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BoondockSaint123
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Eintrag: 13.07.2014

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Der Nebel

(Originaltitel: The Mist)
Herstellungsland:USA (2007)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror
Alternativtitel:Brume
Stephen King's The Mist

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,95 (100 Stimmen) Details
inhalt:
Ein kleines Dörfchen an der Küste von Maine wird ohne Vorwarnung von einem unheimlichen Nebel heimgesucht, in dem sich mörderische Kreaturen tummeln. Einer bunt zusammengewürfelten Truppe von Überlebenden gelingt es, sich in einem Supermarkt zu verbarrikadieren. Erschwert wird die verzweifelte Situation durch die anwesende Mrs. Carmody, eine religiöse Fanatikerin, die den Angriff als Zorn Gottes wertet und dafür plädiert, den Allmächtigen mit einem Menschenopfer zu besänftigen. Als immer mehr Menschen sterben, schlägt die Stimmung zu ihren Gunsten um.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von boondocksaint123:

Seit nun vier Jahrzehnten begeistert und schockiert Stephen King seine Leser mit seinem Stoff. Alles begann im Jahr 1974 als er seinen ersten Roman „Carrie“ veröffentlichte. Hysterien brachen aus und dieser Roman katapultierte den Meister des Schreckens an die Spitze. 40 Jahre sind seit dem Vergangen und die Faszination an seinen Büchern reist zu keiner Zeit ab. Werke wie „Es“, „Christine“ oder auch „Cujo“ erlangten schnell Kultstatus. Immer wieder veröffentlichte King auch Bücher unter einem Pseudonym, meistens mit dem Namen Richard Bachmann. Dieses legte er aber in den letzten Jahren  größtenteils ab. Seine Werke sind so populär, dass man diese auch den Menschen näher bringen möchte, die an sich Lesefaul sind. So wurden schon über 30 seiner Werke verfilmt, ob nun in Form eines Kinofilmes, eines TV-Filmes oder auch einer Serie. Im Jahr 2007 wagte man sich nun an eine Kurzgeschichte aus dem Buch „Im Morgengrauen“, welches 1985 veröffentlicht wurde. Die Kurzgeschichte „Der Nebel“ erstreckte sich in diesem Buch auf knapp 200 Seiten und stellt damit auch den längsten Beitrag des Buches dar. Doch in wie fern schafft es die Verfilmung auch dieser Geschichte gerecht zu werden?

Die kleine und beschauliche Stadt Castle Rock ist ein Ort, wie in einem Bilderbuch. Jedermann kennt jeden und das Zusammenleben ist ein wahrer Segen. Der warme Sommer ist eine Qual für die Bewohner, doch eines Abends wütet ein unvorstellbarer Sturm und es kommt zu Verwüstungen in der gesamten Stadt. David Drayton ist ein Künstler, der für Hollywood diverse Filmplakate zeichnet. Zusammen mit seiner Frau Stephanie und seinem Sohn Billy hat er sich ein kleines, wundervolles zu Hause geschaffen. Doch der Sturm hat sie nicht ganz verschont. Ein Baum kracht in ihr Haus und auch das Bootshaus ist total verstört. Als wäre dies nicht noch genug, fällt der Strom auch noch aus. Die Lebensmittel halten nicht mehr lange, weshalb David und Billy in die Stadt wollen um ein paar Vorräte zu holen. Zusammen mit ihrem Nachbar Brent Norton machen sie sich auf den Weg in die Stadt. Es herrscht regelrechtes Chaos, man kommt sich fast vor wie im Mittelalter. Denn nicht einmal die Kassen funktionieren. Doch das stellt sich als kleinstes Problem heraus. Kaum im Supermarkt angekommen, bewegt sich ein seltsamer Nebel auf die Stadt zu, direkt auf den Supermarkt. Leute flüchten in Panik vor diesem seltsamen Nebel, denn irgendetwas lauter dort draußen. Die Menschen haben Angst und bleiben (vorerst) im Supermarkt, doch schon nach kurzer Zeit wird die Stimmung im Supermarkt immer brisanter und jetzt muss man sich fragen, was stellt das kleinere Übel dar?

