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A History of Violence

Herstellungsland:USA (2005)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Comicverfilmung, Drama, Krimi, Thriller
Alternativtitel:DC Comics: A History Of Violence
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,36 (91 Stimmen) Details
inhalt:
Coffeeshop-Wirt Tom Stall (Viggo Mortensen) lebt glücklich und zufrieden mit seiner Frau und den beiden Kindern in einer Kleinstadt. Doch einesAbends wird die Familienidylle gestört: Zwei brutale Räuber überfallen Tom im Coffeeshop. Er erkennt die Gefahr und erschießt die beiden gesuchten Mörder in Notwehr. Weil Tom daraufhin in allen Medien als Held gefeiert wird, steht sein Leben plötzlich Kopf. Tom fühlt sich dabei nicht wohl – er möchte sein normales Leben weiterführen. Doch dann erscheint der geheimnisvolle Carl Fogarty (Ed Harris). Er bedroht Tom, weil er meint in ihm seinen Todfeind Joey entdeckt zu haben.
eine kritik von boondocksaint123:

Die Werke von David Cronenberg sind meistens sehr komplex in der Inszenierung. Doch es kam bei ihm auch schon mal vor, dass er etwas von seinem üblichen Metier abwich und so entstanden sogar Filme, die für die breitere Masse um einiges leichter gestaltet wurden. Einer dieser Filme ist „A History of Violence“. Doch bloß weil der Film etwas einfacher gestrickt ist, heißt es, dass es kein waschechter Cronenberg ist?

Tom Stall führt mit seiner Familie ein ruhiges und beschauliches Leben in der kleinen Stadt Millbrook. Als Geschäftsführer eines kleinen Diners kennt er so gut wie jeden Bürger der Stadt und lernt auch immer wieder neue Gesichter kennen. Doch eines Tages kommen zwei Fremde in sein Lokal, die schon auf den ersten Blick etwas suspekt auf ihn wirken. Als die Beiden dann versuchen Geiseln zu nehmen, sieht Tom rot und kann durch einen spektakulären Eingriff die beiden Fremden zur Strecke bringen und somit das Leben seiner Gäste retten. Seit diesem Zeitpunkt steht Tom im Mittelpunkt, sowohl in seiner Stadt als auch der Medien. Dies ist ihm aber nicht ganz recht und deshalb versucht er sich so gut es geht vor den Kameras zu verstecken. Doch es ist eindeutig zu spät, denn schon bald stehen ein paar mysteriöse Männer in Anzügen vor ihm und behaupten, dass er ein berüchtigtes Mitglied der Mafia wäre. Stimmt etwas an der Behauptung, ist Tom tatsächlich Mitglied der Mafia oder lügen diese Männer?

Anders als bei vielen anderen Filmen von Cronenberg wird hier weniger Wert auf eine gewisse Botschaft gelegt, sondern versucht Cronenberg einen waschechten Mafia-Thriller auf die Beine zu stellen. Doch heißt dies nicht, dass nicht der übliche Touch von Cronenberg vorhanden ist. Wie auch bei seinen anderen Filmen lässt er die Handlung ruhig vorantreiben, welche dann immer weiter auf ihren Höhepunkt zuwandert. Die ersten paar Minuten des Filmes machen sofort den Eindruck, dass man etwas kühles, etwas bitter ernstes und vor allem sogar etwas verstörendes zu Gesicht bekommen wird. Man verfolgt wie die beiden Fremden in einem Motel sind und dabei eine Schneiße der Gewalt hinter sich lassen. Ohne irgendwelche Regungen in den Gesichtern wird man gefesselt von der erdrückenden Fassade der beiden Männer. Dann schwenkt die Handlung sofort zu Tom, der von nun an im Mittelpunkt der Handlung steht. Man erhält Eindrücke in das Leben des Familienvaters, sein übliches Vorgehen am Tag und es kommt einem der Anschein, dass er ein typisches Vorstadtleben führen würde. In diesem Zeitraum ist die Handlung sehr still, es passiert nicht sehr viel, man legte wirklich sehr viel Wert auf die Beziehung der Charaktere und gut nach 30 Minuten kommt der nächste Klöpper. Man findet sich in einem blutigen Gemetzel wieder, dass aber (zumindest war es bei mir so!) Gänsehaut hervorruft. Es folgt wieder etwas Ruhe, ist es die Ruhe vor dem Sturm?

