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Savaged

Herstellungsland:USA (2013)
Standard-Freigabe:SPIO/JK geprüft: keine schwere Jugendgefährdung
Genre:Action, Horror, Drama
Alternativtitel:Avenged
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,90 (46 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Gequält, vergewaltigt und abgestochen wie ein Stück Vieh - das Leben der hübschen Zoe endet grausam. Brutale Rednecks haben sie überfallen und nachdem sie ihren Spaß mit ihr hatten, verscharren sie Zoe in der Wüste. Dort findet ein Schamane die junge Frau. Er spürt noch einen winzigen Funken Leben in dem zerschlagenen Körper und versucht, sie mit einem heiligen Ritual zurück zu holen. Aber mit Zoe erwacht der Geist eines sehr zornigen Apatschen in ihrem Körper. Der Krieger wurde einst von einem Vorfahren der Rednecks ermordet und brennt nun darauf, im Blut seiner Feinde zu baden. Das Mädchen und der Krieger verbreiten bald nackte Angst. Aber ihre Rache ist ein Wettlauf mit der Zeit, denn Zoes Körper verwest schnell ... (Ascot Elite)

eine kritik von tom cody:

"Savaged"

lautet der neuste Titel aus dem Genre der nicht ganz unumstrittenen "Rape 'n' Revenge" Filme. Umstritten, weil häufig über die Grenze dessen diskutiert wird, zwischen dem, was zu Zeigen notwendig ist und solchen Szenen, die sich voyeuristisch in scheinbar endlosen Erniedrigungs-, Folter- und Vergewaltigungsszenarien verlieren. In der Tat fragt man sich z.B. bei Filmen wie "The Hospital" oder "Chaos" ob hier die Grenzen zur misogynistischen Exploitation, zum Schockieren nur um das Schockierens Willens, nicht bereits lange überschritten worden sind. Nun stellt sich natürlich auch die Frage ,ob "Savaged" ebenfalls zu diesen eher negativen Beispielen zu zählen ist, oder ob der Film die Balance findet, zwischen dem, was zu zeigen unvermeidbar ist und einer ausgewogenen, packenden und nicht allzu platten Rache-Story.

Die junge, taubstumme Zoe (Amanda Adrienne) möchte zu ihrem Verlobten Dane ins entfernte Kalifornien reisen. Ihre Schwester warnt sie zwar noch vor "all diesen Verrückten" im Südwesten, aber Zoe schlägt den gutgemeinten Rat aus. Und so kommt es, wie es kommen muss. Irgendwo im Wüstengebiet (von New Mexico? Texas? Arizona?..egal) beobachtet sie, wie ein paar finstere Rednecks offensichtlich ihrer Lieblingsbeschäftigung nachgehen, Indianer hetzen und töten. Als sie versucht, einem der zwei Männer, der ihr fast vor's Auto läuft, zu helfen, gerät auch sie in's Visier der Typen. Nach einem aussichstlosen Fluchtversuch wird sie von den Männern eingefangen, in einem schummrigen Schuppen mit Draht an ein Bett gefesselt, erniedrigt und vergewaltigt. Kurz darauf beschließt man, sich der unliebsamen Zeugin zu entledigen. Zoe wird brutal erstochen und in der Wüste verscharrt. Hier findet sie ein indianischer Medizinmann, der in ihrem Körper noch einen winzigen Funken Leben entdeckt. Hier macht der Film nun einen überraschenden Schlenker in's Übernatürliche. Bei dem Versuch des Indianers, sie wieder zum Leben zu erwecken, fährt der Geist eines vor langer Zeit getöteten Apachenkriegers in Zoe, der genau so wie die junge Frau, ein erhebliches Rachebedürfnis gegenüber den Killern verspürt. Denn wie es der Zufall so will, hat bereits der Urururgroßvater von Trey, dem Anführer der mörderischen Meute reihenweise Indianer getötet und die Schädel seiner Opfer gehortet. "Zusammen" begibt man sich auf einen furchtbaren Rachefeldzug. Doch Zoe bleibt nicht viel Zeit. Erstens fängt ihr Körper bereits an, Verwesungsspuren aufzuweisen, zweitens spürt sie, wie ihre eigene Persönlichkeit nach und nach hinter der des rachsüchtigen Apachen verschwindet. Als dann auch noch ihr Verlobter, der farbige (!) Dane, auf der Suche nach ihr, in dem Wüstenkaff auftaucht, spitzt sich die Situation dramatisch zu...

