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BoondockSaint123
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XP 2.215
Eintrag: 10.12.2014

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The Purge: Anarchy

Herstellungsland:USA (2014)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Horror, Science-Fiction,
Thriller
Alternativtitel:American Nightmare 2: Anarchy
The Purge 2

Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,28 (41 Stimmen) Details
inhalt:
Einmal im Jahr ist jedes Verbrechen erlaubt und es gibt nur ein Ziel: überlebe diese Nacht! Sommer 2014: Wieder ist Purge-Night. Ein Paar sitzt aufgrund einer Autopanne auf offener Straße fest und auch eine hilflose Frau und deren Tochter sind dem Chaos der Purge-Night völlig ausgeliefert. Ein Polizist könnte ihre allerletzte Hoffnung sein, die Nacht zu überleben...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von boondocksaint123:

Alles begann im Jahr 2013 als der US-Regisseur James DeMonaco mit seiner zweiten Regiearbeit „The Purge“ einen Film präsentierte, der die Meinungen der Zuschauer deutlich spaltete. Einige sahen in diesem Film einen äußerst gelungenen Home-Invasion Thriller mit einer ordentlichen Portion an sozialkritischem Hintergrund. Anderen hingegen empfanden das Werk als äußerst langweilig und haben die Sichtung so gut es ging verdrängt. Trotzdem stellte sich „The Purge“ als Kassenerfolg heraus. Mit einem Budget von gerade einmal 3,4 Millionen Dollar war dies sogar eine recht günstige Produktion und konnte schon innerhalb von 10 Tagen das 10fache dessen wiedereinspielen. Da rollten nur die Dollarzeichen über die Augen der Studios weshalb sie auch sofort den Dreh zu einer Fortsetzung in Auftrag gaben. Nicht einmal ein Jahr später flimmerte dann „The Purge: Anarchy“ auf den Leinwänden der Lichtspielhäuser. Das Resultat konnte sich auf jeden Fall sehen lassen…

Die USA stand kurz vor ihrem Untergang. Hohe Kriminalitäts- und Arbeitslosenraten drängten das Land immer mehr in die Enge. Um dessen einen gewissen Einhalt zu gebieten, wurde die sogenannte – Purge – ins Leben gerufen. Einen Tag im Jahr ist es den Bürgern der vereinigten Staaten erlaubt ihren inneren Schweinehund zu befreien und ihre Seelen von all dem Ballast zu erlösen. Im Klartext, sie dürfen auf die Straßen gehen und dort mit Waffen oder auch den bloßen Händen ihre Wut herauslassen und andere Menschen umbringen. Für 12 Stunden ist dieses Treiben erlaubt ohne dass es gesetzliche Konsequenzen nach sich führt. Diese eine Nacht ist für einige Menschen ein Segen, denn sie dürfen mal ordentlich auf den Putz hauen. Für andere beginnt ein Wettlauf um´s Überleben.

Wir schreiben das Jahr 2023 und die diesjährige Purge Vorbereitungen sind schon im Gange. Viele Menschen versuchen schnellstmöglich zu ihren Familienangehörigen zu kommen und die Stunden unbeschadet zu überleben. Andere hingegen schärfen ihre Klingen, laden ihre Waffen und ziehen sich die Schutzwesten an. Dieses Mal wird das Augenmerk auf 3 Schicksale gerichtet. Eva, eine Kellnerin die zusammen mit ihrem Vater und ihrer Tochter in einer kleinen Wohnung lebt, versucht so schnell es geht nach Hause zu gelangen. Das Ehepaar Shane und Liz haben gerade sowieso eine schwierige Zeit hinter und vor sich. Als dann auch noch deren Auto stehenbleibt scheint ihr Schicksal besiegelt zu sein. Und zu guter Letzt Leo. Ein Mann der verfressen von Hass und Trauer ist, bewaffnet sich bis unter die Zähne um diese Nacht zu seiner zu machen. Im Laufe des Abends kreuzen sich die Wege aller beteiligten und schnell heißt es – NUR DIE STÄRKSTEN ÜBERLEBEN…

