SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
Dying Light 2 uncut PS4 · Der Nachfolger des Zombie-Krachers. Mehr Blut! · ab 64,99 € bei gameware Call of Duty Black Ops Cold War · Mit Zombiemodus · ab 67,99 € bei gameware

Cure

(Originaltitel: Kyua)
Herstellungsland:Japan (1997)
Genre:Horror, Drama, Krimi, Thriller
Alternativtitel:Cure - Kyua
Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,67 (3 Stimmen) Details
inhalt:
Ermittler Takabe steht vor einem Rätsel. Ein toter Körper in einem See von Blut, zwei Schnitte in X-Form vom Hals zur Brust, durchtrennte Hauptschlagadern. Alles ist genau so, wie bei den anderen Leichen, die er sich neuerdings ansehen muss. Klassischer Fall von Selbstmord? Wenn es so einfach wäre! Die Täter werden jedesmal gefasst, so wie der Grundschullehrer Hanaoka, der seine Frau ermordet und sich dann aus dem Fenster stürzt. Oder Polizist Oida, der aus heiterem Himmel seinen Kollegen erschießt und ihn dann filetiert. Aber keiner von ihnen hat ein Motiv oder weiß, was ihn zur Tat getrieben hat. Auch einen Zeugen gibt es, aber der leidet anscheinend unter einer extremen Form von Amnesie. Ausgerechnet dieser Mann ohne Erinnerung scheint der Schlüssel zur Lösung dieses Rätsels zu sein.
eine kritik von laughing vampire:

Nun zu einem der spannendsten Filme, die ich in letzter Zeit sehen durfte: Kiyoshi Kurosawas Cure. Bekannt wurde der Regisseur außerhalb Japans vor allem durch seinen sehr gelungenen sozialkritischen (ja, tatsächlich) Horrorfilm Kairo/Pulse von 2001, der infolge des großen Erfolgs von Hideo Nakatas Ring und dessen Hollywood-Remake auch international ausgewertet wurde und ebenfalls umgehend von den Amerikanern wiedergekäut wurde. Kairo brauchte bei mir seine Zeit. Beim ersten Mal war ich eindeutig noch zu jung, und als einfacher Horrorfilm funktionierte er für mich nur schlecht, aber ein paar Jahre später erkannte ich erst, worauf er damit eigentlich hinauswollte.

Es dauerte jedoch wieder etwas, bis ich mich endlich auch an die anderen Werke dieses vielseitigen Regisseurs wagte. Eine Freundin drängte mich immer wieder dazu, aber ich schob es hinaus, denn meine Einkaufsliste war und ist nun einmal sehr lang, und der Mensch setzt bekanntlich Prioritäten. Letztes Jahr endlich hatte ich in Frankreich die wunderschön gestaltete Bluray-Ausgabe seines TV-Dramas Shokuzai (2012) gefunden und blind mitgenommen. Bereuen mußte ich es nicht: Fünf Stunden Hochspannung, mit einem etwas schwachen Ende vielleicht, aber dazu in einer gesonderten Review gerne mehr. Der Name Kiyoshi Kurosawa wurde mir dadurch wieder ins Gedächtnis gerufen, und ich wollte deswegen auch endlich einmal den häufig gelobten Cure von 1997 sehen, und siehe da, die schön gemachte deutsche DVD von Eye See Movies (die absolut zu empfehlen ist) gab es für vier Euro bei Amazon. Also gleich mal eine Sammelbestellung gemacht.

Cure erzählt die Geschichte einer bizarren Mordserie in Japan: Den Opfern wurde allesamt ein großes "X" in den Körper geschnitten, aber die schnell ausfindig gemachten Täter haben trotz der auffälligen Methode keinerlei Beziehung zueinander. Die Polizei ist am verzweifeln. Takabe, ein abgebrühter und aufgrund privater Probleme mit seiner psychisch labilen Frau zu cholerischen Anfällen neigender Polizist, möchte dem Rätsel mit Hilfe seines Freundes Sakuma, eines Psychiaters, auf die Spur kommen und entdeckt schließlich, daß alle Täter vor dem Mord Kontakt mit einem bestimmten Mann hatten, der vorgibt, keine Erinnerung zu besitzen und auf alle Fragen nur sinnlose Antworten gibt. Was hat es mit ihm tatsächlich auf sich?

Wer bereits Kairo oder einen anderen Film Kurosawas (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Samuraifilm-Regisseur) sehen durfte, der weiß, daß er niemand ist, der die Aufmerksamkeit des Zuschauers mit billigen Tricks auf sich ziehen möchte: Seine sehr statischen Bildkompositionen, die langen Einstellungen und der häufige Verzicht auf Musik sind nichts für Hyperaktive. Dafür baut er allmählich eine Spannung auf, die irgendwann beinahe unerträglich wird, und nirgendwo hat das bei mir so gut funktioniert wie hier: Man möchte einfach wissen, was noch kommt, was des Rätsels Lösung ist, wie es ausgeht! Und obwohl auch hier (glücklicherweise) niemals einfache Lösungen präsentiert werden und beim Abspann noch viele Fragen offen bleiben, wird man doch nicht enttäuscht: Es geht immer tiefer, wird immer abgründiger, immer beklemmender. Und auch Cure endet nicht mit einem Schock oder einem Aha-Erlebnis (letzteres vielleicht in Ansätzen, wenn man gut aufpaßt), sondern läßt einen in dieser Stimmung zurück, die noch lange nachwirkt, und man weiß einfach, daß man einen richtig guten Film gesehen hat.

Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle den Hauptdarsteller Kōji Yakusho, der hier eine unglaublich gute Leistung abgeliefert hat und dem man den verzweifelten Polizisten, der auch mal zu rabiateren Methoden greift, jederzeit abnimmt. Er spielte 2006 erneut die Hauptrolle als Polizist in Kurosawas ebenfalls sehr gelungenen Sakebi/Retribution, der zwar nicht ganz an die Klasse von Cure heranreicht, aber allemal sehenswert ist.

Unbedingt anschauen!

10/10
Weiter:
mehr reviews vom gleichen autor
Real
Laughing Vampire
9/10
Rosetta
Laughing Vampire
8/10
Scent
Laughing Vampire
8/10
Battle
Laughing Vampire
6/10
die neuesten reviews
John
Phyliinx
9/10
Klasse
sonyericssohn
7/10
Seized
Punisher77
6/10
31
31
Phyliinx
3/10
Hellraiser
Cabal666
6/10
Kadaver
Ghostfacelooker

Kommentare

28.09.2019 18:18 Uhr - D-P-O / 77
Kritik-Granate :o)

Für mich der absolute Geheimtipp und hierbei kann nur eine 10 rauskommen!

Ich bin total hypnotisiert ;)

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)