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JasonXtreme
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Eintrag: 24.06.2014

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12 Years a Slave

Herstellungsland:USA (2013)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Biographie, Drama, Historie
Alternativtitel:Twelve Years a Slave

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,38 (16 Stimmen) Details
inhalt:
Saratoga/New York, Mitte des 19. Jahrhunderts. Der Afro-Amerikaner Solomon Northup lebt ein einfaches aber glückliches Leben als freier Mann. Als zwei Fremde den virtuosen Geigenspieler für einen Auftritt engagieren und danach noch auf einen Drink einladen, schöpft Solomon keinerlei Verdacht. Umso größer ist sein Entsetzen, als er sich am nächsten Morgen in Ketten gelegt auf einem Sklavenschiff Richtung Louisiana wiederfindet! Jeder Hinweis auf seine verbrieften Freiheitsrechte verhallt ungehört: Solomon wird verkauft und muss unter schlimmsten Bedingungen Fronarbeit leisten. Zwölf lange Jahre sucht er nach einem Weg, sich aus der Gefangenschaft zu befreien und dabei zu überleben... Wird er seine geliebte Familie jemals wiedersehen?
eine kritik von jasonxtreme:

Steve McQueen, der Regisseur von HUNGER und SHAME hat sich erneut Michael Fassbender gegriffen, und diesen für die Hauptrolle in seinem neuesten Drama 12 YEARS A SLAVE verpflichtet. Es handelt sich dabei um die wahre Geschichte des farbigen Solomon Northup, der diese Geschichte 1853 veröffentlichte. Solomon lebte im Norden der USA als freier Mann mit seiner Ehefrau, und seinen beiden Kindern. Eines Tages reist er mit zwei angeblichen Zirkusmännern nach Washington, um dort Auftritte als Geiger zu absolvieren - jedoch wird er unter Drogen gesetzt, angekettet und als Sklave nach New Orleans gebracht.

Anfangs wird er von William Ford gekauft, und arbeitet für dessen Sägewerk, bis er sich mit einem der Vorarbeiter anlegt. Ford ist ansich sehr freundlich zu den Sklaven, aber wegen seiner Reputation muss er Solomon wegschicken, bevor dies jemand mitkriegt. Solomon heißt fortan auch Platt, sein Sklavennname, und wird weiterverkauft auf die Baumwollplantage des trunksüchtigen und brutalen Epps. Dort weht ein anderer Wind, und wer nicht genug plückt, wird gepeitscht. Epps herrscht mit rauer Hand, und bedient sich regelmässig sexuell an der jungen Patsey, während Solomons Hoffnung auf Flucht mehr und mehr erstickt wird. Erst als er auf den Wanderarbeiter Bass trifft, der ebenso für Epps arbeitet, keimt seine Hoffnung auf Freiheit erneut auf.

Erwartet habe ich von McQueens Drama ersteinmal nichts, auch trotz der Oscars nicht. Bekommen habe ich wiederum sehr viel, denn er schaffte etwas, was sicher die wenigsten Regisseure in der Art hinbekommen hätten: Er schafft es sämtliche Charaktäre in keinem Fall eindimensional erscheinen zu lassen! Die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen, und das trotz der Thematik der Sklaverei. Natürlich ist es eine ergreifende Geschichte, bei der auch ich am Ende eine Träne wegdrücken musste, aber nicht weil es rührselig wird! Weil eine Situation des damaligen Amerikas gezeigt wird, die dann nach wie vor weiterhin fortbestand! Es gibt keine Linderung, keine Erlösung und kein Happy End - Solomon ist wieder frei, aber was er ertragen musste müssen weiterhin alle Sklaven ertragen. Schmerz, Folter, unmenschliche Arbeit und Tod. Menschen, die von Menschen wie Vieh gehalten werden.

Allerdings gibt es auch hier Abstufungen. Benedict Cumberbatch spielt Ford, der im Grunde gut zu seinen Sklaven ist, und auch sein Oberaufseher handelt lediglich zweckdienlich. Man merkt aber, dass es auch besser ist, dass Ford nach außen hin eben so ist, wie man im Süden eben ist: Man hält sich Sklaven für die Arbeit, und erntet seinen Ruhm durch den Schweiß und Schmerz der Sklaven. Epps wiederum, hervorragend verkörpert durch Fassbender, ist ein brutaler Bastard! Er peitscht, schlägt und fickt wie er das will. Aber auch hier zeichnet McQueen keine eindimensionale Person! Auch der Sklavenschinder hat ruhigere Momente, er tötet nicht zwanglos und nimmt sich ab und an sogar leicht zurück, weil grade der Tag des Herrn ist. Natürlich macht ihn das zu keinem guten Menschen, aber es zeigt, dass hier alles andere als schwarzweiß Malerei betrieben wurde. Auch bei der Figur des Bass bleibt dies bestehen. Er ist völlig gegen Sklaverei, drückt dies auch Epps gegenüber aus - aber er hat Angst Solomon zu helfen.

Die Wandlung von Solomon, der meint bald wieder freizukommen, zu dem Solomon/Pratt der sich fast schon seinem Schicksal fügt ist hervorragend eingefangen! Was mir ein klein wenig gefehlt hat, ist das Leben der Sklaven untereinander, da hätte man etwas mehr investieren können. So vbleibt es fast nur bei Solomon und Patsey, und deren beider Geschichte. Insgesamt kriegt man hier bedrückende 2 Stunden Film, die einen echt runterziehen, und wiedereinmal an der Menschheit zweifeln lassen. Man bekommt aber auch eine hervorragende Charakter- und Fallstudie, die superb besetzt und gespielt ist!!! Die gnadenlose Ruhe mit der McQueen inszeniert war in seinen vorigen Werken schon vorhanden, hier passt sie aber einfach grandios ins Bild. Wenn Solomon gefühlte 5 Tage am Baum hängt, oder die Szene mit Epps/Solomon/Patsey... das ist fast schon meisterlich.

Die fehlende Tiefe bei den Sklaven und deren Miteinander, und die falsch besetzte Rolle des Bass (Brad Pitt) hauen die Wertung dann auf 8/10 aber rein filmisch/handwerklich gesehen sollte das hier eigtnlich eine 10/10 sein.

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