SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
Unstable Unicorns NSFW · Not Save for Work Pack · ab 22,99 € bei gameware Zombie Army 4 Dead War · Die Kultjagd · ab 48,99 € bei gameware
Fratze
Level 7
XP 779
Eintrag: 06.08.2014

Amazon.de

  • Scarface
  • Limited 4K UHD/BD 3-Disc Sammler-Edition mit Statue
  • 79,99 €
  • The Punisher
  • Uncut Kinofassung & Extended Cut
  • 30,24 €
  • Stephen Kings Rhea M... Es begann ohne Warnung
  • BD/DVD Mediabook
Cover A
27,99 €
Cover B
27,99 €
  • Leon - Der Profi
  • Director's Cut
4K UHD/BD Steelbook
35,75 €
BD Steelbook
26,66 €
Blu-ray
16,99 €
DVD
14,99 €
prime video
9,99 €
  • Game of Thrones - Staffel 8
4K UHD/BD
45,99 €
Blu-ray
35,99 €
BD Complete
399,99 €
DVD
30,99 €
prime video
19,99 €
  • X-Men: Dark Phoenix
Blu-ray
18,99 €
DVD
13,99 €
Prime Video
16,99 €

Cradle of Fear

Herstellungsland:Großbritannien (2001)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror, Splatter

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,56 (18 Stimmen) Details
inhalt:
Die beiden hübschen Girls Mel und Nikki sind heiß auf die Party ihres Lebens. Hier trifft Mel dann auf ihren Traumtypen. Aber dieser kommt direkt aus der Hölle und hinterlässt ihr in dieser Nacht ein dämonisches Geschenk...

Sophie und Emma brauchen dringend Geld. Dass ein Einbruch bei einem alten Mann keine gute Idee war, wird Emma in dem Moment bewusst, als ihre Freundin plötzlich ganz neue, mörderische Seiten offenbart. Nur eine von ihnen wird dieses Haus lebend verlassen...

Nick lebt ein Leben voller Luxus. Doch die Tatsache, dass ihm ein Fuß fehlt, macht ihn verrückt. Um seinen Körper zu komplettieren, schreckt er auch nicht vor Mord zurück. Was überaus böse Folgen hat...

Der Journalist Richard ist auf der Suche nach echtem Snuff. Auf der Internet-Seite THE SICK ROOM wird er mehr als fündig. Doch diese interaktive Website macht ihre User süchtig und Richard gerät fortan in einen Strudel aus purer Gewalt...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von fratze:

Der "Mann" geht um! Er ist böse, er ist schlecht gelaunt, und er hungert nach Seelen! Seine Aufgabe ist es, die Aufträge eines willfährigen Dieners der Hölle, des Hypnotiseurs Kemper, zu erfüllen. Und Kemper trachtet nach Rache, die er an den Kindern seiner Peiniger übt. Der einzige, der ihn aufhalten kann, ist Inspektor Nielsson, der Kemper einst verhaftete und in die Gummizelle brachte. Doch Nielsson hat die Rechnung ohne Kempers satanischen Freund, den "Mann", gemacht...

Mit diesem obskuren Werk lieferte Regisseur Alex Chandon ("Inbred") eine okkultistisch durchwachsene, blutig-schmodderige Hommage an die Amateur-Splatterfilme der späten 80er und frühen 90er Jahre. Eine eindeutige Referenz ist hier die Kamera-Optik (Cam-Corder), die Effekte sind bis auf wenige CGI-Ausnahmen handgemacht und wurden mit Masken, mechanischen Creatures, Prosthetics und Unmengen an Kunstblut realisiert.

Die Racheakte des "Mannes" (gespielt von Dani Filth, Sänger der Dark-Metal-Band Cradle of Filth) werden in vier Episoden erzählt. Episode Eins zeigt die Geschichte eines Mädchens, die auf einer Gothic-Party einen One-Night-Stand abschleppt. Was sie nicht weiß: Ihr "Dark Prince" ist der "Mann", und er verpasst ihr beim Dämonensex ein ungewolltes Geschenk. Die zweite Episode erzählt von zwei Mädels, die auf einen nächtlichen Einbruchszug gehen. Dummerweise ist der Herr des Hause, in das sie einsteigen, zugegen, und eine von beiden erschlägt ihn im Affekt. Danach ist guter Rat teuer, denn die Mitwisserin muss beseitigt werden. In der dritten Episode lernen wir den einbeinigen Snob Nick kennen, der davon träumt, sein verlorenes Bein wieder zu kriegen. Kurzerhand wird das Bein eines Bekannten entwendet, weil der es hinterher sicher nicht mehr brauchen wird (man kann sich denken warum). Doch lange währt die Freude über den neuen Körperteil nicht. In Episode Vier schließlich geht es um Inspektor Nielssons Sohn, der aufgrund seiner Arbeit bei einer Internet-Sicherheitsfirma, die das Surfen jugendfreier machen soll, mit sehr brutalen Inhalten konfrontiert wird und dabei etwas absonderliche Neigungen entwickelt. Bei seiner Suche stößt er auf die Snuff-Website "The Sick Room", auf welcher man als angemeldeter User selbst Morde ausführen lassen kann. Prompt meldet er sich an und beschreitet so einen Pfad ohne Umkehr. Eingefasst sind diese Episoden in die Rahmenhandlung, die um Nielsson und Kemper kreist.

