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The Machine - They Rise. We Fall.

(Originaltitel: The Machine)
Herstellungsland:Großbritannien (2013)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Science-Fiction, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,00 (8 Stimmen) Details
inhalt:
Die nahe Zukunft: England und China befinden sich im Kalten Krieg, ein geheimes Wettrüsten ist in vollem Gange. Ingenieur Vincent steht kurz davor, für das britische Militär einen humanoiden, voll funktions- und lernfähigen Roboter zu erschaffen. Unterstützt wird er dabei von der jungen Wissenschaftlerin Ava, die allerdings vor Vollendung des Projekts ermordet wird. Kurzerhand speist Vincent die Scans von Avas Gehirnströmungen in die Maschine, um eine künstliche Intelligenz zu kreieren. Das unglaubliche Experiment gelingt: Wie aus dem Nichts erschafft Vincent eine Maschine, die ein eigenes Gewissen zu haben scheint und unzerstörbar ist. Doch seinen Vorgesetzten ist eine selbstständig denkende Maschine zu gefährlich …
eine kritik von dr.walterjenning:

Review:

Erweckte der Trailer noch den Anschein eines weiteren, linearen und beliebigen Sci-Fi-Actioners aus der Retorte, dominiert in Caradog James' 'The Machine'-, der hier sowohl als Autor, als auch Regisseur fungiert, ein intelligenter, durchaus anspruchsvoller und fantastisch bebilderter Sci-Fi-Horror Albtraum, der den Zuschauer von der ersten Minute an vollends packt und bis zum Abspann nicht mehr loslässt.

Hart und mitreissend inszeniert, wird hier das alte, philosophische Gedankenspiel des Geistes in der Maschine aufgegriffen und ob man tatsächlich alle zur Verfügung stehenden, technischen Mittel nutzen sollte, nur weil man dazu in der Lage ist.

Was geschieht, wenn man Robotern die Fähigkeit der künstlichen, autodidaktischen Intelligenz schenkt und diesen, eigentlich toten, kalten und logischen Maschinen Gefühle einpflanzt? Werden sie menschlich(er)? Vielleicht sogar menschlicher als ihre Schöpfer? Nutzen sie das Vermögen, um ihre Erschaffer zu dominieren oder empfinden sie gar etwas wie Dankbarkeit oder Liebe? 'Frankenstein' lässt grüßen.

All das durchlebt ein Prototyp, das schlicht "Maschine" genannte Exemplar, überwäligend gespielt von Caity Lotz ('The Pact', 'Battle Of The Year'), die es vermag, eben diese Emotionen mal zu Tränen rührend, mal bedingungslos furchteinflößend und eiskalt auf eine solch authentische Art zu portieren, dass die Grenzen zwischen Figur und Darstellerin verschwinden. Caity Lotz ist diese Maschine! Da verkommt das restliche Ensemble allzu leicht zum schmückenden Beiwerk, auch Lotz' Co-Hauptdarsteller Toby Stephens ('Black Sails', 'Space Cowboys'), der ihren Erbauer darstellt.

Unterkühlte, farbentzogene Bilder und allerlei minimalistisch- futuristische Sets bestimmen die ästhetische Optik dieser kleinen, britischen Low-Budget-Produktion (7 Mio. Dollar Budget), was allerdings kein Nachteil ist, denn auf diese Art behielt der Regisseur die völlige, kreative Kontrolle über sein Projekt, musste keinerlei Kompromisse eingehen.

Dies macht sich dann vor allem in der expliziten Gewaltdarstellung bemerkbar, die nie aufgesetzt wirkt, sondern vielmehr realistisch vor Augen führt, was passiert, wenn schwere, harte, mechanische Wesen Amok laufen.
Unterstrichen wird der überaus positive Gesamteindruck von der äusserst stilvollen musikalischen Untermalung, die sowohl an Vangelis ('Blade Runner'), als auch an den typisch- Synthesyzer lastigen Stil von John Carpenter ('The Thing', 'Fürsten der Dunkelheit') erinnert und ein ums andere mal für Gänsehaut sorgt.

So futuristisch wie emotional und kühl zugleich, ist es vermutlich der beste Score einer Low-Budget Produktion der letzten 10 Jahre.

Caradog James macht mit seinem zweiten Spielfilm alles richtig, was es richtig zu machen gilt, um intelligent, spannend und durchaus innovativ auf hohem Niveau zu unterhalten.

Fazit:

'The Machine' ist ein harter und intelligenter Sci-Fi-Horror, dessen geringes Budget nur sehr selten sichtbar wird und eigentlich die Stärke des Films ausmacht. Hervorragend gespielt von Caity Lotz und audiovisuell betörend, wirkt dieses beängstigende Zukunftsszenario noch lange nach und regt zum Nachdenken an. Bemerkenswert sehenswert!


8/10


8/10
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Kommentare

18.04.2014 19:39 Uhr - Freeman
1x
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Nach dieser hervorragenden Filmreview werde ich mir den Film definitiv mal anschauen! Vielen Dank dafür.

18.04.2014 20:05 Uhr - Dr.WalterJenning
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Ebenfalls vielen Dank und gern geschehen :-)

Ich freue mich bereits darauf, deine Meinung zum Film zu lesen.

26.05.2014 11:12 Uhr - Freeman
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@ Dr.WalterJenning

Ich habe es endlich geschafft, mir den Film anzuschauen und was soll ich sagen?
Beeindruckend!

The Machine hat mich von der ersten bis zur letzten Minute in seinen Bann gezogen. So sieht ein intelligenter Science Fiction Film aus! Ich würde sogar soweit gehen und den Film auf eine Stufe mit Blade Runner und Ghost in the Shell zu stellen. Die Story einer KI mit eigenem Bewusstsein und der Angst vor dem Tod bei Befehlsverweigerung, ist in Bild und Ton meiner Ansicht nach perfekt in Szene gesetzt worden. Wie du schon in deiner Review geschrieben hast - Caity Lotz spielt die Maschine nicht, sie IST die Maschine! Die Effekte sind glaubhaft umgesetzt und wirken weder billig noch übertrieben. Der Soundtrack passt hervorragend und verstärkt die Wirkung/ Bedeutung der entsprechenden Szenen zusätzlich. Wenn ein Sci-Fi-Film mit so geringem Budget so gut funktioniert, dann frage ich mich was bei Blockbustern mit dreistelligem Millionenbudget falsch läuft, dass am Ende nur heiße Luft rauskommt.

Alles in allem ein sehr guter Film, der mich persönlich zum Nachdenken angeregt hat. Und das schaffen die Filme heutzutage nur noch sehr selten!

Abschließend gibt es doch noch etwas, das ich bemängeln möchte: die deutsche Blu-Ray hat null Bonusmaterial! Ein kleines Making-Of oder Interviews mit den Darstellern wären für mich wünschenswert gewesen.

27.05.2014 22:13 Uhr - Dr.WalterJenning
DB-Helfer
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Freut mich, dass er dir gefallen hat bzw. ich dir keinen Schrott angedreht habe XD Die Extras der Blu sind tatsächlich etwas sehr mager, besser gesagt, nicht vorhanden aber naja, solange der Film rockt und das tut er amtlich...

Trotzdem hätte ich auch gerne zumindest ein Making-Of gesehen :-)

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