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Saw

Herstellungsland:USA (2004)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,12 (275 Stimmen) Details
inhalt:
Zwei Männer erwachen in einer kargen Kellerzelle aus ihrer Ohnmacht, mit Ketten an gegenüber liegende Wände gefesselt. In der Mitte liegt eine übel zugerichtete Leiche. Nach und nach werden den beiden Fremden Hinweise zugespielt, die ihnen angeblich den Weg in die Freiheit oder einen elenden Tod weisen sollen. Aus diesem sparsamen Szenario entwickelt James Wan einen panischen Wettlauf mit der Zeit, dessen klaustrophobische Enge durch Rückblenden und einer parallelen Storyline über einen obsessiven Cop auf der Suche nach dem Jigsaw-Killer aufgebrochen wird.
eine kritik von kable tillman:

Ziemlich beste Puzzlefreunde

James Wan's zynischer Horror-Thriller "Saw" war eine kleine US-Produktion von gerade mal 1.200.000$ und wurde überraschenderweise zum weltweiten Erfolg. Die Geschichte des Puzzle-Mörders, seiner makaberen Spiele, gruseligen Puppen auf Dreirädern und fiesen Folter-Szenen, die später sogar zusammen mit "Hostel" zur alles überschwemmenden Torture-Porn-Welle geführt haben, konnten Fans härter Genre-Filme auf allen Kontinenten begeistern (Ja, womöglich auch die Pinguine in der Antarktis). Zugegeben, Wan erinnert bewusst an diverse Horror- und Thriller-Klassiker und bedient sich zum Teil auch bei ihnen. Eines kann ich dem Horror-Fan und Thriller-Maniac dennoch schon hier versprechen: So viel Spaß hatten sie schon lange nicht mehr ohne Gleitmittel.  

Zwei Typen, Dr. Lawrence Gordon (Cary Elwes) und Adam (Leigh Whannell), erwachen in einem heruntergekommenem Badezimmer. Zwischen ihnen eine Leiche. Beide sind angekettet und niemand hat die Schlüssel zu den Schlössern. Was zum Teugel geht hier vor? Dies erfährt der Zuschauer in den kommenden 90 Minuten von James Wan's "Saw".

Und die können sich auch sehen lassen. Die überraschende Ausgangssituation wird nach und nach aufgeklärt, bis sich ein Puzzle-Teil der Handlung mit dem anderen verbindet. Regisseur Wan zieht durch clevere Erzählweise, einem interessanten Gedankenspiel und harten Schockeffekten den Zuschauer in seinen Bann. In einem Sub-Plot um Detective David Tapp, gespielt von Danny Glover (gibt es auch Filme mit Danny Glover, wo er keinen Cop spielt?), und Detective Steven Sing, gespielt von Ken Leung, kommt eine Krimi-Aspekt in den kühlen und harten Mystery-Thriller, der die Story und die Beweggründe des Serien-Killers vorantreibt, ohne ihn frühzeitig zu entlarven. So zittert man sich nägelkauend und miträtselnd durch die verwinkelte, sich auf wenige Schauplätze beschränkende Handlung voller unerwarteter Wendungen und blutigen Horror-Szenen. Vor allem aufgrund letzterer bekam der Film in Deutschland in seiner ungeschnittenen Kino- und Director's-Cut-Fassung keine Jugendfreigabe. Leider sind die Schauspieler dem Grundgerüst nicht ganz gewachsen und leisten zwar solide Arbeit, stechen jedoch nicht weiter hervor, was auch an den dünn verfassten und klischeehaften Figuren liegen dürfte. Immerhin: Die Dialoge sind klasse.

Leider ist der Film durchzogen von offenen Fragen und Logiklücken: Wer ist der Typ, der von der Bohrmaschinen-Apparatur getötet werden soll und was wurde aus ihm? Wieso probiert Dr. Gordon in einer späteren Szene nicht mithilfe seines Hemdes an das klingelnde Handy zu kommen, so wie es Adam vorher machte, um an den Kassettenspieler zu kommen? Wieso bringt der Entführer Detective Tapp zum Versteck, anstatt ihn während der Verfolgungsjagd abzuhängen? Und wieso ruft am Ort des Geschehens Trapp keine Verstärkung zu sich? Wieso rief er nicht schon bei der Geiselnahme, die er offensichtlich beobachtet hatte, weitere Polizisten hinzu? Ich könnte noch weiter fortfahren, aber das würde zu keinem anderen Ergebnis führen. Tragischerweise wird das eines der 'Markenzeichen' der Reihe sein, denn jeder folgende Teil wird noch unlogischer, absurder und jeder Versuch, die Logiklücken des Vorgängers zu stopfen, reißt nur neue Logiklücken auf. 

Spannend und packend bis zum Schluss verstrickt sich "Saw" glücklicherweise nicht in wirren Sub-Plots wie andere Vertreter, ist aber dennoch kein Genre-Evergreen wie "Sieben" oder "Das Schweigen der Lämmer". Dafür fehlt es den Schauspielern etwas an Präsenz und der Story an Glaubwürdigkeit. Dennoch ein Top-Horror-Thriller, der die Grenzen des Zusehers auskostet, mit Wendungen und Schocks überrascht und eine düster unterkühlte Atmosphäre auffährt. Beim ersten Sehen funktioniert das Konzept perfekt und man kann beruhigt einen Punkt auf meine Wertung dazu rechnen, aber beim zweiten Mal ist das Erlebnis merklich weniger intensiv und überraschend und die vielen kleinen Logik-Fehler fallen auf. Deshalb nur 8 von 10 Punken für einen der bekanntesten und beklemmendsten Horror-Thriller überhaupt. Wendungsreicher Schocker mit kleinen Mängeln.    

8/10
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Kommentare

01.05.2014 16:53 Uhr - sonyericssohn
1x
DB-Co-Admin
User-Level von sonyericssohn 20
Erfahrungspunkte von sonyericssohn 8.269
Jetzt haste was angefangen. 6Teile stehen noch aus ;-)

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