Wie auch schon bei „The Purge – Die Säuberung“ wurde die Regieleitung von James DeMonaco übernommen. Mit 9.000.000$ Budget, welches doppelt so hoch ist wie bei dem ersten Teil, ließen die Studios DeMonaco so gut es ging freie Hand über die Inszenierung seines Werkes. Schon im Vorfeld war klar, dass „The Purge: Anarchy“ keines Falls für das breite Publikum bestimmt ist oder besser ausgedrückt, nichts sein soll was für Kinderaugen bestimmt ist. Ohne Wenn und Aber wurde „The Purge: Anarchy“ auf ein R-Rating konzipiert, was durchaus seine Abnehmer gefunden hat. Der Erfolg blieb keines Falls aus. Schon die Marketing-Strategie mit den Trailern war ein grandioses Prinzip. Man veröffentlichte einige Trailer, die immer aus der Sicht der anderen Schicksale geschildert wurden und somit konnte man das Maß des Interesses enorm steigern. Aber genug zu dem Erfolg von „The Purge: Anarchy“. Richten wir unseren Blick nun auf das Werk selbst.

Wie auch schon bei dem ersten Teil beginnt man damit die grobe Story-Line dem Zuschauer näher zu bringen. Aus welchem Grund die Purge gegründet wurde und wie diese das Land vor ihrem Untergang gerettet hat. Nach diesem Prolog werden die Charaktere vorgestellt. Zum einen Eva. Eine Frau die für ihren Lebensunterhalt schwer arbeiten muss, denn sowohl ihre Tochter als auch ihr krebskranker Vater werden durch ihren Lohn ernährt. Druck macht sich in ihr breit, als die Zeit für die diesjährige Purge immer näher rückt. Der Heimweg ist noch lange und es bleibt ihr nicht mehr viel Zeit. Das Ehepaar Shane & Liz sind im selben Moment mit dem Auto unterwegs. Sichtlich geprägt von Auseinandersetzungen untereinander gestaltet sich die Fahrt zu einer sehr deprimierenden und ansträngenden Farce, wo beide Charaktere schon einmal einen leichten Eindruck in deren Psyche erlauben. Liz, die davon überzeugt ist, dass ihre Ehe keines Falls mehr zu retten ist und stur an dieser Tatsache fest hält. Shane hingegen bleibt immer wieder mit seinen Gedanken an alten Zeiten hängen. Und dann wäre da noch Leo. Ein vom Leben geprägter Mann. Er empfindet keine Freude mehr im Leben und ist nur noch ein Schatten seiner selbst. Er sitzt alleine in seinem Zimmer, schaut auf den Boden und ergreift dann die Initiative. Er packt seine Tasche, legt sie auf das Bett und holt die Waffen heraus. Geladen und Entsichert. Für ihn ist diese Nacht das einzige was seinem Leben noch Sinn bereiten kann.

James DeMonaco ist es durchaus gelungen seinen Charakteren eine gewisse Tiefe zu verleihen. Das Bild der Personen ist sehr differenziert aufgezeigt. So lässt DeMonaco es sofort zu, dass man den Charakter der Eva und ihrer Tochter Carli schnell durchschaut, ihnen aber doch das gewisse Interesse verleiht. Liz & Shane sind schon etwas schwieriger einzuordnen, da immer nur in Bruchstücken etwas von deren Psyche weitergegeben wird, was aber keines Falls negativ auffällt. Vielmehr wirken diese Charaktere schon fast am greifbarsten, menschlichsten wenn man so möchte. Und Leo ist das absolute Gegenteil von den bisherigen Figuren. Seine Hintergründe warum er an der Purge teilnimmt, bleiben dem Zuschauer lange Zeit ein Rätsel. Man vermutet immer wieder etwas, doch ohne Beleg ist dies schwer, denn Leo ist ein sehr facettenreicher Mensch. So beweist er im einen Moment ein sehr hohes Maß an Menschlichkeit und Vernunft, kann er doch im anderen Moment zu einem Biest mutieren und sieht nur noch rot. By the Way -> einige Male hat mich Leo sogar an Frank Castle aka. The Punisher erinnert.

