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Alexandre Ajas Maniac

Originaltitel: Maniac

Herstellungsland:Frankreich, USA (2012)
Standard-Freigabe:SPIO/JK geprüft: keine schwere Jugendgefährdung
Genre:Horror, Drama, Krimi, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,16 (146 Stimmen) Details
inhalt:
Frank ist Besitzer eines Mannequin Ladens. Er lebt ein eher zurückhaltendes und verschlossenes Leben. Doch dies ändert sich, als die junge und hübsche Anna in sein Leben tritt. Für ihre neue Ausstellung wendet sie sich an Frank. Aus dem Treffen entwickelt sich eine Freundschaft. Doch der Schein trügt. Denn unter der Oberfläche verstärkt sich seine geheime Besessenheit. Je länger die Freundschaft anhält, desto heftiger tritt seine Manie zum Vorschein.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von dotd:

Alexandre Aja's Maniac aus dem Jahr 2012 ist das Remake von William Lustig Horrorklassiker Maniac von 1980.Aja's Remake des Lustig Klassikers zählt zu den sehr gelungenen Neuinterpretation,welche sich definitiv sehen lassen können.Unter der Regie von Franck Khalfoun ist ein sehr guter Horrorfilm entstanden,welcher in allen Belangen überzeugt.Das ist keine große Überraschung wenn man bedenkt,dass Aja schon mit seinem Debüt "High Tension(2003)" und dem Remake zu "The Hills Have Eyes(2006)" bewiesen hat,dass er zu den begabten und großen Talenten im Bereich des Horrors gehört.

In Deutschland lief der Film erstaunlicherweise ungeschnitten mit einer Fsk:Ab 18 in den Kinos.Als es dann zur Prüfung für die DVD/Blu-ray ging,lief es nicht mehr so gut.Die Freigabe für die Uncut Version wurde verweigert und bekam durch die SPIO/JK,welche dem Film Keine Schwere Jugendgefährdung zugesichert haben seine endgültige Freigabe.Ob das Remake das gleiche Schicksal wie Lustigs Original erleiden wird bleibt abzuwarten.Der erste Schritt ist bereits mit der Indizierung auf Liste B,welche am 30.06.2014 erfolgte getan.Fehlt also nicht mehr all zu viel...

Es geht um Frank Zito,einen Serienkiller der es auf junge Frauen abgesehen hat,sie umbringt und ihren Skalp als Trophäe behält um diese an seinen Schaufensterpuppen zu tackern.Alexandre Aja's Maniac kann ohne Zweifel zum Horror Genre zugeordnet werden.Allerdings ist er mehr als nur ein einfach strukturierter Horrorfilm.Es ist zu einem großen Teil eine Charakterstudie über einen verzweifelten,unsicheren und kranken Menschen,der es nicht schafft seine krankhaften Triebe in den Griff zu bekommen.Maniac weiß seinen Spannungsbogen stets auf einem hohen Niveau zu halten und lässt einem von Anfang bis zum Finale nicht los.

Das Geschehen wird größtenteils aus der Ego Perspektive des Killers wiedergegeben.Der Zuschauer wird sozusagen gezwungen,die Welt aus dem elendigen und  dreckigen Winkeln des Killer zu betrachten.Man wird als Zuschauer zum Augenzeugen von Franks grausamen Trieben,weil man das Ganze durch Franks Augen miterlebt.Hier betrachtet man das Geschehen aus zwei Sichten.Einmal sehen wir es aus der Sicht des Killers und einmal aus der Sicht des Opfers,was durch die intensive Inszenierung der Sequenzen für den Zuschauer extrem verstörend wirkt. Der Regiesseur schafft es beim Publikum eine Art Zwiespalt zu erzeugen,wenn es um die Person von Frank geht,da er Täter aber auch gleichzeitig Opfer ist.Er ist sozusagen das Produkt der Gesellschaft,der er ausgesetzt wurde. Das soll jetzt allerdings keine Entschuldigung für solche unmenschlichen Taten sein.

