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cecil b
Level 17
XP 5.927
Eintrag: 11.07.2012

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Carrie - Des Satans jüngste Tochter

(Originaltitel: Carrie)
Herstellungsland:USA (1976)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror
Alternativtitel:Stephen King's Carrie - Des Satans jüngste Tochter

Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,32 (41 Stimmen) Details
inhalt:
Carrie White (Sissy Spacek) ist die typische Außenseiterin an der Bates Highschool. Sie wird von ihren Mitschülerinnen gemobbt und muss zu Hause auch noch unter ihrer fanatisch gläubigen Mutter Margaret (Piper Laurie) leiden. Dieser ist ihre Tochter ohnehin nicht ganz geheuer, denn Carrie besitzt telekinetische Fähigkeiten. Als die Sticheleien ihrer Mitschüler den Höhepunkt erreichen, setzt Carrie ihre Fähigkeiten schließlich gegen Schulkameraden ein.
eine kritik von cecil b:
Carrie ist der erste Roman den Stephen King veröffentlicht hat, und der erste seiner Romane der verfilmt wurde. Zufälligerweise auch der erste Roman den ich als Knirps gelesen habe. Brian De Palmas Carrie gehört zusammen mit Misery, Dolores und Shining zu den besten Stephen King Verfilmungen. Auch wenn DePalma doch einiges variiert, und sein Film somit nicht unbedingt immer nah am Roman liegt, weiß er durch seinen gut durchdachten Storyverlauf und seine Inszenierung kongenial ein Gefühl von dem zu geben, was Kings Roman dem Leser zu spüren gibt. Carrie ist auch daher besonders effektiv, dass Carrie White durch Sissy Spacek, und ihre Mutter Margerete White von Piper Laurie Dario Argentos Trauma)fulminant dargestellt werden, weswegen beide auch für den Oscar nominiert worden sind.

De Palmas Inszenierung macht Carrie zu einem cineastischen Schmankerl. Schon die ersten Szenen haben eine hypnotische Wirkung. Sie sind so erschütternd und intensiv, dass einem der Atem stockt.
Carrie erlebt den Anfang eines ersten im Film gezeigtem Trauma in Zeitlupe, wodurch sich das erlebte Grauen unaufhaltsam anschleicht. Die Ruhe vor dem Sturm zeigt Carrie schutzlos, ausgeliefert und angreifbar, wie sie auch in dieser Passage in Kings Roman dargestellt wird. Und dann bekommt sie in diesem Moment der Schutzlosigkeit einen Schlag in die Intimsphäre, ins Herz, in die Seele. Carrie hält die Hände bittend in Richtung der Täter, und wird gerade dadurch unter schallenden Gelächter weiter in die Opferposition geschmissen. Eine Szene mit Nachwirkung. Daraufhin erfolgt oft ein Wechsel zwischen der Normalität, wie sie auch die Mitschüler/innen erleben, und dem Privatleben von Carrie. Der Wechsel zwischen der von außen betrachteten Normalität und Carries erlebten Grauen macht das Leiden und das Außenseiter-Dasein der Carrie effektiv deutlich. Während draußen die Sonne scheint, erlebt Carrie zu Hause eine emotionale Dunkelheit, die auch von der dunkel und farblos in Szene gesetzten Einrichtung des Hauses untermalt wird. Carrie erlebt wahre Einsamkeit, und versucht sich an dem einzigen festzuhalten was sie hat: Ihrer krankhaften Mutter. Carrie bittet diese sie normal leben zu lassen, versucht sich aber auch gegen diese zu richten und sich selbst zu entdecken. Bedeutend ist dabei das zurecht Oscar-nominierte Schauspiel von Sissy Spacek und Piper Laurie(Quatsch, sie hätten diese Auszeichnung bekommen MÜSSEN!). Der Wahn der Mutter ist bedrohlich, erschreckend und befremdlich, Laurie geht wahrlich in ihrem Wahn auf. Spacek ist für die Figur der Carrie eigentlich noch zu hübsch und zu schlank, aber ihr ungewöhnliches Gesicht verzieht die Mimik so intensiv, dass man ihren Schmerz fast schon spüren kann.

