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Nico

(Originaltitel: Above the Law)
Herstellungsland:USA (1988)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Action, Krimi, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,08 (72 Stimmen) Details
inhalt:
Nico Toscani erlernte asiatische Kampftechniken und arbeitete in einer Sondereinheit des CIA in Vietnam, bevor er nach Chicago kam. Als er auf die schmutzigen Geschäfte einer Organisation stößt, holen ihn die Schatten seiner Vergangenheit wieder ein. Vom Dienst suspendiert, versucht Nico auf eigene Faust herauszufinden, wer dahintersteckt. Die Spur führt in höchste politische Kreise...
eine kritik von dr.walterjenning:

Review:

Steven Seagal ist schon ein sehr spezieller Actionstar. Mit 36 Jahren erst ins Filmbusiness eingestiegen, war er zuvor Aikido-Meister im ersten, von einem Nicht-Japaner geführten, japanischen Dojo und verdingte sich als Kampf-Choreograph, Bodyguard und gab Selbstverteidungskurse für Hollywoodstars und andere Promis in den Staaten.

Darunter auch ein äusserst einflussreicher Film-Produzent, der ihn dazu ermutigte, sein Glück als Schauspieler zu versuchen. Dieser verschaffte ihm dann letztendlich 1988 seinen ersten Auftritt- und das gleich in der Hauptrolle, in einem Actionfilm namens 'Nico', bei dem Seagal auch als Co-Autor fungierte und zum ersten Mal mit Regisseur Andrew Davis zusammenarbeitete.

Diese Zusammenarbeit sollte sich bezahlt machen, denn Davis und Seagal drehten Jahre später den Action-Kracher 'Alarmstufe: Rot', der zugleich Seagals populärste- und finanziell lukrativste Arbeit bedeutete.

Aber zurück zu 'Nico':

Da in den 80ern bekanntermaßen das Geschäft mit harten  Actionfilmen florierte, war die Studio-Exekutive ständig auf der Suche nach dem nächsten, großen Star, nach dem nächsten neuen Hit und da kam Steven Seagal gerade recht.

Was das Projekt 'Nico' nämlich von anderen Genre-Vertretern abhob und weshalb man Seagal so beharrlich drängte, die Rolle zu übernehmen, war die Tatsache, dass Seagals Kampfkunst 'Aikido' hervorragend mit einer Kamera harmonierte. Dieser Kampfstil war neu und gleichzeitig so anmutig, wie spektakulär, enorm effektiv und kraftvoll.

Wobei auch Seagal selbst perfekt ins Konzept passte, denn der groß gewachsene Schönling sah nicht nur extrem gut aus und war überaus Kamera affin, sondern konnte auch sehr glaubwürdig Ärsche treten.

Und genau das macht er in 'Nico' am Fließband. Perfektionistisch- brachial und wunderschön zugleich choreographiert, vermöbelt Seagal auf spektakulärste Weise alles und jeden, was nicht bei 12 auf den Bäumen ist. Es werden Knochen gebrochen, diverse Gegenstände zwecks Backenfutter zweckentfremdet, artistisch und kunstvoll Menschen durch die Luft gewirbelt, nur um sie dann schmerzhaft und blitzschnell wieder auf den harten Boden der Tatsachen zurückzuholen, selbstverständlich reif für's Krankenhaus.

Zudem wird hier der Grundstein für einen Running-Gag gelegt, der sich durch nahezu sämtliche Seagal-Actioner zieht: Die gute alte Bar/Schnapsladen-Prügelei, denn immer wenn Seagal entweder eine Bar- oder einen Schnapsladen betritt, statten ihm gleich mehrere Unholde einen Besuch ab und wie sowas endet, kann man sich denken: Weder die Unholde noch die Etablissements sind danach wiederzuerkennen.

Dass man aber auch in einem so andersartigen Genre-Beitrag wie 'Nico' nicht auf Schusswaffengebrauch verzichten muss, belegen die ebenfalls üppigen Schiessereien, welche natürlich stets in einem wundervoll handegemachten Blutbad enden, dabei darf dann auch Co-Star Pam Grier als Seagals toughe aber zu selten relevante Partnerin mitmischen.

Zu jeder Zeit übersichtlich eingefangen, stark besetzt-, u.a. Henry Silva als giftiger Oberschurke, und immer mit dem nötigen Druck und einer konstanten, angenehmen Härte inszeniert, ist 'Nico' eine Perle des populären 80er Jahre Actionkinos, die einem wieder schmerzlich ins Gedächtnis ruft, dass diese Ära trotz Bemühungen diverser Regisseure und auch Darsteller, sie wiederzubeleben, wohl endgültig tot ist.

Fazit:

'Nico' ist ein Paradebeispiel für einen harten, kompromisslosen Actionfilm, der durch seinen charismatischen Hauptdarsteller und dessen aussergewöhnliche Kampfkünste einen verdienten Sonderstatus erhält. Ersklassiges Genre-Kino im Hand(gelenk)umdrehen!

8/10

8/10
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Kommentare

22.04.2014 11:02 Uhr - Kable Tillman
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Top-Review! Da wurde eigentlich so gut wie alles gesagt, was es zu dieser Genre-Perle zu sagen gibt, auch wenn m.M.n. "Nico" bzw. "Above the Law" zwar ein gelungener Karriere-Start, aber von den ersten 5 Filmen Seagals der (ganz knapp!) schwächste Beitrag des Aikido-Champions ist. Er braucht ein bisschen um in Schwung zu kommen. Obwohl, ein wichtiges Detail hast du vergessen: die damals wie heute grandios aussehende Sharon Stone.

22.04.2014 13:38 Uhr - Dr.WalterJenning
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Jupp, Stone ist zwar hübsch wie eh und je aber nicht der Rede wert, da sie ausser ihrer Attraktivität nicht wirklich etwas zum Film beiträgt :-)

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