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Special Forces USA - Gnadenlos und tödlich

Originaltitel: Special Forces

Herstellungsland:USA (2003)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Action, Martial Arts
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,33 (3 Stimmen) Details
inhalt:
Sandra Teller, eine amerikanische Menschenrechtlerin, wird in Kerbekizstan von Hasib "The Nail", einem Anführer des "Muldan"-Regimes, verhaftet und gefoltert. Er stellt Washington ein Ultimatum: In 48 Stunden müssen seine "Freedom Fighters", die in Afghanistan gefangengehalten werden, frei sein, oder Sandra wird sterben! Doug Harding soll mit seinen Leuten Sandra befreien. Als sie nach blutigen Kämpfen endlich Sandras Versteck finden, werden sie aus einem Hinterhalt überfallen und alle, bis auf Doug, verschleppt...
eine kritik von kable tillman:

Martial-Arts-Militär

Anmerkung: Wertungsanpassung nach dem 2015er-System.

So manches Frühwerk bleibt zu Unrecht unbekannt. Die erste Zusammenarbeit zwischen Isaac Florentine und seinem wohl liebsten Schützling Scott Adkins ist nicht etwa der unter Fans beliebte Straight-to-DVD-Klopper "Undisputed II: Last Man Standing", sondern der B-Movie "Special Forces USA" aus 2003, welcher allenfalls eingefleischten Fans ein Begriff ist. Die Gründe dafür erläutere ich später. Der insbesondere auf die Military-Fraktion schielende Action-Thriller erzählt die Geschichte von Genozid und Terror in einem fiktiven Balkanstaat, strahlender US-amerikanischer Helden und vieler blauer Bohnen. Mit einem Budget von etwa 2.500.000$ in Litauen entstanden setzt die Nu Image Produktion nicht auf bekannte Namen oder eine clevere Handlung, sondern auf reichlich Action. Sehr viel Action sogar. Reicht das für einen unterhaltsamen Abend?

Da hat sich jemand im falschen Wald verirrt: Die US-Journalistin Wendy Teller (Daniella Deutscher) wird Zeuge eines durch General Hasib Rafendek (Eli Danker) befohlenen Massakers an unschuldigen, armen Dorfbewohnern in einem fiktiven, ehemaligen Sowjetstaat. Leider lässt sich die gute Dame auch dabei erwischen und wird von den Faschisten verschleppt. Die US-Regierung versucht die junge Frau aus den Händen Rafendeks herauszubekommen und schickt ihre besten Männer in den Einsatz: Die United States Special Forces. Anführer der Truppe ist Major Don Harding (Marshall R. Teague), der noch eine offene Rechnung mit Rafendek hat. Dieser jedoch ergreift alsbald die Macht im Lande und weiß eine (für B-Movie-Verhältnisse) beeindruckende Streitmacht hinter sich. Die Lage scheint aussichtslos für die Amerikaner bis ein mysteriöser Unbekannter (Scott Adkins) ihnen zur Hilfe kommt. Doch was führt der geheimnisvolle Kerl im Schilde?

Die Story klingt spannender als sie es letztendlich ist, denn sie dient lediglich als Bindeglied zwischen den Actionszenen. Dementsprechend häufig werden ein und dieselben Sets abgerannt, mal bei Tag und mal bei Nacht. Von ein paar erzwungenen Pattsituationen abgesehen wird es daher nur selten dramatisch. Das liegt zum einen daran, dass zwar in den regulären Shootouts reichlich Blood Squibs zum Einsatz kommen, nicht jedoch beim eigentlich als schockierenden Opener gedachten Genozid auf dem Dorf. Bis auf eine alte Dame sterben alle Landbewohner unblutig und lassen sich theatralisch unter MG-Feuer fallen. Ein Schmunzeln aufgrund der grotesken Szenerie konnte ich mir nicht verkneifen. Auch das steife, hölzerne Spiel der Mimen, die ausgetretenen Klischee-Pfade der Handlung, die flachen Dialoge und die unübersehbaren Logiklücken sowie Plattitüden nebst Hurra-Patriotismus sind generelle Spaßkiller.  

Ob diese zwei Männer bei der Geburt getrennt worden sind? Den ganzen Film über dachte ich, dass Marcel Iures aus "Projekt: Peacemaker" den Bösewicht spielt, bis ich im Abspann den Namen Eli Danker (ebenfalls in "Undisputed II: Last Man Standing") las. Die zwei sehen sich wirklich zum verwechseln ähnlich, vergleicht es selbst. Eli Danker spielt seine Rolle Rafendek solide, wenn auch etwas überzeichnet. Seine Figur besitzt dagegen nahezu keinerlei Background. Ein böser, machtgieriger Mann der gerne Schach spielt eben. An seiner Seite gibt Vladislavas Jacukevicius als Zaman den Anti-Schauspieler und kann außer kämpfen absolut gar nichts. Er und Martial-Arts-Ass Scott Adkins, der außerhalb der Actionszenen jedoch blass bleibt, dürfen sich im Verlaufe der Handlung selbstredend, soviel sei verraten, in einem beinharten Kampf messen, der atemberaubend choreografiert wurde und definitiv das Highlight aus "Special Forces USA" darstellt.

