SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
The Dark Pictures: Little Hope · Rette deine Seele · ab 29,99 € bei gameware Böses Zombie-Spiel PS4 aus AT · Hol dir den Klassiker ohne Zollprobleme · ab 19,99 € bei gameware

Django Unchained

Herstellungsland:USA (2012)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Abenteuer, Action, Drama, Komödie,
Western
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,53 (88 Stimmen) Details
inhalt:
Angesiedelt in den Südstaaten, zwei Jahre vor dem Bürgerkrieg, erzählt DJANGO UNCHAINED die Geschichte von Django, ein Sklave, dessen brutale Vergangenheit mit seinen Vorbesitzern dazu führt, dass er dem deutschstämmigen Kopfgeldjäger Dr. King Schultz Auge in Auge gegenübersteht. Schultz verfolgt gerade die Spur der mordenden Brittle-Brüder und nur Django kann ihn ans Ziel führen. Der unorthodoxe Schultz sichert sich daher Djangos Hilfe, indem er ihm verspricht, ihn zu befreien, nachdem er die Brittles gefangen genommen hat – tot oder lebendig. Nach erfolgreicher Tat löst Schultz sein Versprechen ein und setzt Django auf freien Fuß. Dennoch gehen die beiden Männer ab jetzt nicht getrennte Wege. Stattdessen nehmen sie gemeinsam die meistgesuchten Verbrecher des Südens ins Visier. Während Django seine überlebensnotwendigen Jagdkünste weiter verfeinert, verliert er dabei sein größtes Ziel nicht aus den Augen: Er will seine Frau Broomhilda finden und retten, die er einst vor langer Zeit an einen Sklavenhändler verloren hat. Ihre Suche führt Django und Schultz zu Calvin Candie. Candie ist der Eigentümer von "Candyland", einer berüchtigten Plantage auf der Sklaven in sportlichen Wettkämpfen gegeneinander anzutreten.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von dr.walterjenning:

Handlung:

Django (Jamie Foxx), ein dunkelhäutiger Leibeigener im Texas des 19. Jahrhunderts vor dem Bürgerkrieg, wird auf dem Weg zu einer Sklavenauktion, auf der er gewinnbringend verkauft werden soll, von dem emigrierten Kopfgeldjäger / Zahnarzt King Schultz (Christoph Waltz) befreit, um ihm bei der Jagd auf die berüchigten Brittle Brüdern behilflich zu sein, da Django der einzig Greifbare ist, der sie identifizieren kann.Im Gegenzug für diesen Gefallen verspricht ihm Schultz nach abgeschlossener Mission die Freiheit.

Doch Django ist selbst auf der Suche, auf der Suche nach seiner Frau Broomhilda van Shaft (Kerry Washington), die irgendwo nach Mississippi auf eine Baumwollplantage verschleppt wurde. Eine Baumwollplantage mit dem Namen Candieland, skrupellos geführt von Großgrundbesitzer und Sklavenhalter Calvin Candie (Leonardo Di Caprio), seiner Schwester Lara Lee Candie-Fitzwilly (Laura Cayouette) und dem Sklavenaufseher Stephen (Samuel L. Jackson).

Review:

Quentin Tatarantino, King Of Pulp-Movies, hat es auch dieses Mal nicht geschafft, sein Meisterwerk Pulp-Fiction zu überbieten aber mit Django Unchained ist er verdammt Nahe dran.

War sein Vorgänger Inglourious Basterds noch in allen Belangen, ob nun Inszenierung oder Spiegelung der Epoche, überstilisiert, so bedient er sich in diesem Film lediglich bei den Actionszenen und Gewaltausbrüchen dieses durchaus zu gefallen wissenden Stilmittels, denn Zeitgeist, Kultur und Mentalität dieses Sittenbildes sind ungewöhnlich authentisch und dadurch überzeugend dargestellt.

Zwar kommt auch Django, sowohl als Film, als auch in Bezug auf die Charaktere nicht ohne Zynismus und humoristische Seitenhiebe aus, sogar die ein oder anderen One-Liner werden ihm und Schultz gegönnt, diese wirken aber zu keinem Zeitpunkt gewollt, unstimmig oder gar lächerlich.

Gerade Tarantinos Entscheidung, den Puls der damaligen Zeit und dessen ernste Thematik so seriös wie möglich darzustellen, hat diese überzeichnete Gewalt und die komödiantischen Elemente nötig, um nicht in Pathos oder sentimentalen Kleingeist zu verfallen.

Diese Prämisse hat scheinbar auch seine Darstellerriege begriffen, denn alle spielen so ziemlich die Kehrseite der Charaktere, die man eigentlich erwarten würde.

"Dies ist ein Quentin Tarantino Film...nur anders!"


