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Eintrag: 27.01.2014

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RoboCop

Herstellungsland:USA (1987)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Action, Krimi, Science-Fiction
Alternativtitel:RoboCop - Das Gesetz in der Zukunft

Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,49 (261 Stimmen) Details
inhalt:
Im Detroit der nahen Zukunft regiert das Verbrechen. Die Polizei scheint machtlos, und die von Detroits mächtigstem Konzern, OCP, geplanten Roboter-Polizisten sind noch Zukunftsmusik. Da wird der Cop Alex Murphy brutal ermordet. Die Gelegenheit für die Wissenschaftler: Aus Murphy wird Robocop - halb Mensch, halb Maschine. In einem stahlharten Roboterkörper und mit High-Tech-Waffen ausgerüstet, nimmt er den Kampf für Recht und Gerechtigkeit auf. Es dauert nicht lange, und Detroits Straßen sind wieder sicher. Doch Robocop ist nur scheinbar unverwundbar. Im Innern noch immer ein Mensch, quälen ihn Erinnerungsfetzen: Nachts träumt er immer wieder seinen eigenen Tod. Der Kämpfer für Recht und Ordnung wird zum Rächer...
eine kritik von deniro:

1987, ein gewisser Paul Verhoeven schickt sich an die Grenzen der kritischen Auseinandersetzung mit dem amerikanischen Traum, unter anderem mit den Werkzeugen der Satire, ein Stück weit zu erschüttern.

Ein neuer Held, ein Kämpfer gegen das Böse wurde geboren. ROBOCOP, ein Stück Metall, ohne Gewissen und ohne Skrupel?

An dieser Stelle sollte eigentlich eine Inhaltsangabe stehen. Aufgrund des doch hohen Bekanntheitsgrades dieses Klassikers, verzichte ich jedoch auf die Beschreibung der Story und lege meinen Fokus eher auf die Intention Verhoeven´s und die Bedeutung dieses Science- Fiction Klassikers für spätere Hollywood Produktionen.

Obwohl der Film mittlerweile fast 30 Jahre auf dem Buckel hat, so sind die Themen die der Film kritisiert und anprangert, aktueller denn je. Nicht zuletzt die Skandale der letzten Jahre, in denen es um die Herrschaftsansprüche multinationaler und globaler Großkonzerne wie Monsanto geht, zeigen wie nah Verhoevens Vision tatsächlich die Realität berührt. Erst etliche Jahre später sollten Themen wie Globalisierung und die Fusionierung von Großkonzernen, in den kritischen Fokus der Öffentlichkeit gerückt werden. Geschickt und ganz bewusst überspitzt, zeichnet Verhoeven ein düsteres Bild von privat unterstützten Polizeieinheiten und desolat geführten, nahe dem Abgrund stehenden, Städten. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen den ordinären Verbrechen der Straße und den korrupten und machthungrigen Eliten der Stadt und der Konzerne. Wie auch in seinen späteren Werken (STARSHIP TROOPERS, TOTAL RECAL), prangert Verhoeven auch hier, totalitäre Regime unter diktatorischer Führung an, entlarvt diese als schlussendlich menschliche Schwäche und deckt die Strukturen auf, die zu Machtmissbrauch und Verrat, führen. Fast schon cartoonhaft skizziert Verhoeven die Strategie von OCP und dessen perfider Führung. Nicht zu vergessen die nachrückenden Speichellecker die sich im Licht des Chefs, rücksichtslos uns skrupellos, ein Stück vom Kuchen "erarbeiten" wollen.

Aufgrund der doch teilweise sehr explizit dargestellten Gewalt, kommt auch hier der Gedanke vom "Zelebrieren der Gewalt". Tatsächlich aber nutzt Verhoeven diese als Werkzeug, als Verstärker der dystrophischenDarstellung seiner Zukunft. Die gezeigte Gewalt weckt beim Zuschauer Gefühle, lässt ihn mit den Protagonisten mitfühlen, und erzeugt Abscheu und Hass. Unnötig zu erwähnen das spätere Zensurmaßnahmen übers Ziel hinausschossen und in keiner Weise gerechtfertigt waren. Kein Wunder also das auch die amerikanischen Zensurwächter massive Probleme mit der Ursprungs- Fassung (später als Director´s Cut veröffentlicht) hatten. Verhoeven musste sein Werk über 10 mal zurecht schneiden um eine Freigabe zu erhalten.

ROBOCOP gewährt dem Zuschauer einen Blick auf die Abgründe der Industriegesellschaft in der die technischen Errungenschaften zum Machterhalt der führenden Eliten genutzt werden (Direktiven). Da scheint es fast schon unumgänglich und gerecht das sich die erschaffene Maschine/ Kreatur zu guter Letzt doch noch gegen seinen Erschaffer wendet und diesen vernichtet. Die frankensteinische Mythologie wird vor allem in der Identitätskrise Murphy´s und der daraus resultierenden Handlungen besonders gut sichtbar.

ROBOCOP gehört zu Recht zu einem Meilenstein des Science- Fiction Kinos. Ohne Weltraum- Schlachten, gigantischen Raumschiffen oder Schleimabsonderten Monstern, versteht es der Film eine glaubwürdige Vision einer nicht all zu fernen Zukunft zu zeichnen. All dies mit einem sehr überschaubaren Budget von 10. Millionen Dollar. Dennoch, oder gerade deswegen, steckt der Film voller kreativer Special- Effects die aus der Not eine Tugend machten und die Seele damaliger Filmemacher spürbar werden ließ. Ein Fakt den viele Genre- Werke moderneren Datums leider vermissen lassen.

10/10
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