Wo wir von Highlights sprechen: "Special Forces USA" bietet Action Nonstop. Der Body Count ist astronomisch hoch, der Verbrauch an Platzpatronen ebenso. Und wenn der Gegner nah genug steht oder die Munition ausgegangen ist, dann darf die Handkante oder ein hoher Tritt ins Gesicht den Unhold zu Boden schicken. So sehr bei Schauspiel und Handlung gekleckert wurde, so sehr wurde in den Actionszenen geklotzt. Das Ergebnis ist durchgehend unterhaltsam, dynamisch, temporeich und mit einer angenehmen Härte inszeniert. Isaac Florentines Talent als Regisseur ausgefallener, höllisch rasanter Actionszenen zeigt sich hier noch wesentlich mehr als in dem Trash-Actioner "Bridge of Dragons" mit Dolph Lundgren von 1999, auch wenn er sich mitunter arg auffällig von John Woo hat inspirieren lassen. Leider wird es auch in "Special Forces USA" bisweilen unfreiwillig komisch, so halten PKWs selbst schweren Beschuss aus und die bösen Jungs treffen gefühlt nicht mal ein Scheunentor aus 2 Metern. Auch den schaurig animierten CGI-Fluggeräten verweigere ich ein Gütesiegel.  

Zugegeben, unter filmkritischer Betrachtung halten Story und Charaktere selbst dem Ansatz einer Analyse kaum stand, von den lausigen Schauspielern ganz zu schweigen. Wenn aber Scott Adkins und Vladislavas Jacukevicius in einem Kampf um Leben und Tod spektakuläre sowie spannende Martial-Arts-Kunst zum Besten geben, dann wackelt das Gebälk. Der Fight zwischen den beiden gehört unbestritten zu den beeindruckendsten Kampfkunst-Duellen in einem nicht-asiatischem Film und dafür lege ich meine Hand ins Feuer. Und trotz aller Kritikpunkte sind in einem B-Actioner nichts wichtiger als knallharte, unterhaltsame Actionszenen. Für Fans des Genres ein Pflichtkauf, für alle anderen ein rotes Tuch. 

Nun noch ein paar Worte zur Zensursituation von "Special Forces USA" in Deutschland: Hierzulande erschien der Film leider noch nie ungeschnitten. Lediglich eine um fast 12 Minuten gekürzte Fassung fand ihren Weg in die Ladenregale, die selbstverständlich keinem Actionfilmfan empfohlen werden kann. Mein Review basiert auf die ungekürzte englische DVD von Boulevard Entertainment, auf der ein BBFC-18 Siegel prangt. Deutschen Ton gibt es erwartungsgemäß nicht auf der Scheibe. Kommen wir nun zur Wertung.

Qualitätswertung: 4 von 10 Punkten
Unterhaltungswertung: 9 von 10 Punkten
Gesamtwertung: 6,5 von 10 Punkten 

Und ich melde mich dann mal im Scott Adkins Fanclub an (Schmarn, da bin ich doch schon längt).

Bis zum nächsten Review! 

Hochachtungsvoll euer Kable 

7/10
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Kommentare

11.11.2014 03:06 Uhr - Tom Cody
1x
DB-Helfer
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Schon überraschend, was du hier manchmal für doch relative unbekannte bzw. verkannte Genre-Werke ausgräbst.
Mir persönlich war der Titel nämlich auch absolut kein Begriff. Ist vielleicht, nach Ansicht des Schnittberichts, auch ganz gut so. Hätte ich damals diese absolut stümperhaft zensierte deutsche Fassung gesehen, wäre ich wohl mehr als verärgert gewesen.
Dank deiner sehr informativen und unterhaltsamen Rezension würde ich der Uncut-Fassung direkt mal eine Chance geben. Top!

11.11.2014 11:05 Uhr - JasonXtreme
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DB-Co-Admin
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Gutes Review zu einem geilen Stück B-Action, wobei ich US SEALS 2 noch ne ganze Ecke geiler und unterhaltsamer finde :D den gibts wenigstens auch uncut auf deutsch. Der hier fehlt wirklich, echt ärgerlich, dass sich dem nicht mal einer annimmt! Die Rechte können ja nicht sonderlich teuer sein.

11.11.2014 16:49 Uhr - cecil b
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Diese Woche an jedem Tag ein Review veröffentlichen, und dann noch das hohe Niveau halten. Respekt !

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