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Halloween 5: Die Rache des Michael Myers

(Originaltitel: Halloween 5: The Revenge of Michael Myers)
Herstellungsland:USA (1989)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Thriller
Alternativtitel:Halloween 5: Michael Myers' Revenge
Halloween V: Die Rache des Michael Myers
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,51 (117 Stimmen) Details
inhalt:
Das Grauen ist nicht aufzuhalten. Kurz vor Halloween wird die kleine Jamie, Michaels letzte lebende Verwandte, erneut von Alpträumen und epileptischen Anfällen gequält. Sie spürt, dass er zurückgekehrt ist, um seinen Rachefeldzug zu beenden. Auf der Suche nach Jamie tötet er viele ihrer Freunde. Der unnachgiebige Dr. Loomis stellt Myers eine Falle und benutzt dabei Jamie als Lockvogel. Die Falle schnappt zu, doch Michael Myers kann alle unschädlich machen und stürzt sich gnadenlos auf die hilflose Jamie...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                        HALLOWEEN V – DIE RACHE DES MICHAEL MYERS

Halloween V – Die Rache Des Michael Myers ist ein typischer Schnellschuss. Halloween IV – Michael Myers Kehrt Zurück (1988) hatte bewiesen, dass man mit Filmen um den stummen maskierten Killer mit der William Shatner – Maske immer noch Geld verdienen konnte, weshalb man die Kuh melken wollte, solange sie noch Milch gab. Dass das nicht gut gehen konnte, lag nicht nur daran, dass man die Fortsetzung mit einem unausgegorenen Konzept anging, sondern auch daran, dass der Film ein Jahr nach dem vierten Teil erschien. Zu dieser Zeit erschien Halloween IV gerade auf Video, was laut Produzent Moustapha Akkad zu einer Übersättigung der Fans führte. Außerdem machte man sich so selbst Konkurrenz, gab der Produzent zu Protokoll, der Halloween V bis zu seinem Tod (Akkad wurde im Jahr 2005 bei einem Bombenanschlag in Amman schwer verletzt und starb zwei Tage später).

Ursprünglich sollte Danielle Harris im fünften Teil die Mörderin sein, was angesichts des Endes von Teil 4 durchaus plausibel erschien. Auch Danielle Harris, die im fünften Teil wieder mit von der Partie war, gefiel die Idee, aber Moustapha Akkad und das produzierende Studio legten ihr Veto ein: Sie wollten auf jeden Fall Michael Myers im Film haben. Also verfasste Michael Jacobs ein Drehbuch, das von Shem Bitterman und vom Regisseur des fünften Teils, Dominique Othenin – Girard, noch einmal überarbeitet wurde.Othenin – Girard war damals noch ein recht unerfahrener Regisseur, der bis dato zwei Filme (Nach Der Finsternis, 1985 & Deliver Us From Evil / Night Angel, 1988) gedreht hatte. Die Idee, Dominique Othenin – Girard zu engagieren, kam von Halloween – Produzentin Debra Hill, die ein Treffen zwischen dem Regisseur und Moustapha Akkad arrangierte. Othenin – Girard bekam den Job, aber es kam sehr schnell zu Meinungsverschiedenheiten. Othenin – Girard wollte mit dem fünften Teil zwar zu den Wurzeln der Serie zurück, aber er wollte entschieden mehr Blut und Gewalt zeigen, worauf auch seine Änderungen am Drehbuch abzielten. Akkad gefiel diese Richtung nicht, da er es besser fand, nicht jede Gewaltszene bis ins kleinste Detail zu zeigen. Auch Donald Pleasence, der wieder als Dr. Loomis zu sehen ist, diskutierte mit Akkad und Othenin – Girard, da er die Idee von Danielle Harris als abgrundtief böse Killerin für plausibler hielt. Auch Ellie Cornell, die ihre Rolle als Rachel wieder aufnahm, war mit ihrem Filmtod nicht zufrieden. Michael Myers sollte ihr eine Schere in den Rachen rammen, womit die Schauspielerin nicht einverstanden war. Also wurde das Drehbuch geändert und im Film rammte Myers ihr die Schere lediglich in die Schulter.

Die Produktion von Halloween V  begann ohne ein fertiges Drehbuch. Gedreht wurde ab dem ersten Mai 1989 in und um Salt Lake City (Utah). Halloween V musste gekürzt werden, um dem berühmt berüchtigten X-Rated (Heute: NC-17) zu entgehen. Aber auch ohne die Beanstandungen der Motion Picture Association Of America waren einige Szenen aus dem Film herausgeschnitten worden. So fehlen z.B. mehrere Szenen, in denen der von Jeffrey Lindman gespielte Billy auftaucht.