Alle reden vom Oscar für Leonardo Di Caprio, der im Prinzip Hans Landa aus 'Inglourious Basterds' spielt, jedoch ohne die berechnende Intelligenz aber dafür auch Kuchen essen darf, oder für Christoph Waltz, der ebenfalls Hans Landa spielt nur schiesswütiger aber gutmütig. Das bedeutet nicht, dass sie schlecht spielen, das absolute Gegenteil ist der Fall und grundsätzlich kann ich die Oscarforderungen nachvollziehen, doch:

Die eigentliche, darstellerische Offenbarung des Films sind Samuel L. Jackson als Di Caprios nach aussen hin schleimiger, arschkriechender, untertäniger Obersklave, der jedoch insgeheim das Heft in der Hand hält, als Di Caprios Hirn fungiert und der größte Sadist von allen ist, dicht gefolgt von Jamie Foxx's Darstellung von Django, der sich wohltuend zurücknimmt, zu Beginn des Films fast wie ein zivilisationsfremder Wilder ohne Manieren und Bildung wirkt und dank Christoph Waltz's Obhut, Fürsorge und Anleitung mehr und mehr zu dem gewieften, coolen, über(männ)menschlichen und einsilbigen Protagonisten heranwächst den es bedarf, um seine Geliebte aus den Fängen dieser Monster zu befreien.

"Keiner scheint es so zu beherrschen, Charaktere zu erschaffen und im Ensemble wirken zu lassen wie Tarantino"


Das nächste Steckenpferd des Regisseurs wäre der Score, der auch in diesem Film als äusserst gelungen angesehen werden darf. Dabei expandiert die Bandbreite-, Western untypisch, von Enio Morricone über 60's & 70's Pop bis hin zu R&B, Chansons, Folk und sogar harter Gangster-Rap und Hip-Hop, der vor allem während den Shootouts extrem intensiv wirkt.

Ein weiteres Plus stellt der Genre-Mix, der glorreich mit allen Konventionen bricht und Pulp mit Western, Action, Romanze, Drama, Hommage und teilweise sogar Horrorelementen kombiniert. Soweit wieder Tarantino typisch, würde nicht dieses Mal das Hauptaugenmerk eindeutig auf der Romanze liegen und zwar durchgängig, gewürzt mit Rachemotiven. Obgleich des Themas könnte man Django Unchained als Tarantinos romantischsten Film bezeichnen, den er auch selbst Inszeniert hat.

Wer jetzt meint, es wird geschmalzt und geherzt bis Dr. Love kommt liegt falsch, denn der romantische Aspekt liegt im trotz allem positiven Grundton des Films. Es wird gemordet, gefoltert, geschossen, geflucht und explodiert wie selten zuvor, sogar den Mandingo-Fights (UFC für Sklaven) wird ein Platz eingeräumt und mit dem großen Shootout im Schlussdrittel ist Herrn Tarantino vermutlich der eindrucksvollste, coolste Shootout der Westerngeschichte gelungen, der auch gleichzeitig den Rekord für das meistvergossene Blut einstellen dürfte. Diese Schiesserei ist in punkto Brutalität und Blutvergiessen schon fast absurd brutal.

"Achtung: Explizite Gewalt, Gewalt, Gewalt!"


Letztendlich bleiben insgesamt nur wenige Mankos: Manches wirkt etwas gehetzt bzw. deplaziert, obwohl man genug Zeit zur Verfügung hatte, Djangos manchmal unvorteilhaft in Szene gesetzte Ehefrau und seine Laufzeit, denn ich hätte dem Treiben noch gerne 10 Stunden länger zugesehen.

Fazit:

Blutgetränkter, bleigeladener Westernhybrid, der trotz seiner Laufzeit (ca.165 min.) und dank seiner bärenstarken Darsteller, dem groovy-crazy Score und der Tarantino typisch-untypischen Inszenierung durchgehend unterhält.

'Django Unchained' rockt den Wilden Westen!

9/10

9/10
Weiter:
mehr reviews vom gleichen autor
Blutgletscher
Dr.WalterJenning
7/10
Nico
Dr.WalterJenning
8/10
Dom
Dr.WalterJenning
9/10
Wolf
Dr.WalterJenning
8/10
die neuesten reviews
Pate,
VelvetK
10/10
Crow,
TheMovieStar
10/10
I
Phyliinx
7/10

Kommentare

13.04.2014 02:08 Uhr - Tom Cody
1x
DB-Helfer
User-Level von Tom Cody 20
Erfahrungspunkte von Tom Cody 8.661
Wirklich gelungene Review zu "Django Unchained", welche sehr schön die Stärken des Films beschreibt, Tarantino's Intentionen berücksichtigt und auch denjenigen den Film näherbringt, die ihn vielleicht noch nicht gesehen haben. Thumbs up!

13.04.2014 16:07 Uhr - Dr.WalterJenning
DB-Helfer
User-Level von Dr.WalterJenning 6
Erfahrungspunkte von Dr.WalterJenning 469
Wow, vielen Dank! :-)

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)