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Last House on Dead End Street

Herstellungsland:USA (1977)
Genre:Horror
Alternativtitel:Cuckoo Clocks of Hell, The
Fun House, The
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,75 (12 Stimmen) Details
inhalt:
Terry wurde gerade erst aus dem Gefängnis entlassen. Jetzt dreht er mit einer Clique von jungen Leuten unter erheblichem Drogeneinfluss Snuff-Filme...
eine kritik von dissection78:
Terry wurde gerade erst aus dem Gefängnis entlassen. Jetzt dreht er mit einer Clique von jungen Leuten unter erheblichem Drogeneinfluss Snuff-Filme...

Die Geschichte, die hinter diesem Werk steht, ist schon verdammt bemerkenswert. Roger Watkins bekam ein Budget von 3000 Dollar zusammen und drehte (als Victor Janos) 1972/73 in New York. Gefilmt wurde nach eigener Aussage tatsächlich aber für nur 800 Dollar, da der Rest des Geldes für Drogen ausgegeben wurde. Jeder der Darsteller spielte unter einem Tarnnamen, auch Watkins selbst, welcher die Hauptrolle des Terry als Steven Morrison übernahm. Außerdem war er für die Produktionsleitung, das Drehbuch, den Schnitt, die Musikauswahl etc. verantwortlich. Für jeden dieser Posten legte er sich ein neues Pseudonym zu, sodass er zu guter Letzt unter acht verschiedenen Namen tätig war - erst im Jahr 2000 wurde bekannt, wer hinter der Produktion steckte.

Verspätet kam "LHoDES" im Mai '77 heraus, weil eine der Darstellerinnen Watkins wegen der Verwendung von Nacktszenen verklagte. Und erst 1979 erfuhr der Regisseur, dass sein Film bereits zwei Jahre zuvor Premiere gefeiert hat. Allerdings nicht in der von ihm beabsichtigten Fassung, die "The Cuckoo Clocks of Hell" hieß und noch knappe drei Stunden lang war, sondern um ca. 100 Minuten gekürzt. Später kam "LHoDES" in England unter dem Titel "The Fun House" auf die berüchtigte Liste der "Video Nasties". Zuvor wurde Tobe Hoopers harmloserer "The Funhouse" (1981) durch eine Namensverwechselung für kurze Zeit auf diese Liste gesetzt.
Über die Jahre hin, gelang es dem Underground-Film sich eine kleine Kultgemeinde zu erspielen. Roger Watkins drehte später hauptsächlich Pornos und verstarb 2007 mit 58 Jahren.

Der Streifen ist absolut kein Mainstream, und obwohl ich die O-Fassung natürlich nie gesehen habe, da sie als verschollen gilt, behaupte ich mal, dass die Kürzungen dem Film gut getan haben, denn selbst die 75-Minuten-Version hat einige Längen.

"LHoDES" hat eine rohe, harsche Handschrift, ist düster, kalt, brutal, verstörend, und nach der Sichtung fühlt man sich wie gerädert. Verstärkt wird der Eindruck dadurch, dass der Film auf Super-8 gedreht ist und das Material etliche Verschmutzungen aufweist; der Schnitt ist grob, passt aber zum Ganzen; die Musik besteht aus Archivmaterial; das Gesprochene ist gegenüber den Lippenbewegungen der Laiendarsteller, die ebenfalls gut zum schmuddelig-schäbigen Ambiente des Films passen, asynchron.
Eine Identifikationsfigur gibt es nicht. Jeder Charakter ist unsympathisch und abgestumpft. Die Gore-Effekte sind nicht reichhaltig vorhanden, doch wenn sie ausgepackt werden, sind sie zwar einfach, aber ebenso naturalistisch wie heftig.
Dies und die geheimnisvolle Produktionsgeschichte hatten zur Folge, dass die hierin dargestellten Snuff-Szenen in den 70ern und 80ern teilweise für echt gehalten wurden.

