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Saw II

Herstellungsland:USA (2005)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror, Thriller
Alternativtitel:Saw 2
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,72 (201 Stimmen) Details
inhalt:
Jigsaw lebt! Und er hat sich neue Spiele ausgedacht. Nachdem ein Mordopfer entdeckt wird, an dem Jigsaw deutlich seine Handschrift hinterlassen hat, nimmt Detective Eric Matthews (Donnie Wahlberg) seine Spur auf. Erstaunlich schnell schafft er es, Jigsaw (Tobin Bell) zu finden – nur um festzustellen, dass der Fahnungserfolg nur Teil eines mörderischen Spiels ist. Denn das Mastermind hält Matthews’ Sohn und sieben weitere Menschen in einem Haus gefangen. Sie haben nur zwei Stunden, um die versteckten Hinweise zu entschlüsseln und der Todesfalle zu entkommen. Und Matthews muss das mörderische Spiel ohnmächtig auf einem Videomonitor mit ansehen…
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von fratze:

There will be blood!

Zum ersten von sechs Malen kehrte hier der krebskranke Fallenbastler John Kramer auf die Leinwand zurück. Sein Proband ist dieses Mal Detective Eric Matthews, der eigentlich kein Interesse am Jigsaw-Fall hat, jedoch durch einen Hinweis auf das Versteck des Killers stößt und somit bei der Ergreifung dabei sein will. Dort angekommen, offenbart Jigsaw ihm, dass er seinen Sohn entführt und mit sieben anderen Opfern, darunter auch Amanda, die Überlebende aus dem ersten Teil, in ein Haus voller Fallen gesperrt hat. Zudem atmen die acht Testobjekte permanent Nervengas ein, das sie innerhalb von zwei Stunden töten wird. Wenn Matthews seinen Sohn wiedersehen will, muss er einfach ein Gespräch unter vier Augen mit Jigsaw führen. Das klingt zunächst einfach, gerät aber zunehmend zur Zerreißprobe für die Nerven des Detectives, und es ist sehr fragwürdig, ob er es bis zum Ende durchhält.

Das erste Sequel der "Saw"-Reihe fällt im direkten Vergleich zum Vorgänger stark ab: Es ist sehr viel actiongeladener und brutaler, was ziemlich auf Kosten des Thrill-Faktors und der Athmosphäre geht, es ist zumindest streckenweise vorhersehbarer und auch willkürlicher bei den Tötungen. Z.B. wird gleich dem ersten Toten im Film der Schädel mit einer eisernen Nagelmaske zerlöchert; wie sich später herausstellt, ist er Eric Matthews' Informant. Hätte dieser aber seinen Test überlebt (wobei auch nicht ganz klar ist, warum er überhaupt einen Test absolvieren musste), hätte die gesamte Inszenierung mit dem Fallenhaus nicht geklappt, folglich musste er sterben, um Matthews auf Jigsaws Fährte zu bringen. Oder: Auch der erste Tote im Fallenhaus stirbt einfach nur, weil er durch ein Guckloch in der Tür schaut, hinter dem eine Selbstschussanlage installiert ist. Eine echte Überlebenschance wurde damit allerdings nicht gelassen. Oder: Eine weitere Person stirbt einfach aufgrund von schlechter Kondition zu früh an der Wirkung des Gases, was ebenfalls als relativ unfair zu bewerten ist. Erneut werden hier wie schon in Teil Eins die selbst aufgestellten Regeln gebrochen, während man gefühlt weitaus weniger bemüht ist, dies durch Verwirrspielchen im Drehbuch zu kaschieren.

Auch Johns Spiel mit Matthews ist gelinde gesagt sehr riskant: Er führt die Polizei quasi direkt in sein Versteck und hofft darauf, dass sich alle so verhalten, wie er es annimmt, denn nur dann ist sichergestellt, dass er aus dieser Situation wieder entkommen kann. Zudem ist es ein bisschen unglaubwürdig, dass ein gesuchter Mörder sich so direkt der Polizei ausliefert, selbst wenn man in Betracht zieht, dass John Kramer möglicherweise geisteskrank sein könnte. Auf der anderen Seite musste natürlich nach der Offenbarung von Jigsaws Identität im ersten Teil irgendwie dessen Screentime erhöht werden, und zudem wäre es unsinnig gewesen, erneut so ein Kammerspiel wie Teil Eins abzuliefern; so konstruierten die Autoren Leigh Whannell und Darren Lynn Bousman dieses Szenario. Leider wirkt es dadurch aber auch ein wenig wie auf Krampf aus den Fingern gesaugt. Die Logik bleibt hier bisweilen etwas öfter auf der Strecke als noch im Vorgänger.

