einem Mord befragen wollen, welcher offensichtlich mit seinem Buch zusammenhängt. Als eine wahre Mordserie ihren Lauf nimmt und Peter immer wieder Briefe vom Mörder erhält kommt ihm der Verdacht dass es sich um einen verrückten Fan handeln muss und beschließt zusammen mit seinem Fahrer Gianni und seiner Assistentin die Ermittlungen zu unterstützen. So entwickelt sich die spannende und mitreißende Story um den Author der neben dem ganzen Gemorde und Blut auch noch mit einer stalkenden Ex-Frau und einem zwielichtigen Agenten zu kämpfen hat. Langeweile kommt hier also definitiv nicht auf!

Die Thematik neben den klassischen Gialloelementen ist vorallem der Starkult und die Kontroverse die Schriftsteller Neal mit seinen Büchern lostritt. Es wird hauptsächlich auf die mediale Frauenfeindlichkeit und die gesellschaftsrelevanten Aspekte in Neals Werken eingegangen. So ist "Tenebrae - der Kalte Hauch des Todes"  ebenso eine Selbstreflexion Argentos, der seine eigenen Problemchen (er wurde nach "Inferno" auch von einem verrückten Fan gestalkt und auch die Frauenfeindlichkeit wurde ihm häufig zum Vorwurf gemacht) aufarbeitet und im Film darstellt bzw. durch diese Begebenheiten in seinem Leben zum Film erst inspiriert wurde! Dementsprechend müssen hier eben besonders viele Frauen leiden da ja der Mörder im Film offenkundig Neals Bücherphantasien nachahmt. Ebenfalls am Rande thematisiert wird Homosexualität unter Frauen und den Bezug des Killers auf dieses Thema "perverse Weiber, perverse"! Dazu gibt es noch eine stets plagende Vision von einer jungen Dame am Strand welche offensichtlich im Hirn des Killers stattfindet!? Oder auch nicht?! "Tenebrae" ist jedenfalls voll von einfallsreichen Ebenen und kritischen Themen die Argento geschickt ausnutzt um einen komplexen Minikosmos zu erschaffen der auch die ein oder andere Überraschung àla "Das habe ich echt nicht kommen sehen" parat hält! Toll!

Die Darsteller sind gut gewählt und transportieren die Story sowie das Thema hervorragend! Anthony Franciosa (City Hall, Der Mann ohne Gnade) spielt Peter Neal. Daria Nicolodi (Inferno, Profondo Rosso) verkörpert Neals Assistentin Anne. Auch zu sehen sind John Saxon (Nightmare on Elm Street) als Neals Agent Bullmer, Ania Pieroni (Das Haus an der Friedhofsmauer) als Elsa, Mirella D'Angelo als Reporterin Tilde und Veronica Lario als Ex-Frau Jane. Für einen soliden Giallo wie "Tenebrae - der Kalte Hauch des Todes" sind die Darsteller ebenso solide und machen alles richtig.

Anders als "Suspiria" und "Inferno" setzt "Tenebre - der Kalte Hauch des Todes"  auf einen relativ sterilen und modernen Look. Alles ist gordnet und jede Szenerie und Location wirkt wie aus dem Katalog. Trotzdem sind Setting und Ausstattung keinesfalls langweilig oder anspruchslos, im Gegenteil. Kühles Weiß dominiert, besonders bei blutigen Szenen. Der entstehende Kontrast gibt dem Film einen sehr harten Anstrich. So ziemlich alle Opfer tragen Weiß, oder garnichts. Eingefangen wurden die tollen Bilder hier wieder von Luciano Tovoli, welcher auch schon bei "Suspiria" die Kamera für Argento führen durfte! Legendär ist die Kamerafahrt von Fenster zu Fenster um ein Haus herum, hinauf und wieder runter, welche deutlich die Finesse und das tolle Zusammenspiel vom Inszenierungsmeister und seinem Kameramann unter Beweis stellt. Gekonnte und saubere Arbeit, stets dem Look des Films angepasst auf höchstem Niveau! Auch die Kunst als solche ist wieder ein Thema und wird diesmal hauptsächlich in Form von modernen Metallskulpturen und architektonisch stylischen Bauwerken präsentiert!

Die Musik steuerte hier wieder die Band Goblin bei. Diesmal poppig/rockig und treibend mit einem modernen Anstrich versehen und viel Synthie und Wave! Ebenfalls zum Einsatz kommt ein beklemmendes Spieluhrenthema während der Traumsequenz und diverse klassische Synthie-Scoreversatzstücke! Genial und einmalig, vermutlich die beste Arbeit im Punkto Soundtrack von Goblin, die ja ohnehin schon immer herausragend für Dario Argento aufgelegt waren!

Was "Tenebrae" ebenfalls einzigartig macht ist der Härtegrad und die Inszenierung der Morde. Hier geht es keinesfalls zimperlich zu und es wird nicht am roten Nass gespart. Bis dato war es tatsächlich der härteste Argento Film überhaupt und für 1982 ansich auch extrem krass. Während "Suspiria" oder "Profondo Rosso" heute  relativ harmlos wirken ist "Tenebrae" immernoch ein knallharter Streifen im Punkto Blut und Gewalt, weswegen er hierzulande in mehrfacher Ausführung indiziert und beschlagnahmt wurde, woran sich bis heute nichts geändert hat!

 

Fazit:

Was für eine grandiose Rückkehr zum klassischen Giallo! Nach den beiden Hexenfilmen "Suspiria" und "Inferno" kommt Maestro Argento zurück zu seinem liebsten Steckenpferd, dem Giallo, und liefert den wohl eindrucksvollsten eigenen, und für mich zumindest einen der besten Gialli überhaupt ab! Der Römer lässt sich auch hier einfach nicht lumpen! Story, Kamera, Sets, Inszenierung, Darsteller, Schnitt... hier stimmt einfach alles!

 

10/10 Punkte! 

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