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8MM - Acht Millimeter

(Originaltitel: 8MM)
Herstellungsland:USA, Deutschland (1999)
Standard-Freigabe:FSK 18
Genre:Drama, Krimi, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,07 (99 Stimmen) Details
inhalt:
Es scheint nur ein Routinefall zu sein, der den ehrgeizigen Privatdetektiv Tom Welles (Nicolas Cage) auf seiner Karriereleiter weiter nach oben bringen wird: Er soll für eine reiche Witwe die Herkunft und Echtheit einer kleinen Rolle Acht-Millimeter-Films recherchieren, den sie im Tresor entdeckt hat. Im Film ist zu sehen, wie eine junge Frau zu Tode gefoltert wird. Die Spur führt in die Hardcore-Porno-Szene, eine dunkle Hölle, in der Toms grauenvollste Vorstellungen Wirklichkeit werden...
eine kritik von angertainment:

1999 war ein starkes Jahr für Kinofilme. Im gleichen Jahr durften wir nebst Fight Club, Matrix und American Beauty auch erstaunliche Filme des Horror-Genres wie z.B. dem Blair Witch Project, Eyes Wide Shut und John Carpenter's Vampire geniessen. Joel Schumacher hatte hier auch einen ganz speziellen Angriff auf die grosse Leinwand vor und präsentierte uns mit 8MM einen "bigger Budget"-Film der das Thema Snuff anfasst, welches bisher lediglich nur Fetischisten oder Hardcore-Horror-Freaks kannten und den Begriff hier ins Rampenlicht gestellt, auch wenn es bei weitem nicht der erste Film war der das Thema behandelt, wurde es hier nicht nur thematisiert sondern die Ausmasse der Abartigkeit als zentraler wunder Punkt ins Gehirn gebrannt. Wem Joel Schumacher auf den ersten Moment nichts sagt, dem sei verraten dass es viele Hochs und Tiefs in der Schafenswelt des Herrn gibt, wollen wir die positiven Eindrücke durch "The Lost Boys", "Falling Down" und auch neuere gelungene Werke wie "Nicht auflegen!" mal nicht durch "Batman & Robin" wieder madig machen...

Ein privater Ermittler wird von einer älteren Dame darum gebeten, den Ursprung und die Authentizität eines von ihr gefundenen 8mm-Filmchens zu untersuchen. Das Band hat ihr verstorbener Ehemann hinterlassen und sie will sich davon überzeugen, ob der hier gezeigte Foltermord an einer jungen Frau echt oder inszeniert ist. Während seiner Recherche lernt Mr. Wells dann neben einem verlodderten Porno-Videothekar auch die dunkle Welt der Snuff-Branche kennen. Bei der weiteren Suche gerät der Privatermittler dann in das Visier eines Snuff-Rings.

Manche hassen ihn vielleicht einfach, aber Nicolas Cage hat eben in seiner Laufbahn auch in richtig guten Filmen mitgespielt und dieser hier zählt nach meiner Einschätzung dazu, auch wenn seine Overacting-Einlagen manchmal zum Haare raufen sind. Der Videothekar wird hier von Joaquin Phoenix verkörpert und der holt widerum einiges raus und macht seine Sache hervorragend. Im Prinzip kommt es einem teilweise so vor, als wenn Joel Schumacher sich hier eine kleine finstere Geschichte ausgedacht hat, in der der arme Detektiv verwickelt wird. Das viel schlimmere Grauen ist aber, das die Snuff-Thematik einfach real ist und jeder unbedarfte Zuschauer während dieses Films einfach damit konfrontiert wird. Das Setting ist relativ dreckig und düster und passend zum finsteren Grundton wie bei "Flatliners" ekelt man sich ähnlich wie Nicolas Cage vor den gefundenen Tapes. Jedem geneigten Filmfan der schon mal auf einer Videobörse war, werden die hier gezeigten Umstände und Hinterhof-Märkte bekannt vorkommen. Dann gibt es noch einen hervorragenden Peter Stormare, der ein mal mehr einen Bösewicht mimen darf und in die dunkle Welt gut hinein passt. Insgesamt ist der Film wie ein kleiner düsterer Trip und man merkt, dass am Ende der innerliche Verfall von Nicolas Cage das kleinste Übel ist, denn viel schlimmer ist dass selbst ein Mord nichts an dem unguten Gefühl ändert, dass die Welt des Snuff weiterhin besteht oder jemanden davor rettet. Joel Schumacher hat vielleicht grössere Werke vollbracht, wie "Die Jury" oder "Das Phantom der Oper", aber dieser hier ist auf jeden Fall der dunkelste Alptraum seines Schaffens.

8/10
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Kommentare

15.12.2014 19:11 Uhr - Frank the Tank85
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Sehr gut :)

15.12.2014 19:12 Uhr - Gorno
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Kleine Korrektur: Eyes Wide Shut ist kein Horrorfilm. Ansonsten top wie immer und auch der Film ist gut ;)

15.12.2014 22:16 Uhr - NICOTERO
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Alleine Stormare's Charakter "Dino Velvet" sorgt bei mir für spontanen Gänsehautbefall. Grandiose performance. Hammer Review zu einem abgrundtief pessimistischen Werk. Nur Phoenix hat gewisse humoristische oneliner zu bieten. Und Gandolfini war selten fieser.
Trotzdem mag ich diesen Film. Gute Arbeit...

16.12.2014 09:03 Uhr - JasonXtreme
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Ich war seinerzeit zweimal im Kino, liebe den Film auch heute noch. Cage spielt hier sogar mal gut :D und die Thematik hats mir einfach angetan. Düster, brutal und krank.

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