Das Remake ist ein rohes und dreckiges Werk,welches Atmosphäre und Spannung durch die Handlung sowie die Inszenierung des Endproduktes erzeugt.Das heißt jedoch nicht,dass Regiesseur Franck Khalfoun den Zuschauer mit grausamen und unangenehmen Szenen verschont.Der Film besitzt brutale Momente,welche mit überzeugenden und qualitativ hochwertigen Gore FX kombiniert sind.Gerade wenn der so harmlos,schüchterne aber doch sympathisch wirkende Charakter von Frank seine dunkle Seite zeigt und diese abscheulichen Morde begeht,ist man umso mehr davon geschockt,da man Ihm so etwas absolut nicht zutrauen würde.Das macht das Ganze umso erschreckender,da es in der Realität genauso ist.

Elijah Wood weiß,wie er der Rolle von Frank Zito Leben einhaucht und die unterschiedlichen Emotionen glaubhaft rüberbringt.Mit Nora Arnezeder in der Rolle von Anna haben wir eine sehr gute Darstellerin,die es problemlos schafft die düstere Story des Films authentisch wiederzugeben.Auch die restlichen Schauspieler zeigen eine bemerkenswerte Performance und müssen sich nicht verstecken.Dass man sich bei diesen Remake wirklich Mühe gegeben hat ist deutlich zu merken.Alexandre Aja's Maniac ist Film,in dem Herzblut steckt und der vor allen Dingen eine Seele hat.Hier waren begeisterte Fans des Horrorgenres am Werk,die den nötigen Respekt für das Genre haben und das notwendige Know How besitzen.Auch bei der Komposition bzw.dem Score zu diesem rohen Stück wurde ganze Arbeit geleistet.

Das Werk überzeugt durch eine bedrückende Atmosphäre,die die Grundstimmung dieses Beitrages unterstreichen.Die alptraumhaften Visionen,die trostlose,verlassene und gefährliche Umgebung ist gut eingefangen und sorgt dafür,dass die Schockeffekte immer zum richtigen Zeitpunkt zünden und nicht ihre Wirkung verfehlen.Durch eine überzeugende Kameraarbeit bekommt man einen Film zu sehen,der durch atemberaubend sowie packend in Szene gesetzten Sequenzen punkten kann.Dank der grandiosen Kameraführung verfügt der Film über einen künstlerischen Touch,wodurch sich das Remake auf jeden Fall aus der breiten Masse hervorheben kann.Klare 10/10 Punkte.

10/10
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Kommentare

03.01.2015 13:28 Uhr - Gorno
2x
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Bin komplett deiner Meinung! Ein Remake, welches das Original um längen schlägt. Die Ich-Perspektive war der hammer und Frodo einfach nur genial. Wurde auch alles schön oldschool gehalten was auch einen grossen Pluspunkt gibt.

03.01.2015 19:47 Uhr - DOTD
1x
DB-Helfer
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Erfahrungspunkte von DOTD 1.373
Danke für die Rückmeldung. Ich finde,dass das Original sowie das Remake beides sehr gute Filme sind und vor allen Dingen durch ihre dreckige Machart überzeugen können. Das Original und auch das Remake kann man definitiv jeden empfehlen,der Interesse für das Horrorgenre hat.

04.01.2015 01:00 Uhr - Fratze
1x
DB-Helfer
User-Level von Fratze 8
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Viele behaupten ja, dass Wood eine Fehlbesetzung gewesen sei, weil sie es dem lieben "Frodo" einfach nicht abgekauft haben (als ob "Frodo" jetzt ein psychisch besonders stabiler Charakter wäre... aber das steht auf einem anderen Blatt 8P). Ich bin da auch eher anderer Meinung, gerade weil Elijah Wood so ein freundlich wirkender Typ ist, macht es die Darstellung um so erschreckender und um so realistischer.
Von daher sehr schön, dass du Franks schüchterne Harmlosigkeit extra hervorhebst... und auch sonst ein klasse Review, deine Bewertung teile ich auch ohne Weiteres ;)

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