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Das Weiße im Auge

(Originaltitel: Death Wish 4 - The Crackdown)
Herstellungsland:USA (1987)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Action, Thriller
Alternativtitel:Death Wish 4 - Das Weiße im Auge
Death Wish 4 - Das Weisse im Auge
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,28 (41 Stimmen) Details
inhalt:
Als die Tochter einer Bekannten an Heroin stirbt, beginnt der Architekt Paul Kersey (Charles Bronson) einen weiteren Rachefeldzug durch Los Angeles. Nachdem ihm ein einflussreicher Millionär (John P. Ryan) die einfache Prämisse "Jeder, der mit Drogen zu tun hat, verdient den Tod" mit auf den Weg gegeben hat, findet Kersey reichlich Zielscheiben für seine Schießübungen und entfesselt einen brutalen Bandenkrieg...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                           DEATH WISH IV – DAS WEISSE IM AUGE

Mitte der 80er Jahre ging es mit der hoffnungsvoll gestarteten Produzentenkarriere von Menahem Golan und Yoram Globus wieder bergab. Die beiden hatten es immer noch nicht geschafft, einen echten Blockbuster zu produzieren, hatten sich finanziell arg verzettelt und waren in mehrere Rechtsstreitigkeiten verwickelt. Außerdem mussten Golan und Globus damit abfinden, dass die Fans von Cannon – Stars wie Chuck Norris oder Charles Bronson immer häufiger dem Kino fernblieben und warteten, bis deren Filme auf Video erschienen oder im Kabelfernsehen gezeigt werden, so dass das Geld erst später kam.

Das beeindruckte die beiden israelischen Produzenten aber nicht sonderlich und sie kündigten unermüdlich weitere Projekte planten. Für 1988 kündigte man Death Wish IV – Das Weisse Im Auge an. Da die letzten beiden Bronson – Filme an den Kinokassen gefloppt waren, setzte man bei Cannon immer noch auf die Zugkraft des Namens Death Wish. Zwar war schon Death Wish III nicht der erhoffte Kassenerfolg geworden, hatte aber immer noch einen soliden Gewinn gemacht. Und der Erfolg von Death Wish II hatte die Karriere von Cannon erst beflügelt.

Death Wish IV bekam ein Budget von 4,5 Millionen Dollar. Bronsons Filmpartnerin wurde von Emmy – Gewinnerin Kay Lenz, die u.a. in George Lucas´ American Graffiti (1973), Clint Eastwoods Breezy (1973) und dem Horrorfilm House (1986) zu sehen war.Die Rolle des Hauptschurken ging an John P. Ryan (1936 – 2007), ein Schüler des The Actors Studio. Zu seinen Klassenkameraden gehörten Stars wie Robert DeNiro und Dustin Hoffman. Obwohl Ryan nie der Durchbruch gelang, mauserte er sich zum gut beschäftigten Charakter – und Nebendarsteller. Für Cannon hatte er bereits Runaway Train (1985) und Night Hunter (1986) gedreht. Ein weiterer Death Wish IV – Darsteller mit Cannon – Erfahrung war Soon – Tek Oh, der Chuck Norris´ Gegenspieler in Missing In Action – Die Rückkehr (1985) gespielt hatte. Außerdem hatte er Rollen in TV – Serien wie Airwolf und Magnum gespielt und war in Der Mann Mit Dem Goldenen Colt (1974) zu sehen.Eine Mini – Rolle spielt ein Mann, von dem man noch viel hören/sehen sollte: Danny Trejo. Der Ex – Häftling hatte bereits in Runaway Train mitgespielt und mauserte sich zum vielbeschäftigten Nebendarsteller sowohl in großen Hollywood – Produktionen (Heat, Con Air), als auch in C – und Trashfilmen. Außerdem taucht er regelmäßig in den Filmen von Robert Rodriguez (From Dusk Till Dawn) auf und spielte im Alter von 66 Jahren seine erste Hauptrolle in dem Grindhouse – Ableger Machete (2010).Death Wish IV war der erste Film der Serie, der nicht von Michael Winner gedreht wurde. Laut Winner hatte er die Regie des Films abgelehnt, während Gerüchte besagten, dass es zwischen Bronson und Winner zu heftigen Streitereien während der Dreharbeiten zu Death Wish III kam, weswegen Bronson nicht mehr mit Winner zusammenarbeiten wollte. Für diese Version spricht, dass Death Wish III die letzte Zusammenarbeit zwischen Bronson und Winner war. Die Regie übernahm Stattdessen J. Lee Thompson.

