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Ring

Originaltitel: The Ring

Herstellungsland:USA (2002)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Fantasy, Thriller, Mystery
Alternativtitel:The Ring - Das Grauen schläft nie
Static
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,73 (29 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Nach dem mysteriösen Todesfall ihrer Nichte beschließt die junge Reporterin Rachel Keller, den Tatsachen des Todes auf den Grund zu gehen. Sie stößt dabei auf ein seltsames und unheimliches Videoband, das surreale und teilweise alptraumhafte Szenen zeigt. Kaum ist das verstörende Band zu Ende, klingelt das Telefon und eine Stimme teilt ihr mit, dass sie nur noch sieben Tage zu leben habe. Daraufhin versucht sie herauszufinden, was es mit dem Film auf sich hat und wie er entstanden ist. Hilfe erhält sie dabei von ihrem Ex-Freund und Vater ihres Sohnes Aidan, dem Fotografen Noah Clay, der sich ebenfalls das Video ansieht. Zusammen finden sie schließlich heraus, dass eine Frau namens Anna Morgan sowie Moesko Island, die Heimat der Morgans, auf dem Video zu sehen sind. Auf Moesko Island angekommen, erfahren sie, dass Anna schon seit Jahren tot ist, aber auch, dass sie eine Tochter namens Samara hatte. Samara war auf der Insel gefürchtet. Besonders, da sie über unnatürliche Kräfte verfügt haben soll, und da das kleine Mädchen offensichtlich die Urheberin des tödlichen Videos ist, muss Rachel sie finden, zumal sich Aidan mittlerweile auch das Video angesehen hat und schon seit längerem unter den Einfluss einer übernatürlichen Macht geraten zu sein scheint... ()

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von fratze:

Anno 2002 ging ich spontan ins Kino. Nur mal sehen, was so läuft. Ebenso spontan entschied ich mich für "Ring". Von diesem kannte ich bislang nur einen eher nichtssagenden Trailer aus dem TV - "nichtssagend" im Sinne von "nichts verratend" - und wusste auch nichts vom japanischen Original. Im Grunde erwartete ich einen weiteren Teenie-Horror-Streifen im Stile von "Scream" oder "Final Destination".

Besonders die ersten Minuten des Films, die zunächst Becca und Katie zu Beginn einer Pyjamaparty zeigen, lotsten meine Erwartungshaltung ebenfalls in diese Richtung. Doch schon sehr schnell wurde mir klar, dass "Ring" mit den oben genannten Werken absolut nichts zu tun hat. Nach Beccas urban-legend-artiger Erzählung gerät der Film zunehmend zu einer surrealen Achterbahnfahrt, die eine klassische Geistergeschichte in der postmodernen Welt des Fernsehkonsums ansiedelt. Vorrangig dreht sich die Story um ein gruseliges Videoband, welches, einmal angesehen, nach sieben Tagen zum Tod des Betrachters führt. Die Reporterin Rachel versucht nach dem Tod ihrer Nichte Katie zu ergründen, woher das Band kommt, und stolpert so in die übernatürliche Welt des Mädchens Samara.

Zu den Charakteren: Rachel ist eine schwer arbeitende, allein erziehende Mutter, wie gesagt Journalistin und ein totaler Kopfmensch. Aidan, ihr hoch intelligenter, leicht autistisch wirkender Sohn, scheint sehr empfänglich für die paranormalen Schwingungen in seiner Umgebung zu sein, da er schon eine Woche vor dem Tod seiner Cousine beginnt, Bilder von Samara zu malen. Durch sein Verhalten wie auch durch die weiteren obskuren Todesfälle in Katies Freundeskreis wird Rachel zu immer tiefer gehenden Nachforschungen angestachelt, bis sie schließlich auf das Video stößt. Ab dann beginnt sie an dem, was sie bislang für Realität gehalten hat, zu zweifeln. Noah schließlich ist Rachels Ex-Freund und Vater von Aidan, kindsköpfiger Lebemann und rein zufällig (Anm.: 8P) Filmexperte. Auch er sieht sich das Band an, kann aber zunächst nichts außergewöhnliches daran finden und hält es für ein Independent-Werk. Erst später stellt auch er fest, dass das Video etwas mit ihm gemacht hat, und so macht er sich mit Rachel gemeinsam daran, Samara zu bekämpfen.

