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Saw VI

Herstellungsland:Australien, Großbritannien, Kanada, USA (2009)
Standard-Freigabe:SPIO/JK geprüft: keine schwere Jugendgefährdung
Genre:Horror, Splatter, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,24 (151 Stimmen) Details
inhalt:
Jigsaws Nachfolger, Detective Hoffman (Costas Mandylor), ist immer noch nicht enttarnt. Wieder startet er ein mörderisches Spiel, in dem sich seine Opfer zwischen Leben und Tod entscheiden müssen. Doch gelten Jigsaws Spielregeln noch, oder handelt Hoffman längst auf eigene Rechnung? In der neuen Runde macht sich Jigsaws Witwe Jill (Betsy Russell) auf die Suche nach der Wahrheit. Und auch Hoffmans Kollegen begreifen, dass sie mit dem FBI-Mann Strahm den Falschen verdächtigt haben. Doch was immer die Mitspieler auch herausfinden, es gibt einen, bei dem alle Fäden zusammenlaufen: Jigsaw!
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von fratze:

So, nachdem ich meine persönliche kleine "Saw"-Reihe zugunsten anderer Reviews unterbrochen habe (der Plan war ursprünglich, alle Teile in einem Rutsch abzuarbeiten, aber irgendwann musste ich einfach mal was anderes machen), nun zurück zum Thema.

 

Es ist wirklich beeindruckend: Nachdem Jigsaw bereits seit zwei Jahren hinüber und vermutlich längst Kompost ist, schafft er es dennoch aus dem Grabe heraus immer noch einmal mehr, seine grausigen Tests von bedauernswerten Auserkorenen absolvieren zu lassen. Was er - zumal er ja tot ist - genau davon hat, ist mittlerweile auch etwas nebensächlich. Vermutlich ging es ihm um die in diesem Sequel kurz angeklungene Lektion, die er einigen Mitmenschen erteilen wollte, dass auch Tote über die Lebenden richten können. Diesmal erwischt es seinen Versicherungsagenten und dessen Team, aufgrund deren Ablehnung von Kostenübernahme John Kramer eine Spezialbehandlung, welche möglicherweise sein Krebsleiden hätte heilen können, versagt blieb.

Das mittlerweile fünfte Sequel der Reihe mischt dem üblichen (bereits etwas unglaubwürdig gewordenen) "Das-Leben-wertschätzen"-Credo somit eine weitere sozialkritische Komponente bei, die in Anbetracht des maroden Gesundheitssystems der USA zum Zeitpunkt des Kinostarts eine gewisse Brisanz hatte. Natürlich schossen sich in der Folge die Kritiker auf diesen Aspekt ein: Die Macher des Films hätten wohl nicht wirklich erwartet, dass diese Art von Gesellschaftskritik in einem solchen Film ernst genommen werden könnte. Zweierlei ist dazu jedoch anzumerken:

  1. Der Aufhänger, die Allmacht der Versicherungen über den Versicherten nämlich, passt im Gesamtzusammenhang betrachtet eigentlich perfekt zu einer Horrorthriller-Reihe, die um einen krebskranken Killer kreist. Zudem rückt er den Film vom Abstrakten mehr in Richtung Realität.
  2. Filmhandlungen ins aktuelle Zeitgeschehen einzuflechten, ist seit jeher Gang und Gäbe. Nur weil es sich hier um einen Horrorfilm handelt, muss das nicht heißen, dass das gewählte Sujet dadurch automatisch weniger glaubwürdig wäre.

"Saw VI" reiht sich damit ein in diverse sozialkritische und trotzdem blutige Werke dieses Genres, z.B. allen voran George Romeros "Dead"-Trilogie, deren einzelne Teile bei Erstaufführung ebenfalls als geschmackloser Schund verschrien und lange Zeit völlig verkannt wurden. Ob das Anprangern des Gesundheitssystems wirklich vordergründig Ziel der Macher war, ist natürlich anzuzweifeln, aber es ist nicht von der Hand zu weisen, dass der Film es unweigerlich tut.

Soviel zur Botschaft von "Saw VI". Was war sonst noch? Agent Strahm ist tot, Detective Hoffman benutzt ihn als Sündenbock und fingiert dafür Beweise. Strahms Partnerin, Agent Perez, lebt allerdings dummerweise noch - sie wurde bereits in "Saw IV" lebensgefährlich verletzt - und lenkt ihrerseits den Verdacht auf Hoffman zurück. Dieser hat nun alle Hände voll zu tun, seine bröckelnde Tarnung aufrecht zu erhalten. Darüber verliert er allerdings Jigsaws Witwe, Jill Tuck, die ihrerseits eigene Pläne zu erledigen hat, aus Augen und Sinn. Unterdessen muss Versicherungsagent William Easton die Parameter seiner eigenen Kalkulation, aufgrund derer er über Unterstützung oder Nichtunterstützung entscheidet, auf sein eigenes Team anwenden. Nach und nach wird ihm dabei klar, dass über Leben und Tod zu entscheiden weitaus schwieriger ist, wenn man die Betroffenen kennt und ihnen dabei in die Augen blickt.

