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Olympus Has Fallen - Die Welt in Gefahr

Originaltitel: Olympus Has Fallen

Herstellungsland:USA (2013)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Thriller
Alternativtitel:End of White House
White House Taken
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,90 (55 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Mike Banning (Gerard Butler) arbeitet als Geheimdienst-Agent für die USA. Als er eines Abends zusammen mit dem Präsidenten (Aaron Eckhart) und der First Lady (Asley Judd) in einem Auto unterwegs ist, kommt es zu einem tragischen Unfall. Banning muss blitzschnell handeln und entscheidet sich für die Rettung des Präsidenten und opfert somit dessen Frau. Obwohl ihm von allen Seiten bestätigt wird, die richtige Entscheidung getroffen zu haben, fällt er in Ungnade und bekommt einen Posten hinter dem Schreibtisch verpasst. Als die USA sich eines Tages ganz plötzlich von einer Gruppe Terroristen überrannt sieht, denen es in all dem Chaos gelingt, den Präsidenten in ihre Gewalt zu bringen, sieht Banning die Chance gekommen, seinen Fehler von einst wieder auszubügeln und das Land mit seinem heldenhaften Einsatz vor der Vernichtung zu retten. (Planet Media)

eine kritik von kable tillman:

Stirb langsam im Weißen Haus

Anmerkung: Wertungsanpassung nach dem 2015er-System.

Bruce Willis (*1955) und Gerard Butler (*1969) trennen gute 14 1/2 Jahre. Wieso ich ihnen, liebe Leser, das erzähle? Weil sich aus dem großen Hit von Ersterem, "Stirb langsam" aus 1988, erstaunlich viel wiederfinden lässt in "Olympus Has Fallen", einem aktuellen Hit von Letzterem aus 2013. Diese beiden Filme trennen nun fast 25 Jahre. Regie führte beim Gerard-Butler-Actionvehikel kein Geringerer als Antoine Fuqua, den viele von euch sicherlich als den Regisseur von Filmen wie "Training Day", "King Arthur" oder "Shooter" kennen. Oder aber auch von "Tränen der Sonne", bei dem besagter Bruce Willis in der Hauptrolle fungierte und den harten Actionhelden in einem schmutzigen Krieg mimen durfte. Der Kreis schließt sich also gewissermaßen wieder. Doch ist die 70.000.000$ teure US-Produktion "Olympus Has Fallen" denn auch so gut wie "Stirb langsam" oder nur eine einfallslose Kopie der Grundidee?

Mike Banning (Gerard Butler) ist Agent des Secret Service, bis ein schrecklicher Unfall sein Leben und das des Präsidenten schlagartig verändert. Er verliert seinen Job und arbeitet fortan beim Finanzamt nahe des Weißen Hauses. Doch alles ändert sich schlagartig, als ein AC-130 Gunship den Himmel über Washington D.C. verdunkelt, für ein Massaker auf den Straßen sorgt und abschließend im Garten von Mr. President abstürzt. Doch diese Tragödie ist nur ein Ablenkungsmanöver für einen noch viel teuflischeren Plan von Feinden der freien Welt, die sich bereits im Amtssitz des Präsidenten befinden. Am Ende hängt das Schicksal der Welt nur vom Erfolg eines Mannes ab: Mike Banning.

Das Filmgeschehen erinnert dabei ab der Minute, in der Protagonist Mike Banning ins Weiße Haus zu gelangen versucht, nahezu sekündlich an "Stirb langsam" oder "Alarmstufe: Rot". Sogar eine spektakuläre Actionszene auf dem Dach des Gebäudes gibt es in "Olympus Has Fallen" zu bestaunen, samt Hubschrauber, großer Explosion und unsanfter Landung ein paar Stockwerke tiefer für Mike. "Olympus Has Fallen" ist nicht nur wie "Stirb langsam" im Weißen Haus, es ist auch "Stirb langsam 5 - Ein guter Tag zum Sterben" in gut. So krachend die einst großartige Serie Anfang 2013 mit seinem fünften Teil auf die Nase flog, so krachend ist die Action-Achterbahnfahrt in "Olympus Has Fallen", die neben vielen einprägsamen Szenen sowie wuchtigen Shootouts und knallharten Kämpfen auch noch einen charismatischen Helden und eine spannende Handlung bietet. Und einen Berg an Leichen. Leider stößt der US-Pathos mancher Szenen bei uns Europäern sauer auf, auch wenn er glücklicherweise keineswegs so schlimm wie in "Die rote Flut" bzw. "Red Dawn" oder ähnlich gelagerten Filmen ("Invasion U.S.A.") ausfällt. In puncto Logik bekleckert sich "Olympus Has Fallen" ebenfalls nicht mit Ruhm. Eine AC-130 in Terroristenhand die es auch noch bis ins Zentrum von Washington D.C. schafft, ehe sie abgeschossen wird, ist einfach nicht glaubwürdig. Das ist so, als ob die Niederlande Fußballweltmeister werden - unmöglich. Auch bei der Charakterdarstellung bleibt der Film etwas zu oberflächlich und setzt nur auf die altbekannten Klischees, wie man sie aus dem großen Vorbild "Stirb langsam" bereits kennt. Der Held und seine Frau leben mehr aneinander vorbei als zusammen, der Bösewicht ist ein Terrorist von Übersee und ... die Kontaktpersonen des Protagonisten außerhalb des Weißen Hauses sind schwarz? Okay, Letzteres ist vermutlich nur ein Zufall, doch auch eine wendungsreiche Handlung wie bei "Olympus Has Fallen" kann nicht über den Mangel an prägnanten Charakteren hinwegtäuschen. Den Figuren fehlt es schlicht an Alleinstellungsmerkmalen. Immerhin darf Mike Banning 2 bis 3 lässig coole Sprüche per Funkgerät dem Bösewicht entgegen pfeffern. Ach, John McClane durfte das ja auch schon. 

