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Stirb langsam

(Originaltitel: Die Hard)
Herstellungsland:USA (1988)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Krimi, Thriller
Alternativtitel:Nothing Lasts Forever
Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,59 (183 Stimmen) Details
inhalt:
Heiligabend in Los Angeles. Eine Gruppe schwerbewaffneter Männer stürmt ein Bürohochhaus. Die Gangster wollen 624 Mio. Dollar erbeuten, die als Wertpapiere in einem computer-gesicherten Safe lagern. Eine Partygesellschaft, die im obersten Stock feiert nehmen sie als Geiseln. Nur der New Yorker Polizist McClane kann entkommen. Doch alle Ausgänge sind blockiert, die Telefonverbindungen unterbrochen. Dann wird kaltblütig eine Geisel erschossen: McClane begreift, dass nur er eine Chance hat - völlig auf sich selbst gestellt nimmt er den bedingungslosen Kampf auf...
eine kritik von kable tillman:

Let it Blow

Anmerkung: Wertungsanpassung nach dem 2015er-System.

Vorwort: Einigen Stammlesern habe ich es bereits anvertraut, andere erfahren es jetzt: Diesen Dezember bespreche ich die komplette "Stirb langsam"-Reihe. Und wieso gerade jetzt? Weil insbesondere die ersten beiden Teile Pflichtprogramm für eine actionreiche (Vor-)Weihnachtszeit sind. Erst wenn ich diese beiden Filmklassiker gesehen habe kommt bei mir so richtig Festtagsstimmung auf. Und diese reiche ich nun an euch liebe Leser weiter. Ich wünsche euch jedenfalls eine wundervolle Vorweihnachtszeit und viel Spaß beim Lesen der Reviews.

Über kaum einen Film wurde noch mehr gesprochen, als über diesen. Über kaum einen Film gibt es mehr interessantes Hintergrundwissen, als über diesen. Bruce Willis wurde zum Superstar durch diesen Film. Alan Rickmans Hans Gruber zum Inbegriff des perfekten Filmbösewichts. Und der Begriff Actionfilm wurde neu definiert. Im November 1988 kam dieser Film, "Stirb langsam" (im Original "Die Hard"), in die bundesdeutschen Kinos, damals noch mit einer FSK-18 Beschränkung. Heutzutage ist der Film ungekürzt bereits mit einer FSK-16 Kennzeichnung für Jugendliche freigegeben und landesweit auf DVD und Blu-ray erhältlich. Ursprünglich sollte die 28.000.000$ teure Produktion ein Nachfolger von "Das Phantom-Kommando" mit Arnold Schwarzenegger werden, doch am Ende entstand ein atemberaubender Actionfilm mit dem damals lediglich Serien- und Comedyfans bekannten Bruce Willis in der Hauptrolle. Für den in Deutschland (Idar-Oberstein) geborenen Schauspieler sollte das der Coup seines Lebens werden. Bestimmt 90% aller Cineasten da draußen haben diesen Kultthriller in ihrem Leben bereits gesehen und alle sind sich einig: "Stirb langsam" hat Filmgeschichte geschrieben.  

Ein in orange getauchter Himmel steht über Los Angeles, die Stadt der Engel. Eben noch saß er im Flieger, nun ist er auch schon in einer schicken Limousine auf dem Weg zum Nakatomi Plaza. Es der 24. Dezember und er will seine Frau Holly (Bonnie Bedelia) dort überraschen, die noch auf der Weihnachtsfeier ihrer Firma ist mit einer Reihe von illustren Gästen. Er ist John McClane (Bruce Willis). Womit jedoch keiner der Anwesenden rechnet, und am wenigsten er, ist der Überfall einer Truppe von ungeladenen Gästen, die das Nakatomi Plaza stürmen und die geladenen Gäste als Geiseln nehmen. Forderungen stellen sie nicht, weil sie ganz andere Absichten verfolgen. Nur ein Mann kann der Geiselnahme entkommen und führt fortan einen erbitterten Kampf gegen die zahlenmäßig sowie waffentechnisch überlegenen Terroristen aus Europa unter der Führung von Jack Gruber (im Original Hans Gruber, gespielt von Alan Rickman): John McClane. Doch wie lange kann er den bestens organisierten Elite-Kämpfern trotzen?

