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Dimetrodon12
Level 5
XP 432
Eintrag: 23.12.2014

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Herz aus Stahl

(Originaltitel: Fury)
Herstellungsland:USA (2014)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Drama, Krieg
Alternativtitel:Heart of Steel
Herz aus Eisen

Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,51 (25 Stimmen) Details
inhalt:
April, 1945. Während die Alliierten ihren letzten und entscheidenden Vorstoß in den Kriegsschauplatz von Europa wagen, kommandiert ein kampferprobter Army Sergeant namens Wardaddy (BRAD PITT) einen Sherman Panzer und dessen fünfköpfige Besatzung auf einer tödlichen Mission hinter den Feindeslinien. Zahlen- und waffenmäßig weit unterlegen, und mit einem blutigen Anfänger-Rekruten, der ihnen aufgedrängt wurde, an ihrer Seite, müssen sich Wardaddy und seine Männer gegen überwältigend große Widerstände behaupten, als sie heldenhaft versuchen, mitten im Herzen von Nazi-Deutschland zuzuschlagen.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von dimetrodon12:

Das letzte Quartal von 2014 war gespickt mit einer Hand voll sehr guter und besonderer Filme. Nach jedem Film dachte ich es könnte nicht besser werden. David Finchers grandiose Romanverfil­mung „Gone Girl – Das perfekte Opfer“ sorgte für extreme Spannung. Anfang November lief der deutsche Film „Das Labyrinth des Schweigens“ an, welches sich mit dem Vergessen und Erinnern an die Gräueltaten der Nazis beschäftigt und einer der besten (vielleicht sogar der Beste) Beitrag zu diesem Thema ist. Im November folgte noch Christopher Nolans Sience-Fiction Meisterwerk „In­terstellar“. Im Dezember konnte dann noch der letzte Teil von Jacksons „Hobbit“-Trilogie mit epi­schen Schlachten, coolen Effekten und einem super Soundtrack überzeugen. In einer Sneak Peek Preview im örtlichen Kino bekam ich allerdings noch die Chance einen der wohl besten Filme von 2014 zu sehen, der bei uns in Deutschland offiziell erst am 1. Januar des nächsten Jahres anläuft.

Kritik: Fury

Bei „Fury“ („Herz aus Stahl“) handelt es sich um einen Antikriegsfilm, der am 15. Oktober 2014 seine Premiere feierte. „Fury“ spielt während der letzten Wochen des zweiten Weltkrieges. Don „Wardaddy“ Collier und seine vierköpfige Crew sind seit mehreren Jahren in feindlichen Gebieten unterwegs und kämpfen entschlossen mit ihrem Panzer, den sie „Fury“ (dt. rasender Zorn, Wut) ge­tauft haben, gegen die Nazis. Während einer Schlacht verlieren sie ein Mitglied der Panzerbesat­zung, der durch den jungen und unerfahrenen Norman Ellison ausgetauscht wird. Dieser kann sich nicht an die Verhältnisse gewöhnen, die in diesem grausamen Krieg herrschen und wird auch nicht von den anderen akzeptiert. Während einer Mission muss die Panzerbesatzung ihre Differenzen je­doch überbrücken. Nachdem sie durch eine Landmine bewegungsunfähig gemacht wurden, stellen sie sich mit der, immer noch schussbereiten, „Fury“ einer 300 Mann starken Truppe der Waffen-SS in den Weg.

Die Story von „Fury“ mag auf dem Papier durchaus schlicht und unoriginell klingen, im Film selbst wird aber kaum auf eine richtige Story eingegangen. Der Film ist vielmehr in drei Abschnitte unter­teilt, die den Krieg mit ungeschönten Bildern darstellen.

Im ersten Abschnitt werden die Charaktere näher vorgestellt. Dabei wird vor allem auf zwei Dinge hingewiesen. Zum einen werden die amerikanischen Soldaten größtenteils nicht wie Helden darge­stellt, sondern als Menschen, die von Krieg und Tod vollkommen ausgelaugt wurden. In einer be­sonders heftigen und erschreckenden Szene zwingt Wardaddy den jungen Norman dazu, einen un­bewaffneten und gefangen genommenen Soldaten zu erschießen. Damit will er zwar zum einen Norman testen, aber auch seine eigene angestaute Wut und Verzweiflung rauslassen. Allgemein werden in diesem Film auch die Amerikanischen Soldaten nicht grade zimperlich und vor allem nicht patriotisch und heroisch gezeigt. Im ersten Abschnitt will der Film auch auf den allgemeinen Horror des Krieges hinweisen, was er durch extrem realistische und brutale Schlachtszenen und auch durch die teilweise leichengesäumten Schlachtfelder erschrecken gut schafft.

