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Lethal Weapon - Zwei stahlharte Profis

Originaltitel: Lethal Weapon

Herstellungsland:USA (1987)
Standard-Freigabe:FSK 18
Genre:Action, Krimi, Thriller
Alternativtitel:Arma Letal
Dödligt vapen
Lethal Weapon 1
Zwei stahlharte Profis
Zwei stahlharte Profis - Lethal Weapon 1
Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,13 (138 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Beide sind Cops in L.A.. Beide sind absolute Profis. Und beide hassen es, mit einem Partner arbeiten zu müssen. Gemeinsam sind sie das perfekte Team: Der durchgeknallte Martin Riggs (Mel Gibson) und der besonnene Roger Murtaugh (Danny Glover), die auf der Jagd nach Heroinschmugglern gnadenlos Los Angeles auf den Kopf stellen. (Warner Bros.)

eine kritik von tom cody:

 

 

Heute nehme ich mal einen Film genauer unter die Lupe, den ich nicht nur als ein Highlight der 80er Jahre bezeichne, sondern ohne zu zögern zu den besten Actionfilmen aller Zeiten zähle! Die Rede ist von

  

"Lethal Weapon" , bzw, 

 "Zwei Stahlharte Profis"

Knallharte, toughe Cops, die auch mal gegen das System arbeiten, gehören spätestens (!) seit den Arbeiten Don Siegels ("Madigan", "Coogan's Bluff", "Dirty Harry" ) und auch anderer Regisseure ("Bullit", "French Connection") zu den unverzichtbaren Bestandteilen des Action- Kinos. Nach und nach wurde auch das Prinzip des "Buddy-Movies" im Bereich des modernen Großstadt-Westerns immer mehr ausgebaut, d.h. zwei ziemlich unterschiedliche Typen werden miteinander kombiniert, die gemeinsam die bösen Jungs hochnehmen, aber noch genug Zeit finden, sich zu streiten, über Nichtigkeiten zu diskutieren oder sich gegenseitig auf den Arm zu nehmen (TV:"Starsky & Hutch" , Film: "Die Superschnüffler"). Etwas Neues probierte dann Walter Hill 1984 aus, indem er einen weißen Cop und einen farbigen Gangster als Partner wieder Willen auf die Leinwand brachte "Nur 48 Stunden." Der  Film war ein echter Knaller und entwickelte sich schnell zum Überraschungshit. Zur Perfektion brachten dieses Schema dann 1987 der, zu diesem Zeitpunkt noch unbekannte, Drehbuchautor Shane Black und Regisseur Richard Donner ("Superman", "Das Omen"). Mit "Lethal Weapon" schufen sie einen sofortigen Klassiker, der nicht nur einer der besten Actionfilme überhaupt war (und immer noch ist!) sondern auch einer der düstersten, schwärzesten Copfilme überhaupt, trotz viel Humor vollgepackt mit Gewalt, Folter und Aggression.

 

Der farbige Polizist Roger Murtaugh (Danny Glover) steht kurz vor seiner Pensionierung. Der Vietnam-Veteran Murtaugh ist das klassische Beispiel für einen korrekten, nach Vorschrift handelnden Polizisten des Morddezernats, der unnötige Risiken scheut und mit seiner fünfköpfigen Familie in einem schicken Vororthäuschen von Los Angeles lebt. Eines Tages wird im als Partner der unberechenbare, draufgängerische Martin Riggs (Mel Gibson) zur Seite gestellt.  Riggs (ebenfalls als Scharfschütze in Vietnam gewesen) verfällt seit dem Unfalltod seiner Frau in Depressionen, ist akut selbstmordgefährdet und stürzt sich mit Inbrunst in Situationen, die ihn das Leben kosten könnten. Ein Team wie Feuer und Wasser. Der Fall einer ermordeten Prostituierten entwickelt sich zu einem wahren Alptraum, als der Vater der Ermordeten, ein ehemaliger Vietnam-Kumpel Murtaughs, diesen bittet, die Mörder seiner Tochter zu finden und zu töten. Plötzlich stecken die beiden Cops bis zum Hals in einem verzwickten Fall, der bis zum Vietnamkrieg zurückreicht, und in dem sie es mit skrupellosen Rauschgifthändlern, Ex-Soldaten, Söldnern und Psychopathen zu tun bekommen. Das Finale des Films gleicht einem Amoklauf Riggs', bei dem dieser wie eine Urgewalt zwischen die 'Bad Guys' fährt.

 

"Lethal Weapon" wurde ein gigantischer Erfolg. Der Film brachte es auf drei (allesamt erstklassige) Fortsetzungen, ein ungeahnte Zahl von Nachfolgern und Kopien, und machte insbesondere Mel Gibson zum absoluten Superstar. Vorher schon als "Mad Max" erfolgreich, war es gerade die Rolle des "Martin Riggs"  mit der man ihn von nun an immer in Verbindung bringen würde. Aber nicht nur Mel Gibson, auch Danny Glover und Gary Busey als mörderischer Psycho-Söldner "Mr. Joshua" gehen nahezu perfekt in ihren Rollen auf. Drehbuchautor Shane Black selber variierte die Thematik des Films dann auch in seinen späteren Werken "Last Boy Scout", "Tödliche Weihnachten" ("The Long Kiss Goodnight"), "Kiss, Kiss, Bang, Bang" und sogar in "Iron Man 3".