Fazit: Definitiv kein Partyfilm und auch kein Film, den ich öfter schaue, da er alles in allem sehr deprimierend ist. Aber dies wird wohl auch die Intention gewesen sein, und deswegen ist "LHoDES" als gelungen zu bezeichnen.
7/10
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Kommentare

01.10.2016 05:07 Uhr - Crítter
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Interessant!
Danke für diese schicke Review. Muss ich mir mal ansehen :)

09.11.2016 15:46 Uhr - Dissection78
1x
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Freut mich Dein Interesse geweckt zu haben!

Trotzdem bleibt noch zu sagen, dass die Leitidee Kritik (auch die der reinen Vernunft) eine (Re-)Konzeptualisierung der Schlüsselbegriffe und Methoden von "Text"-Analysen im Medium Film ist, weshalb diesem anspruchsvollen Unterfangen auch ein international ausgewiesener Beirat anerkannter Fachwissenschaftler beiseite steht, der die einzelnen begutachtet.

Die Fokussierung auf eine Textualität des Films mit einem medienübergreifend verwendeten Textbegriff soll die Anschlussfähigkeit dieses interdisziplinären Vorhabens an die fortschreitende Veränderung der medialen Kultur und deren Auswirkungen leisten. Der Ansatz, Film als Text aufzufassen erlaube es zudem, Ergebnisse aus anderen Wissenschaften (z. B. der Medien-, Kommunikations-, Musik-, Kultur- und Textwissenschaften) sinnvoll mit einzubeziehen. Ziel ist es daher, Brücken zwischen den Disziplinen zu bauen, um das Feld der audiovisuellen Medien umfassend zu erschließen. Die Orientierung am Begriff des Textes eröffnet in theoretischer wie methodischer Hinsicht neue Perspektiven für die Interpretation multimodaler Artefakte und soll die semiotischen, psychologischen, kognitionstheoretischen und rezeptionsbasierten Verfahren gegenwärtiger Filmanalysen erweitern.

Grundlage hierfür bildet ein ebenso weit gefasster wie klar konturierter Textbegriff, der es erlaubt, produktiv an verschiedene aktuelle Forschungsrichtungen anzuknüpfen und diese weiterzuführen. Text wird nicht als ein fertiges Produkt bzw. als Aneinanderreihung von Zeichen aufgefasst, sondern als essentiell dynamisches Phänomen". Text zu sein bedeutet, dass ein Rezipient bestimmte Anordnungen oder Texturen (vgl. frames, Schemata, Diskursbeziehungen) in ein sich dynamisch entfaltendes Artefakt 'hineinliest'. Damit wird zugleich darauf hingewiesen, dass die Bedeutung eines Textes nicht im Text enthalten ist, dass sie jedoch von ihm gelenkt wird und der Rezipient somit den Text als dynamische und widerlegbare Hypothese im Prozess der Rezeption immer wieder (re)formuliert und aktualisiert. Der Beitrag, den der im vorliegenden Beispiel exemplarisch vorgestellte Textualitätsansatz also leisten soll, liegt laut den Kongruationsparameter in seinem dezidierten Beschreibungs- und Analysepotenzial für dynamisch sich entfaltende sinntragende Strukturen. Dabei soll die Textualitätsforschung allerdings nicht als neue Superdisziplin verstanden werden, sondern als ein weiteres (interdisziplinäres) Paradigma, das wie die anderen an der Erforschung dynamischer medialer Artefakte beteiligten Wissenschaften das kulturelle Handlungsfeld Film zu ergründen sucht.
Diese tangente Peripherchronomäranalyse ist in vier Sektionen gegliedert, die vier (erste) Schneisen" für eine theoretische Fundierung der Forschungsperspektiven schlagen sollen und exemplarisch darstellen, wie das Phänomen der Textualität des Films und verwandte Fragestellungen zusammengeführt werden können. In der Sektion der theoretischen Grundlagen, Modelle und Reflexionen wird ein Überblick gegeben, wie der Textbegriff aus linguistischer, narratologischer und medienwissenschaftlicher Sicht auf den Film Anwendung finden kann. Zudem werden Ansätze skizziert, wie Modelle und Konzepte der Narrativität, Textualität, Medialität, Philosophie des bewegten Bildes und der narrativen Wirklichkeit für die theoretische Erfassung und Analyse des Films konzeptioniert oder modifiziert werden können. Diese Sektion fällt vor allem deshalb positiv auf, da hier immer wieder der vertretene Textualitätsansatz bekannten Ansätzen aus angrenzenden Disziplinen gegenübergestellt wird, um hervorzuheben, welches Potential in ihm steckt. So führt eiin Rezipient gleich zu Beginn die grundlegende Diskussion, ob der Film auf Grundlage der Neudefinitionen des Textes, die innerhalb der zeitgenössischen Textlinguistik entstanden sind, gleichermaßen als Text bestimmt werden kann und wie dies möglich ist. Man argumentiert in seinem Text für eine Beschreibung der filmischen Textualität jenseits der Narrativen Instanz und plädiert für eine dem Film inhärente agency. Nach einer ausführlichen Darstellung und Problematisierung kanonischer Theorien zum filmischen Erzählen, zeigt ein theoretischer Ethnocinematologe anhand zweier Beispiele sehr plausibel, dass es dringend notwendig ist, sich von einer Verbindung zwischen Kameraposition und Subjektivität zu verabschieden.

