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Evil Dead

Herstellungsland:USA (2013)
Standard-Freigabe:SPIO/JK geprüft: keine schwere Jugendgefährdung
Genre:Horror, Fantasy, Splatter, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,23 (269 Stimmen) Details
inhalt:
Mia (Jane Levy) und ihr Bruder David (Shilo Fernandez) freuen sich auf ein paar freie Tage, die sie mit ihren Freunden Olivia (Jessica Lucas), Eric (Lou Taylor Pucci) und Natalie (Elisabeth Blackmore) in einer entlegenen Waldhütte verbringen wollen: Doch dann entdecken die Fünf „Das Buch des Todes“ - und wecken damit düstere Dämonen. Nur einer von ihnen bleibt von den Untoten verschont und muss fortan einen erbitterten Kampf um sein Leben führen.
eine kritik von dr.walterjenning:

Handlung:


Die Geschwister Mia und David fahren zusammen mit ihren Freunden Eric, Natalie und Olivia in eine kleine, abgelegene Waldhütte um Mias Heroinsucht zu besiegen. Dort angekommen, entdecken sie im Keller ein altes Buch. Einer der Freunde liest entgegen aller Warnungen daraus vor und entfesselt somit eine dämonische Macht...

Review:


Was für eine Biest, was für ein Monster, was für eine Bestie von Film. Fede Alvarez liefert mit seinem Debüt einen nahezu perfekten, infernalen Wutbrocken ab. Gleich zu Beginn wird unmissverständlich klar gemacht: Es wird nicht verhandelt, es gibt kein Erbarmen, und das ist gut so, denn selten zuvor wurde ein Film, respektive eine Neuverfilmung bzw. Neuinterpretation im Vorfeld so geschmäht, so verrissen, so gehasst wie diese. Ankündigungen wie, dass Bruce Campbell nicht mehr Ash, seine Paraderolle aus dem Original spiele und dass Sam Raimi (Regie der Originalreihe Evil Dead, hierzulande Tanz der Teufel, 1-3) nicht Regie führt, schlimmer noch, ein völlig unbekannter Neuling das Heiligtum der Splatterwelt neu inszenieren würde etc. ließen nur eines erahnen: eine drohende Schändung der Ehre des geliebten Klassikers. Skandal! Schande über alle Beteiligten! Wie können sie nur?

Ja und wie sie können! Angefangen bei dem Autorengespann Alvarez, Rodo Sayagues und Diablo Cody, über den bereits genannten Regisseur bis hin zur Darstellerriege, dem Komponisten Roque Banos und den Produzenten Sam Raimi, Bruce Campbell und Robert Tappert, denen besonderes Lob gilt weil sie den Mut hatten, einen fantastisch- altmodischen, aber dennoch modernen Sehgewohnheiten angepassten, unfassbar harten Splatterfilm zu realisieren. Geballtes Herzblut sieht man 'Evil Dead' zu jedem Zeitpunkt, in jeder Szene und jedem Frame an, fast so, als wollten sie allen Skeptikern im Kollektiv den Mittelfinger entgegen strecken und trotzig fragen: "Wie konntet ihr je an uns zweifeln?"

Bemerkbar macht sich diese Liebe besonders in Details, wie z.B. der Tatsache, dass wo es nur ging mit praktischen Effekten gearbeitet wurde. Sei es Kunstblut oder Prothesen, alles ist handgemacht, diverse, gelungene Reminiszenzen an seine Vorgänger oder gar Petitessen wie die Namen der Charaktere, deren Initialen in der richtigen Reihenfolge gelesen das Wort "Demon" zu deutsch "Dämon" ergeben. Auch die Akteure hinter den Figuren wissen durch die Bank zu überzeugen, allen voran Hauptdarstellerin Jane Levy, die eine wahre Tour De Force aufs blutdurchtränkte Parkett legt. Ihre Performance als Dämon ist schlicht und ergreifend beängstigend genial.

Diese Genialität überträgt sich auch auf die musikalische Untermalung, welche mindestens so diabolisch-düster wirkt wie der gesamte Film und dazu beiträgt, dass die fiesen Schockeffekte noch schockierender, die Gewaltexzesse noch gewaltiger und die Spannungsmomente noch greifbarer werden.

Apropos Gewaltexzesse: 'Evil Dead' liefert auch hier. Man darf mit Fug und Recht behaupten, dass die Neuinterpretation dem Original in Puncto Zeigefreudigkeit in absolut nichts nachsteht. Des Weiteren darf behauptet werden, dass man seit dem Original wohl keine dermaßen kompromisslos-harte Splatterorgie mehr auf der Leinwand bewundern durfte. Es regnet förmlich abgetrennte Körperteile und Blutfontänen, und das auf eine solch detaillreich-realistische Art und Weise, dass es sogar den genreerprobten Zuschauer zurecht aus den Socken haut. Maßgeblich intensiviert werden diese Imressionen durch Alvarez' seriöse, kataklysmisch-schmutzige Inszenierung, die ihresgleichen sucht. Es gelang ihm wider Erwarten spielerisch, sich beeindruckend erfolgreich vom humorvoll-satirischen Grundton des 1981'er Originals loszulösen und seine eigene Vision des Themas zu etablieren. Trotz Blut en Masse ist Evil Dead 2013 aber kein plumper Splattertrash: die Krassheit des gewählten Horrors wechselt bedacht zwischen unterhaltsamen Schocks und spannendem Terrorhorror, der an den Nerven zerrt. Insgesamt lässt sich konstatieren, dass sich das Remake eher an seinen europäischen als an seinen amerikanischen Genre-Kollegen orientiert, was ebenfalls sehr gut funktioniert und in sich schlüssig ist.

Man könnte ewig fortfahren, denn die Lobeshymnen finden kein Ende. Fede Alvarez großmundig als furchterregendster Horrorfilm aller Zeiten beworbenes Schlachthaus ist aus dem Stehgreif ein Genre-Klassiker geworden, das sowohl sein Vorbild respektiert, gar huldigt, als auch selbstbestimmt und souverän seinen eigenen Weg geht, indem es Terror und Splatter wieder zu einem Begriff in der cineastischen Landschaft macht, diesen mit einfachsten aber effektiven Mitteln modernisiert ohne ihn mit der inszenatorischen Brechstange zu revolutionieren. Diesen Regisseur sollte man definitiv im Auge behalten, denn wenn jemand mit seinem Erstling und 17 Millionen Dollar Budget so dermaßen auf den Putz haut, dem traut man alles zu.

Fazit:


'Evil Dead' ist ein diabolisches Meisterwerk, an dem sich zukünftige Genrevertreter messen lassen müssen. Ein Terror-Splatter teuflischen Ausmaßs, abgrundtief spannend, abgrundtief blutrünstig und abgrundtief böse. Wichtig: Bis nach dem Abspann sitzen bleiben, es lohnt sich!  

9/10

9/10
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