Alex Chandon drehte mit Dani Filth und Band zuvor u.a. das Musik-Video zur Single "From the Cradle to Enslave" (1999), ein sehr goriger Clip, der jedem Horror- und Splatter-Fan an dieser Stelle wärmstens empfohlen sei. Einige Versatzstücke aus diesem Dreh wurden für "Cradle of Fear" direkt übernommen, z.B. einige Dämonenmasken in Episode Eins oder der stilisierte Widderkopf auf den Münzen, die Kemper in seiner Zelle versteckt, und so freut sich der geneigte Metal-Fan über alte Bekannte. Genau wie im Clip wird die Story hier in Episoden erzählt. Darüber hinaus haben die (damaligen) übrigen Cradle-of-Filth-Members ebenfalls Gastauftritte in "Cradle of Fear", und auch der Darsteller des Kemper, David McEwen, hatte bereits im Cradle-of-Filth-Video zu "Her Ghost in the Fog" (2000, Regie: Alex Chandon) eine Nebenrolle. Wie man sieht, war hier quasi eine alteingesessene, große Familie am Werk.

Zum Stil des Films: Wie gesagt handelt es sich um eine Hommage an den Amateur-Splatter, daher ist die Kamera-Optik absichtlich billig geraten. Die SFX wirken dabei vergleichsweise professionell, an einigen Stellen wurde jedoch auch ziemlich offensichtlich mit Plastik und Latex gearbeitet, so etwa in einer Szene, in der der "Mann" einem Typen den Schädel mit bloßen Händen zer... drückt? Zerreißt? Nicht genau definierbar, was er da macht, aber auf jeden Fall sieht besonders diese Szene gleich zu Beginn recht albern aus, weil die Latexlappen dabei nur so flattern. Anschließend latscht Dani Filth dann auch noch mal mit seinen Plateausohlen auf die Gummirübe, und man sieht erneut das schlechte Prosthetic - was schon eher zum Lachen als zum Fürchten animiert. An anderen Stellen wiederum besticht der Film durch überaus detailliert realistische Darstellung, etwa bei der Amputation des Beines in Episode Drei. Die Soundeffekte hingegen kommen etwas übertrieben rüber, etwa bei der besagten Amputation: Das mit dem dabei benutzten Messer erzeugte Knirschen ist ohrenbetäubend laut, weshalb die Szene trotz der realistischen Darstellung "unecht" wirkt. Die Creature-Effekte schließlich sind teils sehr plastisch, teils wiederum sehr plump geraten. Die Dämonenmasken z.B. sehen auch genau so aus: halt wie Masken. Das Dämonenbaby mit den Spinnenbeinen erscheint dafür wieder sehr lebensecht. Somit macht der Film permanent eine Grätsche zwischen billig-albernen und plastisch-realistischen Effekten, weshalb ich vermute, dass das auch alles genau so gewollt war. Das einzige, was für meinen Geschmack absolut nicht hätte sein müssen, sind die CGI-Effekte, denn die sehen hier wirklich total schlecht aus - zum Glück sind es nicht sehr viele.

Im Vergleich zu diversen anderen B- bis F-Movies, die "Cradle of Fear" als Referenz dienten, sind Handlung und Dialoge recht gut geschrieben, sowohl jede Episode für sich als auch im Ganzen betrachtet. Einige Dinge, etwa die Hintergründe der Figuren, bleiben schlicht unbeleuchtet, weil sie für den großen Zusammenhang eigentlich unwichtig sind. Entsprechend haben die Charaktere recht wenig Tiefgang. Die Schauspieler agieren nicht schlecht, schwanken aber zuweilen auch zwischen Over- und Under-Acting - wahrscheinlich eine weitere gewollte Remineszenz an das Amateur-Genre. Eine Eigenart des Films ist jedoch besonders auffällig: "Cradle of Fear" benimmt sich ein wenig so, als wäre er eine Fortsetzung. Dies wird u.a. deutlich, als Nielsson erzählt, wie er Kemper vor einiger Zeit verhaftet hat und wie dieser seine Opfer früher hypnotisierte, sie dann zu sich lockte, sie missbrauchte und schließlich in einen Scheintod versetzte. Dabei gewinnt man als Zuschauer seltsamerweise den Eindruck, als hätte man versäumt, sich den Vorgänger anzusehen, und irgendwie kommen einem die Schilderungen, obwohl man weiß, dass es keinen Vorgänger gibt, trotzdem bekannt vor - was vermutlich daran liegt, dass der Film sich an bekannteren Genre-Werken orientiert.