In der Sektion der nationalen Identitäten und kulturellen Repräsentationen wird die Auswirkung des Films auf Identitätsbildungsprozesse und kulturelle Repräsentationen in Spanien und Lateinamerika, Frankreich und Algerien sowie Deutschland untersucht. Unter anderem untersucht eine sekundäre Rezepientin den Film Exil auf seine textuelle transkulturelle Signatur hin, welche sie über dessen Geschichtsrepräsentation und Raumkonstruktionen herausarbeitet. Sie weist auf die Inszenierung von Transit-Räumen hin, aus denen wichtige Impulse für die im Zeichen der Hybridität stehende Identitätssuche der Hauptfiguren kommen. Daneben zeigt sie jedoch auch die zentrale Rolle der Akzentuierung des Subjektiven in der filmischen Perspektivierung, durch welche eine Vielperspektivität induziert wird, die als filmästhetische Umsetzung einer neuen - weil Subjekt orientierten - Geschichtstheorie zu lesen ist. Der Konstruktion nationaler Identität widmet sich ein Terzett tertiärer Rezepienten und Rezensienten und zeigt auf wie Erinnerungsfilme einen Beitrag zur Identitätsbildung einer Nation leisten können. Kulminalanthropogisch arbeiten sie schlüssig heraus, wie Film als Medium auf vielfältige Weise Erinnerungen speichert, distribuiert und zum Abruf bereitstellt.

Die Sektion der zwischen Wirklichkeit und Fiktion extrahierten Ultrahomogenität enthält zwei Texturen, die sich mit der Beziehung zwischen filmischer Erzählung und Wirklichkeit auseinandersetzen. Hier steht einerseits die Erweiterung der textuellen und narrativen Möglichkeiten von Dokumentarfilmen, andererseits der textuelle und erzählerische Gebrauch von Dokumentarfilmaufnahmen aus der Stummfilmzeit im Fokus.

In der letzten Sektion stehen Untersuchungen im Mittelpunkt, die Raum, Zeit und Bewegung als textindizierte Interpretationshinweise analysieren und aufzeigen, wie diese die Zuschauerwahrnehmung lenken. Neben dem Artikel, der eine Neubetrachtung des filmischen Raums über die Problemfelder der Konsistenz filmischer Welten, ihre narrative Überformung sowie ihre audiovisuelle Erscheinung vornimmt, findet sich hier u. a. auch ein homogenuiner Kantrat, der das Verhältnis von Erzählung und Action in Quantum der Paraphilität betrachtet. Er arbeitet in seiner detaillierten Analyse heraus, dass der filmische Raum nicht nur ein statischer Hintergrund für Ereignisse und Handlungen ist, sondern die für den Horrorfilm essentiell notwendige Bewegung ermöglicht, formt, erzwingt.