 

Einen großen Anteil am Erfolg haben sicherlich auch die perfekt getimten, aufwendigen Actionszenen des Films. Am Anfang von "Lethal Weapon" noch RELATIV rar gesät, abgesehen von einem fehlgeschlagenen "drug-bust" von Riggs und einem kurzen Intermezzo an einem Swimming-pool, steigern sie sich mit fortschreitender Laufzeit immer mehr, bis in den Strassen L.A.s wortwörtlich Krieg herrscht, und Maschienengewehr-Feuer und Explosionen die vorweihnachtliche Stimmung zerreißen. Insbesondere der harte, rohe und brutale Schlusskampf zwischen Riggs und Mr. Joshua bleibt hierbei im Gedächtnis. Riggs attackiert seinen Gegner mit einer Mischung aus verschiedenen Kampfsstilen wie Jiu-Jitsu, Boxen, Capoeira und Jailhouse Rock (gibt es tatsächlich!). Den energiegeladen Actionsequenzen wurde zwar bald ihr Platz im Action-Olymp von den Eskapaden eines gewissen John McClane in  den "Stirb Langsam"-Filmen streitig gemacht, dennoch können sie sich auch heute, mehr als 25 Jahre nach ihrer Entstehung, neben wahren Zerstörungsorgien wie denen der "Bad Boys" oder "Expendables" behaupten.

 

ABER: "Lethal Weapon" wäre nicht DER Klassiker, der er heute ist, würde sein Ruhm nur aus den toll gemachten Action-Szenen bestehen. Im Unterschied zu vielen anderen  seelenlosen 'Blockbustern' und Actionorgien, erzählt "Lethal Weapon" auch gleichzeitig eine zutiefst menschliche und sehr emotionale Geschichte. Ein Kritiktpunkt, den sich viele  neuere Actionfilme (vor allem aus den letzten 15 Jahren) besonders zu Herzen nehmen müssten.Wie sich aus der anfänglichen  Abneigung nach und nach gegenseitiger Respekt und eine tiefe Freundschaft zwischen Riggs und Murtaugh entwickelt, ist die ganz große Stärke von "Lethal Weapon". Riggs' Wandlung vom manisch-depressiven "Selbstmord-Cop" zu einem innerlich gefestigten Charakter ist eine langwierige Entwicklung, die sich auch durch die folgenden Teile zieht. Die Szene, als sich Riggs am Anfang von "Lethal Weapon" die Pistole in den Mund steckt und kurz davor steht abzudrücken, ist sicherlich einer der besten und intensivsten Darstellungen in Mel Gibsons gesamter Karriere. Auch dass z.B. die stets glaubwürdigen Darsteller von Nebenrollen, wie z.B. Darlene Love und Traci Wolfe (als Murtaughs Ehefrau bzw. älteste Tochter) oder sogar Steve Kahan (als geplagter Captain Murphy), immer dieselben blieben, und man ihre Entwicklung sozusagen mitverfolgen konnte, ist ein wichtiger Pluspunkt der Reihe. Nach dem ebenfalls äußerst düsteren und gewalttätigen zweiten Teil erfolgte zwar eine Gewichtung hin zu mehr Humor (insbesondere ab Teil 2 durch den genialen Joe Pesci als "Leo Getz"), dennoch steht immer wieder Riggs' Wandlung im Mittelpunkt, vom Cop, der kurz davorsteht sich eine Kugel in den Kopf zu schießen, hin zu einem Menschen, der allmählich (wieder) einen Sinn im Leben findet. Und weil gerade auch diese Szenen immer überzeugend und niemals aufgesetzt wirken, bleibt "Lethal Weapon" (bzw. auch desssen Fortsetzungen) auch dann spannend und ergreifend, wenn gerade mal keine Verfolgungsjagd stattfindet oder ein Haus in die Luft gesprengt wird.

Aufgrund der toll geschriebenen Charaktere, ihrer überzeugenden Entwicklung, den eindrucksvollen schauspielerischen Leistungen und den großartigen und mitreißenden Action-Szenen kommt für den Klassiker "Lethal Weapon" natürlich nichts anderes als die volle Punktzahl "10 von 10 Punkten" in Frage!

10/10
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Kommentare

28.03.2014 12:30 Uhr - Kable Tillman
DB-Helfer
User-Level von Kable Tillman 12
Erfahrungspunkte von Kable Tillman 2.206
Absolutes Top-Review! Da bekommt man glatt wieder Lust sich diesen Kultfilm anzusehen. Die 80er und 90er Jahre boten schon die besten Actionfilme aller Zeiten. Daran hat sich bis heute (leider) nichts verändert.

28.03.2014 19:21 Uhr - deNiro
DB-Helfer
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Erfahrungspunkte von deNiro 337
Daumen hoch, für Film und Review;)

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