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Graduation Day - 7 Tage zur Ewigkeit

Originaltitel: Graduation Day

Herstellungsland:USA (1981)
Genre:Horror
Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,78 (9 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Laura Ramstead ist das erste Opfer einer Reihe ebenso rätselhafter wie grausamer Verbrechen, die systematisch das Leichtathletik-Team der Highschool reduzieren. Welches sind die Motive? Wer ist der irrsinnige Mörder? Ist es der beliebte Team-Trainer Michaels - oder der ungeliebte College-Polizist MacGregor? Die Kette der Verdächtigen reißt nicht ab. Ebenso wie die der Morde...
Dieser packende Thriller skizziert nicht nur die tödlichen Spannungen im Campus der Highschool, sondern zeigt auch außergewöhnliche sportliche Leistungen: Zur bedrohten Leichtathletik-Mannschaft des Colleges zählen auch Olympiasieger. Ein Thriller aus dem Milieu der amerikanischen Highschool. (VMP VHS-Cover)

eine kritik von dissection78:

"Graduation Day"! Es gibt eine ganze Reihe von diesen Titeln im Schlitzer-Subgenre. Praktisch jeder gewöhnliche und ungewöhnliche (Feier-)Tag wurde abgedeckt. Weihnachten, Muttertag, Silvester, Halloween, Valentinstag, 1. April, Geburtstage, Prom und eben der "Graduation Day".

Regisseur Herb Freed ("Haunts", "Beyond Evil") drehte sein Werk 1981 für eine Viertelmillion Dollar in Kalifornien. Er schaute sich zuvor nach eigenen Aussagen "Halloween" und "Freitag der 13." an und merkte, wie diese Filme aufgebaut waren. Sie hatten alle ein bestimmtes Muster. Regelmäßig musste die simple Handlung zu Tötungsszenen führen, und dies wiederholte sich schließlich immer und immer wieder. Er nahm eine Stoppuhr zur Hand, und alle paar Minuten hatte in seinem Film etwas zu passieren, damit er zum Konzept des Subgenres passte. So baute er seinen "Graduation Day" auf, und so primitiv wie diese Formel, so einfach ist auch der vorliegende Film, der am Ende noch Hitchcocks "Psycho" zitiert.

Natürlicherweise kann so kein wirkliches Meisterwerk, ja, noch nichtmal ein guter Film entstehen, sondern eher mittelmäßige Fließbandware, wie sie zur damaligen Zeit dutzendweise in die Kinos geschwemmt wurde und die somit standardmäßig anmutet. Die Story ist dabei so originell wie die bärtigen Methusalem-Witze von Furz Arschmuskel (maskierter Mörder meuchelt Mitglieder eines Hochschul-Sportteams). Mangelnder Einfallsreichtum wäre in einem solchen Fall noch nicht mal schlimm. Da ist man schließlich einiges gewohnt. Doch leider dümpelt die Spannung in niederen Bereichen herum, so dass der Puls des Zuschauers nie über 60 steigt. Skript und Dialoge sind flach. Die Charaktere sind fade Abziehbilder, wie man sie aus Myriaden anderer, ähnlich gelagerter Arbeiten kennt, obwohl... die Marine-Soldatin Anne (gespielt von Patch Mackenzie) hebt sich hiervon doch wohltuend ab. Die Teen-Akteure sind nicht großartig markant, allerdings fand ich sie auch nicht sonderlich unsympathisch. Die Make-Up-Effekte sind zurückhaltend. Deren Umsetzung mutet etwas bieder an. Verantwortlich hierfür war Jill Rockow, die sich in späteren Jahren immerhin bei "Pirates of the Caribbean", "Star Trek" und "Thor" austoben durfte. Die Musik trägt in den Mordszenen zur durchaus vorhandenen unheimlichen Stimmung bei, sonst ist sie öfter mal unpassend. Zwischen ebenjenen Morden gibt es so manches an Leerlauf und Füllmaterial zu überstehen. Die Disco-Tracks nerven dabei. Die Kameraführung ist solide Routine. Der Filmschnitt ist interessant, lässt er doch einerseits in gewissen Sequenzen Erinnerungen an Sam-Peckinpah-Werke aufkommen (YesSir! Majestätsbeleidigung!), dafür ist andererseits der manchmal exzessive Gebrauch stroboskop-artig schneller Cuts reichlich gewöhnungsbedürftig. Besonders die etwa achtminütige Szene, in der zwischen Rollschuh-Tänzern, Live-Band und einem Mord hin und her geschnitten wird, ist zwar ambitioniert aufgebaut, jedoch leider arg gestreckt. Hier hätte man gut die Hälfte rauskürzen können (es gibt übrigens noch zwei weitere, ausgedehnte Musik-Passagen), und generell ist der Film mit fast 100 Minuten zu lang geraten.
All der durchschnittlich-mittelmäßigen Beliebigkeit zum Trotz, soll "Graduation Day" mit seinem 250.000-Dollar-Budget und einem US-Einspiel von etwa 24 Millionen Dollar ein voller Erfolg gewesen sein. Ehrlich gesagt kann ich diesen Zahlen nicht so ganz glauben. Beim Gewinn ist das Komma im Nachhinein wahrscheinlich um eine Stelle nach rechts gewandert...?

Als Darsteller agieren u.a. Christopher George ("Grizzly", "Ein Zombie hing am Glockenseil", "Der Exterminator", "Pieces - Stunden des Wahnsinns") als ehrgeiziger Coach, Michael Pataki ("Easy Rider", "Remo - Unbewaffnet und gefährlich", "Rocky IV", "Halloween 4") als Rektor, Carmen Argenziano ("Dirty Harry IV", "Der Pate 2", "Identität", "Illuminati") als Inspektor, und Linnea Quigley ("Return of the Living Dead", "Hollywood Chainsaw Hookers", "Night of the Demons", "Mutronics - Invasion der Supermutanten") als Opfer...

2 ungeprüfte, ungeschnittene VHS-Versionen (ITT, VMP) wurden 1983 und 1985 indiziert. 2008 erfolgte die Listenstreichung. Auf DVD ist er hierzulande noch nicht erschienen, nur in UK, Kanada und den USA.

Alternativtitel: "Graduation Day - 7 Tage zur Ewigkeit"

Fazit:
Durchschnittlicher Slasher, den man sich als Fan mal anschauen kann. Er ist nicht schlecht, aufregend ebenfalls nicht. Ergo: Nullachtfuffzehn-Zeux aus dem verstaubten Früh-80er-Fundus von Troma. Die haben "Graduation Day" nämlich aufgekauft.

5/10
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