"Ring" ist ein äußerst verstörendes, gemeines und hinterhältiges Machwerk, das mit fiesen Schockmomenten und noch fieseren Geräuscheffekten arbeitet. Besonders die nervenaufreibenden, tinnitus-artigen Störgeräusche wirkten im Kinosaal äußerst intensiv, und die dazu gezeigten Bilder werden z.T. so plötzlich eingeworfen, dass man keine Chance hat, wegzugucken. Beispiel: Katies Mutter bittet Rachel, nachzuforschen, was ihrer Tochter passiert ist, und schließt ihren Appell mit den Worten: "Ich kann ihr Gesicht nicht vergessen." Daraufhin sieht man blitzlichtartig Katie tot in einem Wandschrank kauern, froschgrün verfärbt, mit völlig verzerrtem Gesicht und verdrehten Augen, als ihr Kopf gerade auf die Brust sackt. Untermalt wird die Szenerie mit einem kreischend hochfrequenten Piepton wie von einer Rückkoppelung. Zudem liegt über der Inszenierung permanent ein leichter Blaustich wie von einer Überblendung, so dass der gesamte Film wie durch eine alte Videokamera betrachtet aussieht. Einzig die Szene, in der Rachel das Video zum ersten Mal ansieht, zeigt einen anderen Farbstich: Als die untergehende Sonne durch die rötlichen Blätter eines Baumes in die Hütte scheint, taucht sie den Raum in ein blutiges Rot und kontrastiert so die äußere Welt zur inneren, albtraumhaften Szenerie des Todesvideos. Allein der Clip selbst erzeugt durch seine Abfolge verstörender Bilder eine äußerst beklemmende Atmosphäre. Die Bilder wirken dabei zunächst wie sinnlos aneinander gereiht; im Verlaufe des Films wird deutlich, dass es sich hierbei um Fetzen von Samaras Erinnerungen handelt, die nach und nach mitsamt den Hintergründen in journalistischer Detektivarbeit von Rachel aufgedeckt werden. Nach der Sichtung des Bands klingelt das Telefon, und eine Mädchenstimme flüstert: "Sieben Tage."

Wie gesagt, gemein und hinterhältig.

Ansonsten ist zu dem Film noch zu sagen, dass er insgesamt mit sehr einfachen, aber wirkungsvollen Effekten Atmosphäre schafft. Originell fand ich, dass er durch die Schreckmomente wirklich nachhaltige Angst erzeugt, die einen quasi durch den ganzen Film begleitet. Durch das übernatürliche Setting weiß man nämlich nie, was einen als nächstes erwartet, und spätestens nach der Szene mit Katie im Wandschrank krallt man permanent vor Anspannung ins Sofakissen. Bei alledem kommt der Film mit sehr wenig Blut und sehr geringem Bodycount aus; dafür machen die paar gezeigten Toten (Anm.: insgesamt sechs - ein Pferd, das von einem Schiff springt, mitgezählt) dadurch, wie sie präsentiert werden, sehr viel mehr Eindruck. Ein paar kleine dramaturgische Ungereimtheiten kommen vor, über die man jedoch hinwegsehen kann; mir persönlich waren sie auch erst nach mehrmaligem Ansehen aufgefallen.

 

Fazit:

Eigentlich halte ich mich für jemanden, der durch einen Film nicht (mehr) so leicht zu beeindrucken ist. Als ich allerdings nach diesem Kinobesuch zuhause ankam, mich ins Bett legte und das Licht ausmachte, vermied ich es tatsächlich, im Dunkeln auf den Bildschirm meines Fernsehers zu gucken. Insbesondere durch die vorletzte Sequenz mit Samara und Noah schafft es "Ring", die Sicherheitsbarriere zwischen Film und Zuschauer zu durchbrechen - vermutlich auch gerade weil er moderne Unterhaltungselektronik, die jeder zuhause stehen hat, als Kernelement bzw. als Brücke zwischen Dies- und Jenseits mit einbezieht.

Kürzlich habe ich mir den Film mal wieder angesehen, und obwohl ich alle Schockmomente unlängst kenne, wirkt er immer noch verstörend und beklemmend auf mich. Somit kann ich sagen, dass ich "Ring" für eine geniale Horror-Inszenierung halte, die ihresgleichen sucht!

9/10
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