Über Kings Geschichte lässt sich philosophieren, und De Palmas Verfilmung lässt dies trotz eigener Veränderungen kongenial zu. Oberflächlich gesehen kann man sagen dass unter anderem davon erzählt wird, wie auch in der Realität ein junger Mensch in der Masse der Schüler/innen untergehen kann, und in jeder Schulklasse mindestens eine Person dazu auserkoren wird, der Fußabtreter für die pubertierenden Mitschüler/innen zu sein, und dabei ja noch selbst den Horror der Pubertät erlebt. Ein Nährboden für Wut, Verzweiflung, Aggression, Selbstzerstörung und psychische Erkrankungen. Lyrisch gesehen kann man unter anderem sagen dass Carrie durch ihre Kräfte und ihr Außenseiter-Dasein auch zum schwarzen Schwan wird. Ausgegrenzt durch das anders Sein, welches ihm im Endeffekt die Rache ermöglicht, die aber keine Erlösung bietet. Der Glaube und dessen Auswüchse werden auch thematisiert. Er ist für viele Menschen oft ein Strohalm, den sie in der Not ergreifen möchten. Die Not macht empfänglich für alles Erdenkliche, so auch in Carrie. Wenn man bedenkt welche Qualen Jesus Christus hat erleiden müssen, können auch hier im Bezug auf Carrie und ihre Mutter die Gedanken kreisen. Nicht zu vergessen ist auch die sexuelle Komponente. Carries sexuelles Erwachen durch die Geschlechtsreife bekommt den Bezug zum Verlust der Unschuld. Und das Natürliche wird 'bestraft', wodurch ein Schuldempfinden aufoktroyiert wird.

Der Film ist sehr spannend, allerdings eher im Sinne eines Dramas, als im Sinne eines Horrorfilms. Der Horror hat allerdings noch genügend Platz im Finale! Das gehört wohl zu dem heftigsten, welches jemals auf Zelluloid gebannt wurde. Es geht dabei nicht um Splatter, sondern mehr um die Dramatik. Auch wenn es dann noch ziemlich blutig wird. Das Finale verändert Kings Erzählung zwar, bleibt dieser aber im Sinn recht treu. Die einzige Schwäche dieses Films ist sein Alter. Es gibt etwas zu schräge, alberne Momente, die mit ebensolcher Musik untermalt werden. Im ganzen stört dass den Film aber nicht in seiner Wirkung. Einer der effektivsten und besten Stephen King Verfilmungen!

Übrigens sind auch die Nebenrollen toll besetzt und gespielt! Carrie bekommt Beistand von Steven Spielbergs Ex-Ehefrau, der hübschen Amy Irving (Oscarnominierung Yentl, Golden Globe Nominierungen für Anastasia sowie Sarah und Sam). Carrie wird von DePalmas Ex-Ehefrau Nancy Allen (Dressed to Kill, RoboCop, Das Philadelphia Experiment, Mehrere Nominierungen für den Saturn Award) maltretiert! William Katt (House) gibt ein charmantes Goldlöckchen, John Travolta (Oskar für Pulp Fiction, Golden Globe für Schnappt Shorty, Oskar-Nominierung für Nur Samstag Nacht, 7 Nominierung und 3 Auszeichnungen für und mit der Goldenen Himbeere für die schlechteste schauspielerische Leistung!) spielt einen gaaanz fiesen Kerl.

9,5 pUNKTE DEMENTED FOREEEEVER !
10/10
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Kommentare

24.10.2015 13:56 Uhr - NoCutsPlease
DB-Helfer
User-Level von NoCutsPlease 23
Erfahrungspunkte von NoCutsPlease 12.050
Sehr treffendes Review zu einem echten Klassiker.
Für mich bleiben aufgrund des Staubs zwar "nur" 9/10 telekinetisch begabte Rächerinnen, aber De Palmas mitreißender Stil und vor allem die Darstellung der menschlichen Dramatik sorgen für einen rundum überragenden Genrebeitrag! Zudem wurde mit "Carrie" ein ganzes Subgenre auf die Beine gestellt.

Kleine Anmerkung: Der Filmpreis ist der Oscar, OsKar ist der Blechtrommler. ;-)

PS: "Shining" - eine der besten King-Verfilmungen? Bist du sicher? Dreirad fahren ist so toll nicht! ;-)

24.10.2015 16:09 Uhr - cecil b
DB-Co-Admin
User-Level von cecil b 17
Erfahrungspunkte von cecil b 5.927
Thanx! Pendel bei der Wertung auch immer zwischen 9 und 10 Punkten, und lande bei 9,5.

Oskar ;) Achja die Blechtrommel, toller Film, wird editiert, danke!
Im allgemeinen kann ich mich mit diesem Review von 2012 zufrieden stellen, aber wenn der Film mal wieder in meinem Player landet, werde ich zumindest Palmas Inszenierung deutlicher in den Fokus nehmen. Da ist noch viel Luft nach oben. :)

Shining: Du Schlingel ;)

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