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Die Croods

(Originaltitel: The Croods)
Herstellungsland:USA (2013)
Standard-Freigabe:FSK o.A.
Genre:Abenteuer, Animation, Kinderfilm,
Komödie
Alternativtitel:Crood Awakening
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,89 (9 Stimmen) Details
inhalt:
Die Croods sind die letzten Überlebenden der prähistorischen Ära und befinden sich in einer Zeit, in der Mutter Natur noch viel mit Artenvielfalt und Entstehung experimentierte. Nachdem die vertraute und schützende Höhle der Familie komplett zerstört wurde, müssen sich die Croods gemeinsam auf eine große Reise begeben. Sie stürzen sich in eine abenteuerlich Suche nach einem neuen Zuhause in einer Welt voller außergewöhnlicher Pflanzen, Tiere und Orte. Auf ihrem Weg, die Herausforderungen der Reise zu meistern, begegnen Stammesoberhaupt Grug und seine Familie einem Fremden. Der Unbekannte ist ein einfallsreicher, junger Nomade namens Guy, der sich zu allem Überfluss auch noch in Grugs aufgeweckte, eigensinnige Tochter Eep verliebt. Schlussendlich schaffen es die Croods sich auf das Abenteuer einzulassen, überwinden ihre Angst vor der Außerwelt und merken, dass sie alles haben, was man zum Überleben braucht - einander.
eine kritik von dr.walterjenning:

Review:

Der neue Animationsfilm aus dem Hause Dreamworks / 20th Century Fox unter der Regie von Chris Sanders und Kirk De Micco ('Drachenzähmen leicht gemacht', 'Space Chimps') ist eine waschechte Überraschung und das in vielerlei Hinsicht. Zum einen sticht er, trotz der Flut an mal gelungenen, mal weniger gelungenen Animationsfilmen der letzten Jahre positiv hervor und kann dem Genre neue Aspekte hinzufügen, ja darin sogar neue kreative Maßstäbe setzen.

Zum anderen beschränkt er sich selbst nicht nur auf hochwertige Effekte aus dem Computer, denen eine x-beliebige, möglichst kindgerechte Handlung untergeordnet wird, sondern hat auch den Mut, ganz im Sinne seiner Protagonisten, neue Pfade zu betreten und in Puncto Kreativität, Action und Humor, eingebettet in eine Geschichte, die Moral sowie Relevanz vermittelt, vorbildlich aus den Vollen zu schöpfen. Angefangen bei einer einleitenden 2D Animation, die die humoristische Marschrichtung vorgibt, über den spannenden und actionreichen zweiten Akt bis hin zum dramatischen Finale.

Eingefangen wird das ganze vom erfahrenen Yong Dhuk Yuhn ('Kung-Fu Panda'), dessen irrwitzig- rasante Kamerafahrten zwar ab und an das 3D-Erlebnis trüben, andererseits die wunderschönen Landschaften, Licht und Schatten so einzigartig und perfekt in Szene setzen, dass man sich nicht nur einmal ertappt fühlt, zu glauben, einen Realfilm zu erleben.

Unterstützt wird dieser angenehme Irrglaube durch die konstanten, höchstqualitativen Animationen der Künstler von Dreamworks Animation, die weder beim Erschaffen der Charaktere, noch der vor Erfindungsreichtum überschäumenden tierischen Bewohner dieser fantastischen, längst vergangenen Welt, die aufgrund ihrer Farbenpracht und Vielfalt nicht selten an Pandora aus James Cameron's 'Avatar' erinnert, Kosten und Mühen scheuten. Hier gilt im besten Sinne: Besser gut kopiert als schlecht selbst gemacht.

 Zu den Pluspunkten zählt auch Alan Silvestris Score. Niemals zu aufdringlich, aber immer präsent, kommt ihm seine jahrzehntelang währende Etablierung im Filmgeschäft zu Gute und ohrenscheinlich hatte er Spaß daran, den Croods ein maßgeschneidertes, denkwürdiges, musikalisches Gewand zu verpassen.

Doch was wäre dieser audio-visuelle Hochgenuss ohne den entsprechenden Inhalt? Wahrscheinlich immer noch beeindruckend, aber seelenlos - und da kommen die titelgebenden Croods ins Spiel. Wenn Oma Crood (Cloris Leachman) als Münzersatz für das steinzeitliche "Kopf oder Zahl" herhalten muss, ein süßes, vorlautes Faultier namens Klammer (Chris Sanders), das eigentlich ein besserer, prähistorischer Gürtel ist und allerlei eigenartige Wesen, sei es eine Elefantenmaus oder ein Wal auf Beinen, sich die Klinke in die Hand geben, ist für den nötigen Witz bestens gesorgt.

Auch die Konfrontation des evolutionsbedingt-grobmotorischen Vaters Grug (Nicholas Cage in verbaler Hochform) mit dem Urmodel des Homo-Sapiens Guy (Ryan Reynolds) in Form des Schwarms seiner rebellischen Tochter Eep (Emma Stone) sorgt für einige Lachtränen, jedoch sind es gerade diese drei Charaktere, die ebenfalls für die emotionale Tiefe der Geschichte sorgen.

Grug als Homo-Erectus steht sinnbildlich für die Überwindung unserer eigenen Ängste, zum Wohle der Familie Risiken einzugehen, dem Bedürfnis, gar der Notwendigkeit sich weiterzuentwickeln, wohingegen seine Tochter in ihrer aufmüpfigen und naiven Art, Neues zu entdecken wohl nahezu allen Jugendlichen an der Schwelle zum Erwachsenwerden aus der Seele spricht/agiert.

Insgesamt greift der Film immer wieder Themen von Belang, wie z.B. Verlust, Liebe, Einsamkeit, Erkenntnis, Trauer und Veränderung auf, verpackt diese in liebenswürdige Figuren und schickt sie in ein knapp 100 minütiges Abenteuer, aus dem sie gestärkt hervorgehen.

Fazit:

Abseits des nicht immer perfekten 3D Effekts findet man kaum ein Fellhaar in der Steinzeit-Suppe. 'Die Croods' ist ein grandioses 3D Abenteuer für die ganze Familie, voller Action, Gefühl & Humor und braucht sich vor dem Klassenprimus Disney / Pixar nicht zu verstecken.

So und nicht anders müssen zeitgemäße Animationsfilme aussehen!

9/10

9/10
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