Death Wish IV – Das Weisse Im Auge ist in der Tat etwas bodenständiger als der dritte Teil. Paul Kersey (Charles Bronson) arbeitet immer noch als Architekt und ist mit einer Reporterin liiert. Als ihre Tochter an einer Überdosis Kokain stirbt, stellt Kersey ihren Dealer und erschießt ihn. Das ruft den reichen Verleger Nathan White (John P. Ryan) auf den Plan. Seine Tochter ist ebenfalls an einer Überdosis zugrunde gegangen, weshalb er Kersey dazu überredet, mit den beiden führenden Drogenkartellen abzurechnen. Mit einer hervorragenden Ausrüstung und allen nötigen Informationen ausgestattet, macht sich Kersey mit gewohntem Eifer ans blutige Handwerk. Nachdem die meisten Kartellmitglieder ins Gras gebissen haben, muss Paul Kersey allerdings feststellen, dass er betrogen wurde und kaltgestellt werden soll...

Death Wish IV – Das Weisse Im Auge gelingt es, dem üblichen Handlungsschema der Serie (Kerseys heile Welt wird bedroht, sein Familien – und Freundeskreis wird brutal dezimiert, Kersey nimmt Rache  etc.) durch die an Yojimbo – Der Leibwächter / Für Eine Handvoll Dollar angelehnte Story und dem Twist im letzten Drittel etwas Neues hinzuzufügen. Damit hebt er sich schon mal positiv von seinen Vorgängern ab.

Allerdings bleibt der Film inhaltlich trotzdem etwas unter seinen Möglichkeiten. Er beginnt mit einem Alptraum Paul Kerseys, der zeigt, dass er das Rächerdasein seelisch nicht verarbeitet hat. Leider wird der Handlungsfaden um den traumatisierten Kersey nicht weitergesponnen. Auch die Drogenproblematik, die der Film anspricht, wirkt aufgesetzt und dient einzig und allein als Vorwand, um Kerseys Rachefeldzug zu legitimieren. Ebenso verschenkt wirkt Kay Lenz als Bronsons Filmpartnerin, die nach dem ersten Filmdrittel einfach aus der Handlung verschwindet und zum Schluss noch einmal aus dem Hut gezogen wird, nur um als Geisel herzuhalten. So fällt es schwer, als Zuschauer eine Bindung zu ihr aufzubauen.

Trotzdem gehört Death Wish IV zu den besseren Filmen aus Charles Bronsons Zeit bei Cannon. Charles Bronson – hier immerhin schon 66 Jahre alt – versprüht hier immer noch genügend Charisma und wirkt engagierter als z.B. in Ein Mann Wie Dynamit oder Der Mordanschlag. Auch die Nebendarsteller machen ihre Sache gut, insbesondere John P. Ryan und Soon – Tek Oh.

Die ersten drei Teile bleiben zwar unerreicht, aber dennoch bietet er solide Actionunterhaltung und im Gegensatz zu völligen Rohrkrepierern wie Ein Mann Wie Dynamit (1982) oder Der Mordanschlag (1987) ist dieser Film gut gelungen.

 7,5/10

7/10
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Kommentare

23.11.2014 17:33 Uhr - sonyericssohn
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Fand den Film damals fantastisch. So gut wie kein Humor, ein Bronson in Hochform und knallhartes Finale. Die Szene in der Tiefgarage am Anfang ( ich hoffe das ist der richtige Teil) erklärt schon fast den ganzen Film.
"Wer bist du ?"
"Der Tod."

Feines Rev zu einem feinen Film. Thanks.

23.11.2014 17:44 Uhr - Punisher77
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Danke!
Und der von Dir genannte Dialog ist Weltklasse :-) und stammt auch aus diesem Film.

23.11.2014 18:59 Uhr - Tom Cody
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Sehr schönes Review mit viel Hintergrundinfos zur Produktion!

An den Film kann ich mich allerdings nur noch sehr schwach erinnern, so lange ist's schon her.

Vorher hatte mir noch "MURPHY'S LAW" gut gefallen (vor allem die Wortgefechte mit Kathleen Wilhoite, und danach war auch "KINJITE" noch einmal so richtig finster. Aber es war zu dem Zeitpunkt (auch wegen seines Alters) unverkennbar, dass sich die große Zeit von Bronson jetzt wirklich ihrem Ende zuneigte.

23.11.2014 22:16 Uhr - Punisher77
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Danke!
"Murphys Gesetz" finde ich super, gehört für mich zu Bronsons besten Alterswerken. "Kinjite" fand ich schon nicht mehr so toll - man merkte anhand von Bronsons Performance, dass er den Film nur noc machte, um seinen Vertrag mit "Cannon" zu erfüllen.
Sein- füpr mich - letzter großer Auftritt in "Death Wish V" hatte für mich schon etwas Melancholisches, wie er dem Licht entgegentritt...so als würde ein großer Held von der großen Leinwand abtreten... aber das ist eine andere Geschichte... ;-)

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