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When Animals Dream

Originaltitel: Når dyrene drømmer

Herstellungsland:Dänemark (2014)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Drama, Mystery
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,33 (9 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

An der abgelegenen dänischen Nordküste lebt Marie gemeinsam mit ihren Eltern in einem kleinen Fischerdorf. Sie vertraut niemandem, außer Daniel, einem jungen Mann, der sich zu ihrer ungestümen Natur hingezogen fühlt. Sie bemerkt, wie sich ihr Körper zunehmend verändert, spürt die wachsamen Blicke der übrigen Dorfbewohner und beginnt nach Antworten in der totgeschwiegenen Familiengeschichte zu suchen. Denn in der jungen Frau erwacht eine Macht, die nicht gebändigt werden kann... (Prokino)

eine kritik von mynan:

"When animals dream" ist der Debütfilm des dänischen Regisseurs Jonas Alexander Arnby und handelt von der jungen Marie, die in einem kleinen dänischen Fischerdorf lebt und feststellen muss, dass sie an einer seltsamen und beunruhigenden Krankheit leidet und diese Krankheit offenbar ein Teil der Familiengeschichte ist...

Auch wenn dies im Film interessanterweise nie direkt ausgesprochen wird, weiß der geneigte Zuschauer, dass es sich hier um die bereits oftmals auf Zelluloid gebannte Werwolf-Thematik handelt. Allerdings ist "When animals dream" vollkommen anders als alle anderen Werwolffilme, die ich bislang gesehen habe, und ich könnte mir vorstellen, dass viele mit enttäuschten Erwartungen aus diesem Film gegangen sind.

Es handelt sich hier keinesfalls um einen reinen, klassischen Grusel-/Horrorfilm, sondern vielmehr um ein Coming-of-age-/Sozialdrama mit einem bestenfalls dezenten Gruseleinschlag. Zwar drängte sich mir unweigerlich der Vergleich mit "Ginger Snaps" auf, jedoch ähneln sich die Filme bestenfalls in ihrer Grundthematik. Wo "Ginger Snaps" jedoch noch erheblich zeigefreudiger, sowie spannendes und auch durchaus effektreiches Augenfutter gewesen ist, ist "When animals dream" ungleich zurückhaltender und kommt fast komplett ohne größere bzw. gröbere Effekte aus. Der eigentliche Horror war für mich somit auch hauptsächlich das augenscheinliche Schicksal der Mutter von Marie, die an derselben "Krankheit" leidet, mit Medikamenten ruhiggestellt, an den Rollstuhl gefesselt ist und von Ehemann und Tochter gepflegt wird.

Der rote Faden bleibt eindeutig das Schicksal von Marie als Außenseiterin in einer dörflichen, konservativ-erstarrten Gesellschaft, die das Anderssein von Marie als störend und bedrohlich empfindet, eine altbekannte und fast klassische Situation sozusagen. Fast könnte man sogar meinen, dass die Werwolf-Thematik hier nur (ein durchaus interessantes) Mittel zum Zweck ist, eine filmische Außenseiterstudie zu präsentieren. Der etwas kryptische Titel "When animals dream" könnte durchaus auch so interpretiert werden, dass Marie davon träumt, dieser Gesellschaft, in der sie sich sichtlich unwohl fühlt, und dem allgegenwärtigen Schicksal der Mutter, zu entkommen.

Der Film hat einen sehr langsamen Erzählstil, ist wortkarg und kommt nordisch-unterkühlt und schwermütig daher. Bleiche Farben dominieren eindeutig, und die beeindruckenden Landschaftsaufnahmen und auffallend lange, ruhige Kamereinstellungen sind immer wiederkehrendes Stilmittel. All das macht "When animals dream" jedoch auch ausgesprochen athmosphärisch.

Sonia Suhl, die hier ebenfalls ihr Debüt gibt, liefert eine sehr beachtliche Vorstellung ab. Als einziger mir bekannter Darsteller ist Lars Mikkelsen zu erwähnen (spielt den Vater von Marie), der ältere Bruder von Mads Mikkelsen (Adams Äpfel, Casino Royale, Walhalla Rising).

Ich stehe diesem recht ungewöhnlichen Film etwas zwiespältig gegenüber. Mir gefällt einerseits die Thematik, die ruhige Erzählweise und die eindrückliche und bedrückende Athmosphäre der Einsamkeit, die hier von Regisseur Arnby geschaffen wurde und in der man förmlich versinken kann. Vielleicht lag das aber auch ein bisschen daran, dass wir tatsächlich nur zu zweit im Kinosaal waren, eine etwas skurrile Situation, die ich so bis dato auch noch nicht kannte.

Gestört hat mich hingegen die weitestgehend fehlende Spannungskurve; ich habe "When animals dream" irgendwie durchgehend als etwas zu unspektakulär empfunden und hatte immer wieder das Gefühl, dass hier noch etwas mehr drin gewesen wäre. Auch habe ich, und das ist ein großes Manko, nicht so den Zugang zu Maries Rolle gefunden. Ich war eigentlich immer lediglich ein eher interessierter Beobachter und konnte nie wirklich mit ihr mitfiebern. Auch das Ende blieb für mich etwas unbefriedigend.

Alles in allem ist "When animals dream" jedoch ein durchaus interessanter, aber auch recht eigentümlicher Film geworden. Ich habe des öfteren gelesen, dass der Film als Arthouse-Horror-Drama bezeichnet wurde. Dem kann ich mich anschließen und eine (mit etwas Vorsicht zu genießende) Empfehlung aussprechen.

7/10
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Kommentare

14.01.2015 08:10 Uhr - JasonXtreme
1x
DB-Co-Admin
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Danke fürs Review! Der Trailer hatte schon mein Interesse geweckt, jetzt will ich ihn unbedingt sehen :-)

14.01.2015 17:32 Uhr - Mynan
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Gerne, ich hoffe, der Film gefällt, und dass ich mit meinem Geschreibsel nicht allzusehr daneben gelegen habe ;-)

01.01.2017 22:57 Uhr - Der Todesking
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Dem kann ich mich nur anschließen. Hab den Film grad gesehen, & du bringst in dn Review eigentlich alles auf den Punkt. Von mir 6/10 Pkt.

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