Der zweite Abschnitt behandelt erneut das Thema der ausgelaugten Soldaten, aber auch kurzzeitig die deutsche Bevölkerung die ebenfalls unter dem Kriegstreiben, sowohl der Nazis aber auch der Alliierten leidet. Schlüsselszene im zweiten Abschnitt ist eine der wenigen ruhigen Szenen, die nicht als „Ruhe vor dem Sturm“-Szene behandelt werden kann. Diese besondere Szene stellt die In­teraktion zwischen amerikanischen Soldaten und deutschen Stadtbewohnern in Form eines gemein­samen Essens da. Wardaddy und Norman treffen in einer eroberten Stadt auf zwei deutsche Frauen. Wardaddy schenkt den beiden verängstigten Frauen etwas zu essen und einige Zigaretten. Er und Norman blieben noch zum Essen. Kurz bevor das Essen allerdings beginnen kann werden sie „Bi­ble“, „Gordo“ und „Coon-Ass“ entdeckt, den anderen drei Crewmitgliedern. Die laden sich selbst zum essen ein und so entsteht eine erdrückende Stimmung die für alle Beteiligten peinlich, sogar fast unerträglich, ist. Hier wird erneut gezeigt, wie schädlich die dauerhafte Kriegsführung für die einzelnen Soldaten überhaupt ist. Gleichzeitig kann man diese spezielle Szene auch in Richtung ei­ner möglichen Heimkehr der Soldaten deuten, die sich nach mehreren Kriegsjahren zu stark verän­dert haben und nur schwer (oder gar nicht mehr) in die Gesellschaft zurückfinden.

Im dritten und letzten Abschnitt von „Fury“ geht es schließlich erneut um die Grausamkeiten der Schlachten die geführt wurden. Hier nimmt der Film nochmals extrem an Spannung zu und zeigt sehr gekonnt gefilmte und erneut extrem brutale Schlachtszenen. Nach der letzten Schlacht, die eine halbe Nacht dauert und viele Leben auf beiden Seiten kostet wird der letzte Überlebende der „Fury“-Crew gerettet. Von den anderen amerikanischen Soldaten als Kriegsheld gefeiert, wird er abtransportiert. Er selbst ist dabei zu tiefst traumatisiert und blickt nur mit leerem Blick auf die „Fury“, das Grab seiner Freunde. Die letzte Szene ist eine Vogelperspektive auf die im Dreck ste­ckende „Fury“ wobei die Kamera immer weiter raus zoomt. Mit der Zeit stellt sich der Dreck als die zerfetzten Leichen der Gefallenen heraus.

„Fury“ ist ein unglaublich guter Antikriegsfilm, der mit brutalen und realistischen Bildern eine hoff­nungslose Geschichte von einer Gruppe amerikanischer Soldaten erzählt. Aber nicht nur die Bilder sorgen dafür, dass man mit in das Geschehen gezogen wird. Ein großes Lob an dieser Stelle an Ste­ven Price, der nach dem Soundtrack für „Gravity“ nun auch für diesen großartigen und perfekt zu den Bildern passenden Soundtrack. Ebenfalls bekommt man hier ganz großes Schauspielkino gebo­ten. Brad Pitt kann hier sehr gut zeigen, was er alles drauf hat. Gleichzeitig bietet seine Rolle auch eine gute Antifigur zu seinem nazihassendem Lt. Aldo Raine aus Tarantinos „Inglourious Basterds“. Besonders überrascht haben mich jedoch zwei andere Schauspieler. Logan Lerman, der vorher in den Rollen als Halbgott „Percy Jackson“ und als D'Artagnan in Paul W. S. Andersons „Die drei Musketiere“ zu sehen war überzeugt als Norman der sich vom Kriegsverweigerer hin zu einem ab­gewrackten und traumatisierten Soldaten verwandelt. Neben ihm hat mich auch Shia LaBeouf voll­kommen überzeugen können. Er war mir vorher nur als „der in Ungnade gefallene Bubi aus den „Transformers“-Filmen“ bekannt. Hier beweist aber auch er in der Rolle des religiösen Bible, was für ein Schauspieler in ihm steckt.

