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Mr. Brooks - Der Mörder in dir

Originaltitel: Mr. Brooks

Herstellungsland:USA (2007)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Drama, Krimi, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,07 (44 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Earl Brooks ist ein erfolgreicher Geschäftsmann, ein liebevoller Ehemann und Vater. Doch in ihm lauert ein dunkles Geheimnis: Getrieben von seinem Alter Ego zieht er nachts los, um rücksichtslos zu morden. Dabei hinterlässt er keine Spuren, die Polizei tappt im Dunklen. Bis er von einem voyeuristischem Hobbyfotografen beobachtet und erpresst wird. Als sich auch noch die attraktive, und leider hartnäckige Polizistin Tracy Atwood an seine Fersen heftet, droht sein Doppelleben aufzufliegen... (Concorde)

eine kritik von kaiser soze:

„Gott, schenk mir die Gelassenheit, die Dinge zu akzeptieren, die ich nicht ändern kann. Und gib mir den Mut die Dinge zu ändern, die ich ändern kann. Schenk mir die Weisheit, das eine vom andern zu unterscheiden.“

Vorab:  Größtenteils komplett spoilerfrei verfasst. Entsprechend sind einige (nur) angedeuteten Elemente unverständlich, wenn man den Film nicht gesehen hat. Update: 02.04.2021: Ich habe mein 2014er-Review mal überarbeitet :)

Kevin Costner ist ein sehr guter Darsteller, der in mehrere hervorragenden Filmen mitspielt. Zumeist schlüpft er in 'gute' Rollen, teils topt er sich aber auch als Bösewicht aus. Als krimineller Elvisfan in Crime is King (2001) war dies bereits überzeugend, in dem Psychothriller

Mr. Brooks - Der Mörder in dir

(2007) bietet er sogar eine der besten Leistungen seiner Karriere ab.

Im Film selbst ist Mr. Brooks (Kevin Costner) süchtig. Allerdings konsumiert er keine Drogen, seine Sucht ist es zu töten. Dieses kaum zu unterdrückende Verlangen wird durch seinen imaginären Begleiter Marshal (William Hurt) verkörpert. Nach zwei Jahren Abstinenz hat Mr. Brooks einen Rückfall. Damit tritt er eine Lawine von Ereignisse los, die das gerade auftretende familiäre Chaos mit seiner Ehefrau Emma Brooks (Marg Helgenberger) und Tochter Jane Brooks (Danielle Panabaker) noch verkomplizieren.

„Wo bist Du gewesen? Hat Dir der Kick des Tötens gefehlt?“

Na was haben wir hier? Ein Psychothriller mit genialen Hauptdarstellern, einer ungewöhnlichen und unvorhersehbaren Geschichte, unerwarteten Wendungen sowie Nebenhandlungen - einfach kann schließlich jeder - und ein Ende, dass man nicht so schnell vergessen wird... der Wahnsinn, sowas findet man leider nur selten.

Die beiden Hauptdarsteller machen ihre Sache sehr gut. Obwohl Mr. Brooks ein Serienmörder ist, der Frauen und Männer tötet, mit einem imaginären Freund spricht, was selbst bei einem Thriller schon ziemlich (im positiven Sinne) verrückt ist und der Wert eines menschlichen Lebens ziemlich minimiert wird, ist er ein so sympathischer Protagonist, dass man voll und ganz auf seiner Seite ist.

Sein Gegenspieler / Der Antagonist Marshall, die Personifizierung seiner Sucht und seiner kranken Gedanken, gleichsam aber auch seiner Genialität und Vorsicht ist ganz klar das böse Pendant zu Mr. Brooks. und ermöglicht erst, dass dieser zum Sympathieträger wird; quasi nett und unschuldig, da Marschall als Übeltäter und Schuldiger fürs Morden herhalten muss.

„Wie war Ihr erstes Mal?“
„So viel wollen Sie nicht über mich wissen, Mr. Smith.“

Auf der anderen Seite haben wir die parallel laufenden Handlungen - einmal mit Mr. Brooks Familie, deren Rolle sich im Laufe des Films komplett wandelt. Während diese, ähnlich, wie Marschal, den bösen Protagonisten menschlicher wirken lassen, wird diese in der zweiten Filmhälfte mehr und mehr zu einem grohend schwebenden Damoklesschwert, das zu einer weiteren unberechenbaren Komponente wird. Genial umgesetzt!