„A History of Violence“ ist kein typischer Mafia-Thriller sondern ehr eine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema. So hat Cronenberg das Hauptaugenmerk darauf gelenkt, wie ein kleiner Vorfall das Leben einer ganzen Familie verändern kann. Nichts ist mehr so, wie es vorher einmal war. Genau darin liegt auch die Faszination des Filmes, denn so wie alles erzählt wird, hat der Zuschauer sogar das Gefühl, dass sowas tatsächlich passieren könnte. Nicht nur, dass man starke Persönlichkeitsveränderungen an Tom erkennen kann, nein auch seine Frau, die stets offen und herzlich war, entwickelt sich zusehends zu einer verängstigenden, hasserfüllten Frau, die immer mehr in Frage stellt, wer der Mann an ihrer Seite eigentlich ist. Auch die Kinder, zumindest der Sohn entwickelt sich im Laufe des Filmes immer und immer weiter. Wirkte er am Anfang wie ein üblicher Teenie, macht er plötzlich einen riesigen Satz nach vorne und entwickelt sich zu einem Charakterstarken und trotzdem verletzlichen Individuum, dass zwischen den Fronten steht.

Nicht nur, dass der Film von der Handlung her 1A ist, besticht der Film auch durch seine hervorragenden Figuren wieder. In der Rolle des Tom Stall, darf der Zuschauer den talentierten Darsteller Viggo Mortensen beobachten. Einer der Schauspieler, den wohl jeder Mensch kennen dürfte. Im Jahr 2000 – 2003 verkörperte er den Helden Aragon, den König Gondors in der Verfilmung „Der Herr der Ringe“. Hier nur mit weniger Haaren auf dem Kopf und im Gesicht, doch dafür mit genau so viel Talent, wenn nicht sogar mehr. Durch sein markantes Auftreten ist er schon von Anfang an der Sympathieträger des Filmes, vermag es aber auch, dass der Zuschauer an seiner Persönlichkeit zweifelt. An seiner Seite sieht man Maria Bello, die hübsche Blondine, die hier und da auch mal ihre Hüllen fallen lässt. Sie spielt gewohnt gut, nicht mehr und auch nicht weniger. Leider steht sie im Schatten ihres Filmmannes und wirkt daher ein wenig wie das fünfte Rad am Wagen.

Besonders hervorheben sollte man auch die Leistung von Ed Harris, der den suspekten Carl Fogarty verkörpert. Ein wirklich angsteinflößender Mensch, der auch durch sein markantes Auftreten so schnell nicht aus dem Kopf geht. Ed Harris war noch nie einer der Schauspieler, der mir groß imponiert hat, doch in so bitter ernsten Rollen, da kann er vollkommen überzeugen. Natürlich gibt es noch weitere bekannte Gesichter zu bestaunen, doch auf alle Einzugehen, dass würde den Rahmen sprängen:-D

Mit „A History of Violence“ ist Cronenberg wieder ein Geniestreich gelungen, der in keiner Sammlung fehlen sollte,  doch am besten greift man noch zur normalen DVD, diese bietet nämlich die Unrated-Fassung des Filmes, die so einige Gewaltspitzen parat hält. Von der Blu-Ray würde ich daher persönlich abraten, weil diese nur die R-Rated Fassung enthält. Auf jeden Fall ein Muss. Dieser Film dürfte Fans des Mafia-Genres auf jeden Fall ansprechen und natürlich auch Menschen, die einem guten, düsteren und verstörenden Thrillers nicht abgeneigt sind.


8,5 von 10 Punkte sind bei diesem Film auf jeden Fall drin! 

 

9/10
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Kommentare

17.04.2014 16:09 Uhr - Kable Tillman
2x
DB-Helfer
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Sehr gutes Review Boon! Schon deine Film-Kritik zu "Videodrome" war klasse und diese hier zu "A History of Violence" steht dem in nichts nach. Du scheinst ja gerade im Cronenberg-Fieber zu sein. Daumen hoch!

17.04.2014 22:46 Uhr - cecil b
2x
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Aber Hallo! Two Thumbs up!

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