Frank Darabont ist bei weitem kein unerfahrener Regisseur und was die Verfilmung von Stephen King Romanen angeht, kennt sich dieser auch gut aus. Schon 1994 führte er Regie bei der Verfilmung zu „Shawshank Redemption“, welcher zu Deutsch „Die Verurteilten“ heißt. Betrachtet man die IMDb genauer, so findet sich dieser Film auch auf Platz 1 der besten Filme aller Zeiten wieder. Mit einer Wertung von 9,3 bei 1.239.027 abgegebenen Stimmen, spricht dies schon Bände. Doch nicht genug, konnte man ihn auch 1999 für das Gefängnisdrama „The Green Mile“ wieder verpflichten, Platz auf dem Regiestuhl zu nehmen und dies stellt auch eine weitere Verfilmung eines King Romans dar. Und „The Green Mile“ ist bei weitem nicht weniger Erfolgreich geworden, denn dieser findet sich auf Platz 45 der besten Filme aller Zeiten wieder. Somit stellte sich dies schon einmal als sehr gutes Omen dar für die Verfilmung von „Der Nebel“. Mit schätzungsweise 18.000.000$ Budget wurde dieser zweistündige Film erschaffen. Vergleicht man den Film mit der Kurzgeschichte muss man schon sagen, dass dieser sich doch sehr nah am Stoff bewegt.

Der Film fängt damit an, dass die Kamera über das Atelier von David schwenkt. Man sieht den Anfang vierziger Mann an einem weiteren Bild sitzen. Im Hintergrund ist ein Bild zu sehen, dass ein Cover von „Der dunkle Turm“ darstellt, ein weiter Roman bzw. eine komplette Reihe von Stephen King. Und schon schlägt ein Baum durch das Fenster. Somit wäre der Anfang schon einmal geschaffen und von jetzt an geht alles recht rasant. Die Figuren finden sich alle im hiesigen Supermarkt ein um dort die nötigsten Vorräte zu beschaffen. Hier und da folgt ein kurzer Smalltalk, doch die dichte Nebelbank bewegt sich rasant auf den Laden zu. Von da an schnallt der Spannungsbogen enorm in die Höhe. Ein Mann, blutverschmiertes Gesicht, rennt auf den Laden zu. Panik bricht aus und das Unheil nimmt seinen Lauf. Von jetzt an wird mit der Angst des Zuschauers gespielt. Ein Nebel ist schon immer etwas Faszinierendes gewesen. Kalte und warme Luft treffen aufeinander und es entwickelt sich ein trüber Schleier über den Straßen. Es hat es was faszinierendes an sich und zugleich auch etwas geheimnisvolles. Seinen Blick kann man bei einem Nebel nicht weit richten und genau mit diesem Merkmal spielt auch King & Darabont. Sie verwandeln diesen Nebel in etwas Angsteinflößendes. Hinzu kommt noch die Kombination mit der Isolation. Gefangen in einem Laden, in dem lauter fremde Menschen sind. Einerseits stellt sich dies auch als gut heraus, denn wenn man einsam ist, so ist man nicht weit davon entfernt durchzudrehen. Doch es kommt immer darauf an mit welchen Menschen man sich abgibt. Anfänglich scheint alles noch in Ordnung zu sein. Angst herrscht zwar, doch die Menschen verstehen sich noch unter einander. Mit heranschreitender Zeit verändert sich dieses Klima aber gehörig. Die Vorräte werden knapper, es herrscht eine stickige Luft und es folgt die Ungewissheit, welche an vielen dieser Menschen nagt. Irgendwann merken die Menschen auch, dass sie bei weitem nicht alleine sind, denn irgendetwas lauert in diesem Nebel. Dies bekommen auch einige Menschen am eigenen Leib zu spüren. Inmitten dieser Menschenmenge muss David versuchen einen kühlen Kopf zu bewahren und stark zu bleiben, alles nur für Billy. Nach kurzer Zeit wird David ungewollt zu einer Art Anführer für manche der Personen in diesem Laden. Eine große Bürde liegt nun auf ihm. Obwohl er versucht eine gewisse Ruhe in die Runde zu bringen, wird dieses oft durch eine Frau mit dem Namen Mrs. Carmody gestört. Die christlich angehauchte Frau, prophezeit den Menschen vom Ende der Welt, dem Zorn Gottes und weiteren grauenvollen Dingen. Während man ihr am Anfang nicht sonderliches Interesse entgegenbringt, kann sie mit der Zeit eine ganze Schaar an Anhängern um sich versammeln.