Interessant ist auch die Geschichte der Veröffentlichung: "Cradle of Fear" war eine DtV-Produktion, die zunächst ausschließlich als VHS über Mailorder vertrieben wurde. Offenbar hatte man Bedenken, dass der Film die Prüfung des BBFC ohne Schnitte überstehen würde - berechtigterweise, versteht doch das BBFC im europäischen Ratingboard-Vergleich direkt nach der FSK am zweitwenigsten Spaß. So hatte man die Möglichkeit, eine ungeschnittene und ungeprüpfte Fassung verkaufen zu können. Zum Erstaunen und Entsetzen der Macher passierte jedoch die Uncut-Fassung die Prüfung des BBFC kurze Zeit später völlig unbeschadet. Dummerweise war aber die Lizenz für den DVD-Verkauf von einem anderen Label erworben worden, welches die Discs zum Schleuderpreis rausballerte und so das Geschäft mit den exklusiven VHS-Casetten beendete. Ärgerlich.

Zur Veröffentlichung in Deutschland: Es gibt eine bis zur absoluten Unkenntlichkeit zerschnippelte FSK-18-Fassung und eine ungeschnittene und ungeprüfte Black Edition von Dragon. Wenn schon, dann sollte sich der geneigte Gorehound letztere besorgen, aber dann bloß nicht die deutsche Tonspur aktivieren, da diese den Film auch uncut genauso unbrauchbar macht. Zwar könnte man behaupten, dass dies zum amateurhaften Gesamtkonzept des Films passen könnte, aber m.E. ist diese Synchro nicht amateurhaft, nicht mal laienhaft, sie ist einfach nur unterirdisch stümperhaft. Um mal eine Vorstellung zu bekommen: Selbst Ittenbachs relativ schlecht nachsynchronisierte Frühwerke "Black Past" und "The Burning Moon" wirken dagegen wie großes Kino. Empfehlen würde ich persönlich jedem nur die englische DVD.

 

Fazit:

Ein lustiger, fieser, kleiner Nostalgie-Film für Freunde des Amateur-Splatter-Genres und des Okkult-Horrors sowie für Cradle-of-Filth-Komplettisten, der allerdings nur im Originalton genießbar ist. Wer mit Metal, Okkultismus, Amateur-Splatter und/oder der englischen Sprache nichts am Hut hat, sollte die Finger weg lassen. Ich persönlich fand ihn ganz unterhaltsam, und v.a. habe ich schon bedeutend schlechtere Horrorfilme gesehen - sowohl aus dem Amateur- als auch aus dem Profisektor.

7/10
mehr reviews vom gleichen autor
die neuesten reviews
Wanted
sonyericssohn
8/10
Green
CHOLLO
4/10
Flower
dicker Hund
7/10
Terminator
Kaiser Soze
10/10
Schlitzer,
CHOLLO
6/10

Kommentare

08.08.2014 16:08 Uhr - Gorno
1x
DB-Helfer
User-Level von Gorno 13
Erfahrungspunkte von Gorno 2.562
Tolles Review.

Ich wurde auch damals mit dem Film gross und fand ihn extrem gut. Ich denke wenn ich ihn mir heute anschauen würde, wäre es vlt nur eine 5/10. Muss ich mir echt wieder mal ansehen!

08.08.2014 19:47 Uhr - Fratze
DB-Helfer
User-Level von Fratze 7
Erfahrungspunkte von Fratze 779
Die Firma dankt : )

Was mich auch erstaunt, ist, dass der uncut (bisher) bei uns noch nicht mal indiziert wurde. Wäre eigl. ein klarer 131er-Kandidat...
Hatte damals erst nur von dem gelesen und ihn dann in einem Gothik-Laden in der englischen "two hour gorefest version" gefunden. Was hab ich mich gefreut ; )

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)
Impressum Datenschutz Nutzungsbedingungen Team Kontakt / Werben Mithelfen
© Schnittberichte.com (2019)