DeMonaco darf man keines Falls vorwerfen, dass die Charakterzeichnungen nicht geglückt sind. Ich habe schon viele Werke gesehen, deren „Drumherum“ durchaus ansprechend war, das gesamte Konzept dann aber an der Tatsache der fehlerhaften bzw. zu vernachlässigten Charakterzeichnung verunglückt ist. An dieser Stelle hat er alles richtig gemacht.

In den 100 Minuten Laufzeit welche „The Purge; Anarchy“ zu bieten hat, präsentiert er dem Zuschauer unglaublich grandiose Ideen. Man merkt eindeutig, dass die Qualität im Vergleich zu seinem Vorgänger enorm angestiegen ist. So wirkt die komplette Atmosphäre deutlich trister und erdrückender. Gerade die Straßen als eine Art Gladiatoren-Schauplätze bieten sich perfekt an umso einige interessante Schauwerte einzubringen und auch der Hintergrund der Handlung, das sozialkritische bleibt keines Falls auf der Spur. Dass dieser Film auf ein R-Rating konzipiert wurde, erkennt man sehr oft. Mit sehr drastischen Actionszenen (für eine FSK 16) wird hier eine Welt gezeigt, die einem Angst machen kann. Menschlichkeit sucht man hier eigentlich vergebens, da man schon an jeder Ecke eine neue Gefahr vorfindet. Rennen, das ist das Erfolgsrezept und das müssen die Protagonisten einige Male machen. Der Kampf scheint auch an manchen Szenen sehr aussichtlos zu sein.

Das Bild welches von Amerika vermittelt wird, ist sehr zynisch. In „The Purge: Anarchy“ wird aufgezeigt, welchen Hintergrund diese Aktion tatsächlich hat und welch einen Einfluss Geld doch hat. Dieses Bild lässt einem die Nackenhaare aufschnellen, denn man macht sich auch selbst seine Gedanken. Auch wenn diese Darstellung sehr drastisch daher kommt, so werden einige Aspekte offen gelegt, die auch in unserer heutigen Gesellschaft schon ein wichtiger Bestandteil ist. Doch um genauer drauf einzugehen, dann würde ich morgen noch an der Review sitzen und es würde einfach zu viele Spoiler beinhalten.

Die Darsteller selbst überzeugen durch die Bank weg und können eine absolut geniale Präsenz aufweisen. Gerade was Frank Grillo angeht, der schon einigen ein bekanntes Gesicht sein dürfte aus Filmen wie „Warrior“ oder „Homefront“. Hier ist der Mann zum ersten Mal in einer Hauptrolle zu sehen und kann dort auch in vollen Zügen begeistern. Jedes Mal wenn dieser Mann auf der Leinwand zu sehen ist, dann freut man sich auf eine sehr seltsame Art und Weise.

Alles in Allem bleibt einfach zu sagen, dass „The Purge: Anarchy“ in voller Hinsicht eine Steigerung zum ersten Teil darstellt und für mich mit zu den besten Fortsetzungen überhaupt zählt. Interessant ist auch, dass DeMonaco am Anfang sogar vorhatte in diesen Film eine Art – Vergewaltigungsecke – mit einzubeziehen. Dies war eine der wenigen Punkte wo die Studios eingriffen, da ihnen dieser Aspekt nicht so gefallen hat und es beim Publikum wohl zu Protesten gekommen wäre. Tja, wer weiß was noch passieren wird. Ein dritter Teil ist schon in Planung und die Überlegungen sind, dass jedes Jahr ein weiterer Film der Reihe erscheinen könnte. An sich keine schlechte Idee, da die Handlung doch sehr viel Spielraum bietet. Nur bitte sollte man es nicht so ausdehnen wie man es mit den „Saw“ Teilen gemacht hat. Aber das gehört hier ja eigentlich nicht her ;-)

Für mich war „The Purge: Anarchy“ einer der besten Filme des Jahres, wo sich der Kinobesuch definitiv gelohnt hat und ich mich schon auf den nächsten Kinobesuch des dritten Teiles sehr freue. In allen Belangen wurde ich glücklich gestimmt. Daher gibt es von mir auch sehr gute 9,5 Punkte, die ich aufrunden werde. 