Das Hauptaugenmerkt wird perfekt auf die zwischenmenschliche Ebene gerichtet. Genau wie in der Kurzgeschichte, kann man auch hier sofort seine Sympathieträger herausfiltern und man weiß auch ganz genau, wer einem nicht ganz geheuer ist. David wird dem Zuschauer von Anfang an als Held präsentiert, der nur noch nicht weiß, dass er eigentlich einer ist. Immer wieder schafft er es mit seiner Art die Menschen zu beruhigen, während er selbst große Ängste verspürt. Schlimmes versucht er so gut es geht abzulenken und dadurch ist er ein klarer Favorit des Zuschauers. Ein Mitarbeiter des Supermarktes namens Ollie wird im Laufe des Filmes zu einer Art rechten Hand Davids. Sein unscheinbares Aussehen, rücken ihn ab und zu auch in den Vordergrund. Er wirkt verletzlich, sogar sehr schüchtern, doch in ihm selbst schlummert ein weiterer Held. Man sollte sich halt niemals sofort ein Bild von einem Menschen machen, nur nach dem Aussehen. Unsympathisch erscheint einem auf ersten Anhieb Mrs. Carmody. Ob man nun gläubig ist oder auch nicht, dass spielt hier keine Rolle, doch die Art & Weiße ihres Verhaltens ist diabolisch. Sie redet von Gott, doch ihre Herangehensweise an die Dinge, ihre bösen Versuche den Menschen Angst einzujagen, machen sie sofort zu einer Art Teufel. Immer wieder ertappt man sich selbst dabei, wie man die Fäuste zusammen ballt und dieser Frau den Tod wünscht, denn ihr Auftreten ist unangenehm und macht den Zuschauer sogar wütend. Ehrlich gesagt ist die Charakterzeichnung in diesem Werk etwas ganz besonderes. So viele Personen auf einem Haufen und keine einzige Person gleicht der Anderen. Klischees sucht man hier vergebens. Vielmehr ist es eine spannende und sehr interessante Anhäufung von verschiedenen Personen, die auf den Zuschauer eine gewisse Faszination ausüben können.

Spannung liegt den kompletten Film über in der Luft. Sei es der Sturm zu Beginn, der Aufmarsch des Nebels oder auch Szenen, die sich im Supermarkt selbst abspielen. Langweile kommt niemals auf, denn sowohl die Charaktere als auch die Szenen schaffen es, dass man die 120 Minuten wirklich vollkommen auskosten kann. Stephen King wäre aber nicht Stephen King, wenn er nicht auch ein paar Kreaturen in sein Handlung mit einbauen würde und man muss sagen, dass die Übernahme dieser in den Film, tadellos geklappt hat. Genau wie sie in der Kurzgeschichte beschrieben wurden, so sehen diese auch in dem Film aus. Leider muss man hier einen kleinen Abstrich machen, denn hier kommen recht billige CGI-Effekte zum Vorschein. Doch dies trübt das Gesamtbild zu keiner Zeit. Vor allem konzentrierte man sich nicht auf die Wesen, sondern vielmehr der Umgang mit der Tatsache, dass etwas da draußen lauert und Schutz selbst in diesem Geschäft nicht gewährleistet werden kann.

