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Cello

(Originaltitel: Chello hongmijoo ilga salinsagan)
Herstellungsland:Südkorea (2005)
Genre:Horror, Drama, Mystery
Alternativtitel:Symphony of Death
Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,60 (5 Stimmen) Details
inhalt:
Die ehemalige Cellistin Prof. Mi-Ju Hong (Sung Hyun Ah) unterrichtet Musik an einer Hochschule. Dem Spielen hat sie abgeschworen seit einem Zwischenfall von dem sie niemandem etwas erzählt hat. Weder ihrer Schwester Kyung-Ran noch ihrem Ehemann Jun-Ki und den gemeinsamen Kindern Yoon-Jin und Yoon-Hye. Als die stumme Yoon-Jin sich jedoch ein Cello wünscht, suchen seltsame Ereignisse das Haus heim und Jun-Ki recherchiert in der Vergangenheit seiner Frau. Er stösst auf Tae-Yeon Kim (Park Da-An), die Mi-Jus Cello-Partnerin war und bei einem Unfall ums Leben kam. Wütet ihr Geist nun im Haus...?
eine kritik von laughing vampire:

Ich kann wirklich nicht sagen, wie viele ostasiatische Rachegeist-Filme ich in meinem Leben bereits gesehen habe. Das Genre zieht sich wie ein roter Faden durch meine cinephile Karriere, und auch heute noch halte ich stets Ausschau nach bislang ungesehenen Filmen: Von wahren Meisterwerken (Ring, Janghwa, Hongryeon/A Tale of Two Sisters) bis zum schlimmsten Trash ist alles dabei, und man weiß nie so recht, was einen nun erwartet. Auf Kritiken gebe ich dabei im Regelfall wenig, da meine Meinung oft stark vom Konsens abweicht und mir auch Filme sehr zugesagt haben, die von der Mehrheit nicht so positiv aufgenommen worden waren (z.B. Hänsel & Gretel) -- und auch das Gegenteil ist manchmal der Fall (z.B. Takashi Miikes Beitrag zu Three Extremes). Beim vorliegenden Werk Cello handelt es sich um einen koreanischen Film, der hauptsächlich negative Kritiken bekommen hat, aber dennoch habe ich mir die französische DVD gekauft, um mir mein eigenes Bild zu machen, da mir die Ausgangssituation doch zusagen konnte: Musikinstrumente sind ja tatsächlich gruselig. Bereut habe ich es nicht.

Cello erzählt die Geschichte einer ehemaligen Cello-Spielerin (wer hätte das gedacht?) namens Mi-ju, die in einer Universität die Gelegenheit erhält, den Schülern auszuhelfen. Dabei wird sie von einer arrogant auftretenden Schülerin äußerst negativ empfangen, die behauptet, Mi-ju hätte ihr Leben zerstört. Mi-ju wird zudem von seltsamen Visionen und anonymen Textnachrichten geplagt, und es wird schnell offensichtlich, daß sie ein dunkles Geheimnis hütet, von dem nicht einmal ihr Mann etwas weiß. Zuhause beginnt ihre autistische Tochter, ebenfalls ein Interesse am Cellospielen zu entwickeln, und als ihr Mi-ju schließlich ein eigenes Instrument besorgt, beginnt auch sie, sich merkwürdig zu verhalten. Ihre Schwägerin, die im selben Haus wohnt, leidet indes unter der Trennung von ihrem im Ausland lebenden Verlobten, und schon bald überwerfen sich die Ereignisse.

2005 hatte sich im koreanischen Kino bereits viel getan: In den vergangenen Jahren konnte sich erstmals eine junge Generation von Filmmachern behaupten und dem koreanischen Film endlich die internationale Beachtung bringen, die er bis dato nie hatte. Auch der oben genannte Janghwa, Hongryeon (2003) war bereits erschienen, und gemessen daran wirkt Cello ein wenig wie aus der Zeit gefallen: Die Inszenierung ist etwas altbacken, die Handlung und ihre Wendungen vorhersehbar und die Dialoge stellenweise etwas arg hölzern. Ich fühlte mich oft an The Ring Virus von 1999 erinnert, zu dem ich übrigens bereits eine durchaus positive Kritik verfaßt habe. Jener Film hat mich tatsächlich überrascht, was aber auch daran liegt, daß er sechs Jahre älter ist als das vorliegende Werk, und in der Zwischenzeit kam es im koreanischen Film zu wahren Quantensprüngen, die es in dem Ausmaß und der Geschwindigkeit wohl nirgendwo sonst auf der Welt gab.

Diese Tatsache jedoch als einzigen Maßstab zu nehmen wäre Cello gegenüber unfair, denn es handelt sich trotzdem um einen sehr routinierten, unterhaltsamen Horrorfilm, der es hin und wieder tatsächlich schafft, eine Gänsehautstimmung zu erzeugen -- und das ist, vor allem im Hinblick auf die vielen japanischen Genrebeiträge aus der selben Zeit (z.B. Yogen/Premonition), nicht selbstverständlich. Der Regisseur Lee Woo-cheol war hier wenigstens konsequent bei der Sache und liefert genau das, was man von so einem Film erwartet, nicht mehr und nicht weniger. Auch den Schauspielern kann man nichts vorwerfen: Sung Hyun-ah in der Hauptrolle wirkt vielleicht etwas unterkühlt (wenngleich das auch typisch koreanisch sein mag), dennoch bringt sie ihre Rolle glaubhaft rüber. Manche Figuren wie z.B. das Hausmädchen (schon wieder!) der Familie wirken dafür arg überflüssig und stören lediglich den Fluß der Handlung. Da mußte wohl unbedingt noch ein Klischee eingebracht werden! Logiklücken gibt es zwar einige, aber sie trüben den Gesamteindruck zum Glück kaum, sofern man nicht penibel darauf achtet. Dasselbe gilt für die wenigen CGI-Einsätze, die man übrigens wesentlich schlimmer aus japanischen Filmen kennt (Chakushin ari/One Missed Call).

Wenn man nicht mit zu hohen Erwartungen an diesen Film geht (und ich denke ja eher, daß hier das Gegenteil der Fall sein dürfte), kann er gut unterhalten und vielleicht sogar ein wenig gruseln: Ein brauchbarer Happen für zwischendurch für alle, die etwas mit Horror aus Fernost anfangen können. Kein Meisterwerk, das in die Ewigkeit gehen wird, aber das braucht man auch nicht jeden Tag.

7/10
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Kommentare

30.10.2014 08:39 Uhr - cecil b
1x
DB-Co-Admin
User-Level von cecil b 18
Erfahrungspunkte von cecil b 6.168
Ein tolles Review, zu einem Film, der mich auch interessieren könnte !

30.10.2014 21:41 Uhr - nivraM
2x
DB-Helfer
User-Level von nivraM 9
Erfahrungspunkte von nivraM 1.198
Nettes Review. Der Film ist schon seit längerem auf meine Asia-Horror-Liste, die ich mir noch ansehen will.

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