Der sechste Teil setzt sich so konsequenterweise erneut über die von Jigsaw aufgestellten Regeln hinweg, denn hier sterben schließlich einige Menschen ganz offenkundig ohne Überlebenschance und ohne selbst getestet worden zu sein. Und da es sich hier um Jigsaws letzte offizielle Anweisung an Hoffman handelt, ist es auch nicht dessen Schuld, er hat das Spiel lediglich nach Jigsaws Wünschen eingerichtet. So wird John Kramer aus dem Grabe heraus letztlich doch zum Mörder, da er in Kauf nimmt, dass dritte Personen für seine Tests sterben müssen. Dies widerspricht im Grunde der ursprünglichen Idee hinter der Saw-Reihe.

Nimmt man diese Abweichung als gegeben hin, muss man allerdings sagen, dass "Saw VI" wieder ein stärkerer Vertreter der Serie ist. Jigsaw rechnet mal wieder mit alten Bekannten ab, nicht mit willkürlich ausgesuchten Versuchskaninchen wie in "Saw V". Darüber hinaus entpuppt sich durch die Bezüge auf die Vorgänger nach und nach ein großer Plan hinter Johns Werk. Durch Rückblenden in Hoffmans Vergangenheit erfahren wir außerdem, dass dieser ein doppeltes Spiel mit John und Amanda (bzw. beide gegeneinander aus-) gespielt hat und dachte, er würde so ungetestet davon kommen. Hier bezieht sich die Handlung wieder zurück auf "Saw IV", in welchem das Tonband in Johns Magen gefunden wurde. Auf diesem war zu hören, dass John auch für Hoffman noch einen Test bereit hält, und erst jetzt - zwei Filme später - wird die Rechnung fällig. Aufgrund dieser riesigen Bögen, die hier gezogen werden, könnte man fast meinen, dass die Saw-Reihe ab Teil Vier bis hierhin in einem Stück durchkonzipiert wurde, wäre da nicht der schwache fünfte Teil.

Anzumerken ist allerdings noch, dass Detective Hoffman als hochrangiger Polizist etwas mehr Ahnung von kriminologischer Feinarbeit haben sollte - beispielsweise, dass man durch chemische Tests feststellen kann, ob Fingerabdrücke von einer toten oder einer lebenden Hand stammen; dass ein geriffeltes Messer andere Schnittspuren hinterlässt als ein Skalpell; dass man eine elektronisch verzerrte Stimme auch wieder elektronisch entzerren kann. Für jemanden, der eigentlich mit so etwas vertraut sein müsste, ist er verdammt schludrig zu Werke gegangen, weshalb die Story in diesen Aspekten etwas unrealistisch wird.

 

Fazit:

Wieder unvorhersehbar, kriminologisch-detektivisch angehaucht, spannend und auch wieder sehr, sehr blutig. Diverse Kreise schließen sich hier, und die Wendungen sind vergleichsweise ziemlich stark. Wieder reicht der Film allerdings nicht an den ersten Teil heran, dazu gibt es zu viele kleine bis mittelschwere Ungereimtheiten sowie zu viele Abweichungen von der grundlegenden Idee. Dennoch, nach dem schwachen Vorgänger und v.a. mit einem üblen Cliffhanger am Ende machte "Saw VI" wieder Hoffnung und Laune auf mehr harten Horror.

7/10
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Kommentare

23.07.2014 17:51 Uhr - sonyericssohn
1x
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Klasse Review. Liest sich gut und macht Spass.
Danke !

23.07.2014 19:58 Uhr - Fratze
1x
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User-Level von Fratze 8
Erfahrungspunkte von Fratze 844
Immer wieder gerne!

23.07.2014 22:43 Uhr - sonyericssohn
1x
Moderator
User-Level von sonyericssohn 20
Erfahrungspunkte von sonyericssohn 8.935
Hau rein !!!

23.07.2014 23:10 Uhr - Fratze
DB-Helfer
User-Level von Fratze 8
Erfahrungspunkte von Fratze 844
Bin dabei !!!!

; )

14.08.2014 00:33 Uhr - Entertainmentz
DB-Helfer
User-Level von Entertainmentz 8
Erfahrungspunkte von Entertainmentz 930
Fratze du bist ein Genie!

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