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Circus der Vampire

(Originaltitel: Vampire Circus)
Herstellungsland:Großbritannien (1972)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror
Alternativtitel:Le Cirque des Vampires
La Regina dei Vampiri
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,40 (5 Stimmen) Details
inhalt:
1810: Noch bevor der aufgebrachte Mob des englischen Dorfes Schettel den Vampir Graf Mitterhouse lyncht, verflucht dieser alle Bewohner und sinnt auf grausame Rache. Fünfzehn Jahre später steht Schettel unter Quarantäne: Das Grauen schleicht in Form einer unbekannten, tödlichen Krankheit um die Häuser, die durch Fledermäuse übertragen wird. Doch die mysteriöse Seuche bildet nur die Vorhut für einen Vampirclan, der als Wanderzirkus getarnt jegliches Menschenleben in Schettel auslöschen will.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                         CIRCUS DER VAMPIRE

Circus Der Vampire (1972) ist ein Film aus der späten Schaffensphase der britischen Hammer Films – Produktionsschmiede, die seit den späten 60er Jahren damit zu kämpfen hatte, dass ihre Filme als altmodisch kritisiert wurden. Und in der Tat: Das Genre hatte sich gewandelt. 1968 schockierte George A. Romeros (für damalige Verhältnisse) äußerst brutaler Zombieschocker Night Of The Living Dead das weltweite Publikum. Im gleichen Jahr läutete Michael Reeves mit Der Hexenjäger das Zeitalter des historischen Horrorfilms ein und Exploitation – Klassiker wie Last House On The Left (1972) verlegten den Horror von transylvanischen Schlössern und nebeligen Wäldern in die amerikanische Großstadt. Dracula und Dr. Frankenstein schienen nicht mehr angesagt zu sein. Mit Filmen wie Circus Der Vampire wollten sich die Briten gegen diesen Trend stemmen.

Hammer Films begannen seit Ende der 60er, den Anteil an nackter Haut und Gewalt immer mehr in die Höhe zu schrauben. Begünstigt wurde dieser Trend durch eine Lockerung der Richtlinien der BBFC, der britischen FSK. 1970 wurde die Altersbeschränkung X von 16 auf 18 Jahren erhöht, so dass es leichter wurde, kontroverse Szenen ohne Kürzungen in Filmen unterzubringen. Allerdings war die neue, härtere Gangart studiointern nicht unumstritten. Hammer Films – Produzent und Autor Anthony Hinds, verantwortlich für viele Erfolgsfilme des Studios, mochte den neuen Kurs nicht und nahm Mitte 1970 seinen Hut. Sein Ersatz wurde Michael Carreras, der Sohn von Hammer Films – Boss James Carreras.

Michael Carreras beschäftigte sich zuerst mit einem Treatment von George Baxt und Wilbur Stark, das den Titel Village Of The Vampires trug, in dem er viel Potenzial sah, was die neue Richtung anging, weshalb er  grünes Licht für den Film gab, der unter dem Titel Vampire Circus (Deutscher Titel: Circus Der Vampire) in die Kinos kam.

Der Posten des Regisseurs ging an den jungen, britischen Werbe – und Kurzfilmregisseur Robert Young, der auch heute noch als Regisseur aktiv ist und u.a. Wilde Kreaturen (Die Fortsetzung der Komödie Ein Fisch Namens Wanda mit John Cleese und Jamie Lee Curtis) und Eichmann mit Thomas Kretschmann drehte. Das endgültige Drehbuch schrieb Judson Kinberg und als Produzent fungierte Wilbur Stark. Die Besetzung bestand aus einer Mischung aus erfahrenen Hammer – Darstellern und Newcomern. Die Rolle des Vampirgrafen ging z.B. an Robert Tayman (bekannt aus dem Hammer – Film Banditen Auf Dem Mond, 1969); dessen Handlanger Emil wurde von Anthony Corlan gespielt. Corlan war bereits in Das Blut Von Dracula (1969) zu sehen, in dem er eine Heldenrolle gespielt hatte.  Thorley Walters, einer der bekanntesten Charakterdarsteller Großbritanniens, der bereits in Hammers Blut Für Dracula (1965) und Frankenstein Schuf Ein Weib (1966) zu sehen war, spielte hier die Rolle des Bürgermeisters. Für Star Wars – Fans ist Circus Der Vampire besonders interessant, da man hier Darth Vader – Darsteller Dave Prowse ohne Maske sehen kann. Prowse hatte bereits in dem Hammer – Film Frankensteins Schrecken (1970) mitgespielt.Nach sechswöchiger Vorbereitungszeit fanden die Dreharbeiten in den altehrwürdigen Pinewood Studios statt.

