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Dead Man Down

Herstellungsland:USA (2013)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Drama, Krimi, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,00 (15 Stimmen) Details
inhalt:
Victor ist der Vollstrecker eines Gangsterbosses in New York City. Nichts treibt ihn mehr an, als Rache zu nehmen für den Tod seiner Frau und seiner Tochter, der von seinen Chef verursacht wurde. Als sein Arbeitgeber von einem geheimnisvollen Killer bedroht wird, ist Victors Interesse geweckt. Er geht dessen Spur nach und stößt auf die mysteriöse Beatrice, die ebenfalls eine Rechnung mit Victors Chef zu begleichen hat. Victor verfällt der Schönen und gerät damit in einen Strudel der Ereignisse, über den er schnell die Kontrolle verliert.
eine kritik von dr.walterjenning:

Handlung:

Gangster Victor (Colin Farrell) hat eine vermeintliche Verehrerin: seine im Gesicht halbseitig entstellte Nachbarin Beatrice (Noomi Rapace). In der Hoffnung auf eine Beziehung oder zumindest eine Affäre verabredet sich Victor mit ihr in einem Restaurant, wo sie ihm ein unerwartetes Angebot unterbreitet...

Review:

Niels Arden Oplev, seines Zeichens Regisseur des ersten Teils der Verfilmung der Erfolgsromane
'Verblendung' von Stieg Larsson, baut auch bei seinem Hollywood-Debüt 'Dead Man Down' erneut auf Schauspielerin Noomi Rapace ('Prometheus') - und das ist auch gut so. Zwar ähnelt sowohl ihr Spiel als auch ihre Figur der nach außen hin toughen, jedoch innerlich gebrochenen Lisbeth Salander, jedoch beherrscht Rapace diese Art Charakter außerordentlich überzeugend. Stets verleiht sie ihrer neuen Figur eine charismatische Authentizität um über mögliche Stereotypisierung hinweg zu täuschen.

Doch Rapace und ihre Rolle sind nicht die einzigen, wiederkehrenden Muster in Oplevs Inszenierung: auch das Thema Rache zieht sich wie ein roter Faden durch 'Dead Man Down'. Eine Rachegeschichte, die ebenfalls ein unterentwickelter Zwilling von Luc Besson's 'Léon - Der Profi' sein könnte, ohne jedoch jemals dessen Genialität zu erreichen. Wie Bessons Meisterwerk ist auch Oplevs Film eigentlich eine Romanze im Gewand einer Profikiller-Thematik, bewegt sich im Gegensatz zu seinem offensichtlichen Vorbild jedoch leider zu unentschlossen zwischen den beiden Genres und verpasst somit die Gelegenheit, sein durchaus vorhandenes Potential vollends auszuschöpfen.

Noomi Rapace und Colin Farrell geben sich zwar alle Mühe und wissen auch in ihren Rollen und deren Motiven zu gefallen, jedoch gewährt man ihnen im wahrsten Sinne des Wortes zu wenig Handlungsspielraum um den Film tragen zu können. Hätte sich die aufdringlich wirkende Dramaturgie zu Gunsten vertiefter Charakterzeichnung etwas zurückgenommen, wäre eine festere Bindung zwischen Zuschauer und Figuren entstanden, doch so bleiben einem leider der emotionale Zugang zum Schicksal der beiden Protagonisten und die tatsächlich vorhandenen, philosophisch- relevanten Ansätze, wie z.B. Vergebung, Glaube und natürlich Liebe verwehrt. So erlaubt sich das Drehbuch z.B. auch, Schauspielgiganten wie die französische Leinwandlegende Isabelle Huppert ('8 Frauen') als Beatrices Mutter oder Oscarpreisträger F. Murray Abraham zur augenwischenden Randerscheinungen verkommen zu lassen.

Womit 'Dead Man Down' allerdings gehörig Punkten kann, ist seine kompromisslose und zugleich wunderschöne Bildsprache. Kameramann Paul Cameron ('Mann unter Feuer', 'Collateral') versteht sein Handwerk meisterhaft und ihm gelingt das heutzutage eher seltene Kunststück, durch seine Bilder die Lücken in der plakativ- mangelhaften Charakterzeichnung mit viel Gefühl zu schließen und zur gleichen Zeit ein Auge für ansprechend inszenierte Action und deren Schauplätze zu beweisen. Nur seiner Arbeit ist es zu verdanken, dass der Zuschauer die emotionale Relation zwischen Beatrice und Victor als glaubhaft empfindet und wenn Farrell Rapace tief in die Augen schaut, so kann man diesen intensiven Blickkontakt beinahe spüren, genau wie die heftigen Schusswechsel oder Schlagabtäusche, was den Film deutlich aufwertet.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Oplev mit 'Dead Man Down' ein solides Hollywood - Debüt abliefert, dem allerdings merklich der schriftstellerische Feinschliff fehlt, um den Film nicht im Genresumpf der Mittelmäßigkeit versinken zu lassen. Das Schauspiel ist gut, bekommt aber nicht genug Raum zur Entfaltung geboten, die Geschichte ist nicht innovativ aber routiniert mit der nötigen, konsequenten Härte spannend inszeniert und die Kamera tut ihr absolut Bestes um aufzuwerten, was aufzuwerten ist.

Fazit:

'Dead Man Down' ist ein solider und durchweg spannender Rache-Thriller, der über seine gesamte Laufzeit unterhält ohne lange im Gedächtnis zu verweilen. Nicht mehr aber auch nicht weniger.

6/10

6/10
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