Alles in allem ist „Fury“ oder „Herz aus Stahl“ wie der etwas unpassende deutsche Titel lautet ein sehr überzeugender und perfekt gemachter Film über den Horror der zweiten Weltkrieges. Dabei kommt er locker an Meisterwerke wie „Der Soldat James Ryan“ oder die HBO-Serie „Band of Brot­hers“ heran und könnte durchaus als „James Ryan“ von diesem Jahrzehnt durchkommen. Ich persönlich habe selten einen Antikriegsfilm gesehen, der sich größtenteils auf Schlachten bezieht und dennoch so deutlich eine Position gegen den Krieg einnimmt, statt sich in der Action zu verlie­ren. Außerdem muss man dem Film hoch anrechnen, dass er in keiner Minute auch nur einen Hauch von Patriotismus verbreiten möchte. Definitiv einer der besten Filme von 2014 bzw. 2015.

10/10

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Kommentare

25.12.2014 15:56 Uhr - alraune666
1x
Major Produktion im WWII angesiedelt ... hoerte sich gut an, Panzerdivision noch besser ... der Film war eine einzige Enttaeuschung ... ich habe mich derart gelangweilt ... vor allem die staendigen Gefechte im Dunkeln, voellig unuebersichtlich, was geht nun ab ... besonders zum Schluss ... hellichter Tag und ploetzlich beim Anfang des finalen Gefechts ... is ploetzlich von einer Minute zur Naechsten Nacht.

Schaut Euch besser Private Ryan nochmal an oder BoB/TP. Die waren und sind echt gut.

04.01.2015 05:09 Uhr - NICOTERO
1x
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Ein dramatisches, äusserst stilistisch gefilmtes Actionfeuerwerk. Kommt nicht ganz ohne US- Patos aus, ist aber allemal sehr sehenswert. 10/10 halte ich aber auch für etwas zu großzügig. Die Darstellungen der ach so bösen Deutschen (SS) ist bestenfalls Üngenügend und beinahe lächerlich oberflächlich. Bis auf eine Szene am Schluss bewegt sich dieses Werk beinahe ausschließlich im Schwarz/Weiss resp. Gut und böse Bereich. Grauzonen werden nur sehr kurz angerissen und werden eher plakativ dargestellt.
Der Härtegrad dieses Filmes ist -in der heutigen Zeit zumindest- ausgesprochen hoch.
Meine bescheidene Wertung: 7/10.

05.01.2015 17:04 Uhr - Dimetrodon12
1x
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Ok, so sieht man wie Meinungen auseinander gehen können. Ich selbst war ja total geflashed von dem Film, wie man ja meiner Kritik entnehemn kann :). Aber ich will da jedem seine Meinung lassen.
Mal eine andere Frage: Wie fandet ihr denn die Review selbst? (Natürlich mit Außnahme der Wertung die bei euch ja nicht ganz so großzügig wie bei mir ausfällt)

05.01.2015 20:24 Uhr - NICOTERO
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Sehr gutes Review. Gut leserlich und unterhaltsam. Cool.
Bei der erstsichtung dieses Filmes war ich auch ziemlich geflasht.
Auch der eher spezielle Score (Gesänge) fand ich sehr geil.

06.01.2015 00:35 Uhr - Crítter
1x
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Im Nachhinein gibt's ne 8/10. Konnte ich mir problemlos ansehen.

06.01.2015 13:32 Uhr - Andman1984
2x
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Stimme nicht ganz mit deiner Kritik überein, bzw. würde ich nicht so viele Punkte vergeben. :) Mit einem Antikriegsfilm hat dieser in meinen Augen nichts zu tun. Ist eher Kriegs-Action. Allerdings finde ich den Gewaltgrad nicht sehr hoch. Hatte mir unter "schonungsloser" Darstellung mehr vorgestellt. Fand ich persönlich Soldat James Ryan härter. Wie NICOTERO aber schon geschrieben hat, ist die Sichtweise auf die Deutschen wieder typisch amerikanisch. "Bringt mir noch mehr Schweine zum schlachten!" ..sagt wohl schon alles. Das eine SS-Kompanie fast komplett von einem fahruntüchtigen Panzer aufgerieben wird, war mehr als grenzwertig. Natürlich trifft mit der Panzerfaust keiner und auf die Idee, Wardaddy, vom MG wegzuballern kommt auch keiner...sicher. Bis auf den Schluss, ist der Film aber recht gut inszeniert.