Dennoch ist "Saw II" für sich genommen immer noch ein spannender und nervenaufreibender Film. Die Fallenkonstrukte sind erneut sehr kreativ, die Psychospielchen wieder fieses Spiegelvorgehalte. Nebenbei erzählt John Detective Matthews seine eigene Geschichte, damit dieser seine Beweggründe verstehen lernen soll. Durch diesen erzählerischen Trick wird auch dem Zuschauer im schon bekannten Rückblenden-Stil Johns Background offenbart. Seine kühle, distanzierte Art macht deutlich, wie sehr John von der Menschheit angewidert ist. Andererseits zeigt er sich auch nachdenklich und philosophisch; in letzter Konsequenz hat er die Menschen nicht aufgegeben, weshalb er ihnen auch immer (seiner Meinung nach) eine Chance lässt.

Die Performances der Schauspieler sind durchweg gut anzusehen. Den Opfern im Haus kauft man ihre Todesangst ohne weiteres ab, ebenso den Cops ihre emotionale Befangenheit, als sie Jigsaw schon in greifbarer Nähe haben und ihn dennoch nicht erreichen können. Am meisten heraus stechen allerdings die sich gegenüber sitzenden Kontrahenden Matthews und John. Detective Eric Matthews wird hervorragend gespielt von Donald Wahlberg, Ende der 80er Jahre mit der Boy-Band "New Kids on the Block" bekannt geworden und großer Bruder von Berufszornesfalte Mark Wahlberg. Wenn auch nie ganz weg vom Fenster bzw. seit Mitte der 90er in verschiedenen Filmen aufgetreten, fiel er hier vielen zum ersten Mal seit langem wieder ernsthaft auf, wie er den verzweifelten und jähzornigen Matthews wirklich eindrucksvoll verkörperte. Einzig Tobin Bell versteht es, dem als John "Jigsaw" Kramer noch einen draufzusetzen. Hatte Bell im Vorgänger noch sehr wenig Screentime, lief er hier zur Höchstform auf: Seine stets ruhige, abgeklärte und emotionslose Darbietung des todkranken Killers zählt zu den besten Charakterstudien, die je im Horrorthriller-Genre abgeliefert wurden; sein stechender Blick, der sein Gegenüber ständig zu scannen scheint, tut das übrige und macht die Darstellung des Jigsaw perfekt.

Eine Bemerkung noch zur Synchronisation: Anders als hier hieß Jigsaw im ersten Teil noch der "Puzzle-Mörder" - aufgrund seiner Angewohnheit, seinen toten Opfern puzzlestückförmige Trophäen aus der Haut zu schneiden. Offenbar war man bei der Übersetzung der Ansicht, das deutsche Publikum würde das englische Wortspiel "Jigsaw" (engl. > "Stichsäge"/"Puzzle"), mit dem auch auf den Filmtitel angespielt wird, ohnehin nicht begreifen, und ersetzte es durch den dem Durchschnittsdeutschen geläufigeren Terminus "Puzzle". Mich persönlich freute es, dass man beim zweiten Teil auf diese alberne Übersetzung verzichtete und es bei "Jigsaw" beließ.

Fazit:

Mehr Action, mehr Fallen, mehr Blut, mehr Tote... und mehr Logiklöcher. Dafür auch weniger Spannung, was aber auch daran liegt, dass man hier nun schon, anders als im ersten Teil, von vorn herein weiß, wer Jigsaw ist. Insofern ist vieles davon die übliche Crux eines Sequels, daher einigermaßen entschuldbar. Weniger spannend außerdem vorrangig im direkten Vergleich zum Vorgänger, für sich allein stehend aber immer noch spannend genug, kann "Saw II" (v.a. zum Schluss hin) dennoch mit ein paar (un-)netten Überraschungen aufwarten. Darüber hinaus ein wie gesagt absolut brillianter Tobin Bell!

Alles in allem also ein weitgehend würdiger Nachfolger, der allerdings durch die angezogene Action- und Gewaltschraube etwas aufgesetzt cool wirkt, zugunsten dieser Faktoren den Spannungsbogen etwas vernachlässigt und daher leider nicht ganz mit dem Gänsehautfaktor des Vorgängers mithalten kann.

7/10
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