Bleibt zu sagen, dass "Olympus Has Fallen – Die Welt in Gefahr" ein genauso schnörkelloser wie anspruchsarmer Actionfilm ist, der zwar mit cleveren Wendungen, einem spektakulärem Actionfeuerwerk und soliden Darstellerleistungen überzeugt, doch keinesfalls das Zeug zu einem Klassiker wie "Stirb langsam" hat. Muss er jedoch auch nicht, denn das Endergebnis ist vielfach besser als die meisten Actionfilme der letzten Jahre, allen voran "Stirb langsam 5 - Ein guter Tag zum Sterben", und hört sich auch besser an. In Nebenrollen sieht man u.a. Aaron Eckhart als Präsident Benjamin Asher, Morgan Freeman als Speaker Allan Trumbull, Rick Yune als Bösewicht Kang und Robert Forster als General Edward Clegg. Sogar ein Michael Dudikoff soll im Film versteckt sein. Mir ist der Gute bisher trotz mehrmaligem Sehen des Films noch nicht aufgefallen, aber wenn ihr dahingehend glücklicher oder einfach nur aufmerksamer gewesen seid, dann schreibt es in die Kommentare. Bitte auch mit genauer Minutenangabe, denn ich will das nachprüfen. Ansonsten wurde man von Antoine Fuqua auch dieses Mal keinesfalls enttäuscht. Seine Crime-Dramen wie "Gesetz der Straße – Brooklyn’s Finest" oder "Training Day" sind besser, doch seine Actionthriller überzeugen auch auf ganzer Linie und da macht "Olympus Has Fallen" keine Ausnahme. In Deutschland bekam er von der Prüfbehörde ungeschnitten eine Freigabe ab 16 Jahren, obwohl keineswegs an blutigen Einschüssen gespart wurde. Löblich! Blockbuster wie zu "Stirb langsam"-Zeiten, der im Weißen Haus keinen Stein auf dem anderen lässt. Kommen wir nun zur Wertung.

Qualitätswertung: 7 von 10 Punkten
Unterhaltungswertung: 10 von 10 Punkten
Gesamtwertung: 8,5 von 10 Punkten 

Und ich steige dann jetzt mal in mein AC-130 Gunship und fliege davon. 

Bis zum nächsten Review! 

Hochachtungsvoll euer Kable

9/10
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Kommentare

01.10.2014 21:20 Uhr - Entertainmentz
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Großartig!

01.10.2014 22:52 Uhr - Punisher77
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Sehr schönes Review. Mit dem Satz, dass der Film "Stirb Langsam 5" in gut ist, hast Du mir aus der Seele gesprochen. Im Kino fand ich "Stirb Langsam 5" noch gut, aber beim zweiten Gucken daheim fand ich ihn eher mäßig.
Über den Patriotismus (gehört bei solchen Filmen wohl dazu...) und die Logiklöcher hab ich mir gar nicht so viele Gedanken gemacht, da mich die Action, das Tempo, die Spannung und Gerard Butler so umgehauen haben.

Außerdem finde ich, dass Antoine Fuqua einer der wenigen Regisseure ist, der Actionszenen so inszeniert, dass man ihnen auch wirklich folgen kann.

Aber wie gesagt - tolle Kritik!

02.10.2014 03:50 Uhr - Tom Cody
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Yep, den obigen Meinungen kann ich mich anschließen. Wirklich sehr gutes Review.

Wie immer bei Kable sehr interessant zu lesen. Die (in diesem Fall) überwiegenden Stärken und wenigen Schwächen des Films werden treffend herausgearbeitet und gegeneinander abgewogen.

Das Gerücht mit Dudikoff ist mir auch neu - wahrscheinlich werde ich bei der nächsten Ansicht des Films krampfhaft versuchen den Mann irgendwo zu entdecken! ;-)

Dass dieser Film das bessere "Stirb Langsam"-Sequel ist, wurde den Fans ja auch relativ schnell schmerzlich bewusst. Wobei...eine Kritik zu "Stirb Langsam - Ein guter Tag zum Sterben" wäre doch auch mal 'ne Idee. Da hat man ja alles falsch gemacht, was man falsch machen konnte. Nicht mal eine Kampf-/Prügelszene hat man McClane gegönnt. Ob ein neuer "Die Hard" dieses Desaster wieder wettmachen kann...?

15.08.2015 21:45 Uhr - NoCutsPlease
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Sehr gutes Review, Kable!
Ich persönlich gebe dem Streifen "nur" eine runde 8, denn dafür war mir das teilweise zu viel CGI-Videospieloptik. Aber dennoch - endlich mal wieder ein harter Kinokracher!

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