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Halloween - Die Nacht des Grauens

(Originaltitel: Halloween)
Herstellungsland:USA (1978)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Thriller
Alternativtitel:John Carpenter's Halloween
Halloween 1
Halloween I - Die Nacht des Grauens
Halloween: The Night He Come Home!
The Story of Michael Myers: Halloween
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,77 (176 Stimmen) Details
inhalt:
In dem kleinen, friedlichen Städtchen Haddonfield bringt der sechsjährige Michael Myers an Halloween brutal seine Schwester um. 20 Jahre später bricht er aus einer psychiatrischen Anstalt aus und verschwindet spurlos. Sein behandelnder Arzt Dr. Loomis verfolgt den Flüchtigen. Er ist überzeugt davon, dass Michael in seine Heimatstadt zurück kehren will, um wieder zu morden. Doch niemand will Loomis glauben. Die hübsche Babysitterin Laurie hat jedoch das Gefühl, dass sie ständig beobachtet und verfolgt wird. Der Horror beginnt erneut und endet in einem unglaublichen Alptraum.
eine kritik von cecil b:
Warum ist Halloween ein zu recht angesehener Klassiker? Warum kann man seinen Status aber auch kritisieren? Und warum gebe ich ihm trotzdem eine so hohe Bewertung?Hier die Antwort:

lm Alter von 6 Jahren beobachtet Michael Myers seine ältere Schwester beim Sex und ermordet diese kurz darauf. Er wird in die geschlossene Anstalt eingewiesen. Stumm und apathisch verweilt er dort 15 Jahre. Sein Psychiater Dr. Loomis hat noch nie einen Fall wie diesen gehabt. Exakt 15 Jahre nach Michaels Mord, gelingt es diesem aus der Anstalt auszubrechen. Und er befreit alle anderen Insassen. Es ist Halloween. Kinder und Teenager feiern alle das Fest, in dem man die Geister erschrickt. Nur die schüchterne Laurie verbringt ihre Zeit mit Babysitten. Ihre Freundinnen jedoch saufen, kiffen und haben Sex. Doch dann taucht Michael auf, und das Morden beginnt. Nur Dr. Loomis verfolgt das Geschehen bewusst.

Kein Zweifel, John Carpenter hat diesen Film meisterhaft Inszeniert. Die Blickwinkel der Kamera, das Tempo währen der Morde, und die meisterliche-von ihm komponierte- Musik sorgen für eine tolle Atmosphäre. Carpenters Inszenierung ist ein Meisterwerk. Die ungewohnten Kamera-Blickwinkel sind allerdings durchaus von Bob Clarks und Dario Argentos Stil inspiriert. Carpenter selbst sagt dass er Halloween niemals gedreht hätte, wenn es Filme wie Profondo Rosso nicht gegeben hätte. Wobei der Stil von Halloween weniger an Dario Argentos Filme erinnert, sondern vielmehr an Bob Clarks Black Christmas sowie Dead of Night. Die P.O.V.-Perpektive des Mörders, und die besondere Art und Weise Häuser und ihre Umgebung in Szene zu setzen bauen eine bedrohliche Stimmung auf. Das Prinzip des psychosexuell traumatisierten Mörders ist stark an den Giallo angelehnt, der dieses Prinzip immer hat. Zudem orientiert sich das Äußere der Figur Michael Myers stark an Gialli wie Das Geheimnis der Schwarzen Handschuhe. Dennoch sind diese übernommenen Ideen sehr gut umgesetzt.

Die Story und er Handlungsverlauf sind auch durchaus interessant. Carpenter hat interessante Interpretationsmöglichkeiten mit eingebaut. In der Langfassung wird Myers anarchistisch anmutendes Verhalten noch deutlicher. Insgesamt weigert sich Michael ein Teil der Gesellschaft zu werden. Er weigert sich erwachsen zu werden. Er zeigt der Gesellschaft kein Gesicht, indem er eine Maske trägt, was er schon bei seinem ersten Mord getan hat. Als die Teens dann während des Hallooween-Fests selbst Masken tragen, um zu erschrecken, und die Geister zu vertreiben, scheint der maskierte Mörder den Spieß umzudrehen, und wird zu einem 'Geist'. Man kann vermuten dass Micheal als Kind durch das Verhalten seiner Schwester an Halloween traumatisiert wurde, und er das Böse was an Halloween vertrieben werden soll eher bei den Mitbewohnern seines Heimatorts sieht. Seitdem er seine Schwester beim Sex beobachtet hat, weigert er sich schlichtweg ein Mensch im klassischen Sinne zu sein. Der Film psychologisiert aber nicht, er zeigt nur deutliche Ausgangspunkte des Grauens. Interessant ist dabei auch dass die Einzige die den Mörder immer wieder entwischen kann, die Jungfrau ist, die sexuell enthaltsam und moralisch idealistisch ist. Nur sie und Dr. Loomis scheinen das Grauen früh zu erkennen. Im Bezug zum sexuellen Trauma ist die Bedeutung von Laurie ein offenes Buch in dem viel geblättert werden kann, und somit viele Interpretationen ermöglicht. Zum Glück überlässt Carpenter dem Zuschauer das Denken, und zeigt nur den Horror der für sich steht, und dadurch erschreckend ist, dass er sich nicht erklärt. Und wie war Michael vor seinem Mord? Wurde er durch den Akt seiner Schwester traumatisiert? Warum mordet er?

Sicherlich sind Giallos und Black Christmas stilistische Vorreiter. Da Halloween durch die ständige Präsenz von Michael Myers -der sich in die Kleinstadt einschleicht und seine Opfer begutachtet- aber eine durchweg bedrohliche Stimmung hat, die nicht ganz verstaubt ist, ist auch diese durchgängige Spannung zu bewerten. Zudem braucht Carpenter keinen Splatter, um Spannung zu erzeugen. Er selbst hatte laut eigenen Angaben nie bewusst einen Hintersinn in seine Filme einbauen wollen, allerdings gibt es keine Film-Lexika, die die möglicherweise unbewussten Gesellschaftskritischen Untertöne Carpenters nicht bestätigen.

EIN KLASSIKER! Demented foreeeever!
9/10
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