Zum anderen begleiten wir die ermittelnde Polizistin Attwood (Demi Moore), in deren Leben ganz eigene Probleme auftreten, die Ihrerseits handlungstechnisch geschickt eingebettet werden und marionettenartig genutzt werden. Die Dame ist förmlich eine weibliche Variante von Mike Lowrey aus Bad Boys (1995 bis 2020) nur ohne den Modefetisch. Als dritten im Bunde haben wir Mr. Smith (Dane Cook)... tja dafür muss man schon den Film gucken.

Die Mordszenen - Body Count: 11, davon 9 sichtbar - sind nicht zu sehr ausgeschlachtet, werden aber mitunter doch recht brutal gezeigt. Ob nun jemand in den Kopf geschossen wird, ein anderer Selbstmord begeht oder die zu dieser Zeit sehr populäre Kehlenaufschlitzszene, wie bei Hostel 2 & The Hitcher (beide ebenfalls 2007), zum Einsatz kommt. Die brutalste Szene, optisch sowie emotional, ist aber klar der letzte Mord. Perfekt als Krönung und Handlungsspitze inszeniert mit 'Vicious Traditions' von The Veils ruhig unterlegt, kommt es ganz langsam zu einem Ende... Donnerwetter, sowas sieht man nicht alle Tage. Die Schere ist grob und die Szene muss sich nicht vor Inside (natürlich auch 2007) verstecken!

„Warum kämpfst Du so sehr dagegen an?“

Klar könnte man bemängeln, dass die Spannungskurve nicht durchgängig sehr hoch liegt, dies liegt aber meiner Meinung bewusst, gewollt und gekonnt (!) an der Struktur des Films, die auf kontinuierliche Entwicklung setzt und der Handlung Ihren Platz lässt. Es wird somit nie langweilig und alle Darsteller agieren menschlich und nachvollziehbar. 

Dabei wird noch die ein oder andere Anspielung eingebunden. Beim Kreuzworträtseln und dem Dialog zwischen den beiden Hauptdarstellern („Beängstigendes Schlaferlebnis? Acht Buchstaben?“ - „Alptraum“ - „Schurke bei Tom Sawyer?“ - „Das ist...“ - „Nicht sagen, ich will selbst drauf kommen. Ah, Indiana Jones.“) könnte man durchaus an Freddy Krüger denken. Jedenfalls sind besagte Unterhaltungen teils auch recht amüsant und hellen den Film kurzzeitig auf.

 


Fazit:
Meiner Meinung nach ist Mr. Brooks einer der gelungensten Thriller, die ich kenne, darf locker in einem Satz mit Das Schweigen der Lämmer (1991), The Sixth Sense (1999) & Memento (2000) genannt werden und ist einer der Empfehlungen, die ich quasi jedem ans Herz legen kann bzw. möchte.

10 von 10 Punkten


PS: Der Trailer strotzt nur so vor Szenen, die es nicht oder nur aus anderen Perspektiven in den Film geschafft haben.

10/10
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Kommentare

15.03.2019 21:37 Uhr - Dr.Ro Stoned
1x
Ich finde den film, genau wie du, ebenfalls grandios.
Hab ihn heut mal wieder gesehen.

Auch ich finde kevin kostner schon immer einfach nur hammer.
Und hier mal ein ganz anderer kevin.
Demi moore ist ebenfalls mal wieder saugeil.

Ich halte ihn zwar nicht für den besten thriller ever, aber er steht in meinen augen ganz, ganz weit mit oben.

Davor kommen allerdings für mich immer noch schweigen der lämmer, sieben, psycho, shining, hannibal, shutter island, kap der angst, identität, misery, dolores, usw ....😅😅😅

Naja...es gibt so viele.
Die meißten Hitchcock filme sind einfach meilensteine...wie vertigo .

Aaaber : Mr. Brooks zähl ich ebenfalls da oven irgendwo mit in die liste der top thriller
..
Lg

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