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Nightmare - Mörderische Träume

Originaltitel: A Nightmare on Elm Street

Herstellungsland:USA (1984)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,98 (227 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Nancy leidet unter grässlichen Alpträumen. Unterdessen werden ihre Schulfreunde, die genau dieselben Träume haben, im Schlaf von einem in allen Alpträumen auftauchenden widerwärtigen Teufel abgeschlachtet. Die Polizei interessiert sich nicht für Nancys Erklärungen - deshalb muss sie dem Killer in seinem Schattenreich selbst gegenübertreten. (Warner Bros.)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

               NIGHTMARE – MÖRDERISCHE TRÄUME

Mit Filmen wie Last House On The Left (1972) und Hügel Der Blutigen Augen (1977) hatte sich Wes Craven bereits einen Namen als berühmt – berüchtigter Horrorfilmregisseur gemacht. Der Film, der ihn in die Top 10 seiner Zunft katapultieren sollte, war jedoch A Nightmare On Elm Street, der in Deutschland unter dem Titel Nightmare – Mörderische Träume veröffentlicht wurde. Cravens Grundidee zum Skript dieses wegweisenden Horrorfilms war ein Mörder, der sein Unwesen in den Träumen seiner Opfer treibt. Diese Figur formte Wes Craven zu Freddy Krueger, einem Killer mit Stahlklaue und verbranntem Gesicht. Allerdings hatte Wes Craven Probleme, Geldgeber für das Projekt zu finden, so dass er gezwungen war, den Film aus eigener Tasche zu finanzieren. Dabei gingen Cravens gesamten Ersparnisse drauf. Als der Regisseur finanziell bereits ruiniert war, erbarmte sich das Studio New Line Cinema, ein Independentstudio, das damals weit vom heutigen Status entfernt war. Unter der Bedingung, dass Craven alle Rechte an der Figur Freddy Krueger an das Studio abtritt, erklärte sich New Line Cinema bereit, den Film finanziell zu unterstützen. Zähneknirschend willigte Wes Craven ein.

Die Dreharbeiten gestalteten sich äußerst anstrengend. Obwohl Wes Craven einen Monat für die Dreharbeiten verlangt hatte, bekam er von New Line Cinema nur 26 Tage. Hinzu kam, dass Craven den Film in dieser Zeit nicht nur drehen, sondern auch schneiden musste. Damit nicht genug – das Drehbuch musste während dieser Zeit mehrmals geändert werden. So musste Craven auf Geheiß des Studios das ursprünglich geplante Ende verwerfen und ein neues drehen. Die Schocksequenz am Ende des Films, die Craven nie geplant hatte und auch nicht mochte, enstand auf Wunsch von Produzent Robert Shaye, der eine Hintertür für eine eventuelle Fortsetzung offen lassen wollte. Für Wes Craven war Nightmare – Mörderische Träume eine einmalige Sache und ein eigenständiger Film. Trotzdem musste er sich der Gewalt beugen.

Die Rolle des Freddy Krueger bekam Robert Englund, der allerdings nicht die erste Wahl für den Part gewesen war. Eigentlich hätte Dave Warren Freddy spielen sollen, für den man auch das Make Up der Figur entworfen hatte. Schließlich ging die Rolle dann doch noch an Englund, der durch die TV – Miniserie V – Die Außerirdischen Besucher (1983) bekannt geworden war.Dank Freddy Krueger war Robert Englund seitdem auf das Horrorgenre festgelegt  und häufig in B – und C – Movies zu sehen, von denen nur die wenigsten an seine Nightmare – Erfolge heranreichten. Trotzdem ist Robert Englund auch heute noch ein viel beschäftigter, beliebter Genrestar, der auf zahlreiche Auftritte in Fernsehserien und Filmen verweisen kann und häufig auf Conventions zu sehen ist, auf denen er Autogramme und Fotos verkauft. Ein weiterer Genrestar, der in Cravens Film zu sehen ist, ist John Saxon, der 1954 in Ein Neuer Stern Am Himmel sein Schauspieldebut gab. Im Laufe seiner Karriere arbeitete er mit Größen wie Clint Eastwood, Bruce Lee und Dario Argento zusammen.

Der Rest der Besetzung bestand aus unbekannten Darstellern, aber von einem Castmitglied sollte man noch viel hören. Johnny Depp, damals ein 21jähriger arbeitsloser Musiker, gab in Nightmare – Mörrderische Träume sein Leinwanddebut. Später trat er in der TV – Serie 21 Jump Street (1987 – 1990) auf, ehe er den Sprung auf die Leinwand schaffte und sich zu einem der vielseitigsten Charakterdarsteller Hollywoods – vor allem in Independent – Filmen – mauserte. Spätestens mit den Fluch Der Karibik – Filmen (2003 – 2011) ist Depp auch im Mainstream angekommen und zu einem der bestbezahlten Hollywooddarsteller geworden.

