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Contagion

Herstellungsland:USA, Vereinigte Arabische Emirate (2011)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Drama, Katastrophenfilm,
Science-Fiction, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,14 (14 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Contagion zeigt, wie sich ein durch die Luft übertragenes Virus rasend schnell ausbreitet und seine Opfer innerhalb von Tagen tötet. Als sich die Epidemie auf die ganze Welt ausdehnt, arbeiten internationale Ärzte fieberhaft an der Entwicklung eines Gegenmittels und planen geeignete Maßnahmen zur Eindämmung der um sich greifenden Panik – denn die ist noch ansteckender als das eigentliche Virus und bringt auch gesunde Menschen in Lebensgefahr, weil sich die sozialen Strukturen im Chaos zunehmend auflösen. (Warner Bros.)

eine kritik von xavier_storma:

CONTAGION (zu deutsch: "Ansteckung") ist ein dokuartiger Thriller des Regisseurs Steven Soderbergh um eine globale Pandemie eines neuen menschenbefallenden Virus. Hochkarätig besetzt bis in die kleinste Nebenrolle gelingt es dem Regisseur tatsächlich zu Beginn die Atmosphäre einer ernsten Bedrohung einzufangen, doch schon nach dem ersten Akt verliert er diese GLaubwürdigkeit durch viel zu sehr aufgesetzte Szenen.

Beth Emhoffs (Gwyneth Paltrow) ist krank. Eine Grippe, die sie sich auf ihrer Geschäftsreise in Asien geholt hat, wie sie meint. Zu Hause angekommen fängt sie aber an zu krampfen und wird von ihrem Ehemann Thomas (Matt Damon) in die Notaufnahme des nächsten Krankenhauses gebracht. Kurze Zeit später verstirbt sie an einer Gehirnentzündung durch einem zunächst unbekannten Erreger. Doch sie ist kein Einzelfall... Global werden immer mehr Menschen krank, so dass zügig die WHO (World Health Organisation) und in den Vereinigten Staaten das CDC (Center of Disease Control) eingeschaltet werden. Fieberhaft arbeiten die Forscher an der Identifizierung des Virus, während immer mehr und mehr Menschen erkranken. Der WHO Beauftragten Dr. Leonora Orantes (Marion Cotillard) gelingt es schon bald die Quelle zu identifizieren, doch als US amerikanische Politiker sich langsam aus den Großstädten in Sicherheit bringen, bricht Panik und Anarchie aus...

Klare Bilder und eine glaubhafte Inszinierung, sowie sehr gute schauspielerische Leistungen sind die Stärken des ca. 100 minütigen Dokudramas. Doch letztlich steht und fällt alles mit dem Drehbuch, und hier sind definitiv defizite zu verzeichnen. Scheinbar fehlte den Autoren der Mut doch einen Schritt weiter zu gehen. Die Lösung des Problems flimmert viel zu schnell über die Leinwand. Während die Welt um sie herum in Chaos versinkt haben Teenager immer noch ZEit für Liebeleien, und die guten, anständigen bleiben selbst in Anbetracht der größten Gefahr für Leib und Leben auf ihren moralischen Werten bestehen. Der selbstlose CDC Direktor Dr. Ellis Cheever (Laurence Fishburne), der seinen Impfstoff pathetisch einem kleinen Jungen verabreicht, wirkt genauso dick aufgetragen wie die Entdeckerin des Serums, welche ohne jegliche Daten einen Selbstversuch startet (der dann natürlich gelingt).
Viel glaubhafter, weil kantiger ist in diesem Zusammenhang der Film STADT DER BLINDEN von Regisseur Fernando Meirelles, in dem eine rätselhafte Erkrankung Menschen erblinden läßt. Die Anarchie und die Auflösung der Gesellschaft in Panik und Selbsterhalt ist in diesem Werk wesentlich intensiver und kantiger dokumentiert.
Immer dann wenn es ausweglos erscheint, kommt in CONTAGION ein Charakter mit der Lösung des Problems daher. Der Impfstoff gar wird zum revolutionären Heilmittel stilisiert.
Kritische Fragen bezüglich der Zusammenarbeit der Pharmaindustrie und der Regierungen werden zwar angerissen, aber nicht offen gestellt. Gleichzeitig versucht sich Soderbergh mit der Frage nach alternativen zur Schulmedizin, ohne auch hier klar eine Position zu beziehen.
Alles wirkt noch zu aalglatt als würde man versuchen, ja keiner Fraktion auf die Füsse zu treten.

Insgesamt dennoch ein kurzweiliger Film, der das Thema zumindest interessant in Szene setzt. Wenn man sich in der Lage fühlt über die Schwächen des Drehbuchs hinwegzusehen, kann man eine zumindest im Ansatz interessante "Was wäre wenn..." Idee anschauen, und sich unweigerlich im Nachhinein die Frage stellen, wie man selbst in einer solchen Situation handeln würde.

6/10
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