Für dieses Review werfe ich meine komplette Grundstruktur über den Haufen und verrate schon jetzt: "Stirb langsam" erhält von mir nichts anderes als 10 von 10 Punkten. Da kann es keinen Zweifel geben. Im Folgenden erläutere ich euch 10 Gründe, also für jeden Punkt einen Grund, weshalb "Stirb langsam" nichts anderes als die Höchstwertung verdient hat.

Grund 1: Bruce Willis. Der Mann spielt nicht nur den kauzigen Cop, der immer einen lockeren Spruch auf den Lippen hat und in jeder noch so ausweglosen Situation einen kühlen Kopf bewahrt, sondern er lebt ihn. Sein besonders fürsorglicher Schutzengel beschützt ihn zwar meistens vor Kugelhagel und gigantischen Explosionen, doch seinen Eheproblemen muss er sich selber stellen. Sie macht Karriere, doch er ist zu stur um das zu akzeptieren und zu ihr nach Los Angeles zu ziehen. Sein Überraschungsbesuch zu Weihnachten entwickelt sich aufgrund der ungebetenen Gäste zur Tour de Force für den New Yorker Cop. Yippie-ya-yeah, Schweinebacke!   

Grund 2: Alan Rickman. Der gebürtige Engländer spielt den kultivierten Gentleman-Gangster hervorragend. Sein charismatisches Auftreten, sein unerbittlicher Wille, seine Cleverness und seine eiskalten Vollstreckerfähigkeiten machen aus ihm einen der ambivalentesten, interessantesten und besten Filmbösewichte aller Zeiten. Ich bin mir ziemlich sicher, dass er vor allem aufgrund seiner Performance in "Stirb langsam" Jahre später die Rolle des Severus Snape in den "Harry Potter" Filmen bekam. Er ist der Inbegriff einen diabolischen Gentleman.

Grund 3: John McTiernan. Nach "Predator" ist "Stirb langsam" bereits sein zweiter Geniestreich im Actionfach. Zugegeben, in Anbetracht von Filmen wie "Rollerball" (2002) scheint er sein Talent vorübergehend verloren zu haben, doch damals hatte er Esprit und Ideen und schuf mit "Stirb langsam" nicht nur einen mörderisch rasanten, sondern auch hochspannenden Actionthriller.

Grund 4: Jan de Bont. Die bestechend gute Arbeit des Kameramanns sorgt für stimmungsvolle Bilder, atemberaubende Actionszenen und eine bisweilen klaustrophobische Atmosphäre in den engen Schächten des Nakatomi Plaza. Jan de Bont hat zu jeder Zeit alles im Blick. In den 90er Jahren sollte er übrigens auch selbst auf dem Regiestuhl Platz nehmen, beispielsweise in "Speed" und "Twister".

Grund 5: Lawrence und Charles Gordon sowie Joel Silver. Die Produzenten waren verantwortlich für den Erfolg etlicher Actionfilme der 80er und früheren 90er Jahre. Als besonders herausragende Arbeiten nenne ich an dieser Stelle "Nur 48 Stunden", "Straßen in Flammen" und "Predator". 

Grund 6: Michael Kamen. Der Komponist zaubert einen bemerkenswert packenden und zu jedem Moment passenden Score. Auch der Einsatz von Musikstücken ist grandios, allen voran die epische Szene, in welcher Jack Gruber an sein Ziel gelangend in hellem Licht getaucht wird und Beethovens "Ode an die Freude" aus dessen 9. Sinfonie ertönt. Die Gänsehaut ist vorprogrammiert. 