Um es etwas abzukürzen, "Savaged" ist ein durchaus passabler, straighter und temporeicher Rache-Thriller ohne große Längen und einigen gelungenen, altmodischen Gore-Szenen. Die Tatsache das der Film einen gewissen, durch Farbfilter verstärkten, körnigen "Billig-Look" hat, liegt daran, daß es eine "Billig-Produktion" IST, die eben NICHT mal kurz 100 Millionen $ verschlungen hat! Das soll jetzt keineswegs abwertend gemeint sein. Die Independent-Produktion hat keine 600.000 $ gekostet, dennoch verstehen es Regisseur/ Autor Michael S. Ojeda und sein Kameramann, den Film teurer aussehen zu lassen, als er es letztendlich ist. Auch eine gelungene Kameraarbeit und der passende Filmscore wirken sich hierbei positiv aus.

Eine deutsche Filmzeitschrift hat "Savaged" sehr treffend als eine Mischung aus "I Spit On Your Grave" und "The Crow" bezeichnet (was natürlich auch werbewirksam auf dem Bluray-Cover präsentiert wird), und in der Tat funktioniert die ungewöhnliche Mischung eigentlich recht gut. Was mir bei "Savaged" gut gefallen hat, ist dass der Vergewaltigungspart nicht unnötig ausgewalzt oder voyeuristisch ausgeschlachtet wird. Ojeda beschränkt sich darauf, nur das Notwendigste zu zeigen (was für den Zuschauer wirklich unangenehm genug ist) und bei der Vergewaltigung relativ schnell wegzublenden. Der Rachepart des Films fällt dagegen um einiges ausführlicher aus und weiß durch einige Härten zu überzeugen, und zwar so sehr, dass dem Film in seiner ungeschnittenen Version (wieder einmal) das "keine Jugendfreigabe"-Siegel der FSK verwehrt wurde. Okay, eine Szene wie Zoe einem Opfer die Eingeweide aus dem Bauch zieht, kann nicht vollends überzeugen, aber ansonsten finden sich in dieser Hinsicht keine weiteren Mängel. Auch, dass die Inszenierung gelegentlich etwas holperig wirkt und einige Charaktere etwas blass wegkommen (Zoe's Verlobter Dane) sind kleinere Mankos, die man durchaus verschmerzen kann. Ansonsten leisten die Schauspieler durchaus passable Arbeit ab, insbesondere die relativ unbekannte Amanda Adrienne. Die Tatsache, dass ihre Figur taubstumm ist, ist natürlich ein Querverweis auf Abel Ferraras berühmt-berüchtigen "Ms. 45" ("Die Frau mit der 45er Magnum"), indem sich ebenfalls eine Taubstumme an ihren Peinigern rächt. Amanda Adrienne zeigt eine große Bandbreite an Emotionen, und insbesondere in ihrer letzten Szene (nein, hier wird nicht gespoilert) verspürt man einen leichten Kloß im Hals. Aber auch ihre Mörder im Film sind ein wirklich verachtenswertes und extrem wiederwärtiges Gesindel. Vor allem Rodney Rowlands "Trey" bleibt hierbei dem Zuschauer im Gedächtnis.

Trotz einiger Mängel (und durchaus vorhandenen negativen Stimmen, von Leuten, denen der Film so gar nicht gefallen hat) erfährt "Savaged" doch überwiegend eine positive Resonanz. Auch bekannte Internet-Seiten für Genre-Fans wie "Bloody Disgusting" oder "Ain't It Cool News" beurteilen den Film sehr positiv. Ich denke, dass "Savaged", trotz kleinerer Schwächen, ein durchaus passabler Rache-Reißer ist, der insbesondere durch eine überzeugende Hauptdarstellerin, einige ziemlich drastische Szenen und eine kompetente Inszenierung überzeugen kann. Deshalb hoffe ich auch, dass dieser Film nicht das letzte Lebenszeichen von Regisseur Michael Ojeda bleiben wird.

 7 von 10 Punkten

7/10
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Kommentare

22.05.2014 20:00 Uhr - cecil b
1x
Moderator
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Tolles Review, dass mir einen guten Einblick darauf gegeben hat, was mich bei diesen Film zu ewarten hat !

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