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Broken City - Stadt des Verbrechens

(Originaltitel: Broken City)
Herstellungsland:USA (2013)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Drama, Krimi, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,14 (7 Stimmen) Details
inhalt:
Billy Taggart (Mark Wahlberg) war ein Cop, bis ihm ein unglücklicher Fall von Polizeigewalt zum Verhängnis wurde. Danach musste er seine Marke abgeben, und dass er nicht auch noch ins Gefängnis kam, verdankte er hauptsächlich einem Mann: Nicolas Hostetler (Russell Crowe), dem Bürgermeister von New York City. Acht Jahre später lebt Taggart als Privatdetektiv in einer verwahrlosten Ecke der Stadt, und jetzt fordert Hostetler einen Gefallen von ihm. Er soll feststellen, ob seine Frau Cathleen (Catherine Zeta-Jones) eine Affäre hat. Klingt wie ein einfacher Fall, aber kaum hat Taggart den Verdacht von Hostetler bestätigt, stirbt auch schon Cathleens Lover. Das Schwierige daran: Taggart entdeckt hinter dem Mord einen viel größeren Skandal, und mittendrin steckt der Bürgermeister. Jetzt beginnt eine gefährliche Jagd, denn Taggart will Gerechtigkeit erzwingen, egal ob ihn das Freiheit oder Leben kosten wird.
eine kritik von dr.walterjenning:

Handlung:


Der amtierende New Yorker Bürgermeister Hostetler (Russel Crowe) heuert den ramponierten Privatschnüffler und Ex-Cop Billy Taggart (Mark Wahlberg) an, um seine vermeintlich untreue Gattin Cathleen (Catherine Zeta-Jones) auf frischer Tat zu ertappen, doch was Taggart nicht ahnt: der Bürgermeister treibt ein doppeltes Spiel...

Review:


Allen Hughes ('Menace II Society', 'Book Of Eli'), der bisher nur im Gespann mit seinem Bruder Albert Hughes arbeitete, liefert mit 'Broken City' seinen ersten Solofilm ab. Produziert wurde der im politischen Milieu angesiedelte Thriller von Mark Wahlberg, der kurzfristig selbst für die Hauptrolle einsprang, als sein eigentlicher Wunschkandidat Michael Fassbender nicht verfügbar war. Ob das dem Film nun schadet oder nutzt, lässt sich schlecht beurteilen, da die Figur des unter massiven Aggressionsproblemen leidenden Ex-Polizisten Billy Taggart zwar viel Raum für schauspielerische Entfaltung ermöglichen könnte, Hughes aber sowohl ihn als auch Co-Star Russell Crowe unterfordert, und damit ihrer beider unbestrittenen Qualitäten nicht verwerten kann.

Eine Tatsache, die in Anbetracht des gewählten Schwerpunkts der Inszenierung, nämlich eben Schauspielkino, unglücklich bzw. nicht nachvollziehbar ist, denn Hughes' Werk ist altmodisch, dialoglastig und arm an Action. Tatsächlich bietet 'Broken City' nur eine einzige rasante Szene in Form einer Autoverfolgungsjagd, ansonsten sieht der Zuschauer Wahlberg aufmerksam bei seinen größtenteils verbalen, nur selten rabiat-gewalttätigen Ermittlungen und Crowe bei seinen intriganten, mit großer Freude vollführten Machtspielchen zu oder nimmt an deren chaotischen aber schematischen Privatleben teil.

Der eifersüchtige Ehemann, übrigens ein Motiv, das sich die beiden Hauptdarsteller teilen, die vernachlässigten Ehefrauen (u.a. Catherine Zeta-Jones), der korrupte Cop, der zwielichtige Politiker, das sind allesamt dem fleißigen Kinogänger bekannte Charaktere, denen der Film zu keinem Zeitpunkt neue Facetten abgewinnen kann. Alles wirkt bekannt und alles wurde schon Mal besser porträtiert, ohne greifbare Höhepunkte. Immerhin zum schmunzeln ist die platonische Beziehung zwischen Wahlbergs Figur und dessen sympathischer, stets schlagfertigre Sekretärin Katy Bradshaw (Alona Tal).

Brilliant hingegen sind zum einen die Kameraarbeit von Ben Seresin ('Unstoppable', 'Transformers - Die Rache') und zum anderen der Score von Atticus Ross ('The Social Network', 'Verblendung'). Die stimmungsvollen, dem Tonus des Films quasi maßgeschneidert-angepassten Bilder kombiniert mit den verspielt-elektronischen, leicht jazzigen Klängen harmonieren wundervoll und werten den Kinobesuch merklich auf. Mag das Buch, respektive Hughes Umsetzung noch so beliebig sein, die Wahl des Kameramanns und des Komponisten sind schlicht und ergreifend genial.

Das Résumé lässt sich mit einem Wort beschreiben: Durchschnitt. 'Broken City' will das Bild einer durch Korruption verdorbenen, kaputten Stadt zeichnen, deren Bewohner ebenso kaputt und verdorben sind aber scheitert bei dem Versuch, dieses Bild auf eine abgenutzte, phlegmatische Geschichte inklusive austauschbarer, entbehrlicher Akteure zu übertragen. Eine für ihren Gehalt zu langsam, wenn auch nicht langweilig erzählte Geschichte, deren Figuren einfach mehr Platz und starke Momente verdient hätten, um mehr aus dem Stoff zu machen.

Fazit:


Ein politischer Thriller, qualitativ einzuordnen zwischen Fast-Food und Hausmannskost. Nie wirklich langweilig oder schlecht, aber selten richtig spannend und in seinen besten Momenten oberes Mittelmaß, was den Kinobesuch zwar nicht zur Zeitverschwendung, wohl aber maximal zum Zeit totschlagen werden lässt.

 

6/10

6/10
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