06.01.2015 13:33 Uhr - Andman1984
1x
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Sorry..Doppelpost

09.01.2015 12:59 Uhr - Crítter
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Ok, nach etwas überdenken und ohne Vorbehalt entscheide ich mich letztendlich für eine 7/10. So, das war's aber auch jetzt.

09.01.2015 17:07 Uhr - Dimetrodon12
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Danke für das viele Feedback. Sieht nach mehr aus, als unter all meinen anderen Reviews zusammen :D
Freut mich, dass euch die Review soweit gefallen hat, auch wenn ihr nicht mit mir übereinstimmt.

18.01.2015 02:25 Uhr - Major Dutch Schaefer
2x
06.01.2015 13:32 Uhr schrieb Andman1984
...Das eine SS-Kompanie fast komplett von einem fahruntüchtigen Panzer aufgerieben wird, war mehr als grenzwertig. Natürlich trifft mit der Panzerfaust keiner und auf die Idee, Wardaddy, vom MG wegzuballern kommt auch keiner...sicher. Bis auf den Schluss, ist der Film aber recht gut inszeniert.



So siehts aus.

Eben gesichtet. War eigentlich gar nicht schlecht....bis zum Ende.
Bis dahin hatte der Film echt die ein oder andere bedrückende Szene zu bieten.

Und ich stimme durchaus mit einigen der von Dir (@Dimetrodon12) genannten Punkte überein.

Vieles in "Fury" war stimmig und teils wirklich gut:

Amerikaner, die selbst Grausamkeiten begehen und nicht die absoluten Saubermänner sind, wenn auch mit Figuren vom Klischee-Reißbrett.
Ein Regime, daß Greueltaten an den eigenen Leuten begeht, trotz Niederlage sinnlos Menschen in den Tod schickt.
Das Essen war ziemlich beklemmend inszeniert und hinterließ ein ungutes Gefühl in der Magengrube.

Bis dahin fand ich den Film gut und es war durchaus Potential vorhanden, wenn auch mMn viele Ansätze nicht bis zuletzt ausgearbeitet bzw konsequent bis zum Ende verfolgt wurden.

Zum Beispiel wurde die Botschaft, daß Krieg die Hölle ist, mit dem Holzhammer inszeniert. Denn um das zu zeigen, gibt es die ein oder andere Splattereinlage bzw harte Bilder. Jene - vor allem zum Ende hin gesehen - im Kontext gar nicht selbstzweckhafter hätten ausfallen können.

Brutale Härten sind nicht gleich automatisch Antikriegsfilm. Dazu bedarf es doch einiges mehr.

Die bis dorthin spärlichen Kampfszenen wurden, obgleich sie etwas unlogisch waren, wenigstens noch glaubhaft genug dargestellt.

Aber dann kam das Finale...ohne Worte

Dieses unsägliche Ende ist eine Beleidigung der Intelligenz, bei dem ich mich regelrecht verarscht fühlte.

Dieses Finale ließ "Fury" dermassen ins Lächerliche abdriften, dass ich mich danach richtig ärgerte meine Zeit mit diesem reaktionären Werk verschwendet zu haben.

Jenem im Vorfeld ja ach so tolle historische Authenzität sowie Akribie attestiert wurde....und von manchen Kritikern tatsächlich auch wird.

Vor allem ärgere ich mich aber darüber, daß der Film TROTZ des Finales so viele positive Kritiken erhält. Denn dieses Ende potenziert die zuvor genannten Schwächen geradezu ins uferlose.