Nightmare – Mörderische Träume erzählt die Geschichte von vier Teenagern, die in der Elm Street leben und von schrecklichen Alpträumen geplagt werden. In diesen Träumen taucht stets ein Mann mit verbranntem Gesicht auf, der einen schwarzen Hut, einen grün – rot gestreiften Pullover und einen Krallenhandschuh trägt. Die Träume werden bald blutige Realität. Als die Schülerin Tina (Amanda Wyss) im Traum getötet wird, stirbt sie auch in der realen Welt. Obwohl alles darauf hinweist, dass ihr Freund Rod (Nick Corry) den Mord begangen hat, glaubt die Polizistentochter Nancy (Heather Langenkamp) an dessen Unschuld. Als auch Rod eines mysteriösen Todes stirbt, ist für Nancy alles klar: Der Mann aus ihren Träumen tötet ihre Freunde und trachtet auch ihr nach dem Leben. Bald enthüllt Nancys Mutter die Identität des „Traummanns“: Er ist Freddy Krueger (Robert Englund), ein Kindermörder, der von den Eltern der Elm Street in einem Akt der Selbstjustiz gelyncht wurde. Jetzt dreht Nancy den Spieß um und sagt Krueger den Kampf an …

Nightmare – Mörderische Träume ist ein Klassiker des modernen Horrorfilms, der neue Maßstäbe für das Genre setzte. Die unheimliche Spannung des Films ergibt sich aus dem gekonnten Spiel mit Traum und Realität. Der Zuschauer befindet sich auf der gleichen Ebene wie die Elm Street – Teenager – nie weiß er, ob er sich im Traum oder in der (filmischen) Wirklichkeit befindet. Da wir alle schlafen und träumen, fällt es uns leicht, uns mit den Kids zu identifizieren und ihre Angst nachzuvollziehen. Durch den wohldosierten Einsatz schockierender Traumsequenzen erzeugt Regisseur und Drehbuchautor Wes Craven eine ungeheure Spannung und atmosphärische Dichte, die den Zuschauer bis zur letzten Filmminute Gefangen nimmt.

Mit Freddy Krueger schuf Wes Craven eine neue Kultfigur des Genres, die – zumindest in diesem Film – mehr Angst einflößt als die gesichts – und konturlosen Killer vieler amerikanischer Slashermovies oder die Zombies des italienischen Splatterfilms. Das liegt nicht nur an Freddy Kruegers verkohltem Antlitz, sondern auch an der Tatsache, dass er in unserem Unterbewusstsein haust und deshalb schwieriger greifbar ist als Michael Myers oder Jason Voorhees.

Nightmare – Mörderische Träume wird oft dem Slashermovie zugeordnet, was jedoch nicht ganz zutreffend ist. Das Drehbuch des Films ist für dieses Subgenre zu gerissen und zu vielseitig. In den gängigen Slashermovies werden Teenager für Verstöße gegen die „saubere, anständige“ Gesellschaft wie Drogenkonsum oder vorehelichen Geschlechtsverkehr von einem maskierten Killer bestraft. Craven dreht den Spieß um: Zwar bricht das Böse in Nightmare – Mörderische Träume erst nach ähnlichen Verfehlungen über die Jugendlichen herein (Tina wird erst getötet, nachdem sie mit ihrem Freund geschlafen hat), aber dennoch dreht sich der Film nicht um die Schuld der Kinder, sondern um die der Eltern. Streng genommen sind sie der Grund dafür, dass Freddy Krueger ihren Kindern nach dem Leben trachtet. Indem sie das Gesetz in die eigene Hand nahmen und ihn töteten, schenkten die Eltern Freddy Krueger ein neues Leben.und unterschrieben damit quasi das Todesurteil für ihre Kinder. Die Eltern von Glen (Johnny Depp) legen den Hörer neben das Telefon, so dass Nancy ihn nicht daran hindern kann, einzuschlafen. Damit verschulden sie den Tod ihres Sohnes. Sheriff Thompson (John Saxon) schlägt Nancys Bitten in den Wind und riskiert damit das Leben seiner Tochter. Nicht die Jugendlichen sind das übel in Nightmare – Mörderische Träume, sondern die Erwachsenen. Sie haben nicht nur den Mord an Freddy Krueger auf dem Gewissen, sondern benehmen sich ignorant und machen ihren Kindern das Leben schwer. Dieses Motiv zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Nightmare On Elm Street – Serie.

Das alles macht Nightmare – Mörderische Träume zu einem der besten, originellsten und spannendsten Horrorfilme der 80er Jahre, den man als Genrefan gesehen haben muss. Allerdings bereitete der Film New Line Cinema einige Kopfschmerzen, weil er nicht eindeutig zu kategorisieren war und ein unfreundliches Bild vom Leben in amerikanischen Vororten zeichnete. Außerdem musste der Streifen für das R – Rating um sieben Sekunden gekürzt werden. Diese Version ist die gängige und heutzutage auf DVD und Blu Ray erhältlich.

Obwohl nicht gerade viel Geld in die Werbung gesteckt wurde, war die 1,8 Millionen Dollar teure Produktion ein großer Erfolg an den Kinokassen – allein in den USA spielte der Film über 25 Millionen Dollar ein. Damit war der Grundstein für eines der erfolgreichsten Horrorfranchises aller Zeiten gelegt.

10/10

10/10
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Kommentare

11.11.2014 08:40 Uhr - Frank the Tank85
1x
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Du verschwindest immer ein paar Tage, und tauchst dann plötzlich mit nem Sack voll Reviews wieder auf :-D Super Kritik zum Start meiner Lieblings Horrorfilmreihe.Ich besitze, Gott sei Lob und Dank, noch die unrated VHS.

11.11.2014 16:39 Uhr - Punisher77
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Ja, das stimmt, aber irgendwann muss man die Reviews ja auch schreiben :-).

Danke für das Lob, die "Nightmare"-Reihe ist auch meine Lieblingshorrorfilmserie. Nix gegen "Freitag, Der 13." und "Halloween" beispielsweise, aber an Freddy kommt keiner ran. Den Film habe ich leider nur R-Rated auf Blu Ray.

11.11.2014 16:42 Uhr - cecil b
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Da hat sich aber einer viel Mühe gegeben ! Mein altes Review aus meinen Anfängen vor mittlerweile fast drei Jahren braucht da echt mal eine Frischzellenkur !

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