10/10
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Kommentare

11.12.2014 11:59 Uhr - Tom Cody
3x
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User-Level von Tom Cody 20
Erfahrungspunkte von Tom Cody 8.312
Geiles Review zu einer echten Überraschung!
Der erste Film konnte mich nicht so wirklich überzeugen, der zweite um so mehr. Einer der seltenen Fälle, wo die Fortsetzung um Längen besser ist als der Vorgänger. Auch die Tatsache, dass man hier nicht einfach wieder eine "Home-Invasion"-Story aufwärmt sondern raus in die Straßen geht, hat mir außerordentlich gut gefallen. Auch die (zahleichen) Actionszenen sind teilweise recht heftig, wenn man mal auf die KSK-Freigabe "ab 16" schaut. Obwohl ich hier auch nicht unbedingt die höchste Punktzahl vergeben hätte, käme der Film bei mir mit 8 von 10 Punkten ebenfalls sehr gut weg.

Von einer ziemlich widerlichen, aber vorstellbaren Idee von Regisseur und Autor DeMonaco habe ich dir ja schon mal geschrieben.
Was nämlich die Gewalt angeht - James DeMonaco hat gesagt er hätte da eine Idee gehabt, die allerdings so krank klang, dass die Filmfirma heftig abgelehnt hat. Er sprach von sogenannten "Vergewaltigungsecken", wo junge Frauen oder Mädchen zwecks Massenvergewaltigung an Kreuzungen an Laternenpfähle oder ähnliches gekettet werden, und die Kerle der Reihe nach anstehen. Und das würde nicht nur in einer bestimmten Stadt geschehen, sondern landesweit. Eine Gefahr, der sich auch das Mutter/Tochter-Paar aus Teil 2 gegenüber gesehen hätte. Da kann man vielleicht ein klein wenig nachvollziehen, dass die Produzenten da erst mal abgewinkt haben. Obwohl, wenn man sich die Natur des Menschen etwas genauer ansieht, ist der Gedanke (leider) nicht abwegig, dass einige Typen in so einer Situation auf solche kranke Ideen kommen könnten. Mal sehen, ob DeMonaco vielleicht in einem weiteren Sequel dieses heiße Eisen anpacken wird.

11.12.2014 20:01 Uhr - leichenwurm
4x
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Erfahrungspunkte von leichenwurm 420
Schönes Review zu einer, in meinen Augen leider, enttäuschenden Fortsetzung. Das Großstadtszenario wird nicht ausreichend gut genutzt. Regisseur James DeMonaco beschränkt sich wieder viel zu sehr auf "geschlossene Räume" . In meinen Augen gelingt es ihm nicht das Ausmaß einer solchen Nacht im "großen und ganzen" zu erfassen, dafür ist auf den Strassen viel zu wenig los... und die wiederholten Luftaufnahmen der Stadt lassen eine losbrechende Anarchie nicht im geringsten erkennen... schade, denn ich hatte mich nach dem ersten Teil sehr auf diese Fortsetzung gefreut.

Edit: Und die von Tom Cody oben beschriebene Idee mit den "Vergewaltigungsecken" ist durchaus extrem krank, wenn man die Grundidee die hinter "The Purge" steckt aber wirklich mal konsequent zu ende denkt, ist dass wohl noch die Spitze des Eisberges...

12.12.2014 20:59 Uhr - Kable Tillman
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Erfahrungspunkte von Kable Tillman 2.141
Sehr umfangreiches und gelungenes Review von dir. Den Film habe ich leider noch nicht gesehen, da mir "The Purge" nicht sonderlich gefallen hat (langweilig...), doch nach deiner Lobpreisung sollte ich ihm definitiv eine Chance einräumen. Du solltest mal wieder häufiger durch Reviews auffallen, dich sieht man ja kaum noch.

17.12.2014 21:35 Uhr - sonyericssohn
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Er hat einen Grund hierzu. Und den kann ich vollends nachvollziehen

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