Grund 7: Jeb Stuart und Steven E. de Souza. Basierend auf dem gleichnamigen Roman (im Original "Nothing Lasts Forever") von Roderick Thorp schrieben die beiden Drehbuchautoren ein fabelhaftes Screenplay, mit kultigen Dialogen (wie z.B. Jack Gruber: "Wer sind Sie?" - John McClane: "Ich bin nur die Fliege im Honig, Jack. Der Knüppel zwischen deinen Beinen. Der Tritt in deinen Arsch."), packenden Szenen, überraschenden Wendungen und clever ausgearbeiteten Charakteren. Vor allem die nachvollziehbare Entwicklung McClanes vom konservativen New Yorker Cop zum verzweifelten, doch niemals aufgebenden Mann, der für das Leben seiner Frau bis an seine Grenzen geht, wurde sehr gut herausgearbeitet. Dabei wirkt seine Heldenrolle nie aufgesetzt, sondern entwickelt sich geradezu instinktiv. Nicht zu verachten sind auch die hervorragend geschriebenen Nebenfiguren, wie die zynischen FBI-Agenten Johnson und Johnson (Robert Davi und Grand L. Bush), die schmierige Koksnase Harry Ellis (Hart Bochner), der witzige Limousinen-Chauffeur Argyle (De'voreaux White), der arrogante Deputy Police Chief Dwayne T. Robinson (Paul Gleason), der sympathische Schreibtisch-Cop Sgt. Al Powell (Reginald VelJohnson) und, last but not least, das teuflische Mastermind Jack Gruber.

Grund 8: Die Action. Blutige Shootouts, beinharte Kämpfe, monströse Explosionen, elektrisierende Stunts - all das bietet "Stirb langsam" nahezu nonstop. Dabei ist jede Szene hochspannend und exquisit inszeniert. 

Grund 9: Die Kills. Jede Aktion mit tödlichem Ausgang ist einzigartig und ideenreich. Mal bricht McClane einem Baddy bei einem Treppensturz das Genick, mal durchschießt er einem anderen in Zeitlupe ultrablutig die Kniescheiben, mal hängt er den Bösewicht an einer Kette auf oder schmeißt ihn aus einem Fenster direkt auf einen Streifenwagen. Und Al Leong stirbt auch. Abwechslung der zynischen Art.

Grund 10: Die epischen Kultmomente. In einer Szene rettet sich John McClane in letzter Sekunde vor einer gewaltigen Explosion, indem er sich einen Feuerwehrschlauch um den Bauch bindet und vom Hochhaus springt, um einige Etagen tiefer durch die Fensterscheiben ins Gebäude wieder hineinzustürzen. Abgefahrener und spektakulärer geht es kaum. Übrigens wurde diese Szene mehrfach in anderen Filmen zitiert, beispielsweise in "Machete", auch wenn Danny Trejos Charakter dort zu einem menschlichen Darm als Abseilhilfe greift. Hier zeigt sich auch nochmal, wie weitreichend "Stirb langsam" die Actionfilmwelt verändert und geprägt hat. Ein Meilenstein der Superlative. 

Lange Rede, kurzer Sinn: "Stirb langsam" ist der vielleicht beste Actionfilm aller Zeiten. Kommen wir nun zur Wertung.

Qualitätswertung: 10 von 10 Punkten
Unterhaltungswertung: 10 von 10 Punkten
Gesamtwertung: 10 von 10 Punkten 

Und weil man ein Review zu diesem Kultfilm nicht anders beenden kann als den Film selbst, stimme ich nun einen beliebten und bekannten Weihnachtssong an (und ihr singt gefälligst mit!):

Oh the weather outside is frightful,

But the fire is so delightful.

Since we've no place to go,

Let it snow, let it snow, let it snow... 

 

Bis zum nächsten Review! 

Hochachtungsvoll euer Kable   

10/10
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Kommentare

02.12.2014 19:33 Uhr - sonyericssohn
1x
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Hmmm...ich kenn das Lied ned :-D
Grandioses Rev. Konnst ned meckern.