Zusammenfassend fällt bei einem Großteil der versammelten Beiträge auf, dass die Annäherung an das Phänomen Film sich nicht zwingend von denjenigen unterscheidet, die sich seit jeher mit diesem medialen Artefakt auseinandergesetzt haben. Neu ist hier lediglich der Vorschlag, diese Untersuchungen unter dem Aspekt der Textualität zu fassen. Was dieser neue Ansatz zu leisten vermag, wird vor allem in denjenigen Beiträgen deutlich, die ihn mit bekannten Ansätzen kontrastieren und diskutieren, was vor allem im ersten Teil des des Textes geschieht. Doch auch wenn eine explizite Darstellung des spezifisch textuellen Ansatzes in einigen Beiträgen nicht wirklich geleistet wird, ist den Lesern eine Rückbindung an die theoretischen Grundlagen, die in der Einleitung und ersten Sektion gelegt wurden, möglich. Unabhängig davon aber zeichnet die vorliegende Rezension die wissenschaftliche Breite aus, mit dem sich dem Film genähert wird, und die hohe Qualität der versammelten Pseudophrasen.

Besten Dank für die Aufmerksamkeit! ;)

24.04.2017 16:59 Uhr - Crítter
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War zwar nicht ganz so verstörend wie Dein Kommentar, aber doch schon ein recht heftiger Film, der zu seiner Zeit bestimmt für einen kleinen Impact sorgte. Hat mich gegen Ende sogar kurzzeitig an Sachen wie "Flowers of Flesh and Blood" oder "Niku Daruma" erinnert, und finde, dass er stellenweise ein wenig surreal oder experimentell rüberkam. So als würde sich die Manson Family im Filmbusiness versuchen ^^

Hat von mir dann die gleiche Wertung bekommen.

01.05.2017 15:26 Uhr - Dissection78
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Besten Dank, Crítter!
Ich hoffe, mein Kommentar war dann doch nicht ZU verstörend ;)
Ja, für einen Film, der 1973 gedreht wurde, ist er in der Tat heftig, und der "Manson-Family im Filmbusiness"-Vergleich ist recht treffend gewählt.

03.11.2017 21:06 Uhr - Crítter
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Also um den Gesamteindruck jetzt mal flehentlich zu zentralisieren, und konsistent zu detektieren: So wird mit dem obig protokollierten Sermon doch alleinig degustiert, die eigene überaus formidabel konstruierte Rezension mit übereinstimmenden Satzpartikeln zu legitimieren. Oder elaborierter vermerkt, mit angeblichen Pseudo-Phrasen über das audiovisuell registrierte zu berichten, indem bestrebt wird möglichst prekäre Anschauungen zu würdigen um einen kleinen Organismus zu desorientieren. Aber um veritabel gehalten zu verkünden, mangelt es mir tatsächlich an Affinität jedes verwendete Objekt zu deschüfrieren. Um mein marginales Portrait zu verewigen sehe ich mich aber dennoch genötigt konsekutiv zu thematisieren, das ich für mein artifizielles Geplänkel ohne rezeptionsniveau, nach der ruckartigen Vergegenwärtigung in die vorausgehende Rasse des abfassens der Präparation nur je nach Standpunkt lapidaren Tempus gebrauchte, um vorliegenden erhofft schlagfertigen Nippes zu generieren. So circa zwei Vierundzwanzigstel eines genormt leistungssollem, neben einem automatisierten und parallel verlaufenden Vorgangs, innerhalb eines Kalendertages. Im Endeffekt resigniere ich diesen frappant kognitiven Monolog, ehe die kritische Masse überschritten wird und mich grauenvolles Tscheroballern überkommt XP

08.11.2017 18:59 Uhr - Dissection78
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Exakt, wenn auch etwas beleidigend. Bravo und Hut ab! XP

16.11.2017 20:45 Uhr - Crítter
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Hm... Also Dich damit zu beleidigen war sicherlich nicht meine Intension. Da kannste mal sehen was passiert, wenn man nem Crítter mit komischen Geschreibsel kommt ;D

*schnellwegroll*

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