Die finale Schlacht ist - sorry - ein so unverschämt dreist überzogener Schwachsinn, daß es mich nach ner Weile regelrecht anwiderte, wie der Film wieder in plumpe Schwarz-Weiß-Malerei der 50er/60er Jahre Kriegsactioner verfällt.
Schade, wenn man bedenkt, daß Serien wie z.B. "Band of Brothers" oder "The Pacific" um eine deutlich realistischere und vor allem differenziertere Darstellung des Krieges bemüht waren und die Messlatte somit deutlich höher ansetzten.
Und das obwohl Fury paradoxerweise zuvor noch versucht den genannten Weg dieser Serien weiterzugehen.

Nein, wir bekommen die amerikanischen Supersoldaten zu sehen, die zwar nicht fahneschwenkend, dennoch heroisch und aufopferungsvoll kämpfen (als ob man gerade erst gestern in der Normandie gelandet wäre und alles auf dem Spiel stünde.)

Die Besatzung - kurz zuvor noch glaubhaft als Antihelden und unter den Wirren des Krieges leidende Truppe dargestellt - kämpft plötzlich mit "Quad-Damage" gegen eine eigentlich völlig überlegene Übermacht.
Aber wasn Glück sind das absolut hirnlose, strunzdumme Waffen-SS Männer, die sich wie die Lemminge regelrecht schlachten lassen und ununterbrochen geradewegs in das Feuer des schrottigen Panzers rennen (Das ist noch nicht mal sinnbildlich gesprochen. Das passiert da wirklich! *facepalm*)

Und was mich noch mehr ankotzt, ausgerechnet der Waffen-SS-Man - dessen Kameraden gerade eben zu Hunderten geknippst wurden - ist dann plötzlich gnädig?!
Ausgerechnet bei einem SS-Schergen wird wieder die "Menschlichkeitsschiene" gefahren und man kommt mit dem erhobenen Zeigefinger, daß wir alle nur Menschen sind?! Fand ich schon sehr befremdlich.

Ob der amerikanische Urenkel nach Sichten des Films seinen Großvater fragt:

"Warum war der Kampf gegen Nazi-Deutschland eigentlich so schwierig bzw wie konnte dieses Regime samt dessen moorhuhnartigen Truppen die Welt überhaupt so lange in den größten Krieg der Menschheitsgeschichte stürzen, in dem ja so viele Millionen Menschen sinnlos und qualvoll ihr Leben ließen?!
Warum sind eigentlich so viele Deiner Kameraden elendig verreckt, wenn es doch so leicht ist Nazis zu töten?!"

Wenn ich sehen will wie Nazis geknippst werden, dann guck' ich mir "Indiana Jones" oder "Inglorious Basterds" an. Oder zock mal wieder Wolfenstein, um gesichtslosen braunen Arschgeigen in den Hintern zu treten.

Hieße der Film "Expendables 1945", hätte ich wahrscheinlich "meine helle Freude" dran gehabt.

Aber als ernst gemeinter Kriegsfilm versagt "Fury" auf ganzer Strecke. Auf solche "Anti"-Kriegsfilme kann ich getrost verzichten.

Echt schade, das Ende hat den Film leider völlig und unwiderruflich vermasselt.

27.01.2015 12:53 Uhr - Andman1984
1x
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Amen! :)

08.08.2018 12:19 Uhr - Pentegrin
User-Level von Pentegrin 2
Erfahrungspunkte von Pentegrin 84
Bitte, bitte informier dich über den Film, bevor Du so einen Mist zusammen schreibst! Zum einen hat es die Person Wardaddy wirklich gegeben, der Film beschreibt seine Erlebnisse nach Augenzeugen und überlebenden. Zum anderen hat die SS zum Beispiel auch Kinder gegen Ende des Krieges aus ihrem Klassenzimmer gezerrt, um mehr Ressourcen zum Kämpfen zu haben. Und eben so ein Kind ist jener, der Norman nicht tötet, der Schauspieler von dem SS Kimd war 14!

Klar ist es teilweise ein wenig unlogisch dargestellt, dass sie mit den Pamzerfäusten nicht treffen und Wardaddy dort oben lange nicht erschießen können, aber nicht in dem Ausmaß, wie Du es darstellst! Wenn du dich an den Film erinnerst, so ist er trotzdem gestorben! Und auch der Panzer wurde mit 2 von 4 Panzerfäusten getroffen!

Mein Gott, kann man nicht erst denken bevor man schreibt und vorallem, zieh keinen genialen Film in den Dreck, weil Du nicht ausreichend informiert bist, oder den Film nicht verstanden hast!

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