02.12.2014 20:01 Uhr - Tom Cody
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Wow! Tolles Review, muss ich schon sagen, und fast so gut wie meins zu "DIE HARD" (sorry, aber DAS konnte ich mir jetzt einfach nicht verkneifen ;-))

Insbesondere deine dieses Mal doch etwas ungewöhnliche Herangehensweise finde ich äußerst faszinierend. Die verschiedenen Pluspunkte des Film sowie die Hauptpersonen vor und hinter der Kamera einzeln zu behandeln ist auf jeden Fall eine super Idee!

Bei der Bewertung des Films stimme ich natürlich auch 100%ig mit dir überein. Dieser Kultfilm ist absolute Pflicht im (Vor-)Weihnachtsprogramm.

Aha. Al Leong stirbt. Ich überlege gerade krampfhaft, ob der Kerl mit dem Fu Manchu-Bärtchen überhaupt schon mal überlebt hat! Im Clinch mit Martin Riggs hat er ja ebenso den Kürzeren gezogen wie bei dem Versuch Jack Slater in "Last Action Hero" zu erledigen (Tod durch eine Eiswaffel!).

02.12.2014 20:20 Uhr - F-Ready
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Hervorragend, Mr. Kable ! Dieser Film ist sicherlich einer der Gründe, warum heute Regale voller Filme meine Wände zieren...und ja, die ersten beiden Teile sind Pflichtprogramm zur Weihnachtszeit !

02.12.2014 21:34 Uhr - Dr. Jones
1x
Zunächst dir und allen anderen wünsche ich auch eine tolle Vorweihnachtszeit .

Geniales 10 Punkte Programm für Stirb Langsam den ersten .
Erwähnenswert wäre noch der sensationsgeile Reporter Richard Thornton ( korrigiert mich wenn ich mit den Mamen falsch liege )

Wir freuen uns auf Nummero Zwo .

" Seid ihr Brüder ? Nein ,sehen wir so aus ?"

02.12.2014 21:46 Uhr - Gorno
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Hut ab! Ich muss denke ich alle meine Hüte vor dir ziehen! :D

02.12.2014 22:21 Uhr - Entertainmentz
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Auch wenn ich den Film nicht perfekt finde, so ist dein Review zu diesem Actionklassiker wie immer hervorragend! Dazu kommt noch, dass du das Review perfekt zur Weihnachtszeit veröffentlicht hast und es einfach nur Spaß macht, dies zu lesen!

03.12.2014 03:50 Uhr - Tom Cody
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02.12.2014 21:34 Uhr schrieb Dr. Jones
Erwähnenswert wäre noch der sensationsgeile Reporter Richard Thornton ( korrigiert mich wenn ich mit den Namen falsch liege )

Okay, du wolltest es so. Der herrlich widerliche Reporter-Schmierlappen heißt Richard Thornburg ;-).
William Atherton (damit der Schauspieler auch mal genannt wird) hatte ja auch schon perfekte Widerlinge in "Was für ein Genie" und "Ghostbusters" gespielt.
Dem hätte wohl jeder Zuschauer gerne einen rechten Haken verpasst. Noch besser war aber der Denkzettel per Elektroschocker in "Die Hard 2".

03.12.2014 11:37 Uhr - deNiro
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Innovative und schön zu lesende Kritik zu einem Actionmeilenstein!

10.12.2014 18:58 Uhr - leichenwurm
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Super Review zu einem Klassiker... !!! Der erste "Stirb Langsam" war mit zarten 11 Jahren meine erste Originale VHS- Kasette und somit Grundstein für eine bis heute immer weiter anwachsende Filmsammlung... !!! Ich weis nicht wie oft ich diesen Film schon gesehen habe (übrigens ebenfalls vorzugsweise in der (Vor-) Weihnachtszeit ;-)) aber er geht eigentlich immer. Des weiteren wird einem jedes mal aufs neue bewusst wie gut hier wirklich alle Beteiligten abgeliefert haben (deshalb sagt mir der Aufbau deines Reviews ebenfalls sehr zu) denn dieser Film wirk auch gemessen an heutigen Produktionsstandards immernoch perfekt. Einer der wenigen Filme, wo ich absolut nichts, aber auch wirkllich gar nichts zu meckern habe... !!! Ein wirklich zeitloser Klassiker...

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