Vor dem Kinostart musste der Film erwartungsgemäß gekürzt werden, um eine Altersfreigabe zu bekommen. Eineinhalb Minuten wurden aus der Originalfassung entfernt. In den USA mussten drei weitere Minuten entfernt werden.Heute liegt Circus Der Vampire in zahlreichen ungeschnittenen DVD – und Blu Ray – Editionen vor.

Im Jahre 1810 erhebt sich die Bevölkerung des englischen Dorfes Schettel gegen den mächtigen Vampir Graf Mitterhaus (Robert Tayman). Bevor der Vampir sein Leben aushaucht, verflucht er das Dorf.  Fünfzehn Jahre später scheint sich der Fluch erfüllt zu haben: eine geheimnisvolle,tödliche  Seuche wütet in Schettel, das Dorf steht unter Quarantäne. Die Seuche, die durch Fledermäuse übetragen wird, ist jedoch nur der Vorbote eines grausamen Vampirclans, der als Wanderzirkus getarnt in das Dorf kommt, um dort jedes Menschenleben endgültig auszurotten …

Circus Der Vampire wird oft als der surrealste und ungewöhnlichste aller Hammer – Filme bezeichnet, was durchaus seine Richtigkeit hat. Der Film ist wesentlich schriller als die Streifen der späten 50er und frühen 60er Jahre, was sich z.B. in der Wanderzirkustruppe und ihren Aufführungen zeigt. Besonders der Tanz eines Mannes und einer völlig nackten, nur mit Farbe bemalten Frau sticht dabei ins Auge.

Überhaupt ist Circus Der Vampire deutlich gewagter als frühere Produktionen der Briten. Abgesehen von der Tanznummer gibt es auch in anderen Szenen jede Menge nackte (weibliche) Haut zu sehen. Auch was die Gewalt angeht, hat man sich hier deutlich gesteigert. Die Fülle der brutalen Szenen, in denen u. a. blutige Kehlenschnitte, deftige Bisse und grausame Wunden gezeigt werden, ist auch heute noch erstaunlich. Obwohl der Film mittlerweile vierzig Jahre alt ist, trägt Circus Der Vampire seine 18er – Freigabe immer noch zurecht.Außerdem wird in Circus Der Vampire ein neues Tabu gebrochen: hier werden zum ersten Mal Kinder zu Opfern von Vampiren.

Trotz allem ist Circus Der Vampire aber immer noch ein typischer Hammer – Film, der alles hat, was die Produktionen dieses Studios sehenswert macht. Der Streifen verfügt über die Hammer – typische, gruselig – charmante Atmosphäre, eine solide Darstellerriege und stimmungsvolle Schauplätze und Kulissen, die durch den Wanderzirkus einen zusätzlichen Schuss Exotik enthalten.

Zwar fehlt dem Cast ein wirklich hervorragender Darsteller mit dem Charisma eines Peter Cushing oder Christopher Lee (Robert Tayan ist als Vampirgraf eher zweitklassig) und einige der neuen Einfälle sind gewöhnungsbedürftig, aber nichtsdestotrotz ist Circus Der Vampire ein sehenswerter, unterhaltsamer Gruselfilm, was man nun wahrlich nicht von allen Produktionen der Hammer Films – Spätphase behaupten kann.

7-8/10

 

 

7/10
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Kommentare

02.11.2014 21:05 Uhr - Frank the Tank85
1x
DB-Helfer
User-Level von Frank the Tank85 5
Erfahrungspunkte von Frank the Tank85 379
Gute Kritik.Hört sich interessant an.

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