Frank Darabont wich aber ein wenig von der Vorlage ab. Wo genau möchte ich es nicht sagen, denn das würde etwas zerstören. Sagen wir es einfach einmal so, er hat es geschafft, dass „Der Nebel“ einem an mehreren Stellen sehr schwer im Magen liegen bleibt. Dies ist aber auch nicht nur auf ihn zurück zu führen, sondern auch den großartigen Cast, den er um sich herum gescharrt hat. In der Hauptrolle sieht man Thomas Jane, der schon ein paar Jahre zuvor in „Dreamcather“, einer weiteren King-Verfilmung die Titelrolle spielen durfte. Seine Leistung als David ist grandios und ähnelt der im Buche sehr stark. Für mich ist Thomas Jane sowieso ein sehr talentierter Schauspieler, den ich eigentlich immer gerne sehe. Doch nicht genug, so können sich auch weitere bekannte Gesichter dem Cast zuordnen lassen wie z.B. Marcia Gay Harden (Mrs. Carmody), Laurie Holden (Andrea), William Sadler (Jim) oder auch Sam Witwer (Jessup). Es macht Spaß den Darstellern bei der Arbeit zuzuschauen, denn man erkennt sofort, dass dort die Chemie gestimmt hat. Emotionen können diese zu jeder Zeit perfekt herüber bringen, was einfach der Wahnsinn ist. Ein sehr abgestimmter Cast, der auf Qualität und Quantität beruht.

Für mich stellt „Der Nebel“ eine weitere, tolle Verfilmung dar. Die Kurzgeschichte hat mich schon absolut gefesselt, dass ich diese an einem Stück gelesen habe und die Verfilmung macht eigentlich alles richtig. Und deshalb verdient der Film auch die höchste Wertung. Denn egal wie oft man ihn sich anschaut, er büßt niemals etwas von seiner intensiven Wirkung ein und stellt somit einen unglaublich guten und spannenden Film dar. Wer mal wieder einen Horrorfilm sehen möchte, bei dem es nicht nur um Abschlachtungen geht, der ist hier genau richtig aufgehoben. Als kleinen Tipp würde ich auch noch die S/W-Fassung des Filmes empfehlen. In Farbe kommt dieser schon gut zur Geltung, ist aber bei dieser Aufmachung sogar noch bedrückender und der Schauder läuft einem Buchstäblich den Rücken herunter. Sowas sollte man sich wirklich nicht entgehen lassen. 

10/10
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Kommentare

13.07.2014 15:20 Uhr - cecil b
1x
DB-Co-Admin
User-Level von cecil b 17
Erfahrungspunkte von cecil b 5.901
Toll geschrieben, wie so oft von dir !

Und wieder ein altes Review von mir entdeckt, was ich mal bei Gelegenheit aufrischen muss !

13.07.2014 17:50 Uhr - schmierwurst
2x
DB-Helfer
User-Level von schmierwurst 8
Erfahrungspunkte von schmierwurst 947
Wirklich super geschrieben :-)
Wie ich diesen Film liebe.

13.07.2014 18:33 Uhr - cecil b
1x
DB-Co-Admin
User-Level von cecil b 17
Erfahrungspunkte von cecil b 5.901
Ja, Darabont versteht King wirklich gut !

10.11.2016 23:39 Uhr - Calahan
User-Level von Calahan 2
Erfahrungspunkte von Calahan 60
Ich stöber hier noch rum und stoße dann auf dieses Review.
Treffender hätte man es nicht verfassen können.
Die vielen negativen Kritiken an diesem Film konnte ich nie verstehen.

Toll..:))

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