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Jack and the Giants

(Originaltitel: Jack the Giant Slayer)
Herstellungsland:USA (2013)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Abenteuer, Drama, Fantasy
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,00 (15 Stimmen) Details
inhalt:
Als ein junger Landarbeiter unbeabsichtigt das Tor zwischen unserer Welt und dem Reich der fürchterlichen Riesen öffnet, flammt eine uralte Fehde wieder auf. Jahrhundertelang konnten die Riesen nichts gegen die Erde ausrichten, doch jetzt setzen sie alle Hebel in Bewegung, um ihr einst verlorenes Land zurückzuerobern. Urplötzlich muss sich der junge Jack (Nicholas Hoult) im Kampf seines Lebens bewähren, denn es gilt, die Riesen um jeden Preis aufzuhalten. Dabei kämpft er nicht nur für König und Vaterland, sondern auch um die Liebe einer tapferen Prinzessin. Bisher hatte er die unüberwindlichen Krieger nur für eine Legende gehalten ... doch als er ihnen nun gegenübersteht, bekommt er die Gelegenheit, selbst eine Legende zu werden.
eine kritik von dr.walterjenning:

Handlung:

Als Jack (Nicholas Hoult) versehentlich eine gigantische Bohnenranke gen Himmel pflanzt, öffnet er damit ein Tor in eine andere Welt. In dieser Welt herrschen riesenhafte Wesen, die nun die Ranke herab steigen und einen uralten Krieg auf's Neue entfachen. Den Krieg zwischen Menschen und Riesen...

Review:

Mit 'Jack The Giant Slayer' läuft bereits, neben 'Die fantastische Welt von Oz (Oz the Great and Powerful)', das zweite Fantasy-Epos des noch jungen Kinojahres 2013 in den deutschen Kinos an. Beide sind Märchen, beide handeln von der Kollision zweier Welten und beide sind 3D-Blockbuster mit einem Budget jenseits der 150 Millionen Dollar Marke. Doch wer hat die Nase vorn? Wenn es um's Einspiel geht, macht bisher eindeutig 'Oz' das Rennen.

Basierend auf der Nacherzählung von Joseph Jacobs 'English Fairy Tales' aus dem Jahre 1890 leiht sich Singer das Grundgerüst der Geschichte und verpasst ihm einen zeitgemäßen CGI-Anstrich. Jack, ein armer, verwaister, schmächtiger Bauernjunge muss die holde Maid, Prinzessin Isabell (Eleanor Tomlinson), an deren Verschwinden er mehr oder weniger die Schuld trägt, aus den Fängen der Riesenmonster befreien und dann auch noch fast im Alleingang einen Krieg gewinnen. Soweit, so bekannt. Zumindest der Innovationspreis 2013 geht nicht an 'Jack The Giant Slayer', denn abseits der allseits bekannten Handlung agieren auch deren Pro - bzw. Antagonisten stereotyp, da bilden auch Stanley Tucci als zwielichtiger Roderick und vermeintlicher Gemahl von Isabell, Ewan McGregor als Ritter Elmont und Ian McShane als König, der die Vermählung seiner Prinzessinentochter vorantreiben will, keine Ausnahmen. Den eingeflochtenen Twist riecht man schon vier Meilen gegen den Wind.

Klingt das erstmal nicht wirklich als Argument dafür, sich ein Kinoticket zu lösen, so spielt das "Wie?" eine große Rolle. Ausnahmslos jedem Darsteller, von Hauptdarsteller Hoult bis zum kleinsten Komparsen, steht die Lust und Freude, in diesem Film mitwirken zu dürfen ins Gesicht geschrieben. Es dürfte wenig verwunderlich sein, da fast jedes, vorzugsweise männliches Kind irgendwann mal mit Pappschwert und Plastikschild bewaffnet gegen imaginäre Monster und Riesen gekämpft hat - mit dem Unterschied, dass Singers Riesen verdammt echt aussehen. Bis ins kleinste Detail herrlich animiert und durch das hervorragende 3D-Erlebnis intensiviert, walzen diese Kreaturen alles nieder, was sich ihnen in den Weg stellt. Gänsehautmomente, die auch John Ottmans Score souverän donnernd und grollend zu unterstützen weiß.

 Eine weitere Stärke des Films ist die Entscheidung Singers und natürlich auch der Autoren, den Film so geradlinig und vorlagengetreu wie möglich zu inszenieren. 'Jack The Giant Slayer' darf auch 2013 ein altertümliches Monster-Märchen bleiben. Er wird weder in die Gegenwart portiert noch versucht man, ihn in andere Genres zu pervertieren. Beinahe möchten einem die Worte Creature-Feature über die Lippen kommen, denn die Riesen verlassen nur aus einem einzigen Grund ihr Habitat: Menschen fressen! Eine erbarmungslose Herangehensweise wäre noch geschmeichelt. Unbedingt erforderlich für die älteren Zuschauer ist es, das Kind in sich wieder zu entdecken, ansonsten wird man wohl ob der doch sehr simplen Geschichte und Umsetzung lediglich mittelmäßig befriedigt. Man muss Monster und gegen sie kämpfende Männer sehen wollen

Befriedigend ist auch das Prädikat, dass einem bei der Bildsprache in den Sinn kommt und bildet gleichzeitig das größte Manko des Films. Vermutlich wurde der Großteil des Budgets in die Animation der Riesen investiert, können die übrigen Effekte jenseits der Giganten doch bestenfalls als durchwachsen kategorisiert werden. Kostüme, Schlachtszenerie etc. wirken längst nicht so überzeugend wie die computergenerierten Antagonisten oder deren Heimat und müssen sich der wunderschönen, konsequent hochwertigen Optik von Raimis 'Oz' geschlagen geben. Unnötig, führt man sich das üppige Budget von fast 200 Millionen Dollar vor Augen. Dieser negative Kritikpunkt reißt das effektgestählte Publikum mit dem Auge für Akzente immer wieder unvermittelt aus dem Geschehen.

Zusammenfassend belegt Bryan Singer's 'Jack The Giant Slayer' aufgrund einer zu seichten Handlung und der stark variierenden Qualität der Spezialeffekte auch inszenatorisch nur den zweiten Platz hinter Sam Raimi's 'Die fantastische Welt von Oz'. Dabei ist 'JTGS' bei weitem kein schlechter Film, es mangelt ihm lediglich an Feinschliff. Der geneigte Zuschauer sieht jedoch gerne über diese Mängel hinweg, lässt sich auf unbeschwerte, imposante Fantasy-Action ein und freut sich, dass er zumindest für 114 Minuten endlich wieder Kind sein darf.

Fazit:

'Jack and the Giants' bietet kurzweilige, monstermäßige, märchenhafte Fantasykost mit einer riesigen Portion Herz in lohnendem weil echten 3D.

7 / 10

7/10
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