Halloween V setzt genau da an, wo der vierte Teil aufhört. Es wird noch einmal gezeigt, wie Michael Myers (Don Shanks) von der Polizei mit Schrotflinten durchlöchert wird und in einen Brunnenschacht stürzt. Um ganz sicher zu gehen, gibt´s noch `ne Ladung Dynamit oben drauf und der Fall Michael Myers ist erledigt … denkt man! Myers überlebt die Explosion, wird verletzt ans Ufer eines Flusses gespült und von einem dort hausenden Eremiten aufgenommen. Seine Nichte Jamie Lloyd (Danielle Harris) lebt seit den Ereignissen in Teil 4 in einem Kinderkrankenhaus und steht in einer Art telepathischen Verbindung mit Michael Myers, der sich ein Jahr nach seiner Genesung aufmacht, um seine Nichte doch noch zu töten. Zu ihrem Glück steht aber auch schon Michael Myers´ Erzfeind Dr. loomis (Donald Pleasence) zu ihrem Schutz bereit …

Halloween V ist deutlich schwächer als sein Vorgänger und man merkt dem Film deutlich an, dass er ein unausgegorener Schnellschuss ist und dass sein Regisseur nur wenig Gespür für Horrorfilme hat. Dabei ist das Storygerüst durchaus vielversprechend und der Film hat auch seine guten Momente, aber trotzdem bleibt Halloween V weit unter seinen Möglichkeiten.Was den Film schwer verdaulich macht, sind die vielen dämlichen, nervigen Teenager, die im Film auftauchen. Ganz schlimm ist die von Wendy Kaplan dargestellte Tina, die wirklich hübsch ist, aber fast jede Szene, in der sie auftaucht, durch ihr Spiel und ihrer „gute Laune“ kaputt macht. Nach fünf Minuten bekommt man als Zuschauer schon Lust, auf sie einzuprügeln.

Außerdem schien Regisseur Dominique Othenin – Gerard mit der Aufgabe, spannende Szenen zu drehen, zumindest teilweise überfordert gewesen zu sein. Die Szene, in der Jamie Lloyd glaubt, von Michael Myers verfolgt zu werden und durch einen Keller flüchtet, hätte ein echtes Kabinettstückchen werden können, wenn sie ein Regisseur vom Schlag eines John Carpenter gedreht hätte. Auch Dwight H. Little hätte diese Szene besser und spannender hingekriegt als Othenin – Gerard, dessen Inszenierung mit ihren vielen hektischen Kameraschwenks eher für Hektik statt für Suspense sorgt.Noch schlimmer ist die gefühlt 30minütige Szene in der Scheune, in der sich auch der echte Michael Myers befindet. Diese Szene hat nichts mit Spannungsaufbau zu tun, da hier im Grunde kaum etwas geschieht und man stattdessen talentlosen Teen/Twen – Darstellern beim Herumalbern zugucken muss.Den Rest geben einem die beiden vertrottelten Polizisten, die eine Teenagerpartie bewachen und beim Publikum für Lachanfälle sorgen sollen, aber der Einsatz dieser beiden Figuren ist so überflüssig wie ein Loch im Kopf!

Aber es gibt auch einiges, was für Halloween V spricht, z.B. Donald Pleasence und Danielle Harris, auch wenn es etwas anstrengend ist, ihr bei ihren epileptischen Anfällen zuzusehen. Aber auch abseits davon bietet sie eine solide schauspielerische Leistung, vor allem, wenn man bedenkt, dass sie damals im Alter von 12 Jahren eine Hauptrolle spielte.Die größte schauspielerische Leistung geht auf das Konto von Donald Pleasence, der hier noch griesgrämiger und besessener wirkt als im vierten Teil. In den Szenen, in denen er Michael Myers Jamie als Köder anbietet, wirkt er mindestens genauso bedrohlich wie Michael Myers.

Apropos Köder: Der Showdown,in dem Donald Pleasence als Dr. Loomis Danielle Harris/Jamie Lloyd als Lockvogel benutzt, um Michael Myers endgültig zu erledigen, gehört zu den Stärken des Films, baut endlich richtig Spannung auf und zeigt Loomis´ komplette Besessenheit.Auch die Effekte, die die MPAA übrig gelassen hat, sind gutklassig und wirken teilweise auch heute noch relativ hart. Selbstverständlich kann sich die Gewalt in Halloween V nicht mit den Brutaloszenen in aktuellen Splatter – und Folterfilmen messen, weshalb die Indizierung des Films auch aufgehoben wurde und der Film mittlerweile auch für Sechzehnjährige geeignet ist, aber für damalige Verhältnisse waren Sequenzen wie die, in der Michael Myers einen jungen Mann mit einer Harke erledigt, zwar kurz, aber nichtsdestotrotz hart.

Trotz einiger Stärken bleibt Halloween V ein Film mit vielen Schwächen und letztendlich ein bestenfalls durchschnittliches Sequel, das gegenüber den anderen Halloween – Filmen mit Michael Myers deutlich abfällt.

Auch beim Publikum fiel der fünfte Teil durch. Halloween V, der ein Budget von drei Millionen Dollar hatte, landete zwar am Startwochenende auf Platz 2 der US – Kinocharts und spielte über fünf Millionen Dollar ein. Danach ging es mit dem Film jedoch steil bergab. Mit einem US – Einspiel von 11,6 Millionen Dollar ist Halloween V  der erfolgloseste Teil der Serie – selbst Halloween III, der vielgescholtene Film ohne Michael Myers, war aufgrund seines niedrigen Budgets profitabler. Das niedrige Einspielergebnis des Films sorgte dafür, dass Halloween V außerhalb der USA erst gar nicht in die Kinos kam, sondern sofort auf Video veröffentlicht wurde.Die große Zeit der Slashermovies schien vorbei zu sein, da es auch den Nightmare On Elm Street – und Freitag, Der 13. – Serien Ende der Achtziger nicht mehr gelang an alte Erfolge anzuknüpfen. So sollte es bis 1995 dauern, bis wieder ein Halloween – Film erschien ...

5/10

5/10
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